Batmans meets Turtles meet Ra’s al Ghul = Comicempfehlung!

Autor: James Tynion IV | Illustrationen: Freddie E. Williams II | Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini | Format: 140 Seiten, Hard/Softcover

Inhalt

Dank eines perfiden Plans des possierlichen Krang landen nicht nur die Turtles, sondern ausgerechnet auch Shredder samt Foot Clan in einer anderen Dimension – und punktgenau in Gotham City. Dort mischen sie ein Labor auf und entwenden aus sicher sehr heroischen Gründen einen wichtigen Generator, der in den falschen Händen Grausames anrichten kann. Prompt werden sie vom überlebenden Laborpersonal als Monster und Kumpanen der Foot identifiziert. Logisch, dass sofort Batman gerufen wird, um der Schildkrötenplage Herr zu werden. Dass sich das erste Aufeinandertreffen der Ritter des Rechts ein ganz klein wenig schwierig gestaltet, steht da außer Frage.

Besprechung

Was klingt wie ein wahr gewordener Traum der Kinder der 80er und 90er ist auch tatsächlich und erstaunlich unterhaltsam. Wir finden hier eine stark unterhaltende Mixtur der bekannten Helden vor, die sich auch und vor allem in den dunklen Momenten nicht zu verstecken braucht. Dabei harmonieren Batman mit seinen Kumpanen wie auch Schurken und die Turtles ausgesprochen gut miteinander, die beiden Welten werden gekonnt zu einer verknüpft, was nicht unpassend oder erzwungen wirkt. Unterstützt wird dieser Eindruck von den hübschen Zeichnungen, die sowohl den Charakter der finster dreinblickenden Fledermaus, als auch die Atmosphäre der Turtles-Comics einzufangen vermögen.

Während sich die ersten Kapitel mit der Spannung zwischen den Turtles und der freundlichen Fledermaus von nebenan beschäftigen, werden die Schurken erst in den darauffolgenden richtig in Szene gesetzt. Dann, wenn die Helden endlich zusammenarbeiten, entfaltet sich das zerstörerische Potential des Feindes. Zusammen mit dem Pinguin, Ra’s al Ghul und allerlei anderem Gezücht Gothams bereitet sich Shredder auf eine kleine Mutagen-Apokalypse vor, die Gotham verschlingen soll.

Sowohl zwischen den Zeilen, als auch im direkten Dialog zünden die Gags, die einerseits auf der Metaebene stattfinden und andererseits in den Charakteren begründet liegen, die ebenso gut getroffen sind wie die Optik derer. Wenn Donatello einen leicht philosophisch angehauchten Monolog über seine Heimatstadt hält, horcht das Fanherz auf, wenn Michelangelo sein Videospiel in Trümmern sieht, weint es ein bisschen mit und selbst Alfred und das – zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig anmutende – Batmobil bekommen ihre Momente. Natürlich besonders spaßig wird es, wenn die Recken mit den Gegebenheiten des jeweils anderen konfrontiert werden; Batman etwa genüsslich an einer Pizza knabbert oder Michelangelo durch die Batcave surft.

Das Crossover an sich wird durch zwei Kämpfe schön verdeutlicht: Während sich Batman gegen die Foots behaupten muss und dabei einen ersten, ehrfurchtsgebietenden Blick auf Shredder werfen kann, mühen sich andernorts die Turtles mit dem Killer Croc ab. Die Kämpfe an sich sind nett anzusehen, gehen jedoch nicht zu sehr ins Detail. Letzteres erfährt im finalen Kampf leider seinen negativen Höhepunkt: Hier wird der Endkampf derart schnell und vergleichsweise lieblos abgehandelt, dass die Masse der eigentlich hochgradig vielversprechenden Bösewichte doch arg verschwendet wird.

Fazit

Wir reden hier nicht von den aktuellen Versionen der jeweiligen Helden, aktuelle Ereignisse stehen hier also außen vor. Der Comic funktioniert als zeitloser Einzeltitel und das ist wohl auch gut so. Ich habe die 6 Issues umfassende Geschichte mit Genuss gelesen und hoffe sehr, dass es nicht das letzte gemeinsame Abenteuer dieser edlen Recken bleibt! Batman, wie wär’s mal mit einem kleinen Ausflug nach New York?

Story:               
Artwork:          
Panel Layout:  
Innovation:       
Phoenixfaktor

Autor: James Tynion IV | Illustrationen: Freddie E. Williams II | Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini | Format: 140 Seiten, Hard/Softcover
Elfquest Final Quest Comic Rezension

ElfQuest: The Final Quest Vol. 1

Autor: Wendy&Richard Pini | Illustrationen: Wendy Pini; Coloration:  Sonny Strait | Verlag: Dark Horse Books | Format: 192 Seiten,  Softcover

Inhalt

[The Final Quest ist die neuste Reihe innerhalb des Elfquest-Universums. Wer wissen will, was Elfquest überhaupt ist, den verweise ich zu diesem Video von mir und natürlich auf die offizielle Seite.]

Nach den Ereignissen in Shards  sollte eigentlich Ruhe eingekehrt sein, doch leider sind es wieder die Menschen, die mit dem Frieden nicht so ganz einverstanden sind. Der Sohn des Grohmul-Djun, Angrif Djun giert nicht nur nach Macht, sondern auch und vor allen Dingen nach Unsterblichkeit. Diese erhofft er sich vom blondgelockten Wolfreiter Mender, der nicht nur heilen, sondern Körper auch verändern und dementsprechend altersresistent gestalten kann. Zudem ist es auch der magische Palast der Hohen, der Veränderungen innerhalb der Sippen forciert.

Besprechung

Elfquest ist meine erste große Comicliebe, insofern kann ich hier absolut nicht objektiv sein: Ich liebe Elfquest und bekomme regelmäßig beim Lesen der bekannten Werke eine Gänsehaut. Dennoch möchte ich euch hier The Final Quest vorstellen und ein wenig näher beleuchten. Unter der rosaroten Brille, versteht sich, dessen müsst ihr euch bewusst sein.

In dem vorliegenden ersten Band enthalten sind die Issues 1-6 inklusive dem prologartigen Special und den Covern der einzelnen Ausgaben im Anhang. In Amerika bislang erschienen sind 8 Issues, der neunte ist auf dem Weg der Veröffentlichung. Nahtlos reiht es sich an Hidden Years an und beinhaltet direkte Verknüpfungen nicht nur zu dieser Reihe, sondern ebenso zu seinen Vorgängern: Als Neuling hier einzusteigen, halte ich für eine denkbar schlechte Wahl. Hier wäre es definitiv besser, mit den klassischen Abenteuern in der Elfenwelt zu beginnen, die den Anfang der kompletten Reihe markieren und die große Reise der Wolfsreiter auf der Flucht vor den Menschen und der Suche nach anderen Elfenstämmen zeigen. Lesen kann man alle bisherigen Publikationen mit Ausnahme der final Quest auf der ofiziellen Website. Für lau. Fangt doch mit The Original Quest an!

Final Quest jedenfalls gibt nach all den anderen – nicht immer „guten“ – Künstlern, die Elfquest bislang neben Wendy Pini mit Zeichnungen versorgt haben, ein Back to the Roots- Feeling. Wendy Pini zeichnet sich endlich wieder verantwortlich für die Zeichnungen und das steigert die Qualität meiner Meinung nach erheblich. Es gibt ein Wiedersehen mit einigen tot geglaubten Charakteren sowie mit Charakteren, die tatsächlich gestorben sind – in der Erinnerung oder mit Hilfe des Palastes. Die Frage, woher Teir stammt, wer seine Eltern sind, wird geklärt und somit sein loser Handlungsfaden in das großen Geflecht geknüpft. Dabei beginnt der Band ruhig und würdevoll. Die Elfen werden in ihrer natürlichen Umgebung gezeigt, sodass man auch nach einiger Zeit der Elfquestabstinenz gut einsteigen und in die Welt der beiden Stämme – Cutters und Embers – eintauchen kann.

Positiv

  • Das ewige Thema „Leben und Tod“, der Kreislauf wird durch die Geburten und Todesfälle gut unterstrichen und passen gut hinein. Durch den Tod der beiden Elfen wird deutlich gemacht, dass es kein Zuckerschlecken ist. Denn nein, es handelt sich nicht nur um Redshirts. Durch die beiden Geburten indes wird der Zugang der Elfen zum Thema Leben klarer und das Detail rund um Moonshade läutet eine ganz andere Ära von ihrer Seite aus ein, die ich mir so nicht erwünscht hätte. Und das ist gut. Endlich eine traurige Liebesgeschichte, die ihre Hofnungslosigkeit nicht aus den bekannten Puzzlestücken zusammen setzt
  • Nicht nur der Zeichenstil, auch die Geschichte selbst ist „back to the roots“. Alte Storyelemente werden aufgegriffen, ohne sie abzunutzen oder zu kopieren. Elfquest hat vor rund 40 Jahren mit der Gefangenschaft eines Elfen und einem schwierigen Erkennen begonnen und genau das tut es auch jetzt. Ember opfert sich gewissermaßen für ihren Stamm, gibt sich in die Hände des Grohmul Angrif, damit sich ihre Wolfsreiter in Sicherheit begeben können
  • Die Beziehungen finde ich großartig. Es ist nicht das klassische Schema, nicht die klassischen Probleme, die auftauchen, sondern solche, die aus der Kultur der Elfen entspringen. Konflikte zwischen dem Weg der Wolfsreiter und der unweigerlichen Veränderung steht ebenso im raum wie das Erkennen, das zwar vom Leser gerne mit Liebe gleichgesetzt wird, aber davon absolut nicht abhängt und, wie in diesem Fall, auch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kommen kann.
  • Ich persönlich bin absolut zufrieden mit der Dynamik, die in den ersten sechs Issues herrscht. Actionlastige Momente sind ebenso vorhanden wie die ruhigen, in denen „nur geredet wird“.Gerade in den Actionsequenzen trumpft Wendy Pini auf, kann mit ihren Panels überzeugen. Die Geschichte ist spannend, denn ich bin mir wirklich nicht sicher, wie es enden wird, was vor allen Dingen die inneren Konflikte betrifft.
  • Vollkommene Zufriedenheit bei mir als Elfquestfan: Endlich wieder neue Abenteuer, endlich sehen, wie es mit den Elfen weitergeht, endlich wieder Elfquest, so wie es sein soll!!
  • Strongbow! ♥ Ember! ♥ Teir! ♥ Freetouch! ♥ Ehm ja. Verzeihung.

Negativ

  • [Kleiner Spoiler] Mit der Art, wie eine der beiden Elfen gestorben ist, bin ich unzufrieden. Es war so… sinnlos auf die denkbar ungünstigste Art: Es war nicht nur selbstverschuldet, sondern sogar gewollt. Kein Suizid, doch wir kennen ja die Einstellung der Go-Backs, heroisch im Kampf zu sterben. Doch warum dort? Warum nicht in einer Schlacht, die wirklich zählt? Es war so… häh? Nö, nicht einverstanden.
  • [Kleiner Spoiler] Meines Wissens nach sind Elfendamen zwei Jahre lang schwanger. Dass das Erkennen also aufgeschoben wird, nur um zu verhindern, dass das Kind unter widrigen Umständen groß wird oder die Frau in der härtesten Episode schwanger ist… Hm. Gerade weil ein Krieg bevor steht, wäre doch eine Schwangerschaft gut. Wer weiß, ob das mit dem Erkennen überhaupt so astrein aufgeschoben werden kann oder es beide überleben? Die Fruchtbarkeit der Elfen ist solch ein zartes Pflänzchen…
  • Brokeback-Pose. Tsts, Wendy, und dann noch solch eine extreme! 😉

Fazit

Insgesamt bin ich also höchst zufrieden. Ich hatte ja auch lange genug auf neuen Stoff gewartet! Die einzelnen Ausgaben zu bestellen gestaltete sich für mich als Nichtkreditkartenbesitzerin eben etwas schwierig. Volume 2 der Sammelausgabe wird erst 2016 erscheinen, doch so lange werde ich nicht mehr warten können, zumal ich mich auch selber immer bei der offiziellen ElfQuest-Facebookseite spoiler (JA, ich tue es gerne!). Also müssen die Einzelbände wohl bei Ebay bestellt werden. (Schon getan! Bis Band 8 zumindest, der neunte wird erst noch erscheinen). Sollen ElfQuestfans also hier zugreifen? Definitiv! Ist es etwas für Neueinsteiger? Nein. Zumindest nicht, bevor ihr nicht die früheren Comics auf der Website nachgelesen und euch etwas EQ-Wissen angehäuft habt!

Es sprach: Guddy, ein Fan.

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Panel Layout:  
Innovation:       
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