[Linktipp] Analyse der Gender-Repräsentation von über 34k Comichelden

vonIhre Ergebnisse sind nicht weltenverändernd, aber doch ziemlich interessant.

Untersucht hat sie Comichelden aus den Häusern Marvel und DC, die rund 70% des amerikanischen Marktes ausmachen und zusammen sowohl eine große Bandbreite bieten, als auch bis weit in die 30er Jahre hinein reichen. Aus ihren Federn stammen schließlich auch die bekanntesten Helden. Shendrucks Fokus liegt dabei auf den Unterschieden in der Darstellung zwischen männlichen und weiblichen Figuren. Da die ComicVine Database neben „Male“ und „Female“ lediglich eine „Other“-Sektion bietet, die jedoch nur Nichtmenschliches und daher Undefinierbares beinhaltet, hat sie sich dafür entschieden, auch nur diese beiden Geschlechter in ihre Analyse mit einzubeziehen.

Die Ergebnisse

Wenig überraschend ist, dass die Superfähigkeiten weiblicher Helden weniger auf physischer, denn auf psychischer Stärke beruhen. Währenddessen glänzen überproportional viele männliche Superhelden beispielsweise durch Muskelkraft. Mentale Fähigkeiten wie Empathie und Telepathie gehören in den Comics eher in weibliche Sphären. Die Fähigkeit, sein eigenes Haar zu kontrollieren, kommt bei Superheldinnen übrigens siebenmal so häufig vor wie bei ihren männlichen Kollegen.

Weiterhin Shendruck die Verteilung von männlichen und weiblichen Helden in den über 2,500 Teams untersucht. Wenig überraschend: Männer sind in den Teams wesentlich häufiger vertreten als Frauen, ganze 30% der Teams können gar keine Frau in ihren Reihen aufweisen, während etwa 12% der ganzen Teams mehr Frauen beinhalten als Männer. Von diesen 12% sind die meisten reine Frauenteams. Dort findet sich übrigens auch ein Phänomen, das mir auch bei von Frauen geführten Geekblogs aufgefallen ist: Die Weiblichkeit steht bereits groß im Namen verankert. Femizons, Lady Liberators, Female Furies, Holiday Girls, Doom Maidens und viele mehr … rund ein Drittel der Ladyteams besteht darauf, sich auch über ihre Weiblichkeit zu definieren. Das finde ich, genau wie bei den Blogs, schade.

Auch wenig überraschend ist es, dass weit mehr Superheldinnen als „Girls“ bezeichnet werden als Superhelden als „Boys“. Frauen werden gerne mit niedlichen, unschuldigen Namen bedacht, während die der Männer im Schnitt gefährlicher und härter wirken.

Die ganzen Zahlen und Grafiken lest ihr natürlich am besten auf der Seite selbst nach. Ich finde reine Statistiken immer sehr spannend, auch wenn sie alleine nicht alles aussagen können.

Zum Link geht es hier entlang!

Batmans meets Turtles meet Ra’s al Ghul = Comicempfehlung!

Autor: James Tynion IV | Illustrationen: Freddie E. Williams II | Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini | Format: 140 Seiten, Hard/Softcover

Inhalt

Dank eines perfiden Plans des possierlichen Krang landen nicht nur die Turtles, sondern ausgerechnet auch Shredder samt Foot Clan in einer anderen Dimension – und punktgenau in Gotham City. Dort mischen sie ein Labor auf und entwenden aus sicher sehr heroischen Gründen einen wichtigen Generator, der in den falschen Händen Grausames anrichten kann. Prompt werden sie vom überlebenden Laborpersonal als Monster und Kumpanen der Foot identifiziert. Logisch, dass sofort Batman gerufen wird, um der Schildkrötenplage Herr zu werden. Dass sich das erste Aufeinandertreffen der Ritter des Rechts ein ganz klein wenig schwierig gestaltet, steht da außer Frage.

Besprechung

Was klingt wie ein wahr gewordener Traum der Kinder der 80er und 90er ist auch tatsächlich und erstaunlich unterhaltsam. Wir finden hier eine stark unterhaltende Mixtur der bekannten Helden vor, die sich auch und vor allem in den dunklen Momenten nicht zu verstecken braucht. Dabei harmonieren Batman mit seinen Kumpanen wie auch Schurken und die Turtles ausgesprochen gut miteinander, die beiden Welten werden gekonnt zu einer verknüpft, was nicht unpassend oder erzwungen wirkt. Unterstützt wird dieser Eindruck von den hübschen Zeichnungen, die sowohl den Charakter der finster dreinblickenden Fledermaus, als auch die Atmosphäre der Turtles-Comics einzufangen vermögen.

Während sich die ersten Kapitel mit der Spannung zwischen den Turtles und der freundlichen Fledermaus von nebenan beschäftigen, werden die Schurken erst in den darauffolgenden richtig in Szene gesetzt. Dann, wenn die Helden endlich zusammenarbeiten, entfaltet sich das zerstörerische Potential des Feindes. Zusammen mit dem Pinguin, Ra’s al Ghul und allerlei anderem Gezücht Gothams bereitet sich Shredder auf eine kleine Mutagen-Apokalypse vor, die Gotham verschlingen soll.

Sowohl zwischen den Zeilen, als auch im direkten Dialog zünden die Gags, die einerseits auf der Metaebene stattfinden und andererseits in den Charakteren begründet liegen, die ebenso gut getroffen sind wie die Optik derer. Wenn Donatello einen leicht philosophisch angehauchten Monolog über seine Heimatstadt hält, horcht das Fanherz auf, wenn Michelangelo sein Videospiel in Trümmern sieht, weint es ein bisschen mit und selbst Alfred und das – zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftig anmutende – Batmobil bekommen ihre Momente. Natürlich besonders spaßig wird es, wenn die Recken mit den Gegebenheiten des jeweils anderen konfrontiert werden; Batman etwa genüsslich an einer Pizza knabbert oder Michelangelo durch die Batcave surft.

Das Crossover an sich wird durch zwei Kämpfe schön verdeutlicht: Während sich Batman gegen die Foots behaupten muss und dabei einen ersten, ehrfurchtsgebietenden Blick auf Shredder werfen kann, mühen sich andernorts die Turtles mit dem Killer Croc ab. Die Kämpfe an sich sind nett anzusehen, gehen jedoch nicht zu sehr ins Detail. Letzteres erfährt im finalen Kampf leider seinen negativen Höhepunkt: Hier wird der Endkampf derart schnell und vergleichsweise lieblos abgehandelt, dass die Masse der eigentlich hochgradig vielversprechenden Bösewichte doch arg verschwendet wird.

Fazit

Wir reden hier nicht von den aktuellen Versionen der jeweiligen Helden, aktuelle Ereignisse stehen hier also außen vor. Der Comic funktioniert als zeitloser Einzeltitel und das ist wohl auch gut so. Ich habe die 6 Issues umfassende Geschichte mit Genuss gelesen und hoffe sehr, dass es nicht das letzte gemeinsame Abenteuer dieser edlen Recken bleibt! Batman, wie wär’s mal mit einem kleinen Ausflug nach New York?

Story:               
Artwork:          
Panel Layout:  
Innovation:       
Phoenixfaktor

Autor: James Tynion IV | Illustrationen: Freddie E. Williams II | Verlag: DC Comics / IDW Publishing / Panini | Format: 140 Seiten, Hard/Softcover