The Rise of Skywalker

Warum ich Star Wars: The Rise of Skywalker leider schlecht finde

Es bedarf nur eines Tons, um Tränen in die Augen eines Star Wars-Fans schießen zu lassen. Und auch ich saß bei diesem ersten Ton voller Rührung im Kinosessel. Denn Star Wars bedeutet Emotionen, Nostalgie, Erinnerungen. Mit Emotionen spielt man nicht; Disney macht es trotzdem. Und da ist es kein Wunder, dass auch The Rise of Skywalker polarisiert: Man liebt oder man hasst ihn.

Daher vorab ein Einwurf, weil sich die sozialen Netzwerke nicht aufgrund des Films, sondern aufgrund von Meinungen darüber überschlagen. Dabei ist an sich keine Meinung invalide. Wenn euch der Film „abholen“ kann ist das wunderbar, stellt euch aber nicht über jene, die ihn furchtbar finden. Und, natürlich, gilt das umgekehrt genau so. Ich finde es absurd, wie sich beide Lager gegenseitig abschlachten. Sprecht doch lieber über den Film. Und ich gönne es wirklich allen von Herzen, die Rise of Skywalker gut finden! Randbemerkung Ende und an dieser Stelle sei noch ein Artikel mit dem schönen Titel „Warum mich deine Kritik an der Kritik [an Star Wars: The Last Jedi] stört“ empfohlen.

Ich persönlich bin absolut enttäuscht vom Aufstieg Skwalkers. Mehrfach saß ich fassungslos im Kino, wusste nicht, ob ich lachen, weinen, oder mein Popcorn gegen die Leinwand werfen sollte. Ich finde den Film handwerklich einfach schlecht. Ein paar Szenen konnten mich überzeugen, ich bekam Gänsehaut. Doch diese Momente sind rar gesät.

Hier möchte ich nun ein paar Punkte für und gegen den Film aussprechen. Scheut euch nicht, eure eigene Meinung in den Kommentaren kundzutun!

OBACHT: SPOILER!

THE GOOD

Beziehungen

Generell bin ich keine große Shipperin. Ob A nun ,mit B, C oder gar niemandem zusammen kommt, ist mir recht egal. Daher bin ich an dieser Stelle auch nicht enttäuscht worden, zumal sich im Aufstieg Skywalkers auch generell wenig romantische Liebe verbirgt. Dass sich Rey und Ben letzten Endes kurz küssen, drückt für mich eher Erleichterung und Dankbarkeit aus. Da war der lesbische Kuss schon inhaltsschwerer. Leider was beide Seiten der Medaille angeht: Zum einen ist es schön, dass LGBT einfach als Teil der Welt eingepflegt wurde. Zum anderen wurde sich schlichtweg nicht viel getraut, der Kuss kann und wurde schnell wegretouchiert. Mutig wäre es gewesen, wenn es an prominenter Stelle oder von einer Hauptfigur ausgehend geschehen wäre.

Ich selbst habe zwischen Poe und Finn allerdings auch nie „die Funken sprühen sehen“ wie viele andere aus meiner Bubble, weswegen ein Kuss zwischen den beiden auf mich konstruiert gewirkt hätte. Für mich sind die beiden ein Paradebeispiel für eine liebevolle Freundschaft – und die ist in dieser Form zwischen Männern in der toxischen Männlichkeit unserer Zeit Mangelware. Umso froher bin ich, dass sie hier existieren darf. Auch sehr lobenswert: Es gibt Freundschaften zwischen Männern und Frauen, die nicht auf Liebe hinauslaufen. Einer der schönsten Momente war für mich somit die sehr körperliche Umarmung zwischen Rey, Finn und Poe am Ende.

End-lich mal kein Liebes- sondern Freundschaftstrio.

Star Wars: The Rise of Skywalker Rey und Kylo Darth Vader Helmet

„I am Rey … Skywalker.“

Ja, dass Rey nun doch – irgendwie – eine Skywalker ist, finden viele furchtbar. Ich nicht. Star Wars generell spielt gerne mit dem Gedanken „Ich bin vom Geschlecht der XY also bin ich so und so“, was ich unglaublich ermüdend finde. Hier jedoch wählt Rey ihre Familie und sie wird auch mit offenen Armen adoptiert. Und das ist ein, finde ich, großartiges Zeichen. Wir sind mehr als nur Blut und Genetik.

The Ugly

„Ach, übrigens…“

Der Aufbau ist der eines Videospiels. „Finde Objekt A, um Map 1 freizuschalten. Haste? Joot, dann finde jetzt Clue B heraus, um zu Map 2 zu gelangen, hurra!“ Und das ist nicht nur schlechtes Storytelling, sondern auch noch chaotisch und faul ausgeführt. Man hat versucht, unendlich viele Details und Fakten einzufügen, dass es einfach den Rahmen sprengt und keinen Raum für Erzählen, Aufatmen und Gefühle lässt. Fakten, statt Interpretationen. Es wird viel erklärt, aber Bildersprache findet kaum statt.

Dieses „Ach, übrigens… zieht sich durch ganz The Rise of Skywalker. „Ach, übrigens… ihr brauxcht eine kleine Pyramide, um dorthin zu gelangen. Ja, wussten wir vorher auch nicht, aber jetzt ist es nunmal so!“ „Ach, übrigens… Palpatine ist da und er hat eine Armee und so. Ja, ist jetzt so.“ „Ach, übrigens… Rey und Kylo können jetzt super heilen. Ja ich weiß, wurde vorher nie gezeigt und haben sie auch nicht gelernt, aber.. naja. Ist jetzt so.“ „Ach, übrigens… hihi, C3-PO’s Gedächtnis kann doch wiederhergestellt qwerden, weil…. uns das halt besser in den Kram passt.“ „Ach, übrigens… (…)

Überhaupt, die Figurentode …. wow. Einfach nur wow. Das billige Mittel des „HaHA ihr denkt er wäre tot! Aber nein, wir zaubern ihn wieder zurück aus dem Hut! Wie das logisch funktioniert, wissen wir nicht, ist uns aber auch egal.“

Völliges Chaos und Ahnungslosigkeit auf so vielen Ebenen. Man merkt, dass man sich hier gegenseitig sabotiert hat und nun irgendwie lose Enden miteinander verknüpft, sich dabei vermutlich wahllos Fantheorien ausgesucht hat und jetzt hofft, dass Frankensteins Monster überleben wird.

Star Wars Rise of Skywalker Sith Rey

Figuren

Wow. Ich bin noch immer dezent wütend denn gerade die Figuren haben mich maßlos enttäuscht. Es findet, abgesehen von Kylo und eventuell Rey, einfach keinerlei Charakterentwicklung statt, die Figuren verharren auf dem Status Quo – oder werden gleich ganz unsichtbar gemacht. Man beugte sich rassistischer Kritiken, die leider weit über die bloße Kritik an der Figur hinausging. Findet eine Figur scheiße – aber ein rassistischer Shitstorm gegen den Schauspieler oder die Schauspielerin sind absolut verachtenswert.

Und so verschwand Rose fast gänzlich und Finn wurde zu einem Sidekick degradiert, der nur ab und zu durch das Bild stolpern durfte. Finn, einstiger Neben- Protagonist aus The Force Awakens ist uninterssant geworden, dabei hatte er eine Rolle gespielt. Weshalb Figuren müsam aufbauen, wenn man sie danach ohnehin wegschmeisst?

Und Kylo? Dessen Wandlung finde ich nicht nachvollziehbar. Lieblos inszeniert, nur damit er am Ende stirbt und nie wieder auftaucht. Sein Tod? Unerheblich.

Ach, ich könnte noch viele weitere Punkte aufzählen, fest steht: Ich finde, dass die Figuren in diesem Film wie Dreck behandelt worden sind.

Fanservice

Fanservice in aller Ehren. Aber es war für mich zu viel und zu stark auf genau das getrimmt. Es wirkte nicht liebevoll und achtend, sondern dahingeklatscht. Selbst der großartige Soundtrack verkam aufgrund der Häufig- und Wahllosigkeit zum Aufzugsgedudel.

Fazit

Ich kann, wie eingangs erwähnt, andere Meinungen durchaus akzeptieren und kann viele Punkte zwar verstehen, für mich persönlich(!) jedoch nicht nachvollziehen. Ich finde The Rise of Skywalker leider schlecht. Star Wars hat er für mich trotzdem nicht kaputt gemacht. 😉

Sehr gerne dürft ihr eure Meinung zu dem Film(!) loswerden. An meinen Emotionen und Kritiken zum Film gibt es allerdings leider wenig zu diskutueren.

FedCon 2018 Rückblick

FedCon – mehr als nur Kostümshow

Husker, Starbuck, Boomer und Helo – das sind nicht irgendwelche berühmte Hundenamen, sondern die Callsigns von fiktiven Figuren der besten Serie der Welt. [Ja, ich halte es wie die Ärzte und behaupte es einfach in den Raum hinein. Deal with it!] Vergangenes Wochenende tummelten sich nicht nur die Darsteller eben jener Figuren auf der FedCon, sondern gleich der halbe Cast aus der Science-Fiction Serie „Battlestar Galactica“. Mit hüpfendem Fanherzen stolperte ich also direkt in das Maritim Hotel in Bonn und damit eine andere Welt hinein.

[Ein paar Fotos von der Con gibt’s übrigens hier.]

Wie in all den Jahren zuvor stellten auch bei der FedCon 27 die Panel das Herzstück dar. Hier drapieren sich die Darsteller, Astronauten und Vortragende formschön auf der Bühne, um aus ihrem Leben und ihrer Arbeit zu plaudern und Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Anders als bei anderen Conventions beschränkt sich das Gelände auf wenige kleine Säle. Das Rahmenprogramm ist ebenso überschaubar, wenngleich beeindruckend: In den für Fanart reservierten drei Räumen findet man Gemälde, Stickereien, Comics und auch detaillierte Nachbauten wie etwa von Helios Models and Lighting.

Lange allerdings hält man sich meistens nicht in der Rahmenhandlung auf. Es gilt schließlich, grünes Alienbier zu trinken, mit netten Fans zu reden und verdammt nochmal die Stars, die man von der kleinen und auch großen Leinwand kennt, in Farbe und bunt zu sehen! Und live! Und vielleicht deren Hand zu schütteln und mit nervös zitternder Stimme Smalltalk mit ihnen zu halten! Auch das passiert. Zum Beispiel, wenn man, wie ich, an der Bar versehentlich in James Callis rennt, sich dabei mit Bier bekleckert und dann doch irgendwie nett behandelt wird. Er hatte einen guten Tag. Ich auch.

Zurück zu den Panels. Zu ihnen gibt es stets zwei Meinungen. Pro Gehirn, versteht sich. Ich fasse zusammen:

  • „Mir egal was Thema ist, hauptsache er/sie unterhält mich und ich kann aus der halben Ferne schmachten!“
  • „Peinlich. Sind doch auch nur Menschen wie du und ich, warum sollte ich denen dann zuhören?“
  • „Mich interessiert es einfach nicht.“
  • „OMFG DA IST XY AUF DER BÜHNE!!!!“
  • „Habe die Serie gesehen und freue mich einfach, die Darsteller live zu erleben!“
  • „Super, toll, aber Hauptsache keine politischen Diskussionen!“

Keine Politik? Mitnichten.

Dabei haben Darsteller meistens mehr zu sagen als „Ja, Co-Star YZ ist nett, danke der Nachfrage.“ Ich selbst, die keinen großartigen Starkult betreibt – diesen bei anderen jedoch toleriere – interessiere mich besonders dafür, wofür deren Herz brennt. Wofür sie sich einsetzen, wofür sie ihre Stimme erheben und ihre Reichweite benutzen. Denn die haben sie. Da nur über das Wetter zu reden würde ich als vergeudet empfinden.

So kam auch nahezu kein Panel ohne politische Seitenhiebe auf den allseits beliebten Trump oder einen Hauch von Gesellschaftskritik aus. Von der Ankündigung der Darstellerin Mary McDonnell „Begrüßt nun die Mutter der Galactica und die Präsidentin, die wir alle gerne hätten!“ über deutliche Spitzen gegen die US-Regierung bishin zu tiefgreifender Kritik an dem kulturellen Völkermord in Kanada. Es wurde über Sexismus in der Branche gesprochen, Rollenbilder und Rassismus. Bei letzterem Thema fiel es manchem, wie etwa Rekha Sharma schwer, auf deutschem Boden darüber zu sprechen. Verziehen? Vielleicht. Vergessen? Definitiv nicht.

Kommt die Sprache auf all das, wird einem bewusst, wie viel die Science-Fiction für uns alle getan hat und noch immer tut. Star Trek als Vorreiter des diversen Casts. Wo Schwarze und Weiße sich küssen, Asiaten und Russen auf der Brücke sitzen und Mensch wieder Mensch, und nicht nur Rasse sein darf. Nicht die Waffe ist das Mittel der Wahl, sondern Diplomatie, Empathie und das Wort. Eine Welt, die wir uns wohl alle so sehr wünschen und die auf dem Bildschirm zumindest für kurze Zeit Realität wird. Das gibt Hoffnung und inspiriert.

Dass die FedCon 27 ganz unter dem Stern der Galactica stand passt da hervorragend. Es ist eine Serie, die ganz bewusst Rollenbilder aufgebrochen hat. „Die große Kunst war es, gar nicht zu thematisieren, dass Figur XY weiblich ist“, so Katee Sackhoff, die in der Serie Starbuck spielt. Eine Rolle, die in der originalen Serie noch männlich war. „Es war kein Thema und somit stand nicht mehr ihr Geschlecht im Fokus, sondern sie als Person mitsamt ihren Fähigkeiten.“ Da spielt es auch eine Rolle, dass fast Grace Park die Rolle bekommen hätte. Man hat offenbar nicht nach einer weißen, blonden Frau gesucht. Grace Park ist koreanischer Abstammung.

BSG macht auf vielen Ebenen so vieles richtig. Wir haben eine Präsidentin, Soldatinnen und so ziemlich jede Ethnie vertreten. Wir haben darüberhinaus auch männliche Figuren, die weinen und kleiner als ihre Liebhaberin sein dürfen. „Ich dachte mir: Neben ihr bin ich doch kein Mann mehr, sondern ein Hobbit!“, gab James „Gaius Baltar“ Callis preis, dessen Schauspielkollegin Trisha Helfer – in der Serie seine Geliebte – ihn deutlich überragt. Aber auch hierbei wurde sich bewusst dafür entschieden.

In gewisser Weise war BSG seiner Zeit voraus. Und das, wo Star Tek doch so viele Jahrzehnte zuvor bereits die Weichen hatte stellen können. Viel ist noch zu tun, auch im Land der Science-Fiction – aber es ist verdammt gut dabei. Man mag dieses Genre gerne belächeln, es als Schund abtun oder es in die Freak-Ecke abschieben. Dann gibt man jedoch auf gröbste Weise zu, keine Ahnung zu haben. Weder von der Bedeutung, noch von Stil, Erzählweise oder schauspielerischem und künstlerischem Können. Science-Fiction ist mehr als Verkleidungen, ist mehr als Laser und Raumschiffe. Es ist Vorreiter, Weichensteller und Inspiration. Science-Fiction ist das Sinnbild geistigen Fortschritts.

Und die FedCon?

Auf der FedCon tummelt man sich unter Gleichgesinnten. Unter Menschen, die es verstehen sollten.Es ist tatsächlich eine große Familie, in der man keine 5 Minuten alleine bleibt. So entspinnen sich binnen Sekunden lustige, und/oder interessante Gespräche, die den kleinsten gemeinsamen Nenner im Fandom finden. Es ist ein Wochenende, aus dem man sich die Rosinen herauspicken kann. Für mich war es dieses Mal das Eintauchen in das BSG-Universum. Ich habe mich in den Geschichten darüber gesuhlt und mich von Herzen darüber gefreut, dass sich die Darsteller noch immer so gut zu verstehen scheinen.

Wer sich Trekkie nennt, aber Rassismus fördert, hat Star Trek nie verstanden.

Edward James Olmos FedCon 2018
James Callis FedCon 2018
Kandyse McClure FedCon 2018
Katee Sackhoff FedCon
Mary McDonnell Fedcon2018
Rekha Sharma Fedcon2018
Tahmoh Penikett FedCon 2018
Robert Picardo FedCon
Last Jedi Kritiker Star Wars

The Last Jedi: Warum mich deine Kritik an der Kritik stört

Ja, Star Wars: The Last Jedi ist schon „alt“, wenn man nach Internetzeitrechnung geht. Dennoch reissen die Diskussionen nicht ab. Dabei stört mich nicht, dass diskutiert wird – sondern wie diskutiert wird. Diesen Text schreibe ich bewusst, um ihn all jenen um die Ohren zu knallen, die mir oder anderen immer noch immer wieder mit dem allgemeingültig scheinenden „Du magst ihn nur nicht weil… du ihn nicht verstehst/du doof/ein Fangirl bist[/Vereinfachung].“ kommen. Jüngstes Beispiel: Ludwig Jovanovic auf RP Online.

Es ist längst Usus geworden, sich aufgrund seiner Meinung über Popkulturelles zu duellieren. Seine eigene Meinung ist stets die einzig wahre, die kluge, die beste. Und die Meinung der anderen? Schrott! SCHEISSE! Hat er denn gar nichts verstanden?! Dann heißt es „AHA! Du findest den Film zu witzig? Du gehst wohl eh zum Lachen in den Keller! Und dass Han Solo schon immer witzig war hast du auch nie gerafft, oder?“

„Du gehst doch zum Lachen in den Keller!“

Doch. Doch, ich habe es gerafft. Han Solo war immer lustig, ich habe schon immer herzhaft bei Star Wars gelacht. Mal, weil ich es wirklich lustig fand und mal, weil es einfach absurd war – und wieder andere Male, wenn es jemand parodiert. Es gibt nicht „den“ Humor. Es gibt albernen, klugen, ironischen, infantilen und Fäkalhumor. Und nein: Ich bevorzuge nicht den klugen Humor. Ich mag sie nämlich alle. Ok. Bis auf den Fäkalhumor. Den darf nur Fäkalini. Habe ich Star Wars also einfach nicht verstanden, wenn ich sage, dass ich ihn zu albern fand? Nein. Ich fand ihn schlichtweg nicht gut. Muss ich jeden Witz gut finden? Auch nicht. Aber ich darf verdammt nochmal sagen, dass ich den bestimmten Humor dieses einen Filmen nicht so passend finde. Für mich. Für diesen Plot. Wäre es ein anderer Star Wars Film mit einem anderen Plot: Von mir aus. Gerne. Ich liebe Space Balls und kann mir auch eine Komödie im star wars’schen Kanon sehr gut vorstellen.

Es spielt keine Rolle, dass es „Star Wars“ ist. Der Film ist nicht zu albern, weil es „holy fucking Star Wars“ ist – sondern weil er mir persönlich in diesem Plot nicht schmeckt. Für mich – und ich rede hier übrigens ausschließlich nur von mir – hat der meines Erachtens nach alberne Humor den Ernst vieler anderer Szenen zerstört. Wäre es feiner Humor gewesen, wäre es für mich ok gewesen.

Der Knackpunkt ist der: Ich gucke einen Film. Du guckst einen Film. Aber wir werden immer nur den selben, und nie den gleichen Film sehen. Mein Verständnis für guten Humor muss nicht der deine sein. Und das ist okay. Ich sage doch auch nicht „Haha, wenn du den Humor von Last Jedi gut findest bist du wohl ein albernes Kiddie, hihi.“ Wenn du ihn passend zum Film findest: Perfekt! Dann hast du mehr Spaß am Film! Super! Und das meine ich völlig ohne Ironie. Jeder erlebt Filme nunmal anders.

Wie man es dreht …

Und darauf lässt sich die meiste Kritik an der Kritik niederbrechen: „Man findet es kacke, weil man den Sinn und Zweck dahinter nicht versteht.“ Weil man angeblich nicht gemerkt hat, dass die Casinoszene die Graustufen des Universums hervorheben und eine Kapitalismuskritik sein soll. Weil „sein“ Star Wars zerstört wurde. Weil man ein „Crying Fanboy“ ist, der früher geweint hat, weil The Force Awakens zu nah an Episode IV sei und der heute weint, weil Last Jedi zu weit davon entfernt ist.

Zum einen: Ich bezweifle, dass alle, die Episode VIII nun kritisieren, Episode VII aus gegensätzlichen Gründen ebenfalls kacke finden. Es passt vielleicht nicht in das Weltbild, aber: Das können völlig unterschiedliche Personengruppen und Menschen sein. Holy shit! Ich beispielsweise finde Episode VII großartig! Aber nicht, weil sie in vielerlei Hinsicht eine Kopie von IV ist. Sondern weil ich schlichtweg Spaß im Kino hatte, ich den Spannungsbogen, die Figuren und den Humor mag.

Das Problem der „Kritiker der Kritiker“ ist, dass sie nicht wahrhaben wollen, dass man den Film „einfach so“ nicht gut finden kann. Die Gründe müssen nicht an Star Wars selbst liegen – sondern am Plot, den Figuren oder einem beliebigen anderen Faktor. Nicht ich nehme Star Wars zu ernst – sondern ihr. Ihr, die die Kritik am Film mit Unwissenheit oder Arroganz erklärt. Ihr, die alles daran festmachen wollt, dass es Star Wars ist.

Mir ist es egal, ob es Star Wars ist! Es hätte auch ein völlig neues Franchise sein können und mir wären die Schwachstellen im Plot, die Logik- und Anschlussfehler und der Humor trotzdem negativ aufgefallen! Man muss keine fadenscheinige Gründe suchen, um das Nichtgefallen zu erklären. Man muss nicht behaupten, dass der Gegenüber einfach nichts verstanden hat. Man kann auch einfach mal mit den Schultern zucken und sagen: „Ok. Du findest den Film nicht gut. Passt. Aber hey, lass uns trotzdem mal über Punkt XY diskutieren!“

Natürlich können wir alle erklären, warum wir dieses oder jenes gut oder schlecht finden. Wir können über alles diskutieren. Aber nicht unterstellen. Und das ist das, was mich, Verzeihung, ankotzt. Dass die Meinungen, gerade jetzt bei Last Jedi, nicht toleriert werden. Sondern dass sie diffamiert, für nichtig, für dumm erklärt werden. Egal, von welcher Seite wir sprechen. Nicht nur die Kritiker-Kritiker sind da ätzend. Die Kritiker sind es auch. „Aha! Du findest ihn also gut, ja? Tja, du hast Star Wars wohl nie geliebt / hast keine Ahnung / bist ein Kiddie.“ Ihr nehmt euch da nicht viel.

Seht es einfach ein, dass man den Film auch aus filmwissenschaftlichen Gründen sowohl gut, als auch schlecht finden kann. Dass man ihn lieben und auch hassen kann. Oder dass man ihn, wie ich, einfach nur okay findet.

Shocking.

Kylo und Rey

The Last Jedi: Das Böse ist männlich

Star Wars: Ein Weltraum-Märchen, in dem die dunkle gegen die helle Seite kämpft. Zwischen den beiden Mächten herrscht ein Gleichgewicht, in dessen Mitte es am Ende stets zur großen Explosion kommt. Dieses Mal, bei den letzten Jedi, ist das Böse männlich, während das Gute in weiblicher Perfektion erstrahlt. Und das ist schade.

Obacht: Der Text enthält Spoiler! Für eine spoilerlose Nachlese bitte hier entlang.

Im Vergleich zu älteren Filmen des Star Wars-Universums glänzt der Cast von The Last Jedi mit einer guten Portion Diversität: Schwarze, asiatische, männliche und weibliche Figuren geben sich die Klinke in die Hand, auch wenn die große Masse dabei weiß bleibt. Trotzdem sind es gerade die diversen Charaktere, die tragende Rollen haben dürfen. Die Asiatin Rose rettet den Mann, den sie liebt. Die ältere Generalin Holdo rettet gleich den ganzen Tag. Und die junge Jedi holt den verbitterten alten Mann zurück – und entfacht am Ende den letzten Funken Hoffnung neu.

In The Last Jedi sind die Frauen nahezu fehlerlos. Das klingt nach einer guten Sache – ist aber weder für die eine, noch die andere Sache von Vorteil.

Kein Hell ohne Dunkel

Was man Autor sehr schnell lernt ist, dass man seinen Figuren auch Schwächen zugestehen sollte. So wirken sie greifbarer, menschlicher und letztlich auch stärker. Nämlich dann, wenn sie die Schwächen überwinden und an ihren Erfahrungen wachsen. Hat man jedoch eine Mary-Sue vor sich – also eine Figur, die nahezu alles kann und keine echten Schwächen hat – wirkt es künstlich bis lächerlich.

Die Filmlöwin hat auf ihrem Blog Folgendes zu sagen, was ich gerne unterschreiben möchte:

„Der in diesem Film eingeführten Figur Rose (…) fehlt es wie auch Rey an Fallhöhe und inneren Konflikten. (…) In Gesellschaft von Angsthase Finn (John Boyega), den sie gleich zu Beginn beim Versuch zu desertieren erwischt, wirkt sie zugleich überlegen wie auch blass, weil übermenschlich perfekt. Star Wars – The Last Jedi hat ein maßgebliches Problem damit, seinen weiblichen* Figuren Fehler zuzugestehen und ersetzt somit bei dem offensichtlichen Versuch, seine Frauen*figuren zu empowern, eine Sexismusfalle durch die andere“, Filmlöwin aus: „Blockbuster-Check: Star Wars The Last Jedi

Es mangelt dadurch nicht nur an Identifikationspotential, sondern auch an charakterlicher Tiefe. Doch wo die Filmlöwin in ihrem lesenswerten Beitrag auf die Rolle der Frau eingeht, möchte ich hier den Fokus auf den Mann legen.

Kylo Ren ist sauer

Wenn die Maskulinität das Böse ist

Lässt man die lächerlich winzige Rolle Captain Phasmas außen vor, ist die Erste Ordnung männlich. Es sind aggressive Witzfiguren, die nicht nur den Helden, sondern auch sich gegenseitig das Leben schwer machen. Es geht, wie so oft im Leben des Klischee-Mannes, um Macht, Eroberung und Siege. Diese Ziele werden nicht mit kluger Taktik, sondern primär mit Gewalt gelöst. Sei es, dass Kylo alle Waffen auf einmal auf Luke Skywalker feuern lässt, Poe Dameron eine kleine Revolte anzettelt oder Luke auf Rey losgeht – allzu oft ist Gewalt im Spiel.

Dabei zeigen sie selber, dass es nicht immer so sein muss: Luke nutzt die Macht geschickt, um Kylo auszutricksen, während dieser die geistige Fähigkeit mitbringt, seine Gedanken vor Snoke abzuschotten. Man muss nicht immer seinen Zorn benutzen – und doch tun sie genau das.

Das ist auf erzählerischer Seite einerseits schade, da ein Männerbild gezeichnet wird, das so nicht sein muss. Andererseits zeigt es auch die Problematik auf, die solches Verhalten mit sich bringt. In The Last Jedi werden Konflikte nicht mit Muskelkraft besiegelt – sondern mit Geschick und Verstand. Das zeigt sich nicht nur eindrucksvoll in Lukes rettender Performance am Ende, sondern auch im Kampf Kylo/Rey gegen Snokes Prätorianer: Während sich Kylo mit Kraft aus dem Griff zu befreien versucht, rettet ihn Rey, indem sie ihm im richtigen Moment das Lichtschwert zuwirft. Auch wenn dies wiederum in Gewalt gipfelt, ist es ein letzter Kniff von außen.

Auch Poe muss einsehen, dass Leia und Holdo die besseren Strategen sind als er. Er, der eine Meuterei anzettelt und sich seiner Vorgesetzten widersetzen will, ist ein klassisches Beispiel von Mansplaining: Er glaubt, dass er mehr Ahnung hat als die, die eigentlich mehr Erfahrung auf dem Gebiet hat und versucht, sie zu belehren. Dass er dait letzten Endes nicht durchkommt und sogar sein Unrecht einsehen muss, ist ein Plotverlauf, wie er noch nicht häufig in der Popkultur anzutreffen ist – und den ich daher sehr begrüße.

Doch er wird dafür nicht bestraft. Es ist dem Archetyp des „Männer bleiben eben Jungs“ zu verdanken, dass man ihm im Nachhinein lediglich wohlwollend den Kopf tätschelt. Generell wird über die Männer des Films gelacht: Über General Hux, weil er einfach ein lächerlicher General ist. Über Kylo, weil er seinen Zorn nicht zügeln Kann. Über DJ, weil er ein lispelnder Trottel zu sein scheint. Über Finn, weil er ein ängstlicher Tollpatsch ist. Und natürlich über Snoke, weil er im Tod aussieht wie ein überfahrener Jar Jar.

Die Frauen müssen sie an die Hand nehmen, damit es am Ende doch noch klappt mit dem happy end. Allen voran Luke, der sich nach Kräften sträubt und in mühsamer Kleinarbeit von der stoischen Rey überzeugt werden muss, doch endlich das Richtige zu tun. Am Ende ist es immerhin Yoda, der den letzten Stubser gibt.

Es ist keinesfalls ein Problem, wenn man über Figuren lachen kann und sie antagonistische Kräfte sind. Wenn sich das allerdings auf ein Geschlecht beschränkt, ist das doch ziemlich einseitig. Ich vermisse die finster-verrückten weiblichen Figuren. Eine weibliche Sith, eine Phasma, die einen stärkeren Auftritt hat. Oder eine Rey, die Kylo die Hand reicht und Seite an Seite mit ihm um die Vorherrschaft kämpft. Auf der dunklen Seite, versteht sich. Ich will mich nicht nur über männliche Figuren lustig machen, mich über sie aufregen oder sie als dumm abwinken. Das dürfen auch gerne weibliche Charaktere sein.

Rey Lichtschwert last jedi

Aber: Verdammt, ich hasse Mansplaining!

Und daher verzeihe ich The Last Jedi die fast als einseitig zu nennende Darstellung des Mannes. Gerade in Zeiten Trumps, in denen – ja, wirklich – Mansplaining noch immer toleriert und in manchen Kreisen auch zelebriert wird, ist es ein Halleluja wert, dass es Platz in einem Blockbuster wie diesen gefunden hat – und eine Klatsche nach der anderen erfährt.

Denn wo Hitzköpfe -männliche wie weibliche – in der Popkultur nach einer Minirebellion jubelieren, wenn sie es nur für die gute Seite getan haben, werden sie hier ihrer Grenzen und Unwissenheit verwiesen. Es ist erfrischend zu sehen, dass die Figuren mit ihrer aggressiven Art gegen Wände rennen. Am Ende gibt es nämlich trotzdem einen Sieg. Nur eben auf weitaus ruhigere, besonnenere und nichtsdestotrotz ebenso heroische Weise.

Aber: The Last Jedi will grau sein. Es ist abgekommen von Schwarz und weiß und hat sich hin zu Diversität und Grauschattierungen bewegt. Das ist gut so. Aber es sollte nicht bei den Geschlechtern aufhören. Ich will auch dumme Frauen sehen – und in männlichen Figuren nicht nur den hitzigen Dorftrottel.

Vor allen Dingen aber sehe ich es nicht ein, dass Frauen als perfekte, reine Wesen dargestellt werden und die Riege der dunklen Seite fast ausschließlich von Männern besetzt ist. Verfallen nur die ach so bösen Männer der dunklen Seite? Ich denke doch nicht.

Warum können nicht alle Filme im Star Wars – Universum spielen?!

Thilo hat mich da auf einen ganz famosen Trailer gestoßen, der eine Liebe zwischen Vertretern verschiedener Spezies thematisiert. Ein bisschen Brokeback Mountain im Weltall. Dieser Trailer ist nur ein Spaßtrailer -- aber er bringt mich auf eine Frage, die mich schon seit Anbeginn der Zeit quält: Warum nur kann nicht jeder Film „Star Wars“ sein?

Längst nicht jeder stellt sich diese Frage. Für viele herrscht derzeit ein Overkill an star wars’schen Filmen: Erst Episode VII, dann Rogue One, dann Episode VIII, dann Han Solo -- wo soll denn all das noch hinführen?! Dabei gibt es doch noch mehr Filme, die auf der Erde spielen und niemand beschwert sich!

Lasst mich erklären

Ich persönlich liebe einfach die Welt aus Star Wars. Die Legenden, Figuren, Völker und Spezies. Die Raumschlachten, Planeten, Lichtschwerter. Die Macht. Die Welt ist reich an Hintergründen, mystischer und märchenhafter als viele -aber natürlich nicht alle -- anderen fiktiven Welten. Warum also nicht mehr Filme mit diesem Setting drehen? Und die müssen mit den Trilogien nicht mal etwas zu tun haben!

So viele Möglichkeiten!

Horror. Ja, Aspekte von „Last Jedi“ fand ich tatsächlich in Ansätzen horroresk. Und ich bin mir sicher, dass es irgendwo im Universum auch übernatürliche Erscheinungen gibt. Oder Figuren, die andere benutzen, foltern, in Angst und Schrecken versetzen. So viele der Settings laden geradezu dazu ein, Blut und Angst sprechen zu lassen! Ich träume von Filmen wie „Das Schweigen der Tauntauns“, „Tatooine Werewolf“ und das unaussprechliche „The Sixth Sith“!

RomCom. Er trifft sie, er trifft ihn und sie trift Wookie. Irrungen, Wirrungen und irgendwo im Hintergrund sieht man einen Trupp Sturmtruppler vorbei flanieren. Außerdem bekommt das Wort „Fernbeziehung“ eine ganz neue Bedeutung.

Drama. Kriegsfilme. Logisch. So viel Potential. Rogue One hätte so  ein Drama sein können, das mich fasziniert, es aber leider nicht geschafft. Aber auch abseits des Krieges haben Leute schon immer Dramen durchlitten. Nur dass man im Star Wars-Universum mehr Konflikte in Form von Rassismus, planetaren Verstrickungen und mehr hat.

Komödie. Das, was Spaceballs ist und „The Last Jedi“ fast geworden wäre. Dabei muss es nicht um Sci-Fi-Parodien gehen, sondern kann auch ganz profane Comedy einschließen.


Man könnte nun sagen: Aber warum überhaupt Star Wars? Die Antwort ist simpel: Warum nicht? Speziell Star Wars-Horror würde mich unglaublich reizen, da ich die Verbindung klar vor mir sehe, aber so noch nicht erfahren konnte. Star Wars ist eine Zutat, die man nutzen könnte. Plus: Man muss nicht alles gucken. Ich schaue mir auch nicht jeden Superheldenfilm an. Und ja: Auch Superheldenfilme dürfen sich auch gerne mal vom typischen Genre abkapseln!

Bis jetzt sind mir die Verfilmungen noch zu nah beieinander. Rogue One hatte wieder den Todesstern, hatte aber zumindest mehr Ansätze in Richtung erwachsender Dramatik als die Trilogien. Ich hoffe darauf, dass die anderen eigenständigen Verfilmungen abgenabelt werden. Natürlich werden mit Obi-Wan und Han Solo wieder bekannte Figuren auftauchen. Aber vielleicht wird ein Ausflug in komplett andere Genres gewagt. Star wars ist schließlich mehr als Science Fantasy/Märchen.

Das haben schon andere Medien im Bereich Star Wars gezeigt. Aber nun: Genießet den Trailer!

Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi. Eine kleine Kritik ganz ohne Spoiler

Star Wars: Episode 8 -- Die letzten Jedi ist einer jener Filme, auf die sich erwachsene Menschen wochen- wenn nicht gar monatelang vorher wie kleine Kinder freuen. Die Erwartungshaltung vorab ist riesig -- konnte der Film dem gerecht werden?

In Kurzform: Ja und nein. „Die letzten Jedi“ hat durchaus gute, sogar herausragende Momente, aber auch Aspekte, die ich als unpassend empfinde. Dem möchte ich hier damit gerecht werden, indem ich die Filmkritik in vier gute und vier weniger gelungene Punkte aufteile -- außerdem habe ich mich an Fließtexten sattgesehen und finde kommentierte Aufzählungen angenehmer. Period.

Die guten Seiten der Macht

  • Die Bilder. Egal, wo in der Galaxis man sich befindet: Alles sieht passend aus. Ob die Ästhetik nun in der Schönheit der Flora oder Fauna liegt oder in der schwelenden Asche ist dabei unerheblich. Gekonnt wird visuell eine andere Welt erschaffen, eine, die man fast glaubt, spüren zu können so eindrucksvoll ist sie in Szene gesetzt. Ein Künstler war am Werk, mit dessen Bildern ich mir am liebsten die Wände tapezieren möchte. Die Bildkomposition ist herrlich und trägt massiv zu den Gänsehaut-Momenten bei, zieht sich durch die fantastisch choreografierten Kämpfe bis in den letzten Winkel der hintersten Höhle. Es ist der meiner Meinung nach schönste, künstlerischste Star Wars-Film.
  • Die Twists. Gerade wenn man ahnt, wohin die Reise geht, kommt es doch wieder anders als man denkt. Das beginnt bei kleineren Scharmützeln und hört bei tiefer gehender Charakterentwicklung auf. Das ist raffiniert gemacht und zeigt den Mut, der aufgebracht wurde, neue Wege zu bestreiten.
  • Luke Skywalker. Luke von Episode VIII ist tatsächlich mein Lieblings-Luke. Er ist vielschichtig und grau, zynisch, aber doch noch mit dem jungenhaften Schalk im Nacken. Hier scheint viel von Mark Hamills eigener Persönlichkeit durch und das ist verdammt positiv gemeint. Es ist ein Luke, der mir aufgrund seiner Wandlung gut gefällt und überzeugt. (Und ja, ich weiß, dass Mark Hamill mit diesem Luke nicht ganz grün wurde.)
  • Das Star Wars-Gefühl. Es ist noch immer da, doch verliert der Film es an der einen Stelle, wird es an der nächsten doch wieder entfacht. Es glimmt immer und überall auf, leuchtet in manchen Momenten lichterloh und treibt mir Tränen in die Augen. „All the feels!“ Die Botschaft des Films trägt durch den Film, ist aber erst gegen Ende offen ersichtlich. „Die letzten Jedi“ oder doch eher „Das Erwachen der Macht“?

Die schlechten Seiten der Macht

  • Die Albernheiten. Vorab: Ich mag Humor. Ich lache gerne. Und meistens, wenn ich sage „Der Film nimmt sich nicht so ernst!“ ist das als Lob gemeint. Hier allerdings nicht. Nicht jeder Gag ist albern und wenn in Star Wars nicht mehr gelacht werden dürfte, wäre das äußerst schade. Aber muss es dann albern sein und zum Comicrelief verkommen? Zwei, drei Szenen mehr in diese Richtung und es hätte die Waage gekippt. Denn „die Macht“ darf durchaus ernst genommen werden. Das Universum darf ruhig düstere Momente haben. Die klingen hier aber selten nach, sondern werden mir zu oft von Albernheiten zerstört.
  • Ein unnötiger Plotstrang. Der Film dauert 2,5 Stunden. 2 hätten es allerdings auch getan und die überflüssige halbe Stunde steckt in einem Plotverlauf, der im Gesamtkontext unnötig ist und auch nichts Neues in Erfahrung bringt. Mehr noch: Der Logiklöcher forciert. Hätte man den Strang rausgenommen, würde dem Film rein gar nichts fehlen. Im Gegenteil. Oder man hätte die dadurch gewonnene Zeit in Charakterdarstellungen und -vertiefungen investieren können.
  • Fehlender Mut. Bei den positiven Punkten hatte ich den Mut lobend erwähnt, doch der ist nicht immer da. Man hätte mehr rausholen können. Ginge ich an dieser Stelle zu tief ins Detail, würde ich bereits spoilern, daher belasse ich es bei einem: „Och, hättet ihr das doch durchgezogen …!“
  • Die Erste Ordnung. Wird von denen eigentlich niemand richtig ausgebildet? Dass der Hitzkopf Kylo Ren keine taktische Leuchte ist, ist völlig legitim, aber was ist mit General Hux los? Mal abgesehen von der meiner Meinung nach mangelhaften schauspielerischen Leistung ist er einer der dümmsten Generäle in der Geschichte der fiktiven Kriegsführung. Und er ist nur die Spitze des Eisbergs.

Diese 8 für mich schwerwiegendsten Punkte machen Episode 8 insgesamt zu einem durchaus guten Film, der aber zu viele Kanten hat, als dass ich ihn großartig nennen würde. Trotzdem rangiert er auf den höheren Plätzen, was Star Wars-Verfilmungen angeht. Wo genau, bin ich mir noch unschlüssig -- aber definitiv vor Episode 1 bis 3.

Habt ihr ihn schon gesehen? Wie fandet ihr ihn?