Was bleibt nach der Apokalypse

Was bleibt von dir nach der Apokalypse?

Stell dir vor, die Gesellschaft würde endgültig zugrunde gehen. Von Zombies überrollt, Kometen getroffen, Epidemien eliminiert oder von der eigenen Atommacht dahingerafft. Vielleicht werden wir auch von Aliens getötet, ersticken an unserem eigenen Müll oder werden von Katzencthulhus getötet. Was es auch ist: Die Gesellschaft, wie wir sie kennen, funktioniert nicht mehr. Städte verwesen zu steinernen Skeletten und die letzten Menschen rotten sich zu hungernden Banden zusammen.

Doch was bleibt dann im Kleinen? Von dir?

Wer sind wir?

Im normalen Leben bauen wir ein Glashaus um uns herum auf, in das jeder vorbeischauen darf. Mal sind die Wände mit Postern verkleidet, mal von dicken Teppichen undurchsichtbar gemacht; doch oft bleiben bewusste Lücken, die auf Aspekte unseres Lebens leuchten sollen. Wir sind nicht nur, wir tun so und besitzen. Wir horten Sammlungen, die von unserer realen oder virtuellen Filterblase als angesagt gelten, wir präsentieren uns mit unserer Kleidung, schmücken uns mit Noten und definieren uns über unsere Jobs.

„Ich bin ein Influencer“,

sagt er und reckt stolz die Brust. Er habe über 100k Follower, sein begehbarer Kleiderschrank platze aus allen Nähten und er sei super beliebt. Seine Bilder glänzen, zeigen ihn mit strahlendem Gebiss und er lässt seine Zahlen spielen wie Athleten ihre Muskeln. Doch was würde von ihm bleiben? Wer würde er sein, nachdem weder Fans, noch Internet mehr sind?

„Ich bin mein Job“,

sagen wir, bevor wir in unser Mittagsbrot beissen und wieder in die Tasten hauen.

Das, was wir haben, gehört uns nicht. Es ist das Land, in dem wir leben voller Dinge, die andere erschufen. Schwitzend packen wir Stein auf Stein auf eine Mauer aus dem, was wir „unsere Arbeit“ nennen. Was ist, wenn sie eingerissen wird? Illusion.

„Ich“

Das Ich ist mehr. Geht die Welt unter – jetzt, morgen, in hundert oder tausend Jahren – stehen wir auf dem Scherbenhaufen nicht nur der Welt, der Stadt, der Straße, sondern auf dem Haufen unserer Existenz. Umgeben von zersplitterten Followerzahlen, die nichts mehr bedeuten und in der Hand die Visitenkarte. „Community Managerin“ steht darauf zu lesen. Doch welche Community managen wir dann noch? Eine Community aus gebrochenen Schaufensterpuppen.

Was bleibt, wenn alles andere gegangen ist. Die Handwerker*innen, auf die man im Jetzt gerne herab sieht, die aber aus Müll ein verdammt gutes Bett zimmern können. Die Hebammen, die heute von der Politik vergessen und nach denen morgen verzweifelt geschrien wird. Die Menschen. Die mit dem guten Herz. Die Netten, die einen auch in dunkelsten Zeiten aufzumuntern bereit sind. Die Ärzt*innen und Arzthelfer*innen, die Anpacker, die Charaktere.

Gut ist man im Herzen, nicht im Job. Und ja, gut kann man auch als der Influencer sein, von dem vorhin gesprochen wurde. Aber er ist kein Influencer. Er ist mehr oder weniger als das. Er ist er.

Du bist nicht nur dein Job, nicht nur deine Followerzahl. Es kann vergehen wie eine Schneeflocke die sich auf heißes Pflaster verirrte.

Wer bist du?


Header: Selbstportrait

Sexualisierung von Männern in Games 1

Sexualisierung von Männern in (westlichen) Videospielen

Über die Sexualisierung der Frau in Videospielen wird viel und ausgiebig diskutiert. Gerne fällt dann der Vergleich zur Darstellung männlicher Figuren, die mit oft extremer „Maskulinität“, Athletik  und auch nackter Haut glänzt. Aber ist das bereits eine Sexualisierung? Wo hört sie auf und wo fängt sie an? 

Männliche Videospielfiguren wie Dante aus „Dantes Inferno“ oder Kratos aus „God of War“ werden regelmäßig genannt, wenn es um sexualisierte Charaktere geht. Und ja: Durchaus kann Kratos mit seinem bloßem Oberkörper, der gestählte Muskelberge preisgibt, auf viele sexy wirken. Auch Männer wie Nathan Drake punkten, wenngleich mit Charme und einer körperlichen Agilität. Auch werden die Knarren der Helden gerne als verlängerte Phalli gesehen und entsprechend kritisiert.

Das „Package“, also die Wölbung der Hose im Schritt des männlichen Avatars, ist oftmals um 60% größer als das des normalen Mannes, der Kopf etwa 40%. insgesamt ist alles meist größer, stärker, athletischer als der Durchschnittsmann. Die Gesichtszüge sind männlich und markant. Das alleine ist allerdings keine Sexualisierung.

Unter einer Sexualisierung versteht man den Fokus auf geschlechtliche Merkmale sowie die Hervorhebung derer und das bewusste Kreieren einer Figur auf ihre sexuelle Attraktivität hin. Der Duden sagt dazu:  „Jemanden, etwas in Beziehung zur Sexualität bringen und die Sexualität in den Vordergrund stellen.“

Weiterführend hätten wir eine sexuelle Objektifizierung: Wenn eine Figur einzig und alleine auf ihre Sexualität und ihren Körper beschränkt wird und man sie zum Objekt macht ohne dass sie anderweitiges zu bieten hätte oder ein Individuum bliebe. Eine flache – oder meinetwegen auch überaus kurvige -- Wichsvorlage, um genau zu sein.

Wie sexualisiert man denn nun einen Mann?

Fragt man Menschen, die sexuell auf Männer stehen, wird man nicht nur unter diesen – ich sage mal: „Gruppen“ – Unterschiede feststellen, sondern auch bei dem Einzelnen innerhalb dieser Gruppen individuelle Vorlieben erkennen. Mal ist der extrem männliche Typ mit Körperbehaarung gefragt, mal der Bishonen – also der eher androgyne Typ, den man besonders aus Manga und Anime kennt.

Wie auch immer die Vorlieben des Einzelnen sind, liegt es doch am Spieldesigner oder Spieldesignerin und Autor*innen, ob und wie sie einen Avatar sexualisieren. Dabei ist es nicht von Vorteil, männliche Figuren darzustellen wie eine sexualisierte Frau. Das wirkt meistens unfreiwillig komisch. Der Fokus wird nicht auf die Brüste gelegt, auch nicht oft auf den Hintern, sondern auf andere Merkmale, die auf die ganz eigene Sexualität des Mannes anspielen. Das kann sein:

  • Die Verdeutlichung des „V-Cuts“, der v-förmigen Linie vom Bauch bis zum Intimbereich.
  • Ein akzentuiertes „Package“.
  • Provokante Posen.
  • Enge Hosen, die den Hintern akzentuieren.
  • Eine bestimmte Persönlichkeit, die “Ich bin ein sexuelles Wesen“ suggeriert, etwa durch Blicke oder Posen.

Wichtig ist die Intention. Wurde der Charakter generiert, um sexy zu sein? Oder um eine Identifikation für den männlichen Spieler zu bieten, also den Idealtyp eines Mannes darzustellen?

Die Unterscheidung ist keine leichte, denn dem Klischee nach ist der 08/15-„Idealmann“ fit, mutig, straight im Verhalten. Attribute also, die nicht nur für Jungs erstrebenswert sind, sondern auch auf andere sexy wirken können. Oder genauer ausgedrückt: Ist der Charakter der Intention nach sexy oder wird er nur als sexy empfunden? Ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung: Die Ponys aus „Friendship is Magic“ wurden nicht erschaffen, um an die Libido zu appellieren. Trotzdem sind sind sie Mittelpunkt so mancher erotischer „Fan-Ficktion“[sic!].

Oder das Beispiel Nathan Drake: Seine Art ist cool, sein Körper natürlich fit, aber er ist in keinster Weise sexualisiert. Er wirkt auf manche Menschen sexy, wird auch als attraktiver mann dargestellt, aber es fehlt der Fokus auf sein Geschlecht und seine Sexualität. Selbst in der Romantik-Szene in „Uncharted 2 Among Thieves“ ist nicht er sexualisiert, sonder seine Gespielin Chloe, auf deren Hintern gezoomt wird. Er wirkt auf manche sexy, ist jedoch nicht sexualisiert.

Anderes Beispiel Kratos. Eigentlich ist er ein personifizierter Penis: Groß, hart und sich durch die Gegend rammend. Aber soll er auf den Spieler sexy wirken? Sein Gemächt etwa ist gut verdeckt, ebenso die V-Form und der Hintern. Wenn er Sex hat, dann nimmt er ihn sich und der Fokus wird auf die Frauen gerichtet. Hier dienen die Muskeln wohl eher der Verdeutlichung seiner Macht und Stärke.

Anders sieht es beim Volk der Castaner aus „Tera“ aus. Der Blick, die Pose, aber allem voran der Intimbereich, der durch die Kleidung besonders gut pointiert wird. Die männliche Physik als solche wird in den Vordergrund gestellt, eingeölt glänzt sie vor sich hin.

Auch Devil May Crys Dante ist deutlich sexualisiert: Er ist nicht nur nackt, die Nacktheit wird auch zelebriert und durch seine Bewegungen in einen sexuellen Kontext gestellt. Seine Ausstrahlung ist die eines Mannes, der weiß, wie es um seine Sexualität bestellt ist. In einer Szene öffnet er nackt die Tür. Der Blick seiner Gegenüber verweilt dabei offensichtlich auf seinem Penis. Der ist für den Spieler zwar nicht zu sehen, doch wird Dantes Körperlichkeit und Sexualität bewusst in den Fokus gestellt.

Dante Inferno sexy

Nicht die Figur bestimmt, ob sie sexualisiert wird, sondern die Pose, Kleidung und der Fokus. Dante kann in der einen Szene sexualisiert werden, weil er beispielsweise breitbeinig da sitzt und seine Hand am Penis hat oder von der Kamera von oben bis unten angezoomt wird. In der nächsten Szene kann er allerdings wieder völlig unsexualisiert daherkommen.

Unterscheidung Stereotypen, Identifikationsfiguren, Sexualisierung und Objektifizierung.

  • Stereotyp. Ein Stereotyp im Videospiel ist da etwa der emotional unterentwickelte, braunhaarige, weiße, heterosexuelle Mann mit athletischer Statur. Er taucht überall auf.
  • Identifikationsfigur. Die Figur, mit dem sich der Spieler identifizieren soll. Er agiert, statt passiv zu bleiben und ist in seinem Auftreten und seiner Statur dem mutmaßlichen Wunschbild des Spielers angelehnt.
  • Sexualisierung. Die sexualisierte Figur ist die, die auf ihr Geschlecht und ihre Sexualität fokussiert wird.
  • Objektifizierung. Die objektifizierte Figur die, die einzig darauf reduziert wird.

Warum ist die Sexualisierung männlicher Avatare eigentlich so selten?

Mittlerweile ist zwar rund die Hälfte der Spielerschaft weiblich, die Hauptzielgruppe ist jedoch noch immer der männliche Spieler. Die Sexualisierung eines NPCs erfolgt somit meist aufgrund des so genannten „male gaze“: Eine männliche, heterosexuelle Spielerschaft wird vorausgesetzt. Auf diese werden die Darstellungen, Kamerazooms etc. ausgerichtet, um positive Aufmerksamkeit zu generieren und zu halten.

Der male gaze schließt allerdings keine männliche Sexualisierung ein – Männer sollen dort eine Identifizierung gewährleisten. Außerdem ist bei einigen Spielern Homophobie oder das Unwohlsein beim Anblick erotisch in Szene gesetzter, männlicher Körper, noch Gang und Gebe bzw. wird diese erwartet. „No homo!“

Maskuliner Mann im Videospiel sexualisiert Everlove

Spiele, deren Hauptzielgruppe weiblich ist, beinhalten nicht unbedingt Sexualisierungen, sondern: Make-Up, Shopping, Pferde, süße Glubschaugen und Katzen. Das ist alles nicht sexy. Wenn es aber mal ein Spiel für Frauen mit romantischer Option gibt wie etwa das Spiel „Everlove“ von Silicon Sisters – übrigens ein Entwicklerstudio von Frauen für Frauen – dann scheint es ganz nach dem Coverprinzip von Liebesromanen zu gehen. Der Love Interest ist gut gebaut, hat halblange Haare die leicht im Wind wehen und natürlich tiefgründige, leuchtende Augen.

Spiele wie Dragon Age oder Mass Effect gehen mittlerweile davon aus, dass die Spielerschaft aus Frauen und Männern gleichermaßen besteht und auch beide Geschlechter Interessenten finden. Diese Spiele stellen ihre Figuren entsprechend dar. Meines Erachtens nach geschieht dies jedoch noch zu selten.

Ist Sexualisierung was Schlechtes?

Ich würde sagen: Nein. Man hat was Schönes zum Gucken und es kann so schlecht nicht sein, wenn man die Bedürfnisse des Kunden sozusagen in kleinerem Maße befriedigt. Unpassend wird es nur, wenn die Sexualisierung zu penetrant wird oder es zu einer ausschweifenden Objektifizierung kommt, die als einzige Darstellung des betreffenden Geschlechts fungiert.

Auch sexualisierte Figuren können Tiefe und Charakter haben. Sexualisierung allein ist noch längst kein Sexismus. Der ist es für mich erst dann, wenn einzig und allein ein Geschlecht sexuell dargestellt, instrumentalisiert und reduziert wird.

Vergessen werden sollte nicht, dass Figuren auch ohne Sexualisierung sexy sein können, wie ich weiter vorne im Artikel bereits erläutert hatte. Ich würde mir schlicht mehr Diversität wünschen, um die Spielwelt spannender zu gestalten und man etwas losgelöster vom männlichen Sterotypen ist. Den hat man wirklich schon zu oft gesehen.

Nicht usner Geschlecht bestimmt, wen wir sexy finden.

Kleine Schwänze = Shame?

[Disclaimer: Es ist Offtopic, trifft aber natürlich auch Diskussionen über die Popkultur und deren Auswüchse. Der Artikel erschien zuerst auf meinem alten Blog Zeitzeugin. Da ich den aber nun endgültig geschlossen habe, zieht er hierhin um.]

Oder: Warum es nicht so super ist, eine kleine Penisgröße als Beleidigung zu benutzen

Der Penis: Symbol für Männlichkeit, sexuelle Leidenschaft und Potenz. Die Liebhaber in Liebesromanen sind gut bestückt, schließlich soll das holde Weib auch gebührend begattet werden. Wer einen großen Penis hat wirkt im gesellschaftlichen Bild mächtiger. Stärker. Ist er ein „besserer“ Mann als jemand, der einen kleinen Penis hat? Was bedeutet „Klein“ überhaupt? Alles, was unter dem Durchschnitt von ~14-15cm im erigierten Zustand liegt?

Wo auch immer man die Grenze zieht; kleine Penisse sind nicht selten Zielscheibe für Häme und Spott. Männern, die man nicht mag, werden kleine Gemächte zugesprochen. Provokant? Auf jeden Fall. Aber ist diese Art von Beleidigung nicht auch latent sexistisch? Soll – will – man sich auf die gleiche Stufe wie jene stellen, die Frauen beispielsweise aufgrund ihrer kleinen Oberweite diffamieren?

Als ich damals diesen Artikel schrieb, hatte ich gerade folgenden Tweet gelesen:

Und ich fragte mich: Weshalb um alles in der Welt ist es so herrlich witzig, Nazis „kleine Pimmel“ nachzusagen? Und wäre „Kleintittennazis“ ebenso angebracht? Was haben Geschlechtsmerkmale mit asozialen Menschen zu tun? 

„Von klein auf“

Kleine Penisse und ihre Träger werden ausgelacht. Von der Grundschule an zieht es sich durch so ziemlich alle Altersklassen. Man lacht weise und klopft sich bestätigend auf die Schulter, wenn man hört, dass Hitler wahrscheinlich einen kleinen Penis hatte. Man feiert J.K.Rowling, wenn sie auf einen frauenfeindlichen Tweet mit einem ähnlich gearteten Tweet antwortet. „Hey! Das Internet bietet auch Penisverlängerungen an!“ Es wird impliziert, dass der Gegenüber aufgrund eines kleinen Penisses Minderwertigkeitskomplexe hat. So weit. So wundervoll.

Auf oben genannten Tweet jedenfalls antwortete ich: „Aber schon latent sexistisch. Körperliche Attribute sollten keine Schimpfwörter sein. Kleintittennazis wäre ja auch scheiße.“ und bekam „Nazis sind scheiße. Wer keinerlei Respekt vor Menschen hat, verdient auch keinen Respekt.“ als Reaktion. Ich persönlich kann Nazis ebenfalls keinen Respekt entgegenbringen. Aber hier geht es nicht um irgendeine Beleidigung gegen Nazis. Es geht um die Beleidigung gegen Männer mit kleinen Penissen. Allein den Umstand, dass „Kleinpimmelnazi“ für manche scheinbar das ultimative Schimpfwort ist und es als respektlos gilt, jemandem einen kleinen Penis nachzusagen, finde ich schon äußerst bezeichnend. Dass nicht einmal in Erwägung gezogen wird, dass es jemanden – und nicht den Nazi – treffen könnte.

Das ist Ignoranz und Bodyshaming par excellence. Gerade von Menschen, die sich für Gleichberechtigung und Toleranz einsetzen, sollte es nicht zu viel verlangt sein, einmal über ihre Wortwahl nachzudenken. Niemand kann etwas für seinen kleinen Penis. Niemand ist männlicher, größer, stärker oder besser, wenn er einen großen Penis hat. Indem wir einen kleinen Penis als Schimpfwort missbrauchen, setzen wir die Penisgröße mit Macht gleich und sprechen gleichzeitig jenen diese ab, die einen kleinen Penis besitzen. 

Mich interessierte, wie betroffene Männer über dieses Thema denken und fragte auf Twitter nach. Ich möchte euch hier zwei der Antworten anonym präsentieren:

Ich bin dick und besitze einen Blutpenis, d.h. er ist im unerigierten Zustand tatsächlich klein – oder wirkt zumindest klein. Ich kann dafür nix. Ich kann das auch nicht ändern.(…) Es ist einfach ein soziales Stigma, das sich durch die Gesellschaft zieht. Jeder kennt die Stories von Frauen, die erstmal lachen, wenn Er die Hosen runter lässt.
Nazis werden zu Nazis, weil sie einen kleinen Penis haben (heute bei Twitter gelesen) und dadurch entstehende Komplexe. Warum haben die Leute denn Komplexe? Weil die Gesellschaft immer und immer wieder auf die existenzielle Wichtigkeit der Penisgröße hinweist. (…)
Kein Mensch kann etwas dafür, wie er „gewachsen“ ist und so wie keiner Sprüche á la ‚Du bist ja auch nur Feministin geworden, weil du [insert random shame comment]‘ hören oder lesen will sollte man vl. auch mal drüber nachdenken, wie es Männern geht, wenn sie solche Kommentare lesen – manchmal tut man damit Menschen weh, die man eigentlich mag.

und

Es stört mich sehr wenn jemand jemandem einen kleinen Penis zuspricht weil dieser bspw. ein Nazi ist. Und ja ich finde das sehr unpassend und gerade in der Pubertät verletzt es einen sehr. Ich persönlich habe immer sehr darauf geachtet, dass niemand meinen „kleinen“ Penis sieht, weil ich in meinen Umfeld auch deswegen „dumm angemacht“ wurde. Das war für mich persönlich sehr verletzend. Doch mittlerweile hab ich mich damit abgefunden . Denke schon dass man dauerhafte Komplexe bekommen kann… Aber bei mir war das nicht der Fall

Penisse sind an sich offensichtlicher als Vulvae – aber anders als beispielsweise die Brustgröße bleibt die Penisgröße, wenn man es will, verborgener. Niemand muss herausfinden, dass man einen kleinen Penis hat. Dadurch ist man sich nicht dessen bewusst, wie viele Männer tatsächlich unter der Penisgröße leiden. Leiden auch aufgrund des Bodyshamings und aufgrund der Tatsache, dass man glaubt, damit allein zu sein.

Nennt Nazis doch Arschloch, Hohlfrucht oder meinetwegen auch Toilettentieftaucher. Aber lasst doch körperliche Merkmale außen vor, für die niemand etwas kann, die keines Makels bedürfen und denen an sich nichts Beleidigendes anhaften sollte.

Herzlichen Dank an die Männer, die Größe bewiesen und mir die Antworten zu meinen Fragen geschrieben haben! ?

Meine erste Zombiestory

Ich habe die erste Zombiestory meines Lebens wiedergefunden, die ich euch nicht vorenthalten will! Immerhin ist sie.. ungewöhnlich für ein kleines Kind. Eingebettet ist sie in einer Zeitung die ich damals für mein Mein kleines Pony-Völkchen kreiert hatte. Die wahnwitzige Auflage betrug, glaube ich, etwa fünf Stück und war im Format 4x2cm für  zwei Ponymark käuflich zu erwerben. Die Zombiestory war im Ponyland keine Geschichte, sondern bittere Wahrheit, der Zeitungsartikel kündigte das drohende Unheil an.

Damals, in der Grundschule (zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Minizeitschrift war ich 8, maximal 9 Jahre alt, was auch die Rechtschreibung erklären könnte) wollte ich bereits Journalistin werden und habe einiges erstellt, von Kurzgeschichten bis zu ganzen Zeitungen in „Originalgröße“. Die habe ich sogar verkauft – auf der Straße an ahnungslose Passanten, die mir für damals 10-50 Pfennig einfach was Gutes tun wollten. Leider war die Dorfstraße auf dem Weg zum Ölberg nicht hoch frequentiert, sonst wäre ich nun vermutlich Multimillionärin. Ganz sicher.

Doch zurück zur prähistorischen Zombiestory die ich erstellt hatte, um mit meinen Ponys spannende Abenteuer im heimischen Wohnzimmer zu erleben. Laut Zeitungsbericht beginnt die ganze Chose mit unkontrollierter Blutabgabe und scheint sich zunächst um eine ordinäre Seuche zu handeln. Zumindest bis die Ponys eines schönen Tages nicht nur Blut speien, sondern auch noch nach Gehirn und Gedärm dürsten. Selbige Ponys habe ich dann auch noch schön mit rotem Nagellack markiert und ihnen die Haare abgeschnitten. Unschön, wenn sie in der nächsten Kampagne wieder mit schönem Haar glänzen sollten.

Übrigens herrschte zu diesem Zeitpunkt obendrein auch noch Krieg in meinem Ponyland. Meine Ponys hatten es nicht leicht. Noch heute höre ich manchmal ein Stöhnen aus den Kartons im Keller, in dem meine Ponys über vergangene Zeiten jammern.

Der Verlauf der pony’schen Zombiekalypse

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Der Bürgermeister wird gefressen.

Ein Sondereinsatzkommando (bestehend aus drei Kindern. Logisch.) verschanzt die restlichen Bewohner in der Schule.

Die Zombieponies kriechen umher und fressen Kohlköpfe, da sie keine Gehirne finden können

Zombiepony „Scarlett“ raubt die kleine Schwester von Lars, meinem Lieblingspony und Mitglied des Sondereinsatzkommandos.

Lars und seine zwei Freunde stürmen die Zombieponyhauptzentrale.

Alles fliegt in die Luft (dargestellt durch ein mit roter Wasserfarbe eingefärbtes Mehl-Wasser-Gemisch, mit dem ich ganz zur Freude meiner Mutter Teile meines Kinderzimmers in apokalyptische Optik verwandelt hatte)

Die Zombieponys werden von der Ponyprinzessin wieder zurückverwandelt.

Alle haben überlebt – nur der Bürgermeister nicht, der bleibt tot.

Die drei Sondereinsatzkommando-Kids werden gefeiert und es gibt eine große Party.

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Kleine Notiz am Rande: ich hatte tatsächlich eine sehr schöne Kindheit, die Ideen für die ganzen Zombieexzesse habe ich mir von heimlichen Fernsehsessions geholt. Ich bin trotzdem ein ganz normaler Mensch geworden! Fast.