Top5 Phoenixe in Film und TV

Die 5 besten Phoenixe aus Film und TV

Ihr kennt das: Ihr seid wiedermal zu Asche zerfallen und raucht ein wenig vor euch hin. Ihr findet alles um euch herum kacke und euch sowieso. Kunststück, als Staubhaufen hat man eigentlich immer einen Bad-Hair-Day. Doch bevor ihr vom übereifrigen Janitor weggefegt werdet, erinnert ihr euch: Ha! Ich kann als Phoenix ja wieder auferstehen! Und so schnipst ihr einmal mit den imaginären Fingern und verwandelt euch zurück in einen Phoenix!* Und weil es so schön ist, lasse ich mal ein paar Filme und Serien Revue passieren und lasse meine Favoriten hier in diesem Blogbeitrag wiederauferstehen!

*Kennt ihr nicht? Oh, sorry. Ich kenne es aber. Sorry. Der Blogname kommt ja nicht von ungefähr!

Phoenix – Supernatural

 Phoenix in Supernatural killed by Dean

Meine Liebe zu Supernatural und Dean ist ungebrochen – natürlich muss ich hier einen von Deans Siegen zelebrieren. In diesem Fall über einen Phoenix. „Aber Guddy, wenn der Phoenix doch derart fatal versagt, wie kommt er dann auf diese heilige Liste hier?!?“

Gut dass du fragst, namenlose Blogleseperson, derer habe ich zwei Antworten:

1: Er ist eine ganz andere Art von Phoenix, was ihn beziehungsweise seine Art so besonders macht. Garstige Monster, die es armen Lebenden schwierig macht und sie einfach so per Handschlag zu Staub zerfallen lassen können. Das ist schon ziemich badass. Darf somit auf die Liste.

2: Dean ist im Gif. ‚Nuff said.

Phoenixhaftigkeit: 4 von 10 rauchenden Colts

Harry Potter Phoenix Fawkes

Fawkes – Harry Potter

Herzlich willkommen zum offensichtlichsten Phoenix auf dieser Liste! Fawkes‘ erster Auftritt ist derart klassisch, dass dem ungeahnten Harry das Gesicht entgleist und in der frischen Asche versinkt. Als wiederauferstehendes Küken schließlich ist er so possierlich, dass ich fast im Tierheim angerufen hätte um zu fragen, ob dort zufällig einer auf mich wartet. Spoiler: Leider nein.

So oder so: Wer sich nach Phoenixen umschaut, wird an ihm nicht vorbeikommen und das mit Recht, ist er doch ein ganz bezauberndes Wesen seiner Art und sehr hübsch anzusehen.

Phoenixhaftigkeit: 10 von 10 rauchenden Aschehäufchen

Needle: Conan the Adventurer

Ich habe definitiv eine Schwäche für tierische Sidekicks und Needle bildet da keine Ausnahme. Der kleine Phoenix, der sich meist dekorativ auf Conans Schulter breitmacht, fügt der Serie einen federnden Batzen Humor hinzu und fügt dem popkulturellen Phoenixmythos eine neue Komponente hinzu, indem er mittels seiner Federkraft zaubern kann.

Sehr schön ist auch die Tatsache, dass er sich häufig als sprechender Papagei tarnen muss, um nicht aufzufallen. Außerdem: Er glitzert! Herzallerliebst!

Phoenixhaftigkeit: 6 von 10 rauchenden Köpfen

Jean Grey – X-Men

Jean Grey X-Men Phoenix

This is kind of a given: Jean Grey aka Phoenix ist eine schillernde Person aus dem X-Men Universum und in ihren vielfachen Interpretationen sehenswert. Sie taucht in Comics, Serien, Videospielen und in heimischen Wohnzimmern auf, in Filmen und vermutlich in den Köpfen vieler Menschen zu besinnlichen Momenten.

Optisch am besten gefällt mir Sophie Turners Darstellung. Man spürt die Macht und die flammende Aura hat definitiv etwas. Trotzdem: Der zugehörige Film steht nicht unbedingt auf meiner Liste. Welche Interpretation ist euer Favorit?

Phoenixhaftigkeit: 9 von 10 rauchenden Geliebten

Joaquin Phoenix: Joker

Joaquin Phoenix Joker

Sie sehen hier einen Phoenix in seinem natürlichen Habitat. In seinem flammend roten Kleid kann man erahnen, zu welch brandgefährlichen Akten er in der Lage ist. Kundige Augen mögen jedoch erahnt haben: In der Tat, es handelt sich hier nur um eine garstige Mimikry! Joaquin Phoenix ist gar kein richtiger Phoenix! Verrückt. Ja, da muss man tatsächlich genau hinschauen.

Wie dem auch sei: Joaquin Phoenix hat es geschafft, dem batman’schen Joker neues Leben einzuhauchen. Auch eine Form der Phoenix-Wiederauferstehung. Nein? Doch! Ooh! Und dafür gebührt ihm dieser Platz.

Phoenixhaftigkeit: 8 von 10 Rauchbomben

Marvels Endgame

Endgame – Orakel

Eine Stunde. So lange haben Marcus und ich noch, in denen wir mit Kopfhörern und Sonnenbrillen durch die Weltgeschichte gehen müssen. Es gilt: Spoiler: Nein Nein! Aber Prognosen dürfen wir ja wohl noch abliefern, oder? Und da ich nicht in die Zukunft blicken kann, wird es sich auch kaum um Spoiler handeln.

Zunächst ein winzig kleiner Schwank, um meine Meinung einordnen zu können: Ich habe die zugehörigen Comics dieser Arc nicht gelesen, wohl aber andere Marvel-Comics auch jener Held*innen. Alle Filme aus dem MCU habe ich gesehen, größtenteils mit wahnsinniger Freude. Für mich rockt es. Sehr. Ich habe gelacht, geweint und viele tolle Stunden mit den Filmen verbracht! Meine Highlights: Thor: Ragnarok, Captain Marvel und Spiderman: Homecoming. Und Captain America: Civil War.

Aber nun: Los geht’s mit den Prognosen!

  • Hulk ist in Wahrheit Loki, der sich in ihn verwandelt hat
  • Hulk wird wieder super-grün
  • Ein empörter Mann wird im Kino aufschreien, sobald Captain Marvel die Bühne betritt
  • Im selben Moment wird ein anderer Mann vor Freude jauchzen
  • Iron Man wird sterben. Aber erst, nachdem Spider-Man wieder „auferstanden“ ist
  • Steve stirbt in einem Akt akutem Heroismus und wird später durch Bucky ersetzt
  • Ein weinendes Baby wird gezeigt
  • … und ein weinender Thor
  • Außerdem wird Thor einmal oberkörperfrei zu sehen sein
  • Captain Marvel wird auch oben ohne sein. Aber gesehen wird sie dabei nur von Valkyrie
  • Thor wird sein Auge wieder verlieren und stattdessen einen der Infinity-Stones einsetzen. Bonus-Tipp: Es wird der Soulstone sein
  • Rocket baut Buckys Arm um, damit dort die restlichen Steine eingesetzt werden können
  • Banner und Romanov küssen sich – stellen dann aber fest, dass sie nur Freunde sind
  • Sinnlose Training-Montage, in der sie sich fit für den Kampf machen und aufrüsten
  • Natürlich bekommt jede*r einen Sternmoment, in der sie in Szene gesetzt werden
  • Captain Marvel wird einen Badass-Moment haben
  • Ronins Begründung für seinen neuen Look: „Meine Mutter hat es mir genäht und zum Geburtstag geschenkt.“
  • Eine Frau, die zufällig Guddy heisst, wird weinen. Insgesamt vier Mal über den Film verteilt. Zwei Mal vor Rührung/Ergriffenheit und zwei Mal vor Trauer. Und ein halbes Mal, weil jemand super unfair war

… sollten mehr als drei der Tipps richtig sein, werdet ihr mich künftig nur noch in Delhi antreffen können, wo ich den Größenwahn verfallen bin.

Was orakelt ihr? 🙂 Merke: Echte Spoiler werde ich hier gnadenlos löschen, auch wenn ich den Film schon gesehen haben werde. Für Spoiler wird es unter Umständen einen eigenen Artikel geben.

Kamala Khan Ms marvel Cosplay

Die Wiener Polizei und Ms. Marvel gemeinsam im Cosplayhimmel

Am 13. Januar fand der Marvel-Tag 2018 statt: Deutschsprachige Comicläden zelebrierten den von Panini Comic eingeführten Tag zu Ehren Marvels, dessen Comics und Figuren. Mitten drin: Der Wiener Comicladen „Bunbury’s Comics“ und eine ganz famose Ms. Marvel-Cosplayerin.

Selbstverständlich waren alle der bei Bunbury’s Comics zugegenen Cosplayer ansehnlich, aber da mir Kamala Khan alias Ms. Marvel besonders am Herzen liegt (hier gibt es btw. meine Besprechung zum ersten ihrer Comicbände), werde ich die Fotos im Besonderen vorstellen.

Johanna Knaack ist Teil des Cosplay-Duos Astronautpool und macht in Schwarz und Rot, fotografiert von Stefan Gutternigh und Eva Amann alias „4eyes2view“ und unterstützt durch Phil eine verdammt gute Figur. Bei den Fotos hat sogar die Wiener Polizei höchstselbst als Hintergrunddekoration mitgespielt. „Und ja, wir haben sogar gefragt ob das okay ist und sie mit Comics bestochen“, so Bunbury’s Comics.

Weitere Bilder findet ihr hinter den entsprechenden Links.

Fotografen | Cosplay-Duo | Bunbury’s ComicFB-Album mit allen Fotos des Marvel-Tags

Ms Marvel Band 1 Comic Rezension

Kamala Khan ist “Ms. Marvel” – Bd. 1

Autor: G. Willow Wilson | Illustrationen: Adrian Alphona | Verlag: Panini | Format: 124 Seiten, Softcover | Band: 1 von X | Leseprobe

Bis 2012 war sie Ms. Marvel: Carol Danvers, ein blondes, optisches All-American Girl. Dann, nach Mar-Vells a.k.a. Captain Marvels Tod übernahm sie dessen Superheldenidentität und der Name “Ms. Marvel” schien Geschichte.

Doch nicht für lange. Bereits Ende 2013 wurde bekannt, dass im Zuge des allgemeinen Umbruchs jemand Neues Ms. Marvels Nachfolge antreten würde. Die Wahl war ungewöhnlich und wurde kontrovers aufgenommen, passt jedoch hervorragend in die noch immer herrschende Suche nach mehr Diversität: Kamala Khan, sechzehnjährige Tochter einer pakistanischen Einwandererfamilie. Ms. Marvel ist fortan eine Muslima mit eigener Heftreihe und für viele ein Symbol des Widerstands. Die ersten 19 Ausgaben hat Panini Comics mittlerweile als Sammelausgaben in deutscher Übersetzung herausgegeben.

Den ersten Panini-Sammelband möchte ich euch hier vorstellen.

Handlung

Kamala wächst als Teenager zwischen den Welten auf: Als muslimische Amerikanerin steht sie zwischen zwei Stühlen, scheint zu keiner hundertprozentig zu gehören. Für ihre Familie ist sie nicht konservativ genug, während sie von ihren Mitschüler nicht selten mit Klischees beworfen wird, was in Teilen auch auf ihre geekigen Hobbies zurückzuführen ist. So schreibt sie Fan Fictions, spielt Rollenspiele und ist Fan der – in ihrer Welt schließlich auch real existierenden – Superhelden. Ihre Lieblingsheldin ist Captain Marvel. Und in genau die scheint sie sich während einer schiefgelaufenen Partynacht zu verwandeln.

Dem zugrunde liegt das – bei Ms. Marvel nicht näher erläuterte –  Crossover “Infinity“. In dieser Heftreihe zündet Black Bolt eine Bombe, welche überall auf der Welt den Terrigen-Nebel freisetzt. Menschen, welche das Inhuman-Gen in sich tragen, bekommen durch den Kontakt mit dem Nebel Superkräfte. Von alldem weiß Kamala natürlich nichts und muss fortan, ähnlich wie einst Spiderman,  alleine zusehen, wie sie mit den neu erworbenen Kräften umzugehen hat. Und das ist im normalen Teenager-Alltag alles andere als einfach.

Religion als Teilaspekt

Die Aufmerksamkeit, die die neue Ms. Marvel bereits vor Veröffentlichung der ersten Ausgabe erfahren hat, kommt natürlich nicht von ungefähr. Zwar ist sie nicht die erste muslimische Superheldin (man beachte etwa Dust von den X-Men), doch die erste, die als Titelheldin fungieren darf. Wer hier nun einen klischeebeladenen,  harsch demonstrierenden Krampf erwartet, wird hier allerdings nicht fündig werden. Die Religion soll nur eine Facette Kamalas sein und nicht das, was sie alleine ausmacht. Zwar werden Erwartungen bedient – so werden die gläubigen Eltern strenger dargestellt und etwa die Essensgebote thematisiert – doch wirkt es nicht plakativ, sondern natürlich.

Dass die Autorin G. Willow Wilson nicht nur vor einiger Zeit selbst zum Islam konvertiert ist und somit keine Außenstehende mehr ist, sondern auch einige Muslime und diverse Ansichten kennt, merkt man deutlich. Die Religion nimmt eine angenehme Nebenrolle ein und erdrückt den eigentlichen Plot nicht, sondern dient als Unterstützung des Charakters.

Ms Marvel Wolverine

Der steckt in einer Identitätskrise zwischen Freunden, Familie und den Kulturen. Die Verwandlung geschieht auf eigenen Wunsch hin, als sie, im wahrsten Sinne des Wortes benebelt, Captain Marvel, Captain America und Iron Man vor sich sieht. Kamala beteuert, Captain Marvel sein zu wollen. Beliebt, hübsch, das Böse bekämpfend. Angekommen in ihrer Welt. Der Wunsch wird prompt erfüllt, die drei nebulösen Gestalten verschwinden zurück im Nebel und lassen Kamala in Captain Marvels Gestalt inklusive Superkräften zurück. Aber ist das alles? Ist sie nur dann “super”, wenn sie eine lange blonde Mähne hat, die im Wind wehen kann und lange Beine, an denen sich sexy Overknees schmiegen? Ist es so erstrebenswert, tatsächlich jemand anderes zu sein und dafür seine eigene Identität zu verleugnen?

Das zum Glück nicht, denn das wäre definitiv ein Schritt in die falsche Richtung. Sie ist zur Verwandlungskünstlerin geworden, kann Gliedmaßen, Körpergröße, die ganze Gestalt verändern. Die Captain Marvels ist lediglich temporär, auch wenn es sie zugegebenermaßen zunächst sehr reizt, in Gestalt des Vorbildes zu agieren. Dass sie letztlich sich selbst treu bleibt, ist obligatorisch.

Mit diesen Fähigkeiten weiß sie zunächst natürlich wenig anzufangen und hat in den ersten Ausgaben viel damit zu tun, zu trainieren. Wenn man die dilettantischen Versuche mit ihrem dezent bekifft anmutenden Freund wirklich “Training” nennen darf. Wofür sie ihre Kräfte einsetzen will, ist jedoch sofort klar, denn das ist schließlich das, was sie nicht nur in ihren Fan Fictions bereits betreibt, sondern auch von ihren Eltern beigebracht bekommen hat: Hilfsbereitschaft, selbst wenn es heißt, sich selber zu gefährden, die Schwachen zu schützen und an das Allgemeinwohl zu denken. Wenn nicht jetzt, wann dann?

In den ersten Einzelausgaben sind es kleine Rettungsaktionen, die zum Teil sogar schiefgehen. Keine Endbosse, wie man sie von den “Originalen” gewöhnt ist. Der Fokus liegt noch auf Kamalas Person, ihrem Alltag und ihrer Art, mit der Verwandlung und der neuen Verantwortung umzugehen, dort hineinzuwachsen. In späteren Ausgaben, das hat die Autorin versprochen, wird es auch Interaktionen mit anderen Superhelden geben, die schließlich ebenfalls durch Jersey flattern. Dass aus dem pubertierenden Nerd in nicht allzu ferner Zukunft eine schlagkräftige Ms . Marvel werden wird, davon gehe ich stark aus!

Fazit

Die Story ist sehr kurzweilig und führt neben Kamala auch interessante Nebenfiguren ein, über die ich ebenfalls gerne mehr erfahren würde und die über ausgearbeitete Hintergrundgeschichten zu verfügen scheinen. Eine Feel good – Coming of Age – Superhero-Symbiose die echt cool ist, um mal tief in die Anglizismuskiste zu greifen. Sie ist an ein jugendliches Publikum gerichtet, doch ich denke, dass sich auch ältere Semester gut mit der neuen Ms. Marvel anfreunden können. Die Zeichnungen Adrian Alphonas runden das ganze gekonnt ab, bilden eine gute Mischung aus überzeichneten, humorvollen Passagen und rauer Federführung, der es an Dynamik nicht mangelt.

[Linktipp] Analyse der Gender-Repräsentation von über 34k Comichelden

vonIhre Ergebnisse sind nicht weltenverändernd, aber doch ziemlich interessant.

Untersucht hat sie Comichelden aus den Häusern Marvel und DC, die rund 70% des amerikanischen Marktes ausmachen und zusammen sowohl eine große Bandbreite bieten, als auch bis weit in die 30er Jahre hinein reichen. Aus ihren Federn stammen schließlich auch die bekanntesten Helden. Shendrucks Fokus liegt dabei auf den Unterschieden in der Darstellung zwischen männlichen und weiblichen Figuren. Da die ComicVine Database neben „Male“ und „Female“ lediglich eine „Other“-Sektion bietet, die jedoch nur Nichtmenschliches und daher Undefinierbares beinhaltet, hat sie sich dafür entschieden, auch nur diese beiden Geschlechter in ihre Analyse mit einzubeziehen.

Die Ergebnisse

Wenig überraschend ist, dass die Superfähigkeiten weiblicher Helden weniger auf physischer, denn auf psychischer Stärke beruhen. Währenddessen glänzen überproportional viele männliche Superhelden beispielsweise durch Muskelkraft. Mentale Fähigkeiten wie Empathie und Telepathie gehören in den Comics eher in weibliche Sphären. Die Fähigkeit, sein eigenes Haar zu kontrollieren, kommt bei Superheldinnen übrigens siebenmal so häufig vor wie bei ihren männlichen Kollegen.

Weiterhin Shendruck die Verteilung von männlichen und weiblichen Helden in den über 2,500 Teams untersucht. Wenig überraschend: Männer sind in den Teams wesentlich häufiger vertreten als Frauen, ganze 30% der Teams können gar keine Frau in ihren Reihen aufweisen, während etwa 12% der ganzen Teams mehr Frauen beinhalten als Männer. Von diesen 12% sind die meisten reine Frauenteams. Dort findet sich übrigens auch ein Phänomen, das mir auch bei von Frauen geführten Geekblogs aufgefallen ist: Die Weiblichkeit steht bereits groß im Namen verankert. Femizons, Lady Liberators, Female Furies, Holiday Girls, Doom Maidens und viele mehr … rund ein Drittel der Ladyteams besteht darauf, sich auch über ihre Weiblichkeit zu definieren. Das finde ich, genau wie bei den Blogs, schade.

Auch wenig überraschend ist es, dass weit mehr Superheldinnen als „Girls“ bezeichnet werden als Superhelden als „Boys“. Frauen werden gerne mit niedlichen, unschuldigen Namen bedacht, während die der Männer im Schnitt gefährlicher und härter wirken.

Die ganzen Zahlen und Grafiken lest ihr natürlich am besten auf der Seite selbst nach. Ich finde reine Statistiken immer sehr spannend, auch wenn sie alleine nicht alles aussagen können.

Zum Link geht es hier entlang!

#Team Diversity bei Marvel

Superheldinnen sind schlecht fürs Geschäft. Das sagte ein Manager des Comic-Verlags Marvel am vergangenen Wochenende bei einer Tagung von Comic-Händlern im Interview mit dem Online-Magazin ICv2″, heißt es in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung. Unter dem Titel „Marvels Superheldinnen sind Ladenhüter“ kommentiert David Steinitz die seit letzten Herbst fallenden Verkaufszahlen der Marvel-Comics auf Basis des Kommentars von Marvels VP Sales David Gabriel. Dieser machte in den letzten Tagen im Internet die Runde. Meist reißerischer Art, die natürlich einen minderen Shitstorm nach sich zog. Dabei hat David Gabriel nicht einmal behauptet, dass konkret „Superheldinnen schlecht fürs Geschäft“ seien.

Auf die der Händlertagung folgenden Interviewfrage des Magazins ICv2, wie Gabriel sich den veränderten Geschmack der Comicleser erklärt, antwortete dieser mittlerweile vielzitiert:

I don’t know if that’s a question for me.  I think that’s a better question for retailers who are seeing all publishers.  What we heard was that people didn’t want any more diversity.  They didn’t want female characters out there.  That’s what we heard, whether we believe that or not.  I don’t know that that’s really true, but that’s what we saw in sales.
We saw the sales of any character that was diverse, any character that was new, our female characters, anything that was not a core Marvel character, people were turning their nose up against.  That was difficult for us because we had a lot of fresh, new, exciting ideas that we were trying to get out and nothing new really worked.

Zum Teil bezieht er sich auf die Aussagen der Händler*innen, die ICv2 während der Händlertagung ebenfalls online gestellt hat. Hier im ersten von drei Berichten lenkt Gabriel ein, dass Marvel grundsätzlich zu viele Figuren verändert und daraufhin den Unmut der Fans auf sich gezogen  habe. „The feedback was that had changed too many characters„. Der Wille, auf Diversität zu setzen, sei jedoch nicht per se ein Genickbruch. Zwar berichtet Marvel-Chefredakteur Axel Alonso:

„But Marvel is not about politics. We are about telling stories about the world.  I think we are an extension of what Stan did.  When I look at what we’re looking to do, we’re looking to tell stories that matter in this time. That’s the most important thing.“

Doch schließt das eine das andere ja nicht aus. Das bestätigen auch die Händler*innen vor Ort: „If the underlying quality of the material is good, it will do well. You have obvious hits with Miles as Spider‑Man, you have it with G. Willow Wilson’s Ms. Marvel, because the underlying content was good.“ und „I don’t think diversity is actually an issue, as long as the product is good.“ Auch Alonso selbst hat eine rührende Geschichte über seinen koreanischen Neffen zu erzählen, der sich durch die neue Version des Hulk plötzlich mit diesem identifizieren kann.

Die Zahlen

Wie sehen die amerikanischen Zahlen denn nun tatsächlich aus? Noch 2014 war die muslimische Kamala Khan aka. Ms. Marvel digitaler Bestseller Nr. 1, Black Panther indes 2016 mit 253.259 an die Shops verkauften Titeln der Topseller und unter den beiden einzigen Titeln, die im letzten Februar über den Marvel-Durchschnitt von 38.521 verkauften Titeln kommen konnten war „The Mighty Thor“, also die neue, weibliche Version des Donnergottes.

Von den 10 Topsellern Marvels besitzen drei eine diverse Hauptfigur: Jane Foster alias The Mighty Thor (weiblich), The Invincible Iron Man (weiblich und POC) und Black Panther (POC). The Mighty Thor verkauft sich sogar besser als der Vorgänger Thor: God of Thunder. Auch bspw. Spider-Gwen (29.168), Jessica Jones (25.769), Mighty Captain Marvel (24.172) und Ms.Marvel (19.870) schaffen es in die Bestsellerlisten.

Der Marveltitel, der im Februar am wenigsten häufig verkauft wurde, ist Solo (männliche Hauptfigur) mit 4.903 verkauften Ausgaben, Patsy Walker Aka Hellcat schafft es als einzige weibliche Hauptfigur in die „Top -10“ mit 7.532. Das sind freilich nur die Zahlen des Februars, ähnlich verhält es sich jedoch auch mit den Monaten zuvor.

Diversity killed the Cat?

Das „All-New, All-Different“-Konzept Marvels hatte im Oktober ’15 zwar stark begonnen, doch dann auch speziell nach DC’s Rebirth, nachgelassen. Marvel hat in den letzten beiden Jahren derart viele Titel auf den Markt geschmissen, dass sich nur wenige oben halten können. Seit 2015 wurden rund 100 Serien (re)launched mit ~6 neuen Issue #1 pro Monat. Dass jedoch statt Masse Klasse zählt und man nicht jede einzelne neue Serie verfolgen kann, ist obligatorisch. Wie es ein Händler beim Retail Summit so schön sagte: „When you start over with a number one and you’re trying to restart new inertia, it’s a point for people to jump off, as well as to jump on.

Wie eingangs auch schon erwähnt, ist es nicht die Diversität, mit der eine Story steht oder fällt. Es sind die Erzählstränge und Figuren an sich, die Kreativität der Autoren und Zeichner dahinter, die die Qualität eines Comics ausmachen. Eine muslimische Wilson kann sich vielleicht besser in eine Ms.Marvel hineinversetzen als ein weißer, männlicher Autor es könnte. Die Geschichte hinter The Mighty Thor ist interessant und unique, Squirrel Girl besticht durch Ansätze einer Parodie, während die schwächeren Titel vielleicht nicht durch Kreativität glänzen.

Dass es weibliche und diverse Figuren in die Bestsellerlisten schaffen, können wir anhand der Zahlen einfach erkennen. Es sind Charaktere, die die bestehenden nicht ersetzt, sondern ergänzt haben. Es reicht nicht, einen Superhelden einfach verschwinden und dafür eine Figur mit diversem Hintergrund seinen Platz einnehmen zu lassen. Was es braucht, sind gute Autor*innen, die im besten Fall auch nicht immer dem weißen Heteromann entsprechen. Das, was DC momentan besser zu schaffen scheint, ist die Kreierung eines komplexen, interessanten Plots, der trotzdem unterhaltsam bleibt. Da hinkt Marvel hinterher.

Und Deutschland?

Hierzulande hat Panini das Superheldenszepter in der Hand. Natürlich sei der deutsche Markt mit seinem komplexeren Markt und dem für Panini daraus resultierenden veränderten Veröffentlichungskonzept kaum mit dem amerikanischen zu vergleichen, so PR- und Press-Manager Steffen Volkmer. Ihn hatte ich kurzerhand angeschrieben, um mir mehr Informationen über die Situation der Superheldinnen deutscher Fassung einzuholen.

Konkrete Zahlen nennt er leider nicht. Allerdings liegt auch hier DC vor Marvel, wenn auch längst nicht in dem Ausmaß wie in den USA. Auch was Superheldinnen im Speziellen betrifft hat DC die Nase vorn:

„Betrachtet man die weiblichen Helden losgelöst, sind sie allgemein nicht die Verkaufsschlager (außer Harley Quinn). Sie sind aber auch nicht die mit den schlechtesten Zahlen und wenn man berücksichtigt, dass die reinen Heldinnen-Serien ein recht junges Segment sind, schlagen sie sich sogar recht gut.“

Vielleicht müssen neue Serien auch einfach reifen. Sieht man sich in einschlägigen deutschen Comicforen um, scheint der Tenor klar. Heldinnen: Gerne. Aber bitte keine Mary-Sue. Derer gibt es noch immer zu viele, was wieder auf schlechtes und/oder simples Writing zurückzuführen ist.

Ich persönlich glaube auch nicht, dass das Geschlecht des Helden alleine Ausschlag gibt. Wie seht ihr das?

weitere Quellen 
comicsbeat.com | vulture.com | diamondcomics.com | comichron.com

Ms. Marvel als Symbol des Widerstands

Kamala Khan ist eine der ersten muslimischen Superheldinnen, die Marvel zu bieten hat. Als Ms. Marvel bekämpft sie allerlei garstiges Gezücht, wobei das natürlich zunächst rein auf fiktionaler Ebene ruhte. 2015 bereits machte sie einen Schritt in unsere Dimension hinein und drückte islamfeindlichen Busbannern ihren Stempel auf – als Identifikations- und Galionsfigur, als Symbol des politischen Protestes.

Gestartet von der American Freedom Defense Initiative durch die islam“kritische“ Aktivistin Pamela Geller, fuhren die Busse fröhlich durch San Francisco. Botschaften verbreitend, die meines Erachtens nach dem Verständnis des Islam nicht gerade dienlich sind; mehr noch, die Furcht und den Hass gegenüber dem Islam im Generellen  schüren sollten. Natürlich geschützt durch den 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der bspw. die Meinungs- und Pressefreiheit in den Fokus stellt. (Zu Recht.  Redefreiheit gilt es in der Tat zu schützen. Von Hassreden u.ä. bin ich trotzdem kein wirklicher Freund.) Über diese Botschaften wurden damals Banner mit Kamala Khan geklebt.

Aktuelle Situation

Jüngste politische Unruhen rund um Trump und dessen ganz famose Präsidentschaft – wir erinnern uns an diverse rassistische, sexistische Aussagen sowie Vorhaben wie der des Mauerbaus und Einreiseverbote – fordern zur Tat auf. Kann und soll man alles akzeptieren? Definitiv nicht. Als Symbol des Widerstands werden auch hier wieder einige Superhelden benutzt. Dass dabei Kamala Khan eine prominente Rolle spielt ist ob ihres eigenen Hintergrundes nur obligatorisch.

Damit scheint sie eine der wenigen „neuen“ Superhelden zu sein, die Bestand haben werden. Viele werden wieder in ein Schattendasein eintauchen. Ms. Marvel jedoch scheint es zu schaffen, sich in der Popkultur zu verankern und ihre eigene Duftmarke zu setzen. Sie, wie auch viele andere Figuren zeigen in diesen Tagen die kulturelle Bedeutung auch und gerade von Comics, die oft ganz reale Probleme und Missstände thematisieren. Die X-Men kämpfen seit jeher gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, Swamp Thing wirft philosophische Fragen auf und Ms. Marvel steht stellvertretend für ein ethnisch buntes Amerika.

Auch Künstler reihen sich in die Proteste ein. Phil Noto etwa änderte sein Variantcover für Civil War II, Issue #0 in einer Form um, wie er meint, wie Kamala Khan höchstselbst auf Trumps Präsidentschaft reagieren würde.

Weitere Bilder

 

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Ein von Full Metal Waifu (@super_kami_waifu) gepostetes Foto am

http://angelophile.tumblr.com/post/156636964260/an-edit-that-needed-to-be-made

http://artofstevetownsley.tumblr.com/post/156552973420/in-difficult-times-art-is-not-a-way-out-but-a

via vox.com