Die große Empörung

Ist der Rausch der Empörung wichtiger als die Sache selbst?

Empörung ist die neue Ware, Likes der wohlverdiente Lohn. Gegenseitiger Hass rollt durch das Internet und nimmt alles mit: Freund*in, Feind*in, Hauptsache man hat sich so richtig ausgekotzt. Der guten Sache wegen. Der Punkt ist oft allerdings: Die Sache selbst bleibt dabei oft genug auf der Strecke.

„Die Sache“: Das kann ein tolerantes Miteinander sein, Feminismus, Rassismus oder Ableismus. Es kann die Bitte nach Diversität sein. „Die Sache“ ist allerdings aktuell irgendwo in irgendeine Nische verbannt worden. Lieber ignoriert oder ätzt man. Und das finde ich aktuell leider verdammt unerträglich. Hier mal ein paar der Dinge, von denen ich wünschte, sie wären anders.

Anerkennung statt Ablehnung

Das, was in solchen Debatten fehlt, ist – die Debatte. Es gibt kein „Hm, warum ist es dir so wichtig, dass Repräsentation herrscht?“ sondern lediglich ein „ICH habe es IMMER SCHON so gekannt, also ist alles andere unnütz!“ Man müsste sich ja sonst ein Mindestmaß anstrengen und alte Pfade verlassen. Gerade Menschen über 20 tun sich da manchmal schwer. Schließlich, nun ja, habe man es „immer schon so gemacht“ und „uiuiui, wo kämen wir denn da hin, wenn man IN DER PHANTASTIK plötzlich anfangen müsste, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.!“ (Spoiler: Die Phantastik hat sehr wohl auch Verantwortung.)

Dabei würde es schlicht ausreichen, wenn man Betroffenen zuhört. Wenn man nicht alles als unabdingbare Forderung, sondern als Bitte sieht. Gerade als weißer heterosexueller cis-Mann ist man verwöhnt. Das ist so. Das ist kein Vorwurf, sondern eine simple Tatsache. Ihr werdet euer Leben lang innerhalb dieser sozialen Komponente gepampert. Man macht euch da keinen Vorwurf,schließlich habt ihr Diskriminierung, Frauenfeindlichkeit etc. nicht am eigenen Leibe erfahren. Ein Vorwurf wird erst dann erbracht, wenn ihr euch weigert, zuzuhören. Beispielsweise zum Thema Heldinnen. Und natürlich kann es sein, dass ihr an anderer Stelle Diskriminierung erfahrt, etwa durch eine (geistige) Behinderung oder Krankheit. Das möchte euch niemand absprechen. Ich selbst bin als weißer Mensch privilegiert.

Leider – und das beobachte ich einfach viel zu häufig – schmeisst ihr euch stattdessen lieber auf den Boden, strampelt mit Armen und Beinen und brüllt, dass das alles viel zu anstrengend sei. Fun fact: Diskriminierung, Frauenfeindlichkeit, Ableismus und vieles mehr ist vermutlich wichtiger als eure Befindlichkeiten.

Hört zu. Denkt nach. Damit wäre vielen bereits geholfen.

Disclaimer: Und mit „ihr“ meine ich „uns“. Ich kann in vielen Belangen auch vieles besser machen und lernen. Auch ich muss zuhören.

Hilfe statt Hass

Aber ach, wäre die geeky Welt (Nazis u.ä. außen vor gelassen) doch schön, wenn es nur um die bösen cis-Männer und ihre Befindlichkeiten ginge. Dann könnte man sich Zeit nehmen und ihnen in Ruhe erklären, weshalb Gendersternchen gar nicht so schlimm sind und alles halb so schwierig ist, wie man es sich vorstellt. Nein, auf der anderen Seite stehen nämlich schon die Fackelträger*innen bereit und scharren mit den Füßen.

Er hat „dumm“ gesagt, steinigt ihn!“ Hinter diesem Ausruf des zumeist twitter’schen Zorns steht die Kritik am Ableismus, also Kritik an Behindertenfeindlichkeit, hier in Gestalt von entsprechenden Äußerungen. Kurz: Die Kritik ist eine an sich sehr gute Sache. Behindertenfeindliche Begriffe werden zu oft unbedarft geäußert. Es ist in der Alltagssprache verankert und diese strukturellen Problematiken aufzuzeigen ist wichtig. Leider wird nicht aufgezeigt, sondern direkt scharf geschossen. Gerade Ableismus ist allerdings etwas, das der Masse erst seit kürzester Zeit entgegen geworfen wird; eine in Relation zur Masse betrachtet(!) sehr junge Kritik, mit der die meisten noch nie in Berührung gekommen sind. Gleichzeitig tut man so, als müsste jede*r bereits woke sein und um die Problematik wissen. Breaking News: Es kann nicht jede*r perfekt sein.

„Muss ich jetzt jede*n der*die Scheiße labert pampern oder was?!?“

Natürlich nicht. Aber ist euch nie in den Sinn gekommen, dass es gegenteiligen Effekt hat, gleich draufloszuschießen gerade wenn die betroffene Person gar keine Ahnung hat, worum es geht? Dabei wäre es so einfach, kurz statt aggressiv „Du bist scheiße!“ zu sagen, es kurz zu erklären. Oder einen Link zu einem großartigen Artikel bereitzustellen. Man könnte damit zum Nachdenken anregen. Zum Umdenken. Ist das nicht wichtiger als der Rausch der Empörung?
Denn darum scheint es euch zu gehen: Um Empörung. Ihr called diese Leute dann aus. Ihr wollt keine Debatte, ihr wollt kein Umdenken. Das, was ihr wollt, sind Likes. Euch folgt auf Twitter – denn das ist die in diesen Fällen oft gewählte Plattform – eure treue Bubble, die sich ebenfalls primär empören möchte. Ihr feiert ein Likefest und suhlt euch im gemeinsamen Hass gegen den Unwissenden, der nicht ganz so gebildet (übrigens Klassismus) ist wie ihr. Ui, toll. Geht es euch noch um die Sache? Oder doch nur um Polemik? Glaubt ihr wirklich, ihr gewinnt, nur weil ihr euch in eurer Bubble suhlt und um euch tretet?

Wir drehen uns im Kreis.

Lasst uns kämpfen!

Natürlich ist es super, wenn man auf problematische Strukturen aufmerksam macht! Natürlich dürfen Rassismus, Misogynie, TERFs und vielem mehr kein Raum gegeben werden! Lasst uns darum kämpfen, dass diese Gruppen kleiner werden! Lasst uns für mehr Diversität kämpfen und für marginalisierte Menschen! Lasst uns laut sein! Sehr laut und unbequem!

Aber wie können wir gewinnen, wenn wir blind um uns schießen? Wie können wir eine Zeit des Umdenkens einleiten, wenn wir statt Wissen blanken Hass verteilen? Nur in Extremen zu denken und zu verurteilen hilft nicht der Sache, sondern eurer Bubble. Oder geht ihr auch außerhalb Twitters auf die Barrikaden? Nehmt ein Mikro in die Hand und mobilisiert? Auch dort würde es nicht reichen, eine Reihe von rassistischen Arschlöchern aufzuzählen.
„Person XY hat das gesagt! Und dann hat Person Y diesen Kack erzählt! Haha seht euch diese Schweine an!“ Ja, das ist mal eine tolle Kundgebung. Vermutlich würdet ihr stattdessen eine Rede vorbereiten. Aufzeigen, warum es so furchtbar ist. Zwar im gemeinsamen Frust mobilisieren, aber nicht mit blinden Roundhousekicks glänzen. Zumindest habe ich das bei Demos nie in der Form erlebt. War trotzdem empowernd. So ganz ohne reines Outcallen.

Tja.

Ich persönlich finde es wichtig – und ich bin auch von Ismen betroffen, welche man mir leider oder zum Glück nicht immer ansieht – zu reflektieren und zum Nachdenken anzuregen. Als ich vor Jahren begonnen habe, über Diversität in der Popkultur zu schreiben, war das Feld noch leer. Es gab schlichtweg kaum andere Blogs oder Youtuber, die über solche Themen gesprochen haben. Zum Glück ist das nun anders und die Gesellschaft generell offener und eher bereit, nachzudenken. Auch Dank der vielen Own Voices, die aus ihrer eigenen Sicht darlegen. Gelernt habe ich von ihnen. Nicht von jenen, die ihren Feed ausschließlich mit dem Outcallen Anderer füllen.


Header: unsplash-logoHasan Almasi
Supergirl Female Hero

Warum „Ihr habt doch genug Heldinnen“ Bullshit ist

„Weißt du, Mädchen, Heldinnen gab es schon immer in der Popkultur. Ellen Ripley, Leia, Black Widow, Hermione, Lara Croft. Was willst du also? Warum feiert ihr alle Captain Marvel nun krass? Heldinnen gab es schon immer, d’uh…!“

Disclaimer: Gleiches gilt übrigens auch für die Repräsentation von bspw. POC und LGBT*s.

Dass in solchen Aufzählungen aber nur sehr selten Frauenfiguren auftreten, die tatsächlich titelgebend sind, wird vergessen. Dass es sich dabei sehr häufig nur um Nebenfiguren handelt, wird vergessen. Dass die genannten Filme vor teilweise über 30 Jahren veröffentlicht wurden, wird vergessen. Dass es nicht darum geht, dass es Heldinnen gibt, sondern darum, wie sie dargestellt werden, ob sie im Fokus stehen und wie es um ihre Sichtbarkeit bestellt ist, das wird vergessen.

Repräsentation damals – weil ich nur ein Mädchen bin

Als ich ein Mädchen war, gab es zahlreiche weibliche Hauptfiguren. Wir hatten Ronja Räubertochter, Regina Regenbogen – und ab hier muss ich bereits meine Erinnerungen anstrengen. Zählt April O’Neil? Ja, sie ist sowohl Figur, als auch weiblich, aber die Helden sind und bleiben die Turtles. Also weiter. Leia Organa? Ja, sehr starke Frau, aber wurde sie tatsächlich als Heldin inszeniert? Nein, weiter. Und so kann ich endlos weitermachen. Weibliche Charaktere, ja, sie existierten. Schon immer. Aber waren sie Helden, oder nur Sidekicks? Waren sie da, um als Gruppenmitglied irgendeine Quote zu erfüllen? Oder durften sie den Ton angeben? Wurden sie von den Medien gehyped?
Ausnahmen bestätigen keine Regel.
Meine Helden waren männlich. Zu Karneval habe ich mich als Ninja Turtle Leonardo verkleidet. In Videospielen war ich als Mann unterwegs. Und das war für mich okay. Wir alle können uns in andere Wesen hineinversetzen. „Dann bin ich eben Leonardo“.

Aber ich habe mich nie oder nur sehr selten gesehen. Zu sehen, wie jemand, der so aussieht wie man selbst, Großartiges bewirkt, kann unglaublich inspirierend sein und das Selbstvertrauen stärken. „Wenn sie das kann – weshalb nicht auch ich?“ Zahlreiche Studien belegen, dass sich die Repräsentation in den Medien positiv und negativ auswirken kann. Weiße Jungs werden empowered – Mädchen und POC eher nicht und sogar negativ beeinflusst.

Representation matters

„Wenn man ein weißes Mädchen, schwarzes Mädchen oder ein schwarzer Junge ist“, so etwa eine Studie aus dem Hause der Indiana University, „wird man nach dem Konsum heutiger elektronischer Medien zu schlechterem Selbstwertgefühl neigen. Wenn man dagegen ein weißer Junge ist, fühlt man sich tendenziell besser.“ Grund dafür ist die Repräsentation. Weiße, männliche Helden und positive Vorbilder überschwemmen Kino, Videospiele und TV. Sich selbst immer und immer wieder in diesen Rollen zu sehen, hat eine gewisse Macht. Und damit ist nicht gemeint, dass sich jeder weiße Junge wie ein Held fühlt. Es geht um das grundlegende, stille Bewusstsein. Nicht um das Individuum, sondern sich selbst als Mitglied einer starken Gruppe.

Weiße Männer sind daran gewohnt. Sie können nicht sehen, dass andere nicht so empfinden – und reagieren aufmüpfig, wenn ihnen dieses Selbstverständnis entzogen wird, wenn sie plötzlich gezwungen werden, sich in andere hineinzuversetzen statt sich selbst zu sehen wie sonst auch. „Ihr habt doch schon drei aktuelle Heldinnen (von denen zwei einfach Nebenfiguren neben dem tollen Protagonisten sind), was wollt ihr denn noch?!“ Dann wird von „ungevögelten Feminazis“ geredet und davon, dass die „bösen Social Justice Warriors“ die Geekkultur zerstören.

Wait frakking what?

Captain Marvel ist eine verdammte titelgebende Frau in einer Riege aus etlichen Marvel-Männern! Black Panther ist ein schwarzer titelgebender Mann in einer wogenden Masse weißer Leiber! Es geht nicht darum, dass Captain Marvel die erste großartige Frauenfigur ist – was sie nicht ist. Sondern darum, dass es zum Glück immer selbstverständlicher wird. Darum, dass auch Mädchen sich immer häufiger in solchen Rollen sehen. Eine positive Repräsentation bewirkt, dass Betroffene empowert werden. Wie kommt man dazu, das zu hinterfragen? Wer glaubt ihr zu sein, dass ihr da etwas Negatives sehen wollt? Wie fragil ist euer Verständnis von Männlichkeit, wenn ihr euch daran stört, dass Nick Fury abspült?

Eure Helden werden euch nicht genommen. Ihr werdet auch in Zukunft noch unzählige weiße Männer auf großer Leinwand sehen, zu denen ihr aufschauen könnt.

Filme werden durch häufigere, großartige Frauenrollen nicht schlechter. Euch wird nichts genommen, wenn ihr einmal nicht im Mittelpunkt steht.

Captain Marvel – genau wie Black Panther, Wonder Woman und Rey –
schafft das, was lange verwehrt blieb. Dass sich Mädchen und POC endlich sehen. Dass ihnen die Bühne gegeben wird, die sie, genau wie weiße Jungs, verdienen. Als Fokus. Nicht nur als Randfigur oder Figur längst vergangener Zeiten. Als Regelmäßigkeit, nicht als Exot*in.

Mädchenaugen strahlen im Kino und sie fragen vermehrt nach Kostümen. Black Panther ist ein verdammt wichtiger Film für viele Schwarze. Nur, weil du es nicht siehst, heißt es nicht, dass es nichts bedeutet.

Und ja, es wird Zeit für weitere Beispiele. Für eine muslimische Ms. Marvel, die es über Comicbände hinaus schafft. Für schwarze titelgebende Heldinnen. Für alle weiteren Facetten menschlichen Seins. Überall.

Wer sich gegen Vielfalt und Inklusion einsetzt, hat nicht nur Star Trek nicht verstanden. Sondern auch Marvel nicht.

Glaube mir, weißer Mann: Auch du wirst dich in andersgeschlechtliche Helden mit anderer Hautfarbe und sexueller Orientierung hineinversetzen können. Wir schaffen das schon seit Jahrzehnten Tag für Tag.

I believe in you. You can do it.

Headerbild „Little Super Girl“ by Nathan Rupert

Welche Verantwortung hat Phantastik PAN18

„Welche Verantwortung hat Phantastik?“ – Ein Nachwort zum #PAN18

Vergangene Woche fand das dritte PAN-Branchentreffen der Phantastik unter dem Banner „Träumen Androiden von Freiheit? – Über Gesellschaft und Politik in der Phantastik“ in Köln statt. Deutschsprachige AutorInnen tummelten sich, oft mit Kaffee, häufiger mit Enthusiasmus bewaffnet, im Odysseum und lauschten Vorträgen, beteiligten sich an Podiumsdiskussionen und netzwerkten. Insgesamt, das kann ich schon vorweg nehmen, war es ein unglaublich inspirierendes und spannendes Treffen mit großartigen Menschen! Doch gesagt wurde nicht alles.

Bei der Podiumsdiskussion „Rassismus – Sexismus – Homophobie – welche Verantwortung hat die Phantastik?“ war ich selbst als „Stimme auf dem Sofa“ beteiligt. Vorab versprach ich mir anregende Diskussionen über jene kritische Themen. Insbesondere das Themenfeld Rassismus, das mir besonders am Herzen liegt und dessen Besprechung ich fernab des Treffens viel Zeit widme, wollte ich besprochen wissen.

Denn während Frauen beim Branchentreffen die Überzahl ausmachten und auch einige aus dem LGBT-Bereich vertreten waren, so sah es bei Menschen mit etwa Migrationshintergrund oder dunklerer Hautfarbe anders aus. Autor und ebenfalls Panelteilnehmer  Akram el Bahay war einer der verschwindend wenigen dort, auf die das zutraf. Bezeichnenderweise drehte sich beim Panel dann auch alles um Sexismus und Homophobie. Das ist nicht schlecht, sind es doch auch wichtige Themen – doch fielen dadurch andere Themen komplett unter den Tisch.

Viel Wert wurde während der Diskussion beispielsweise auf Dumbledore gelegt. Die populäre Figur aus dem Harry Potter-Universum, die Autorin Rowling später nebenbei als schwul geoutet hatte. Definitiv ein spannendes Thema, über das sich diskutieren lässt – aber es erstickte leider jedes andere Thema im Keim. Kaum sprachen wir auf dem Sofa über etwas anderes, kam die nächste Wortmeldung aus dem Publikum wieder auf den Zauberer zurück. Und wieder. Und wieder. Und immer. Wieder. Insgesamt hätte ich mir hier eine andere Handhabung gewünscht. Aber zurück zum Wesentlichen:

Rassismus ist der Antagonist der Phantastik

In einem vergangenen Artikel bin ich bereits auf versteckten Rassismus (Und auch: Speziesismus) innerhalb der Phantastik eingegangen, weshalb ich das Thema hier nur oberflächlich anreissen möchte. Phantastische Welten leben von ihrem Weltenbau und den dort hausenden Kreaturen und Völkern. Bereits dies ist nicht selten Brutstätte kritischer Gedankengänge. Die meisten Leser begrüßen Sachverhalte, die man leicht einordnen kann. Wir sehen die hübschen Elfen, die goldgierigen Zwerge und die gemeinen Orks und denken uns: „Genau so muss es sein! Diese Rassen sind so und nicht anders!“ Wir sprechen den Völkern Eigenschaften zu, die auf die einzelnen Individuen ebenso zutreffen und geltend sind. Nicht der Einzelne zählt, sondern die Masse. So werden aus den Elfen die Guten und aus den Orks die Bösen. Elben im Herrn der Ringe sind gut und hell. Orks im Herrn der Ringe böse und dunkel.

Beides – auf alle übertragene Eigenschaften und die Helligkeit als Indikator für Gut oder Böse – sind Faktoren, auf die wir als Autoren achten können, sollten, meiner Meinung nach sogar müssen. Sonst laufen wir Gefahr, Rassismus zu reflektieren ohne ihn zu hinterfragen. Wir greifen sonst auf Althergebrachtes zurück: Die „besten“falls noch antagonistisch angelegten Wüstenvölker, die wir wie selbstverständlich muslimisch anlegen, ohne uns über die Bedeutung dessen bewusst zu werden. Das Motiv „des Anderen“ – wobei wir hier meist von einem eurozentrischen Weltbild ausgehen.

„Wir“ – das sind die Weißen. Die „Normalen“. Wir gehen von unserem Blick aus, den wir auf die kreierte Welt und die dortigen fiktiven Kulturen wie selbstverständlich übertragen. Und das ist schade. Wir sind in der Lage, uns die durchdachtesten Plots auszudenken, vielschichtige Figuren zu entwerfen und auf die Vielfalt der Figuren in Geschlecht und Sexualität zu achten – aber sobald es um Völker geht, greifen wir bequem auf Klischees zurück. Die sind nicht per se rassistisch – prägen aber ein rassistisches Bild.

Die Schubladen

Der Mensch denkt in Kategorien, er giert danach, sich auch selbst in welche einzuteilen.  „Ich bin Ein Europäer!“ – „Ich bin heterosexuell!“ –  „Ich bin eine Rheinländerin!“ – „Ich bin ein Geek!“ – der Drang, in eine Schublade zu gehören, ist bei den meisten groß. Er möchte innerhalb dieser Schublade dazugehören. Das allein ist nicht schlimm. Es half und hilft dem Menschen, sich und seine Welt einzuordnen.

Mal angenommen, als Autor könnte man bei der Figuren- und Völkererschaffung auf einen Schrank voller Ideen zurückgreifen. Der Schrank vieler wäre unglaublich groß. Die einzelnen Schubladen wären beschriftet mit „Mann“, „Frau“, Weiß“, „Schwarz“ und vielem mehr. Doch während die „Weiß“-Schublade riesig wäre, voll von Schattierungen, Gut und Böse, Diesem und Jenem, ist die „Schwarz“-Schublade klein. „Rassismus“ finden wir darin, „Sklaverei“, „Afrika“, „Zebra“ und weitere Klischees. Und natürlich: Uns fehlen oftmals die Berührungspunkte.

Hier möchte ich jedem Autoren ans Herz legen, die Sichtweisen anderer realer Völker kennenzulernen. Lasst uns Erfahrungsberichte von Menschen lesen, die die Apartheid miterlebt haben! (Wie etwa „Farbenblind„) Lasst uns Romane von afrikanischen, asiatischen, südamerikanischen Autoren lesen! Schauen wir Dokumentationen, lauschen Interviews, erhören die Stimmen derjeniger, die uns fremd sind. Sensibilisiert euch für andere Denkweisen und versucht, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Und nicht zuletzt: Sprecht mit Menschen. Tauscht euch aus!

Vielfalt in den Figuren

Phantastische Romane mit nicht-weißen Protagonisten sind rar gesät. (Hier hatte ich mal 5 empfehlenswerte vorgestellt) Und selbst wenn die Hautfarbe einer Person nicht näher definiert wird, so stellt man sie sich meistens weiß vor. Soweit ich weiß (Korrektur immer gerne gesehen), wird die Hautfarbe Hermiones im Harry Potter-Original, also den Büchern, nicht explizit erwähnt – und trotzdem gab es einen Aufschrei, als bekannt wurde, dass die Schauspielerin es Theaterstücks schwarz sein würde.

Die Vorlage durch die Schauspielerin innerhalb der Verfilmungen Emma Watson wiegt für viele zu stark. Dabei ist sie nur eine von vielen möglichen Repräsentationen. Hätte man für die Theaterrolle jemanden amerikanisches – also nicht britisches – gewählt, wäre es wohl in Ordnung gewesen. Vermutlich auch dann, wenn jene Schauspielerin nicht exakt wie Emma Watson aussehen würde. Dabei spielt, anders als die Struktur der Haare, die Hautfarbe keine Rolle.

Und doch tut sie es. In den Köpfen der Leser und der Masse. So sehr, dass Verlage ihre Cover „weißwaschen“, weil sie befürchten, sonst keine Käufer zu finden. So sehr, dass auch als klar nicht-weiß ausgelegte Figuren in Serien- oder Filmadaptionen mit weißen Schauspielern belegt wurden und werden. Siehe Starship Troopers.

Und hier zeigt sich auch die Wichtigkeit der Repräsentation. Dort, wo keine herrscht, findet keine Sichtbarkeit. Wir als Weiße haben gut reden, denn wir finden fast überall Menschen, die unserem Phänotyp entsprechen. In unserer Heimat erfahren wir keinen Rassismus – was uns blind machen kann für die Sorge, Ängste und Nöte Anderer. „Uns geht’s doch gut! Ich habe Rassismus noch nie erlebt!“ Ähnlich wie die Frau, die sich mit Männern konfrontiert sieht „Sexismus in der Branche? Habe ich als Mann nicht erlebt, also gibt es ihn nicht! Basta!“

Und die, die dem weißen Phänotyp nicht entsprechen? Sie finden Repräsentationen meistens in den Nebenrollen oder in Serien, die „extra für Schwarze“ mit ausschließlich schwarzem Cast sind. Warum? Warum nicht selbst auch schwarze Figuren einführen? Warum nicht die Weißen als „die anderen“ einführen? Warum nicht Figuren, statt wandelnde Hautfarben entwerfen?

Repräsentation ist wichtig

„Representation matters“ – das wird einem bei Filmen wie Black Panther und dem Hashtag  schmerzlich bewusst. Endlich sehen sich Schwarze auf großer Leinwand – nicht als Randfigur, sondern als Hauptpersonen, Weltenretter, Helden. Nicht weißgewaschen, nicht als schwarze Abziehbilder eines eigentlichen Weißen, sondern als eigenständige Persönlichkeiten mit eigener Kultur. Eine, die zählt und ernstgenommen wird.

Wir als Autoren können Welten erschaffen, Geschichten spinnen, Emotionen hervorrufen Menschen zum Nachdenken anregen. Auf eine einfache Art und Weise können wir es durch unsere Themen und Figuren schaffen, ein Bewusstsein zu entwickeln. Wenn der Leser nur für weiße, heterosexuelle, in unseren Breiten als „normal“ geltende Menschen mitfiebern kann, weil er über andere einfach nicht liest, ist das verschenktes Potential, das aber so einfach ausgeschöpft werden könnte.

Lasst uns über den Tellerrand schauen. Lasst uns Diskussionen führen, kreativ werden und versuchen, Klischees zu überwinden. Lasst uns vielschichtige Figuren jeglicher Couleur entwerfen. Weil wir uns bewusst sind. Nicht, weil wir gezwungen werden.

Sondern weil wir es können.


Header: Vinicius Henrique

Warum können nicht alle Filme im Star Wars – Universum spielen?!

Thilo hat mich da auf einen ganz famosen Trailer gestoßen, der eine Liebe zwischen Vertretern verschiedener Spezies thematisiert. Ein bisschen Brokeback Mountain im Weltall. Dieser Trailer ist nur ein Spaßtrailer -- aber er bringt mich auf eine Frage, die mich schon seit Anbeginn der Zeit quält: Warum nur kann nicht jeder Film „Star Wars“ sein?

Längst nicht jeder stellt sich diese Frage. Für viele herrscht derzeit ein Overkill an star wars’schen Filmen: Erst Episode VII, dann Rogue One, dann Episode VIII, dann Han Solo -- wo soll denn all das noch hinführen?! Dabei gibt es doch noch mehr Filme, die auf der Erde spielen und niemand beschwert sich!

Lasst mich erklären

Ich persönlich liebe einfach die Welt aus Star Wars. Die Legenden, Figuren, Völker und Spezies. Die Raumschlachten, Planeten, Lichtschwerter. Die Macht. Die Welt ist reich an Hintergründen, mystischer und märchenhafter als viele -aber natürlich nicht alle -- anderen fiktiven Welten. Warum also nicht mehr Filme mit diesem Setting drehen? Und die müssen mit den Trilogien nicht mal etwas zu tun haben!

So viele Möglichkeiten!

Horror. Ja, Aspekte von „Last Jedi“ fand ich tatsächlich in Ansätzen horroresk. Und ich bin mir sicher, dass es irgendwo im Universum auch übernatürliche Erscheinungen gibt. Oder Figuren, die andere benutzen, foltern, in Angst und Schrecken versetzen. So viele der Settings laden geradezu dazu ein, Blut und Angst sprechen zu lassen! Ich träume von Filmen wie „Das Schweigen der Tauntauns“, „Tatooine Werewolf“ und das unaussprechliche „The Sixth Sith“!

RomCom. Er trifft sie, er trifft ihn und sie trift Wookie. Irrungen, Wirrungen und irgendwo im Hintergrund sieht man einen Trupp Sturmtruppler vorbei flanieren. Außerdem bekommt das Wort „Fernbeziehung“ eine ganz neue Bedeutung.

Drama. Kriegsfilme. Logisch. So viel Potential. Rogue One hätte so  ein Drama sein können, das mich fasziniert, es aber leider nicht geschafft. Aber auch abseits des Krieges haben Leute schon immer Dramen durchlitten. Nur dass man im Star Wars-Universum mehr Konflikte in Form von Rassismus, planetaren Verstrickungen und mehr hat.

Komödie. Das, was Spaceballs ist und „The Last Jedi“ fast geworden wäre. Dabei muss es nicht um Sci-Fi-Parodien gehen, sondern kann auch ganz profane Comedy einschließen.


Man könnte nun sagen: Aber warum überhaupt Star Wars? Die Antwort ist simpel: Warum nicht? Speziell Star Wars-Horror würde mich unglaublich reizen, da ich die Verbindung klar vor mir sehe, aber so noch nicht erfahren konnte. Star Wars ist eine Zutat, die man nutzen könnte. Plus: Man muss nicht alles gucken. Ich schaue mir auch nicht jeden Superheldenfilm an. Und ja: Auch Superheldenfilme dürfen sich auch gerne mal vom typischen Genre abkapseln!

Bis jetzt sind mir die Verfilmungen noch zu nah beieinander. Rogue One hatte wieder den Todesstern, hatte aber zumindest mehr Ansätze in Richtung erwachsender Dramatik als die Trilogien. Ich hoffe darauf, dass die anderen eigenständigen Verfilmungen abgenabelt werden. Natürlich werden mit Obi-Wan und Han Solo wieder bekannte Figuren auftauchen. Aber vielleicht wird ein Ausflug in komplett andere Genres gewagt. Star wars ist schließlich mehr als Science Fantasy/Märchen.

Das haben schon andere Medien im Bereich Star Wars gezeigt. Aber nun: Genießet den Trailer!

Quo vadis, Gamergirl?

Gamerinnen – Zockerweibchen – sind keine Seltenheit mehr. Doch woher kommen sie – und warum treten sie meist nur im Rudel auf? 

Damals

1982 rollte Ms. Pac Man als erste weibliche Spielfigur über die Bildschirme, doch der Siegeszug der Gamerinnen an sich sollte erst viel später stattfinden. Mit dem “Barbie Fashion Designer” wurde 1996 ein Videospiel extra für Mädchen auf den Markt geworfen. Rosa, Fashion, eine idealisierte und klischeehafte Frauenfigur mit auftoupierten Haaren und falschen Wimpern. Das war das Bild, das die Spielemacher von den Bedürfnissen der weiblichen Kundschaft besaß. Und trotzdem: Die Zielgruppe weiblicher Gamer war Mitte der 90er endlich entdeckt worden. Die Marktlücke war erkannt, man roch eine zusätzliche Geldquelle. Auch wenn der Anteil weiblicher Gamer zu dem Zeitpunkt insgesamt noch relativ gering gewesen ist, bildeten sie doch einen nicht zu vernachlässigbaren Anteil der Casual Gamer im Besonderen.

Die Mitwirkenden in der Spieleindustrie waren, wie auch heute, zum größten Teil männlich. Damals betrug der Anteil rund 90% und man setzt(e) weiterhin auf Klischees. Haustiere, Barbie, Bauernhöfe. Mit den Sims kam im Jahre 2000 dann das Spiel auf den Markt, das weibliche und männliche Gamer gleichsam fesselte, wo jedoch der Frauenanteil weitaus höher war und ist. Frauen spielen vermehrt Videospiele, die a) hübsch aussehen b) in denen es um den Spaß, nicht primär um Siege geht und in denen der soziale Aspekt im Vordergrund steht. Hinter den Sims steckt nicht nur eine so einfache, wie auch geniale Idee, sondern auch eine Community, die sich gegenseitig mit neu kreierten ingame-Kleidungsstücken, Möbeln und Häusern versorgt. Es folgten MMORPGs und später die sogenannten “Social Games” auf Plattformen wie Facebook, die den sozialen Aspekt akzentuierten. Rollenspiele, Adventures, allgemein eher auf Rätsel, Entwicklung und Geschichte ausgelegte Spiele, rundeten die Welt der typischen Gamerin ab.

Die Frauen wurden nach und nach auch in der Community präsenter, das Bild des “Zockerweibchens”  setzte sich fest und wurde zelebriert.  Mädchen – ob Gamerin oder nicht – lutschten plötzlich an Controllern herum, räkelten sich lasziv und nur mit vor die nackten Brüste gehaltener Spielekonsole vor der Kamera und wurden von der hechelnden Gamerschaft gefeiert. Das war die eine Seite. Auf der anderen Seite wurden und werden Gamerinnen als reale Gegner innerhalb des Videospieles selbst beschimpft. Sobald es um das Spiel selbst und nicht um nackte Brüste und angesabberte Controller ging, hatte (und hat) man es als Frau nicht unbedingt leicht. Besonders bemerkenswerte Ausgüsse geistigen Abfalls wurden damals auf der Seite “Fat, ugly or slutty” gesammelt und der Spiegel hat jüngst über Sexismus gegenüber Gamerinnen geschrieben.

Und heute?

Mittlerweile sind fast 50% der deutschen Gamer weiblich. [Quelle] Es scheint, als wäre man im allgemeinen Verständnis irgendwie angekommen, selbst über die Klischee-Genres hinaus. Die ESL (Electronic Sports League) wurde um eine “female league” erweitert. Reine Frauenteams, die gegeneinander zocken – nicht etwa in Sachen Pokemon, sondern Counterstrike. Im Spiel, wo die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau schwinden, hört niemand die Brüste wackeln, eine friedliche Koexistenz von Mann und Frau scheint langsam möglich und akzeptiert zu werden.

Doch trotzdessen, dass die Gleichberechtigung immer weiter Fuß fasst und sich selbst der hinterste Dorfmacho eingestehen muss, dass man nach der Niederlage gegen eine Frau nicht unbedingt mit sexistischen Beleidigungen um sich werfen muss, scheinen sich die Frauen noch nicht ganz in die Welt hinauszutrauen. Sie rotten sich zusammen, erstellen Bloggemeinschaften rein weiblicher Besetzung, spielen in rein weiblichen Teams und gründen Frauengilden. Sie grenzen sich ab, anstatt sich einzugliedern. Mehr noch: Man macht ganz bewusst auf den Status als Frau aufmerksam. Blognamen tragen plakativ “with curves”, “girl” oder “sexy” mit sich herum. Man macht sich selber zur (teils sexualisierten) Randgruppe. “Hallo, ich bin ein Gamergirl! Hört ihr?! Ein sexy Ga-mer-girl!” Mädels, das habt ihr nicht nötig.

Eine rein männliche Podcast- oder Blogtruppe wird doch auch nicht mit dem Prädikat „male“ oder „manly“ versehen. Gut, ab und zu sieht man vielleicht“ bearded“ oder eben „mit Bart“ oder dergleichen, wenn das Geschöpf besonders stolz auf eben jenen ist. Wahrscheinlich ist „Stolz“ auch bei den „girlygirlfemalegamergirls“ der Grund. Man ist stolz, eine unter wenigen zu sein, ein strahlendes Einhorn? Die Sache ist doch: Man ist nicht eine unter wenigen, sondern eine unter vielen. Wir drängen uns nur selber in diese Außenseiterrolle hinein – oder werden gedrängt, weil wir drängen lassen. Oder andersherum: Hat man vielleicht Angst, ohne dieses „Alleinstellungsmerkmal“ weniger attraktiv, weniger interessant, weniger gut zu sein?

Die Schuldfrage

Sind wir also die Schuldigen? Ich finde nicht. „Schuld“ hat hier die Gesellschaft insgesamt, was das „männliche Ego“ und auch die „weibliche Zurückhaltung“, um in den Klischees zu bleiben, inkludiert. Events wie jenes vom MediaMarkt letzte Woche, bei dem „Zockerfrauen“ gegen „Zockerfrauen“ antraten, machen es nicht besser. Soll hier ein Schutzraum geboten werden? Glaubt man, dass Frauen per se schlechter sind als „Gamerboys“? Sich anders vielleicht gar nicht erst trauen? Die Eventbeschreibung jedenfalls ist hilarious:

Mädels, liebt Euer Freund FIFA 18 so sehr wie Euch? Und Jungs, traut Ihr Eurem Mädel zu, Euch das neue FIFA 18 + 1 x PlayStation 4 + 2 Controllern in einem epischen Live-Battle zu erspielen? Dann Männer stark bleiben – Mädels an den Controller!(…) Die zwei Siegerinnen aus der jeweiligen Runde haben die Möglichkeit im großen Finale das volle Paket für Ihren geliebten Zocker abzusahnen (…) Jede Teilnehmerin muss von ihrem Mann (egal ob Freund oder Kumpel) begleitet werden – der bekommt nämlich eine ganz besondere Rolle! (…)!!! Achtung Männer !!! (…)Während dem Spiel dürft Ihr Eurer Zocker-Queen nicht helfen! Nur anfeuern, feiern und fluchen ist erlaubt – wer Spiel-Tipps gibt scheidet aus. [Quelle: Facebook-Event]

W. T. F. Eigentlich geht es nicht darum, dass Frauen ihre Zockerleidenschaft mal auf einer kleineren Bühne ausleben dürfen – sondern um die Belustigung der Männer. Die, natürlich, die eigentlichen Gamingexperten sind. Weil Frauen natürlich grundsätzlich kein FIFA zocken?

Ja, die Gamesbranche ist in manchen Bereichen, etwa dem E-Sport, eine Männerdomäne. Aber soll das heißen, dass wir uns als Frauen unsere eigenen Süppchen köcheln sollen? Dass wir uns – obwohl wir Ahnung von der Materie haben – lieber „save“ in Frauenteams zusammentun, als uns unter männliche Kollegen zu mischen? Werdet doch mal Chefin eines eigenen (gemischten) Gamingblogs! You can fucking do this! Der Weg in die Zukunft sollte sich nicht von geschlechtlichen Barrieren kennzeichnen lassen. Wir sind nunmal alle Gamer, ob Schwanz oder nicht.

Headerbild: Erik Lucatero
Schwache Charaktere in der Popkultur

Warum wir auch schwache Figuren brauchen

Stets liegt der Fokus allgemeiner Betrachtung auf den starken Figuren. Filme bräuchten mehr starke Frauen, Love Interests sollten generell stark sein und überhaupt wird häufig gerade über die Stärke weiblicher Figuren gesprochen. Mit Recht: Im Vergleich zu starken männlichen sind starke weibliche Figuren deutlich unterrepräsentiert; es herrscht noch ein Ungleichgewicht, das korrigiert gehört. Doch abseits dieser Diskussion möchte ich euren Blick heute auf die Schwachen unter den Figuren lenken und letztlich erklären, weshalb ich sie trotz ihrer stiefmütterlichen Behandlung ziemlich wichtig finde.

Doch was ist „Schwäche“ überhaupt? Der Duden findet dafür, wie hier links zu sehen, natürlich gleich mehrere Bedeutungen und klar definierte Worte. Es kann fehlende körperliche Kraft bedeuten ebenso wie charakterliche oder moralische Unvollkommenheit. Schwäche, so wissen wir, ist nichts gutes. Es zeugt von einem Mangel und von Unzulänglichkeit. Man ist „nicht gut genug“ für etwas oder gar jemanden. Schwäche kann nicht nur einem selber schaden, sondern auch anderen. Und natürlich liegt es in der Natur des Menschen, sich stets zu verbessern, also Schwächen auszubügeln, vielleicht sogar zu Stärken zu machen. Man will nicht „das schwächste Glied in der Kette sein“. Gleichzeitig wird Schwäche meines Erachtens nach aber auch falsch ausgelegt, Schwäche in Figuren projiziert, wo gar keine herrscht.

Warum braucht es also schwache Figuren?

Starke Figuren treiben einen Plot voran. Sie sind, um in Extrembeispielen zu denken, willensstark und zielstrebig, straucheln wenn, dann nur vorübergehend und geben den Ton an. Sie dienen als Identifikationsfigur, an der man sich nicht nur misst, sondern aus derer Entwicklung man auch Kraft schöpfen kann. Gerade dann, wenn die Figur vielleicht etwas schwächer angefangen hat. Ohne Schwäche kann jedoch keine Stärke existieren. Es ist wie bei der Idee von Gut und Böse: Kann man „gut“ sein, wenn es kein „böses“ Beispiel gibt? Die schwache Figur lässt die Stärke Anderer erstrahlen.

Das ist besonders dann wichtig, wenn man feministische Standpunkte vertritt. Gäbe es ausschließlich starke weibliche Figuren – wäre das nicht „default„, der Standard? Könnte eine Buffy oder eine Laura Roslin als stark gelten, wenn man jede weibliche Figur derart verzerren würde? Gleiches gilt natürlich für die männlichen Konterparts.

Schwächen sind menschlich. Schwächen sind sogar okay. Angst – oder gar Feigheit – kennt vermutlich jeder, der nach Sichtung eines Horrorfilms durch nächtlich stille Gassen schleichen musste. In Ansätzen sind solche Schwächen auch durchaus bei den Protagonisten der Fiktion zu finden: Unzulänglichkeiten, die die Figur nur umso liebenswerter machen sollen. Die richtig schwachen Figuren jedoch sind selten.

Beispiele schwacher Figuren

Meine Twitter-Follower fragte ich heute, welche tollen schwachen Figuren aus Sci-Fi und Fantasy sie kennen. Das Antwortspektrum fiel recht mager aus. Vielleicht, weil es gar nicht so viele gut geschriebene schwache Figuren gibt? Oder wird in schwachen Figuren einfach generell wenig Gutes gesehen? Ein paar Antworten gab es derer aber natürlich schon. Hiccup aus Drachenzähmen leicht gemacht wurde etwa genannt. Dessen Schwäche ist in erster Linie körperlich, weshalb er im Laufe seiner Entwicklung auch charakterliche Schwäche wie mangelhaftes Selbstbewusstsein und Schüchternheit zeigt. Dennoch ist er die treibende Kraft hinter dem Plot. Allerdings: Ihm passiert etwas. Erst durch die äußeren Umstände und mit Hilfe seiner Freunde wird er zu einer Figur, die die Geschichte voran treibt.

Auch Helden wie Han Solo wurden genannt. Han Solo, der nicht nur einmal Opfer eigener Gier wird. Im Herzen jedoch ist er stark, sogar gut. Er überwindet seine Gier, ist ohnehin mutig, zielstrebig, geschickt und klug. Eine andere als schwach genannte star wars’sche Figur ist dagegen Jar Jar Binks. Er wiederum ist allerdings derart schwach und unsympathisch, dass er keinesfalls als Held gelten kann.

Die meisten der dort genannten Figuren sind körperlich schwach oder besitzen lediglich schwache Komponente, sind also nicht im Gesamten schwach. Ich zumindest würde sie nicht als „schwache Figur“ bezeichnen. Es gibt nur eine Ausnahme, bei der das zutrifft: Theon Greyjoy aus Game of Thrones. Und er, meine Damen und Herren, ist tatsächlich auch der Grund, weshalb ich diesen Artikel nun schreibe.

Das Beispiel „Theon Greyjoy“

Theon beginnt stärker als er nun ist. Anfangs narzisstisch und selbstbewusst, wird ihm dieses Selbstbewusstsein bald genommen. Mittlerweile ist er ein psychisches Wrack, leidet an verschiedenen psychischen Erkrankungen. Man kann es ihm nicht verübeln: Gefoltert, seines Penis‘ beraubt, in Gefangenschaft gehalten, auf alle erdenklichen Weisen malträtiert: Dieser Mann ist mittlerweile nur noch ein Schatten seiner Selbst.

In einer Szene der aktuellsten Staffel wird seine Schwester entführt. Er muss zusehen – und krümmt keinen Finger. Schwach. So unfassbar schwach. Von Freund und Feind wird er deswegen verhöhnt. Das ist nicht das Verhalten eines Helden. Nicht, dass er je einer gewesen wäre. Und doch finde ich es sehr positiv, dass diese Schwäche gezeigt wird. Er war ein Opfer, die Narben auf seiner Seele sind spürbar. Viele Zuschauer vergessen das. Vergessen über all die strahlenden, furchtlosen Helden, dass gewisse Situationen Traumata hervorrufen können. Die meisten Helden bleiben stark. Ihnen machen viele auch furchtbare – Dinge nichts aus. Wenn es sie verändert, macht es sie nur noch stärker. Das ist schade – denn Schwäche gehört dazu. Mehr noch: Schwäche ist manchmal die einzige logische Konsequenz.

So oder so: Theon ist kein „fan favourite“. Das liegt aber sicherlich nicht nur an seinen vielen Schwächen.

Schwache weibliche Figuren im Speziellen

Der Ruf nach starken weiblichen Figuren ist derart laut, dass der Blick auf Figurentiefe generell zu verschwimmen scheint. Eine fiktive Frau hat heutzutage stark zu sein, um den Ansprüchen zu genügen. Das ist nicht per se etwas Schlechtes. Allerdings kann es auch ad absurdum geführt werden. In der neuen Star Trek Serie Discovery etwa kommt man keine 2 Minuten weit, ohne auf eine neue starke weibliche Figur zu treffen. Das ist einerseits gut, andererseits frage ich mich: Muss eine Frau tough sein? Es ist diese strenge bis teilweise aggressive Art, die scheinbar als stark gilt. Als in Ansätzen schwache weibliche Figur wird Sylvia Tilly eingeführt. Sie redet viel, zeigt aber doch nach und nach mehr Durchsetzungsfähigkeit bereits in einer einzigen Episode.

Schwache Figuren sind kein Muss. Doch sie akzentuieren die Stärken Anderer, sind Plotgeber, Hindernisse, zeigen Menschlichkeit. Das Problem, das ich sehe ist, dass gerade weibliche Protagonisten scheinbar nicht mehr schwach sein dürfen. Und das, obwohl Schwäche keine Schwäche sein muss. Sie kann im Gegenteil sehr spannend sein. Solange die weiblichen Figuren nicht alle schwach sind, sehe ich kein Problem. Das einzige, was ich momentan sehe, ist eine Art Angst vor Schwäche.

Warum ist das so? Warum darf es keine schwachen Frauen in Film, Fernsehen und Literatur geben? Weil es keine schwachen Frauen gibt? Das kann ich direkt verneinen. Weil Schwäche immer unsympathisch ist? Ach, ich bin auch eine schwache Frau und meine Katze findet mich trotzdem sympathisch. Oder vielleicht einfach nur, weil man Angst hat, mit schwachen Hauptpersonen ein Risiko einzugehen? Steht doch zu den Schwächen eurer Hauptfiguren. Egal, ob sie männlich oder weiblich ist. Solange  ihr nicht vergesst, dass weder Frauen, noch Männer die Stärke mit Löffeln gefressen haben, ist doch alles gut.

Vielleicht sollten wir auch einfach aufhören in Kategorien wie „stark“ oder „schwach“ zu denken und auf das achten, was wirklich zählt: Komplexität und Tiefe. Dann klappt es auch mit den sympathischen und glaubwürdigen Figuren.

Headerbild by: Larm Rmah

Leserfrage der Woche: Der ultimative Geek?

(…) und was macht deiner Meinung nach den ultimativen Geek aus?”

Manchmal bekommt man Leserbriefe, die einen wirklich nachdenken lassen. Wie dieser hier von Martin. Der ultimative Übergeek also. Der ist leicht zu beschreiben, dieses bewundernswerte Wesen. Leset und neidet ihn.

Der ultimative Geek…

  • … trägt Geekshirts. Immer. Er hat mindestens 365 Stück davon im Schrank, wovon eines natürlich lustiger und kreativer ist als das andere. Je einzigartiger, desto besser. Beliebte Themen schwanken je nach Saison, die beliebten Seiten wie Qwertee jedoch bleiben. Der aller-ultimativste Geek trägt hierbei zwei Shirts übereinander. Kann man bei Rüstungshemden übrigens auch machen, wenn der Spielleiter nicht aufpasst. Rüstungsschutz!
  • … hat jedes Spiel, das es gibt und geben wird durchgespielt. Drei Mal. Er kennt jeden Lösungsweg, jeden Dialogstrang und weiß alles besser als die Spieleentwickler selbst. Wenn man Fragen zum Spiel hat, fragt man als erstes ihn.
  • … hat keine Wohnung. Er hat einen Geektempel. Der Toaster toastet kleine Darth Cylons in die Brote, die Zimmer werden von Lichtschwertern beleuchtet und er schläft in Gandalf-Bettwäsche. Ikea ist ihm zu normal, er kauft nur ausgewählte Fanobjekte ein.
  • … ist offensichtlich reich.
  • … ist ein wandelndes Lexikon. Wer hat bei der dritten Episode der fünften Staffel von The Walking Dead Regie geführt? Was ist das Lieblingsgericht des fünften Doktors? Und was heißt nochmal “Ich werde dein Blut aus deiner Hirnschale trinken!” auf Klingonisch? Er kennt die Antwort.
  • … hat kein einziges, rotes Oberteil im Kleiderschrank. Obviously.

Ich denke, dass es offensichtlich geworden ist, dass ich nicht an den ultimativen Geek glaube. Zumindest nicht an den, der von außen als solcher zu erkennen ist. Ist man mehr Geek als der andere, weil die Kleiderwahl erscheinen lässt, als hätte man den Webshop ThinkGeeks ausgeraubt? Ein Zelda-Kettenanhänger macht niemanden “mehr geek” als den anderen, ebensowenig wie es die Kenntnis über die Namen jedes Nebencharakters von Torchwood macht.

Meine Antwort auf die Eingangsfrage ist eigentlich ziemlich simpel gestrickt und riecht ziemlich nach Cheese: Der ultimative Geek ist mit Leidenschaft dabei.

Er fiebert mit den Charakteren seiner favorisierten Serie mit, sammelt vielleicht jeden Schnipsel auf, den er über die Serie/whatever finden kann. Er bekommt eine Gänsehaut, wenn er die Titelmelodie seines Franchises hört. Den ersten Ton eines Star Wars Filmes etwa oder auch den diffusen Ton der Enterprisetüren. Wahrscheinlich sammelt er, kennt sich mit mindestens einem Genre aus, war schon auf einer Convention. Die Themen beschäftigen ihn, er redet darüber, will mehr wissen. Und weiß vermutlich noch, wann er zum ersten Mal einen Ent gesehen hat.

Er muss nicht alles kennen, kein Universalgeek sein. Nicht jede Serie gucken oder jedes Spiel gespielt habe. Er muss nicht wissen, wer zuerst geschossen hat. Es kommt nicht darauf an, wer den längsten Schwanz hat. Den hat, wie wir alle wissen, ja auch das Marsupilami. Nein, im Grunde genommen gibt es nur erste Plätze auf der Geekrangskala der Unendlichkeit. Hey, ich bin eine verdammte Waage, ich stehe auf das Gleichgewicht, Frieden und Harmonie! Außerdem glauben Waagen nicht an Horoskope.

Also Martin: Man braucht kein volles Regal mit Actionfiguren, Comics und Videospielen zu haben, um ein ultimativer Geek zu sein. Ich selber besitze übrigens auch nicht besonders viel. Nichts Stoffliches, ich kann dementsprechend mit keiner überdimensionalen Collection angeben. Den Geek habe ich im Herzen. [absolut nicht kitschiger Themesong zum Gesagten]

Oder habt ihr andere Definitionen? Ist durchaus möglich! Vielleicht sagt ihr auch, dass man unbedingt XY gesehen haben muss oder mindestens 40 Teefury-Shirts besitzen muss, um “ultimativ” zu sein. Dann ist das auch ok, ihr könnt meine imaginären Geekmedaillen dann gerne haben 🙂 (Nicht, dass ich welche hätte. Mist.)

Warum ich das Konzept des „starken weiblichen Charakters“ ätzend finde

Ist Weibsvolk anwesend? Heute ist schließlich der Weltfrauentag! Grund genug, sich endlich wieder die Nägel zu lackieren und die Küche zu putzen!

… oder sich Gedanken über das Frauenbild in der Popkultur zu machen. Nein, der Fokus soll hier nicht auf der allseits bekannten und beseufzten Sexualisierung liegen, auch nicht auf irgendeiner ominöse Quote. Sondern auf der Art von Heldin, die gemeinhin als „stark“ betitelt wird. Vielleicht geht ihr kurz einen Moment in euch und überlegt: „Was bedeutet dieses „stark“ eigentlich für mich?“

Physische Stärke? Kampftalent? Der Gefahr trotzen? Sich wie ein Mann benehmen?

Sucht man einfach mal nach „strong women in comics“ findet man in erster Linie Charaktere, die „kick-ass“ sind: Wonder Woman, She-Hulk, Red Sonja – Jeder Taschendieb würde sich drei Mal überlegen, bevor er solch eine Dame um ein paar Münzen erleichtert. Physische Stärke und/oder kämpferischer Skill ist oft das erste, das einem in den Sinn kommt (außer dir natürlich, der gerade schurkenhaft kichernd die Kommentarsektion sucht um meine Worte zu widerlegen). Der Ruf nach mehr starken Frauen deckt dann auch gerne genau diese Sparte ab: Gebt uns mehr weibliche Arschtreter! Bestenfalls natürlich solche, die gleichzeitig hochgradig intelligent und gutaussehend sind, doch ist das nichts, das bei männlichen Charakteren groß anders wäre.

Wo ich gerade „männlich“ eintippe: Wie oft werden solche Protagonisten als „stark“ beschrieben? Richtig: Selten bis nie. Bei Männern scheint man es nicht für nötig zu erachten, sie noch zusätzlich zu definieren: Sie sind es scheinbar automatisch. Warum braucht es bei Frauen diesen Zusatz? Weil man grundsätzlich annimmt, dass sie schwach sind.

Männer und Frauen sind nicht gleich. Bereits rein biologisch präsentieren sich einige mehr, und einige weniger offensichtliche Unterschiede. Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, dass der Mann im Mittel stärker ist als die Frau. Ich habe kein Problem damit, wenn es mehr physisch starke männliche, als weibliche Charaktere gibt. Womit ich jedoch durchaus meine Schwierigkeiten habe, ist die Annahme, nur eine physisch starke/gewandte/fitte Protagonistin könne stark sein. Mir scheint es, die Frau verliere automatisch an Stärke, sobald sie gekidnappt wird. Ist eine Peach schwächer als eine Michonne? Nicht unbedingt.

Die gute Frau Peach wird gekidnappt. Immer und immer wieder. Wenn man nun davon ausgeht, dass die Spiele einer mehr oder weniger zusammenhängenden Storyline folgen, hat die Dame also bereits einiges erlebt – und reckt dennoch in ihrem pinken Kleidchen stolz das Kinn, während sie nebenbei ihr Königreich wieder regiert und einen anlächelt, als wäre nichts gewesen. Sie kann Bowser nicht den Hintern versohlen, dafür jedoch zeigt sie andere starke Eigenschaften.

Peach ist natürlich ein stark stilisiertes Beispiel, schließlich ist die Geschichte hinter den Jump’n’Runs (und den etlichen weiteren Ablegern des Klempneruniversums) eher alibimäßig vorhanden, als wirklich durchdacht. Sie dient hier lediglich als einfaches Beispiel, das in wesentlich komplexerer Art und Weise auch auf weitere Charaktere übertragbar ist.

Die Existenz von Schwäche schließt Stärke nicht aus. Das wäre eine denkbar flache Charakterzeichnung, die ich weder bei männlichen, noch bei weiblichen Charakteren sehen muss. Eine Frau darf schwach sein und ich sehe eine klare Daseinsberechtigungen für die kochenden, weinenden, shoppenden Charaktere dieser Welt. Wenn es nicht die einzigen Wesenszüge weiblicher Charaktere bleiben. Auch Weiblichkeit kann stark sein und ein pinkes Kleidchen macht einen nicht schwächer.

Präsidentin Roslin, Battlestar Galactica

Ich brauche keine „starke Frau“ in einem Comic, Film oder Videospiel. Nicht, wenn damit die Kampfsau gemeint ist. Eine der stärksten, weiblichen Charaktere ist in meinen Augen Präsidentin Laura Roslin aus Battlestar Galactica. Auf ihren Schultern lastet das Schicksal der gesamten Menschheit, ihr Körper wird von einer unheilbaren Krankheit gebeutelt und dennoch schafft sie es immer wieder, die Schultern zu straffen und resolut Entscheidungen zu fällen. Trägt sie dabei eine Knarre? Braucht sie eine „starke Pose“ mit geballter Faust? Nein.

Ein weiblicher Charakter wird nicht stark, nur weil man ihn vermännlicht und mit ballernden Penisprothesen ausstattet.

Es gibt mehr starke Charaktere dieser oder jener Art, als manche denken wollen.