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[Aladdin] Sagt was ihr wollt, Jasmins Lied „Speechless“rockt!

In „Aladdin“ erhält Prinzessin Jasmin eine dezent ausgefeiltere Rolle als im disney’schen Vorbild von 1992. Sie ist selbstbestimmter und, im Rahmen eines Kinderfilms, feministischer geprägt. Im neuen Lied „Speechless / Ich werde niemals schweigen“ erhält sie eine Stimme, die nachhallt.

Anders als im Trickfilm strebt sie hier nicht nur danach, den Man zu heiraten, den sie für den Richtigen hält. Sie greift nach Höherem, nach Agrabah, um im Sinne des Volkes zu regieren. Als erste Frau. Das passt sowohl in die heutige Zeit, als auch in die Fantasywelt, die sich Disney auf Basis des fiktiven Orients ersonnen hat. Dem Setting und dem Casting wurde sich bereits an anderer Stelle kritisch genähert [Siehe: „Der Live-Action Aladdin und was er mit Orientalismus und Colorism zu tun hat„], aus light-feministischer Sicht finde ich das Remake jedoch gelungen.

Jasmin steht nicht im Mittelpunkt -- noch steht es Aladdin meiner Ansicht nach -- aber macht auch nicht den Fehler, sie nur durch diese feministischen Aspekte zu definieren. Es fügt sich meines Erachtens nach nahtlos in die anderen charakterlichen Aspekte ein. Wie für einen Kinderfilm üblich und sicherlich auch ausreichend, bleiben die Darstellungen allesamt skizzenhaft und auf prägnante Eckpunkte beschränkt. Mit Jasmin hat man eine weibliche Figur erschaffen, die ich als Mädchen gerne gesehen hätte und in der „Original-Jasmin“ auch in Ansätzen gefunden hatte. Jemanden mit einer Stimme, die sich nicht zum Schweigen bringen will.

Nicht sprachlos

Der Höhepunkt dieser Darstellung ist wenig überraschend dann auch der neu kreierte Song „Speechless“ bzw. „Ich werde niemals schweigen“.

Man hat eine Stimme und die zählt. Ich persönlich finde sowohl Melodie, als auch Text sehr „empowerned“ und stark, ähnlich wie Frozens „Let it Go“.

„I won’t be silenced
You can’t keep me quiet
Won’t tremble when you try it
All I know is I won’t go speechless

Benj Pasek & Justin Paulare -- Speechless (From „Aladdin“)

Damit möchte ich nicht sagen, dass Jasmin die beste Figur aller Zeiten ist. Davon ist sie mit Sicherheit ein paar Teppichflugmeilen entfernt. Aber sie ist eine Figur mit einer starken Botschaft, die man dem Nachwuchs ohne Reue zeigen kann. Dafür und für den Song schätze ich sie sehr.

Außerdem hat sie in ihrer Gedankensequenz was von Thanos. Das ist schön. Oder so.

PS: Ich finde Will Smiths Dschinni besser als jenen von Robin Williams. So. Jetzt ist es raus. Er ist einfach so shiny!

Zum Weltfrauentag – Drei Frauen, drei Ansichten

„Frauentag ist vorbei, du Basti*!“ Und trotzdem lasse ich hier an dieser Stelle nun drei unterschiedliche Frauen über den Frauentag, Weiblichkeit und Gleichberechtigung fabulieren. Warum? Weil Frauen auch außerhalb des Weltfrauentages existieren und die Themen als solche nie an Gültig- und Wichtigkeit verlieren.

Mit dabei:

Seid dabei gewarnt: Hier geht es nicht um scharfe Kritik oder Feminismus mit Biss, sondern schlicht darum, zuzuhören. Was sagen Frauen unterschiedlichen Alters und verschiedener Hintergründe zu den Themen? Gibt es einen gemeinsamen Konsens? Und was kann ich für mich da herausziehen?

Wie definierst Du Weiblichkeit?

Maria: „Weiblichkeit kann so vieles sein: Empathie, Kommunikativ, Durchsetzungsvermögen; sozial; Aussehen. Es gibt keine eindeutige Definition; ist eine Frau, die sich in Männerberufen durchsetzt weniger weiblich? Jeder sollte so sein dürfen, wie er / sie ist.“

Sara Sophie: „Es ist eine veranlagte Selbstverständlichkeit, ein Sein, dass man sich als Frau empfindet und sich entsprechend auch mit dem weiblichen Geschlecht beschreibt. Kurzum Weiblichkeit ist Identität und diese kann auch unabhängig von phänotypischen Merkmalen vorliegen.“

Judith C Vogt
Judith C.Vogt

Judith: „Das ist eine echt schwierige Frage für mich, weil ich mich die meiste Zeit gar nicht so wirklich als „weiblich“ empfinde. Also, ich habe eben eine anerzogene Vorstellung davon, was ich als weiblich wahrnehme und verstehe, passe in die aber selbst eher nicht rein. Ich bin zunehmend der Ansicht, dass Frauen eher eine Art politische Gruppe sind – zu der zu gehören, ist nicht von körperlichen Merkmalen oder besonderen Charaktereigenschaften abhängig. Und zu der gehöre ich definitiv.“

Ich persönlich habe mich nie als „weiblich“ im gesellschaftlichen Kontext empfunden und bin froh, dass mit der klassischen Geschlechterrolle immer mehr aufgeräumt und Akzeptanz geübt wird.
Es nervt mich ungemein, wenn jemand vorschreiben will, wie sich eine „richtige“ Frau zu verhalten oder stylen (oder gar welche Figur sie zu haben) hat. Das kann einem niemand vorschreiben.


Wer ist dein weibliches Vorbild?

M: „Ich habe kein Vorbild, weder weiblich noch männlich. Angela Merkel finde ich gut, weil sie so viel erreicht hat (unabhängig von der Politik).“

S: „Das Vorbild habe ich jetzt nicht, aber aus gegebenem Anlass würde ich gerade Greta Thunberg sagen. Eine junge Frau die für ihre Ideale kämpft und deswegen auch Konsequenzen und Angriffe gegen ihre Person in Kauf nimmt und trotz alledem weiter macht. Dass sie so polarisiert, zeigt aber auch deutlich, dass sie mit ihren Idealen den Nerv getroffen hat. Sehr inspirierende Persönlichkeit.“

J: „Ich bewundere viele Menschen für das, was sie tun, aber ich habe keine richtigen Vorbilder mehr. Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass für mich die Zeit der einzelnen Genies vorbei ist. Veränderung ist ein „group effort“, und ich finde es großartig, dass immer mehr und mehr Leute sich Gehör verschaffen. Ich bewundere eher die gerade 
stattfindende Bewegung als Ganzes! ;)“


Findet Gleichstellung bereits statt? Wo besteht Verbesserungsbedarf?

M: „Seit den 70er Jahren hat sich viel getan. Damals konnte ein Ehemann das Arbeitsverhältnis seiner Ehefrau gegen ihren Willen kündigen. Die Ehe war keine wirkliche Partnerschaft. Die Frauen sind selbstbestimmter als damals. Aber richtige Gleichberechtigung ist auch nach fast 50 Jahren noch nicht erreicht. Frauen verdienen in vielen Berufen noch immer weniger als ein Mann bei gleicher Tätigkeit. Männer werden bei Karrieresprüngen immer noch bevorzugt. Kindererziehung ist in vielen Fällen noch immer hauptsächlich Sache der Frauen, was sich auch auf ihre berufliche Karriere auswirkt. Männer und Frauen sind gleich; kein Geschlecht ist besser als das Andere. Das muss in vielen Köpfen noch ankommen.“

Sara Sophie

S: „Ich wünschte ich könnte die erste Frage mit einem Ja beantworten, so ist es aber leider nicht, allem voran wenn man die Rolle der Frau im globalen Kontext betrachtet, wo noch in einigen Kulturen das weibliche Geschlecht weniger Wert ist und bestimmte Rechte nicht wahrnehmen kann. Aber auch in unserer westlichen Gesellschaft besteht Nachholbedarf. C.a. 50% aller Menschen definieren sich als weiblich, diese Tatsache wird aber in der Realität nur selten repräsentiert, außerdem haben Frauen auch nicht selten das Problem, dass sie weniger ernst genommen werden und nicht zuletzt finde ich es doch ziemlich abstrus dass Männer über Dinge entscheiden, die fast ausschließlich nur Frauen betreffen und ihre Stimme auch noch ein gewaltiges Gewicht haben. Kurzum; ich wünsche mir mehr politische Entscheidungsprozesse wo Frauen repräsentierter sind, gerade bei Themen die uns betreffen. Es gibt dann natürlich noch viel mehr Probleme und Verbesserungen, es würde dann aber zu ausufernd werden.“

J: „Ich hab lange gedacht, dass wir schon ziemlich weit sind und gerade so die letzten Hürden zu einem gleichberechtigten Umgang nehmen. Aber unsere Gesellschaft ist immer noch massiv und systemisch ungleich, in jeder Hinsicht, nicht nur, was die Gleichberechtigung von Geschlechtern angeht. Ich glaube, diese systemische Benachteiligung zu sehen und dagegen zu arbeiten ist jetzt die große Herausforderung unserer Gesellschaft. Systemischer Sexismus wird ja von überall her ausgeübt: Von Männern, die selbst nie etwas vorsätzlich Frauenfeindliches tun, von Frauen, die Teil des Systems sind, von Unternehmen, die „eigentlich“ Frauen fördern wollen – da zu checken, dass es Dinge gibt, an denen wir nicht selbst und vorsätzlich schuld sind, die wir aber trotzdem aktiv ändern müssen, ist, denke ich, die richtig große nächste Hürde, die wir nehmen müssen. Und danach sehen wir mal weiter.“


Was sollte am Weltfrauentag gefeiert werden? Worum sollte es gehen?

M: „Um Frauen; um Gleichberechtigung.“

S: „Worum sollte es gehen?: Ich finde es sollte ein Feiertag sein, wo man Weiblichkeit als ganzes zelebriert und auch die Möglichkeit bietet seine eigene weibliche Identität zu repräsentieren und diese zu feiern. Er sollte aber auch politisch sein, wo auf Ungleichheiten der Geschlechter und Probleme der Frauen in der Gesellschaft, sowohl im regionalen bis globalen Kontext aufmerksam gemacht werden sollte und entsprechend Lösungsvorschläge erarbeitet werden, wie man die Ungleichheiten entgegenwirken kann.“

J: „Der Weltfrauentag hat im Prinzip dasselbe Dilemma wie der Black History Month. Im Februar Schwarze Menschen in der Weltgeschichte zu feiern, ist eine gute Sache, die Aufmerksamkeit bringt für Geschichte, die sonst nicht erzählt wird. Aber das bedeutet letztlich, dass die anderen 11 Monate wieder White History Months sind und wir wieder vornehmlich Weltgeschichte als Geschichte weißer Menschen wahrnehmen. Das ist ein bisschen zweischneidig. Ich finde es superwichtig, Marginalisierte hervorzuheben, und das ist sicher etwas, was der Weltfrauentag auch versucht. Aber letztlich ist für viele der Weltfrauentag ein Anlass, einander in männerdominierten Aufsichtsräten auf die Schultern zu klopfen und zu sagen: „Wir sind ja schon so weit!“ und dann am nächsten Tag business as usual zu betreiben.
Aber bei einer Sache bin ich mir sehr sicher: Am Weltfrauentag sollten
nicht Männer die Bühne erhalten, um über Frauen zu sprechen – nein, auch nicht anerkennend oder bewundernd oder hervorhebend oder whatever. Wenn du ein cis Mann bist und man hat dich eingeladen, am Weltfrauentag zu sprechen – im Radio, im Fernsehen, auf einer Bühne, bei einer Firma, dann bestehe darauf, dass für denselben Job eine Frau gefunden wird. Es gibt sie. Wir sind überall.“

Und ihr?

Wie würdet ihr die Fragen beantworten? Hat sich euer Verständnis davon in den letzten Jahren verändert?
Ausdrücklich möchte ich auch darauf hinweisen, dass zwei der Frauen auch Twitteraccounts haben, denen zu folgen sich lohnt.


Header: unsplash-logoMonica Melton
Kylo und Rey

The Last Jedi: Das Böse ist männlich

Star Wars: Ein Weltraum-Märchen, in dem die dunkle gegen die helle Seite kämpft. Zwischen den beiden Mächten herrscht ein Gleichgewicht, in dessen Mitte es am Ende stets zur großen Explosion kommt. Dieses Mal, bei den letzten Jedi, ist das Böse männlich, während das Gute in weiblicher Perfektion erstrahlt. Und das ist schade.

Obacht: Der Text enthält Spoiler! Für eine spoilerlose Nachlese bitte hier entlang.

Im Vergleich zu älteren Filmen des Star Wars-Universums glänzt der Cast von The Last Jedi mit einer guten Portion Diversität: Schwarze, asiatische, männliche und weibliche Figuren geben sich die Klinke in die Hand, auch wenn die große Masse dabei weiß bleibt. Trotzdem sind es gerade die diversen Charaktere, die tragende Rollen haben dürfen. Die Asiatin Rose rettet den Mann, den sie liebt. Die ältere Generalin Holdo rettet gleich den ganzen Tag. Und die junge Jedi holt den verbitterten alten Mann zurück – und entfacht am Ende den letzten Funken Hoffnung neu.

In The Last Jedi sind die Frauen nahezu fehlerlos. Das klingt nach einer guten Sache – ist aber weder für die eine, noch die andere Sache von Vorteil.

Kein Hell ohne Dunkel

Was man Autor sehr schnell lernt ist, dass man seinen Figuren auch Schwächen zugestehen sollte. So wirken sie greifbarer, menschlicher und letztlich auch stärker. Nämlich dann, wenn sie die Schwächen überwinden und an ihren Erfahrungen wachsen. Hat man jedoch eine Mary-Sue vor sich – also eine Figur, die nahezu alles kann und keine echten Schwächen hat – wirkt es künstlich bis lächerlich.

Die Filmlöwin hat auf ihrem Blog Folgendes zu sagen, was ich gerne unterschreiben möchte:

„Der in diesem Film eingeführten Figur Rose (…) fehlt es wie auch Rey an Fallhöhe und inneren Konflikten. (…) In Gesellschaft von Angsthase Finn (John Boyega), den sie gleich zu Beginn beim Versuch zu desertieren erwischt, wirkt sie zugleich überlegen wie auch blass, weil übermenschlich perfekt. Star Wars – The Last Jedi hat ein maßgebliches Problem damit, seinen weiblichen* Figuren Fehler zuzugestehen und ersetzt somit bei dem offensichtlichen Versuch, seine Frauen*figuren zu empowern, eine Sexismusfalle durch die andere“, Filmlöwin aus: „Blockbuster-Check: Star Wars The Last Jedi

Es mangelt dadurch nicht nur an Identifikationspotential, sondern auch an charakterlicher Tiefe. Doch wo die Filmlöwin in ihrem lesenswerten Beitrag auf die Rolle der Frau eingeht, möchte ich hier den Fokus auf den Mann legen.

Kylo Ren ist sauer

Wenn die Maskulinität das Böse ist

Lässt man die lächerlich winzige Rolle Captain Phasmas außen vor, ist die Erste Ordnung männlich. Es sind aggressive Witzfiguren, die nicht nur den Helden, sondern auch sich gegenseitig das Leben schwer machen. Es geht, wie so oft im Leben des Klischee-Mannes, um Macht, Eroberung und Siege. Diese Ziele werden nicht mit kluger Taktik, sondern primär mit Gewalt gelöst. Sei es, dass Kylo alle Waffen auf einmal auf Luke Skywalker feuern lässt, Poe Dameron eine kleine Revolte anzettelt oder Luke auf Rey losgeht – allzu oft ist Gewalt im Spiel.

Dabei zeigen sie selber, dass es nicht immer so sein muss: Luke nutzt die Macht geschickt, um Kylo auszutricksen, während dieser die geistige Fähigkeit mitbringt, seine Gedanken vor Snoke abzuschotten. Man muss nicht immer seinen Zorn benutzen – und doch tun sie genau das.

Das ist auf erzählerischer Seite einerseits schade, da ein Männerbild gezeichnet wird, das so nicht sein muss. Andererseits zeigt es auch die Problematik auf, die solches Verhalten mit sich bringt. In The Last Jedi werden Konflikte nicht mit Muskelkraft besiegelt – sondern mit Geschick und Verstand. Das zeigt sich nicht nur eindrucksvoll in Lukes rettender Performance am Ende, sondern auch im Kampf Kylo/Rey gegen Snokes Prätorianer: Während sich Kylo mit Kraft aus dem Griff zu befreien versucht, rettet ihn Rey, indem sie ihm im richtigen Moment das Lichtschwert zuwirft. Auch wenn dies wiederum in Gewalt gipfelt, ist es ein letzter Kniff von außen.

Auch Poe muss einsehen, dass Leia und Holdo die besseren Strategen sind als er. Er, der eine Meuterei anzettelt und sich seiner Vorgesetzten widersetzen will, ist ein klassisches Beispiel von Mansplaining: Er glaubt, dass er mehr Ahnung hat als die, die eigentlich mehr Erfahrung auf dem Gebiet hat und versucht, sie zu belehren. Dass er dait letzten Endes nicht durchkommt und sogar sein Unrecht einsehen muss, ist ein Plotverlauf, wie er noch nicht häufig in der Popkultur anzutreffen ist – und den ich daher sehr begrüße.

Doch er wird dafür nicht bestraft. Es ist dem Archetyp des „Männer bleiben eben Jungs“ zu verdanken, dass man ihm im Nachhinein lediglich wohlwollend den Kopf tätschelt. Generell wird über die Männer des Films gelacht: Über General Hux, weil er einfach ein lächerlicher General ist. Über Kylo, weil er seinen Zorn nicht zügeln Kann. Über DJ, weil er ein lispelnder Trottel zu sein scheint. Über Finn, weil er ein ängstlicher Tollpatsch ist. Und natürlich über Snoke, weil er im Tod aussieht wie ein überfahrener Jar Jar.

Die Frauen müssen sie an die Hand nehmen, damit es am Ende doch noch klappt mit dem happy end. Allen voran Luke, der sich nach Kräften sträubt und in mühsamer Kleinarbeit von der stoischen Rey überzeugt werden muss, doch endlich das Richtige zu tun. Am Ende ist es immerhin Yoda, der den letzten Stubser gibt.

Es ist keinesfalls ein Problem, wenn man über Figuren lachen kann und sie antagonistische Kräfte sind. Wenn sich das allerdings auf ein Geschlecht beschränkt, ist das doch ziemlich einseitig. Ich vermisse die finster-verrückten weiblichen Figuren. Eine weibliche Sith, eine Phasma, die einen stärkeren Auftritt hat. Oder eine Rey, die Kylo die Hand reicht und Seite an Seite mit ihm um die Vorherrschaft kämpft. Auf der dunklen Seite, versteht sich. Ich will mich nicht nur über männliche Figuren lustig machen, mich über sie aufregen oder sie als dumm abwinken. Das dürfen auch gerne weibliche Charaktere sein.

Rey Lichtschwert last jedi

Aber: Verdammt, ich hasse Mansplaining!

Und daher verzeihe ich The Last Jedi die fast als einseitig zu nennende Darstellung des Mannes. Gerade in Zeiten Trumps, in denen – ja, wirklich – Mansplaining noch immer toleriert und in manchen Kreisen auch zelebriert wird, ist es ein Halleluja wert, dass es Platz in einem Blockbuster wie diesen gefunden hat – und eine Klatsche nach der anderen erfährt.

Denn wo Hitzköpfe -männliche wie weibliche – in der Popkultur nach einer Minirebellion jubelieren, wenn sie es nur für die gute Seite getan haben, werden sie hier ihrer Grenzen und Unwissenheit verwiesen. Es ist erfrischend zu sehen, dass die Figuren mit ihrer aggressiven Art gegen Wände rennen. Am Ende gibt es nämlich trotzdem einen Sieg. Nur eben auf weitaus ruhigere, besonnenere und nichtsdestotrotz ebenso heroische Weise.

Aber: The Last Jedi will grau sein. Es ist abgekommen von Schwarz und weiß und hat sich hin zu Diversität und Grauschattierungen bewegt. Das ist gut so. Aber es sollte nicht bei den Geschlechtern aufhören. Ich will auch dumme Frauen sehen – und in männlichen Figuren nicht nur den hitzigen Dorftrottel.

Vor allen Dingen aber sehe ich es nicht ein, dass Frauen als perfekte, reine Wesen dargestellt werden und die Riege der dunklen Seite fast ausschließlich von Männern besetzt ist. Verfallen nur die ach so bösen Männer der dunklen Seite? Ich denke doch nicht.

Quo vadis, Gamergirl?

Gamerinnen – Zockerweibchen – sind keine Seltenheit mehr. Doch woher kommen sie – und warum treten sie meist nur im Rudel auf? 

Damals

1982 rollte Ms. Pac Man als erste weibliche Spielfigur über die Bildschirme, doch der Siegeszug der Gamerinnen an sich sollte erst viel später stattfinden. Mit dem “Barbie Fashion Designer” wurde 1996 ein Videospiel extra für Mädchen auf den Markt geworfen. Rosa, Fashion, eine idealisierte und klischeehafte Frauenfigur mit auftoupierten Haaren und falschen Wimpern. Das war das Bild, das die Spielemacher von den Bedürfnissen der weiblichen Kundschaft besaß. Und trotzdem: Die Zielgruppe weiblicher Gamer war Mitte der 90er endlich entdeckt worden. Die Marktlücke war erkannt, man roch eine zusätzliche Geldquelle. Auch wenn der Anteil weiblicher Gamer zu dem Zeitpunkt insgesamt noch relativ gering gewesen ist, bildeten sie doch einen nicht zu vernachlässigbaren Anteil der Casual Gamer im Besonderen.

Die Mitwirkenden in der Spieleindustrie waren, wie auch heute, zum größten Teil männlich. Damals betrug der Anteil rund 90% und man setzt(e) weiterhin auf Klischees. Haustiere, Barbie, Bauernhöfe. Mit den Sims kam im Jahre 2000 dann das Spiel auf den Markt, das weibliche und männliche Gamer gleichsam fesselte, wo jedoch der Frauenanteil weitaus höher war und ist. Frauen spielen vermehrt Videospiele, die a) hübsch aussehen b) in denen es um den Spaß, nicht primär um Siege geht und in denen der soziale Aspekt im Vordergrund steht. Hinter den Sims steckt nicht nur eine so einfache, wie auch geniale Idee, sondern auch eine Community, die sich gegenseitig mit neu kreierten ingame-Kleidungsstücken, Möbeln und Häusern versorgt. Es folgten MMORPGs und später die sogenannten “Social Games” auf Plattformen wie Facebook, die den sozialen Aspekt akzentuierten. Rollenspiele, Adventures, allgemein eher auf Rätsel, Entwicklung und Geschichte ausgelegte Spiele, rundeten die Welt der typischen Gamerin ab.

Die Frauen wurden nach und nach auch in der Community präsenter, das Bild des “Zockerweibchens”  setzte sich fest und wurde zelebriert.  Mädchen – ob Gamerin oder nicht – lutschten plötzlich an Controllern herum, räkelten sich lasziv und nur mit vor die nackten Brüste gehaltener Spielekonsole vor der Kamera und wurden von der hechelnden Gamerschaft gefeiert. Das war die eine Seite. Auf der anderen Seite wurden und werden Gamerinnen als reale Gegner innerhalb des Videospieles selbst beschimpft. Sobald es um das Spiel selbst und nicht um nackte Brüste und angesabberte Controller ging, hatte (und hat) man es als Frau nicht unbedingt leicht. Besonders bemerkenswerte Ausgüsse geistigen Abfalls wurden damals auf der Seite “Fat, ugly or slutty” gesammelt und der Spiegel hat jüngst über Sexismus gegenüber Gamerinnen geschrieben.

Und heute?

Mittlerweile sind fast 50% der deutschen Gamer weiblich. [Quelle] Es scheint, als wäre man im allgemeinen Verständnis irgendwie angekommen, selbst über die Klischee-Genres hinaus. Die ESL (Electronic Sports League) wurde um eine “female league” erweitert. Reine Frauenteams, die gegeneinander zocken – nicht etwa in Sachen Pokemon, sondern Counterstrike. Im Spiel, wo die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau schwinden, hört niemand die Brüste wackeln, eine friedliche Koexistenz von Mann und Frau scheint langsam möglich und akzeptiert zu werden.

Doch trotzdessen, dass die Gleichberechtigung immer weiter Fuß fasst und sich selbst der hinterste Dorfmacho eingestehen muss, dass man nach der Niederlage gegen eine Frau nicht unbedingt mit sexistischen Beleidigungen um sich werfen muss, scheinen sich die Frauen noch nicht ganz in die Welt hinauszutrauen. Sie rotten sich zusammen, erstellen Bloggemeinschaften rein weiblicher Besetzung, spielen in rein weiblichen Teams und gründen Frauengilden. Sie grenzen sich ab, anstatt sich einzugliedern. Mehr noch: Man macht ganz bewusst auf den Status als Frau aufmerksam. Blognamen tragen plakativ “with curves”, “girl” oder “sexy” mit sich herum. Man macht sich selber zur (teils sexualisierten) Randgruppe. “Hallo, ich bin ein Gamergirl! Hört ihr?! Ein sexy Ga-mer-girl!” Mädels, das habt ihr nicht nötig.

Eine rein männliche Podcast- oder Blogtruppe wird doch auch nicht mit dem Prädikat „male“ oder „manly“ versehen. Gut, ab und zu sieht man vielleicht“ bearded“ oder eben „mit Bart“ oder dergleichen, wenn das Geschöpf besonders stolz auf eben jenen ist. Wahrscheinlich ist „Stolz“ auch bei den „girlygirlfemalegamergirls“ der Grund. Man ist stolz, eine unter wenigen zu sein, ein strahlendes Einhorn? Die Sache ist doch: Man ist nicht eine unter wenigen, sondern eine unter vielen. Wir drängen uns nur selber in diese Außenseiterrolle hinein – oder werden gedrängt, weil wir drängen lassen. Oder andersherum: Hat man vielleicht Angst, ohne dieses „Alleinstellungsmerkmal“ weniger attraktiv, weniger interessant, weniger gut zu sein?

Die Schuldfrage

Sind wir also die Schuldigen? Ich finde nicht. „Schuld“ hat hier die Gesellschaft insgesamt, was das „männliche Ego“ und auch die „weibliche Zurückhaltung“, um in den Klischees zu bleiben, inkludiert. Events wie jenes vom MediaMarkt letzte Woche, bei dem „Zockerfrauen“ gegen „Zockerfrauen“ antraten, machen es nicht besser. Soll hier ein Schutzraum geboten werden? Glaubt man, dass Frauen per se schlechter sind als „Gamerboys“? Sich anders vielleicht gar nicht erst trauen? Die Eventbeschreibung jedenfalls ist hilarious:

Mädels, liebt Euer Freund FIFA 18 so sehr wie Euch? Und Jungs, traut Ihr Eurem Mädel zu, Euch das neue FIFA 18 + 1 x PlayStation 4 + 2 Controllern in einem epischen Live-Battle zu erspielen? Dann Männer stark bleiben – Mädels an den Controller!(…) Die zwei Siegerinnen aus der jeweiligen Runde haben die Möglichkeit im großen Finale das volle Paket für Ihren geliebten Zocker abzusahnen (…) Jede Teilnehmerin muss von ihrem Mann (egal ob Freund oder Kumpel) begleitet werden – der bekommt nämlich eine ganz besondere Rolle! (…)!!! Achtung Männer !!! (…)Während dem Spiel dürft Ihr Eurer Zocker-Queen nicht helfen! Nur anfeuern, feiern und fluchen ist erlaubt – wer Spiel-Tipps gibt scheidet aus. [Quelle: Facebook-Event]

W. T. F. Eigentlich geht es nicht darum, dass Frauen ihre Zockerleidenschaft mal auf einer kleineren Bühne ausleben dürfen – sondern um die Belustigung der Männer. Die, natürlich, die eigentlichen Gamingexperten sind. Weil Frauen natürlich grundsätzlich kein FIFA zocken?

Ja, die Gamesbranche ist in manchen Bereichen, etwa dem E-Sport, eine Männerdomäne. Aber soll das heißen, dass wir uns als Frauen unsere eigenen Süppchen köcheln sollen? Dass wir uns – obwohl wir Ahnung von der Materie haben – lieber „save“ in Frauenteams zusammentun, als uns unter männliche Kollegen zu mischen? Werdet doch mal Chefin eines eigenen (gemischten) Gamingblogs! You can fucking do this! Der Weg in die Zukunft sollte sich nicht von geschlechtlichen Barrieren kennzeichnen lassen. Wir sind nunmal alle Gamer, ob Schwanz oder nicht.

Headerbild: Erik Lucatero
Schwache Charaktere in der Popkultur

Warum wir auch schwache Figuren brauchen

Stets liegt der Fokus allgemeiner Betrachtung auf den starken Figuren. Filme bräuchten mehr starke Frauen, Love Interests sollten generell stark sein und überhaupt wird häufig gerade über die Stärke weiblicher Figuren gesprochen. Mit Recht: Im Vergleich zu starken männlichen sind starke weibliche Figuren deutlich unterrepräsentiert; es herrscht noch ein Ungleichgewicht, das korrigiert gehört. Doch abseits dieser Diskussion möchte ich euren Blick heute auf die Schwachen unter den Figuren lenken und letztlich erklären, weshalb ich sie trotz ihrer stiefmütterlichen Behandlung ziemlich wichtig finde.

Doch was ist „Schwäche“ überhaupt? Der Duden findet dafür, wie hier links zu sehen, natürlich gleich mehrere Bedeutungen und klar definierte Worte. Es kann fehlende körperliche Kraft bedeuten ebenso wie charakterliche oder moralische Unvollkommenheit. Schwäche, so wissen wir, ist nichts gutes. Es zeugt von einem Mangel und von Unzulänglichkeit. Man ist „nicht gut genug“ für etwas oder gar jemanden. Schwäche kann nicht nur einem selber schaden, sondern auch anderen. Und natürlich liegt es in der Natur des Menschen, sich stets zu verbessern, also Schwächen auszubügeln, vielleicht sogar zu Stärken zu machen. Man will nicht „das schwächste Glied in der Kette sein“. Gleichzeitig wird Schwäche meines Erachtens nach aber auch falsch ausgelegt, Schwäche in Figuren projiziert, wo gar keine herrscht.

Warum braucht es also schwache Figuren?

Starke Figuren treiben einen Plot voran. Sie sind, um in Extrembeispielen zu denken, willensstark und zielstrebig, straucheln wenn, dann nur vorübergehend und geben den Ton an. Sie dienen als Identifikationsfigur, an der man sich nicht nur misst, sondern aus derer Entwicklung man auch Kraft schöpfen kann. Gerade dann, wenn die Figur vielleicht etwas schwächer angefangen hat. Ohne Schwäche kann jedoch keine Stärke existieren. Es ist wie bei der Idee von Gut und Böse: Kann man „gut“ sein, wenn es kein „böses“ Beispiel gibt? Die schwache Figur lässt die Stärke Anderer erstrahlen.

Das ist besonders dann wichtig, wenn man feministische Standpunkte vertritt. Gäbe es ausschließlich starke weibliche Figuren – wäre das nicht „default„, der Standard? Könnte eine Buffy oder eine Laura Roslin als stark gelten, wenn man jede weibliche Figur derart verzerren würde? Gleiches gilt natürlich für die männlichen Konterparts.

Schwächen sind menschlich. Schwächen sind sogar okay. Angst – oder gar Feigheit – kennt vermutlich jeder, der nach Sichtung eines Horrorfilms durch nächtlich stille Gassen schleichen musste. In Ansätzen sind solche Schwächen auch durchaus bei den Protagonisten der Fiktion zu finden: Unzulänglichkeiten, die die Figur nur umso liebenswerter machen sollen. Die richtig schwachen Figuren jedoch sind selten.

Beispiele schwacher Figuren

Meine Twitter-Follower fragte ich heute, welche tollen schwachen Figuren aus Sci-Fi und Fantasy sie kennen. Das Antwortspektrum fiel recht mager aus. Vielleicht, weil es gar nicht so viele gut geschriebene schwache Figuren gibt? Oder wird in schwachen Figuren einfach generell wenig Gutes gesehen? Ein paar Antworten gab es derer aber natürlich schon. Hiccup aus Drachenzähmen leicht gemacht wurde etwa genannt. Dessen Schwäche ist in erster Linie körperlich, weshalb er im Laufe seiner Entwicklung auch charakterliche Schwäche wie mangelhaftes Selbstbewusstsein und Schüchternheit zeigt. Dennoch ist er die treibende Kraft hinter dem Plot. Allerdings: Ihm passiert etwas. Erst durch die äußeren Umstände und mit Hilfe seiner Freunde wird er zu einer Figur, die die Geschichte voran treibt.

Auch Helden wie Han Solo wurden genannt. Han Solo, der nicht nur einmal Opfer eigener Gier wird. Im Herzen jedoch ist er stark, sogar gut. Er überwindet seine Gier, ist ohnehin mutig, zielstrebig, geschickt und klug. Eine andere als schwach genannte star wars’sche Figur ist dagegen Jar Jar Binks. Er wiederum ist allerdings derart schwach und unsympathisch, dass er keinesfalls als Held gelten kann.

Die meisten der dort genannten Figuren sind körperlich schwach oder besitzen lediglich schwache Komponente, sind also nicht im Gesamten schwach. Ich zumindest würde sie nicht als „schwache Figur“ bezeichnen. Es gibt nur eine Ausnahme, bei der das zutrifft: Theon Greyjoy aus Game of Thrones. Und er, meine Damen und Herren, ist tatsächlich auch der Grund, weshalb ich diesen Artikel nun schreibe.

Das Beispiel „Theon Greyjoy“

Theon beginnt stärker als er nun ist. Anfangs narzisstisch und selbstbewusst, wird ihm dieses Selbstbewusstsein bald genommen. Mittlerweile ist er ein psychisches Wrack, leidet an verschiedenen psychischen Erkrankungen. Man kann es ihm nicht verübeln: Gefoltert, seines Penis‘ beraubt, in Gefangenschaft gehalten, auf alle erdenklichen Weisen malträtiert: Dieser Mann ist mittlerweile nur noch ein Schatten seiner Selbst.

In einer Szene der aktuellsten Staffel wird seine Schwester entführt. Er muss zusehen – und krümmt keinen Finger. Schwach. So unfassbar schwach. Von Freund und Feind wird er deswegen verhöhnt. Das ist nicht das Verhalten eines Helden. Nicht, dass er je einer gewesen wäre. Und doch finde ich es sehr positiv, dass diese Schwäche gezeigt wird. Er war ein Opfer, die Narben auf seiner Seele sind spürbar. Viele Zuschauer vergessen das. Vergessen über all die strahlenden, furchtlosen Helden, dass gewisse Situationen Traumata hervorrufen können. Die meisten Helden bleiben stark. Ihnen machen viele auch furchtbare – Dinge nichts aus. Wenn es sie verändert, macht es sie nur noch stärker. Das ist schade – denn Schwäche gehört dazu. Mehr noch: Schwäche ist manchmal die einzige logische Konsequenz.

So oder so: Theon ist kein „fan favourite“. Das liegt aber sicherlich nicht nur an seinen vielen Schwächen.

Schwache weibliche Figuren im Speziellen

Der Ruf nach starken weiblichen Figuren ist derart laut, dass der Blick auf Figurentiefe generell zu verschwimmen scheint. Eine fiktive Frau hat heutzutage stark zu sein, um den Ansprüchen zu genügen. Das ist nicht per se etwas Schlechtes. Allerdings kann es auch ad absurdum geführt werden. In der neuen Star Trek Serie Discovery etwa kommt man keine 2 Minuten weit, ohne auf eine neue starke weibliche Figur zu treffen. Das ist einerseits gut, andererseits frage ich mich: Muss eine Frau tough sein? Es ist diese strenge bis teilweise aggressive Art, die scheinbar als stark gilt. Als in Ansätzen schwache weibliche Figur wird Sylvia Tilly eingeführt. Sie redet viel, zeigt aber doch nach und nach mehr Durchsetzungsfähigkeit bereits in einer einzigen Episode.

Schwache Figuren sind kein Muss. Doch sie akzentuieren die Stärken Anderer, sind Plotgeber, Hindernisse, zeigen Menschlichkeit. Das Problem, das ich sehe ist, dass gerade weibliche Protagonisten scheinbar nicht mehr schwach sein dürfen. Und das, obwohl Schwäche keine Schwäche sein muss. Sie kann im Gegenteil sehr spannend sein. Solange die weiblichen Figuren nicht alle schwach sind, sehe ich kein Problem. Das einzige, was ich momentan sehe, ist eine Art Angst vor Schwäche.

Warum ist das so? Warum darf es keine schwachen Frauen in Film, Fernsehen und Literatur geben? Weil es keine schwachen Frauen gibt? Das kann ich direkt verneinen. Weil Schwäche immer unsympathisch ist? Ach, ich bin auch eine schwache Frau und meine Katze findet mich trotzdem sympathisch. Oder vielleicht einfach nur, weil man Angst hat, mit schwachen Hauptpersonen ein Risiko einzugehen? Steht doch zu den Schwächen eurer Hauptfiguren. Egal, ob sie männlich oder weiblich ist. Solange  ihr nicht vergesst, dass weder Frauen, noch Männer die Stärke mit Löffeln gefressen haben, ist doch alles gut.

Vielleicht sollten wir auch einfach aufhören in Kategorien wie „stark“ oder „schwach“ zu denken und auf das achten, was wirklich zählt: Komplexität und Tiefe. Dann klappt es auch mit den sympathischen und glaubwürdigen Figuren.

Headerbild by: Larm Rmah