„Die 24 Gesetze des toxischen Missbrauchs“ – W T F

Gut. Eigentlich heißt dieses… ich will es nicht Buch nennen. Diese Scheiße heißt eigentlich nicht „Die 24 Gesetze des toxischen Missbrauchs“, sondern „Die 24 Gesetze der Verführung“. [Internal hysterical laughter] Aber das ist dezent, ganz, ganz dezent, untertrieben. Es ist ein Leitfaden dafür, wie man eine toxische Beziehung kreiert. Verlegt in Deutschland erst von Hanser und nun vom dtv Verlag. Ich. Fasse. Es. Nicht.

Über Meara bin ich auf den Instagrambeitrag vom Feministischen Buchclub gestoßen, der einige Buchzitate aus dem „Ratgeber“ vorstellt. Dort ist die Rede vom „Opfer“, das „der Verführer“ „versklaven“ soll, um emotionale Bindung herzustellen. Die Rede ist davon, dass „Angst und Unzufriedenheit“ geschürt werden soll. Die Rede ist davon, dass „das Opfer isoliert“ werden soll.

Ganz ehrlich: Ich konnte es nicht glauben. Innerlich ein bisschen getriggert, wühlte ich mich also viel zu lange durch das Internet, las lange Ausschnitte und wenn ich kotzen könnte, hätte ich es wohl getan, das Erbrochene in ein Paket geflößt und es dem Verlag geschickt. Lachend.

Es ist ein Ratgeber zu toxischem Missbrauch! Toxischer Missbrauch kann Menschen auf Dauer zerstören! Die Verarbeitung einer toxischen Beziehung, in der Gaslighting, emotionaler Missbrauch und viel mehr an der Tagesordnung ist, kann Jahre dauern. Und ein deutscher renommierter Verlag verlegt es? Again: Ich fasse es nicht!

Übrigens, an jene die sich nun denken oder mir gar schreiben: „Du bist schon empfindlich, was?“: Genau das ist auch Teil von Gaslighting. Auch Teil einer toxischen Beziehung. Und DU damit Teil des Problems.

True story.

Durch wie viele Instanzen ist der Text gegangen? Wie viele Menschen haben ihn gelesen und dann beschlossen, dass es eine gute Idee wäre, ihn zu veröffentlichen?

Oder anders: Was muss verdammt nochmal passieren, damit sowas nicht weitere Male geschieht? Wie viele interne Fortbildungen (und ja, liebe Verlage, die habt ihr dringend nötig!) wird es brauchen? Wie viele Köpfe werden endlich beginnen zu rauchen? Kleiner Tipp: Nein, ein Shitstorm ist nicht erstrebenswert und schlechte Publicity nicht gleichbedeutend mit guter Publicity. Ganz ehrlich? Ich bin abgeschreckt was diese Verlage angeht. Und zwar nachhaltig. Und so geht es sicherlich nicht nur mir. Wollt ihr das? Wirklich? Wollt ihr euch für toxische Beziehungen stark machen?!

Die Rezensionen – ich fasse auch diese nicht

Viele Rezensent*innen loben das Buch, beschreiben es als „augenöffnend“, freuen sich darüber, dass man die Welt nun „Klarer, besser sieht“ und sinnieren darüber, dass Menschen generell ja supidupi „gerne verführt“ werden.

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Hat niemand von diesen Leuten das Wort „Opfer“ verstanden? Hat niemand von ihnen die Texte hinterfragt? Jedem*r Einzelnen würde ich gerne eine Einzelstunde mit einem Psychologen oder einer Psychologin mit Fachgebiet toxische Beziehung zusammensetzen, damit es ihnen mal genauer erklärt wird. Natürlich bezahlt von den Verlagen.

Ich bin fassungslos, aber nicht überrascht, dass unsere Gesellschaft Toxizität in Beziehungen so oft noch für völlig normal und sogar erstrebenswert hält.

Vom dtv Verlag liegt mittlerweile immerhin ein Statement vor: Klick.

First: „Kulturgeschichte“. Lol.

Second: „Gestiegene Sensibilität“. Are you kidding me?! „Sensibel“ war man auch 2002 bereits – aber Dank Leuten wie euch wurde es gerne klein geredet, frohlockend in Umlauf gebracht und lächerlich gemacht. Es ist völlig unerheblich, ob etwas 1856 noch als gesellschaftlich okay galt. Zum Glück ist Vergewaltigung innerhalb der Ehe heutzutage übrigens strafbar. Macht uns das heute „gestiegen sensibel“? Nein. Nur fucking ausgebrochen aus ekelhaften, menschenverachtenden Strukturen. Ich glaube aber sehr gerne, dass Horst und Hilde, die nichts hinterfragen und Traditionen vor Würde stellen, sowas wohlwollend auffassen. Toll. Toll. Ist das euer Maßstab?! Eure Entschuldigung?

Was sprach gegen eine Entschuldigung? Ein aufrichtiges Reflektieren?

Mein Vertrauen in den Verlag ist erschüttert. Rape Culture kann und will ich nicht unterstützen. Victim Blaming ist zum Kotzen. Und einen Ratgeber zu emotionalem Missbrauch gehört nicht auf den Markt. „Die 24 Gesetze des toxischen Missbrauchs“ gehört auf den Sondermüll.

Was ich mit diesem Beitrag einfach sagen will: Wir können sowas nicht hinnehmen. Wir dürfen etwas dagegen sagen und uns auch ganz entschieden gegen Verlage entscheiden. Dass unsere Stimmen etwas bewirken, sieht man daran, dass der Verlag das Buch „nicht weiter verkaufen“ will. Schöner gewesen wäre es freilich, wenn es der Verlag aufrichtig eingesehen und die Fehler erkannt hätte. Bis dahin ist es natürlich noch ein Weg. Aber der ist es wert zu gehen.

WIe ihr sonst helfen könnt, zeigt euch Tanja hier: Klick mich.

Ich für meinen Teil werde nie – niemals – leise bleiben solange es um solche Dinge geht. Damit es irgendwann auch der*die Letzte mitbekommt, dass Toxizität in einer Beziehung nichts zu suchen hat.


Aus Datenschutzgründen habe ich die Kommentarfunktion auf dem Blog abgeschaltet. Bei Fragen, Anmerkungen, Ergänzungen und mehr könnt ihr den Beitrag aber gerne auf den sozialen Medien kommentieren: auf FacebookInstagram oder Twitter. 🙂 2012 war etwas ähnliches auch schon Thema. Und ich wette, hätte ich 2002 schon gebloggt, hätte ich aus dem Jahr auch noch etwas finden können.

Cosplay Mandalorian

Großartiges Mandalorian Cosplay von Jacqueline Mayerhofer

Cosplayerin und Autorin Jacqueline Mayerhofer ist mir auf Instagram schon häufiger sehr positiv aufgefallen, denn ihr Mandalorian Cosplay ist der Hammer! <3 Und das Beste daran: Sie hat es tatsächlich selbst hergestellt und auch die Fotos blieben samt Bearbeitung in der Familie, nämlich bei ihrem Freund Peter Gludovatz. Aus Wien hat sie mir von ihrer Cosplayleidenschaft berichtet. Wenn ihr ihre Arbeit auch nur halb so gut findet wie ich, dann folgt unbedingt den Links zu ihren sozialen Profilen! Dort findet ihr auch die weiteren und kompletten Bilder vom Mandalorian Cosplay.

„Schon seit dem Kindergarten bin ich ein großer „Star Wars“-Fan. Von Schwärmereien für Han Solo und Luke Skywalker, später für Ewan McGregor als Obi-Wan Kenobi [Stimme aus dem Off: Can relate SO MUCH!] bis hin zu meiner Liebe für Großadmiral Thrawn im frühen Teenageralter [Again: Same!]. Thrawn hat mir nicht nur beigebracht, in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, sondern auch, hinter die Kulissen zu blicken. Ebenso ist Prinzessin Leia mit ihrer Stärke und ihrem Mut meine Heldin, weshalb sie mein erstes, professionelles Cosplay wurde.

 The Mandalorian

Und Mandalorianer stellen sowieso eine ganz eigene Kategorie für mich dar. Denn ein Mandalorianer zu sein, bedeutet keiner Rasse anzugehören, sondern einem Kredo – und weil jeder zu einem Mando werden kann, gab das auch mir viel Kraft. Wenn sie fallen, stehen sie wieder auf und versuchen es noch einmal. Scheitern sie erneut, trainieren sie und versuchen es so lange, bis sie es schaffen. Ihr Familienband ist außerdem keines, das nur auf Blut basiert. Jeder kann zum Beispiel zur Schwester oder zum Bruder werden. Mandos sind stark, stur und unnachgiebig – ein Kriegervolk, das sich nicht unterkriegen lässt. Ihre Mentalität hat mir im Leben schon oft weitergeholfen. [LINK zum Cosplay A | B]

So kam es auch, dass ich 2015 zusammen mit der Mandalorianischen Beskarschmiede (eine Interessensgemeinschaft – LINK) mit dem Konzept meiner eigenen Rüstung startete. Gut 1 1/2 Jahre später war sie schließlich fertig. Obwohl … fertig ist man mit einer Beskar’gam nie. Immer noch muss ich einiges daran modden, ausbessern, reparieren oder ersetzen. Ganz normaler Alltag also, wie man gut in „The Mandalorian“ sieht, wenn Din Djarin seine Rüstung in Staffel 1 erneuert, oder auch Sabine Wrens Beskar’gam in „Rebels“ immer wieder neue Lackierungen und Teile bekommt. 

Mandalorian und Baby Yoda

Da ich meine Rüstung aus Aluminium geschnitten, geformt, gekantet und getrieben habe, stecken in dem Kostüm nicht nur Unmengen an Schweiß, Geld, Arbeit und Zeit, sondern auch eine Menge Blut. Geschnittenes Aluminium ist messerscharf, wenn man nicht aufpasst. Oder Spitzfeilen sind beispielsweise gefährlich, wenn man abrutscht und sie sich durch den Daumennagel rammt. 

Alles in allem war es schon viel Arbeit, meine persönliche Beskar’gam zu bauen, dafür bin ich umso stolzer darauf, weil sie für mich nicht nur ein Cosplay ist, sondern eben mein ganz persönliches Stück Mandalorianer. In Verbindung dazu trage ich als Mando den Namen Sheyla Beroya – obwohl ‚Beroya‘ eigentlich ‚Kopfgeldjäger‘ auf Mando’a (Mandalorianisch) bedeutet. Und nicht nur im Cosplay-Bereich, sondern auch als Autorin bediene ich mich gerne starken Charakteren, die schon mal in coolen Rüstungen stecken!“


Ich habe nicht zu viel versprochen, oder? Im Internet könnt ihr Jacqueline Mayerhofer hier finden:

Facebook | Instagram | Twitter | Website

Stöbern lohnt sich: Über Cosplays, Autorinnendasein, Katzen bis hin zu generellem Nerdkram ist alles dabei!

Cosplay Mandalorian mit Helm

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Buchtipps Kleinverlage

Buchtipps: Kleinverlags-Autor:innen

Vor einiger Zeit fragte ich in den luftleeren Twitterraum hinein, welche Autor:innen aus meiner oder der Bubble meiner Bubble oder der Bubble der Bubble meiner Bubble […]²³ denn ein Buch in einem Kleinverlag veröffentlicht habe und ob sie es vorstellen möchten. Etwas schüchtern meldeten sich nach und nach ein paar Autor:innen zu Wort. Deren Werke sollen natürlich nicht im Thread bleiben, sondern auch nachhaltig hier genannt werden! Denn ja, es sind einige Perlen dabei!

Vorschläge von guten Romanen – gerne aus dem phantastischen Bereich – nehme ich natürlich weiterhin an. Den Artikel werde ich dann gerne ergänzen. In einem weiteren Beitrag, der Ende der Woche erscheinen soll, werde ich dann auch Bücher von Selfpublisher:innen vorstellen. 🙂

Sidenote: Ich habe noch(?!) keines dieser Bücher gelesen, diese Liste ist lediglich eine Sammlung von Tipps, um die Kleinverlage, die besonders in Coronazeiten auch strugglen, etwas zu unterstützen. Und da ist bestimmt für jede:n von euch etwas dabei!

Fantasy

Die FROST-Chroniken 1: Krieg und Kröten

Die FROST-Chroniken 1: Krieg und Kröten von Susanne Pavlovic

Textehexe“ Susanne Pavlovic mag Kröten. Oder zumindest mochte sie jene, als sie die Frost-Chroniken schrieb. In diesen muss Yuriko Mandorak Doragon Frost, Freund der Kröten, Feuerbeschwörer und Frauenbetörer, Bezwinger der Schicksalsschlange und sagenhafte Siegelmeister, ein Rätsel lösen. Auf das hat er zwar wenig Lust hat, aber hilft ja nichts, denn er hat keine andere Wahl. Warum? Hinterrücks wird er von seiner Schülerin entführt. Und außerdem gibt es da noch besagte Kröten. Die Welt braucht jedenfalls einen Helden. Doch Yuriko will einfach nur zurück nach Hause…

Verlag: Amrûn Verlag | Autorin: Susanne Pavlovic | Homepage | Verlagsseite | Amazonlink

Fremder Himmel

"Fremder Himmel" von Dennis Frey

In Fremder Himmel geht es um eine Autorin die durch ihre selbst geschriebene Fantasywelt reist und feststellt, dass sie noch viel zu lernen hat – und jeder einzelne Fehler ist dem Autoren Dennis Frey sogar selbst passiert!
Mona hat gerade zum ersten Mal ein Manuskript beendet. Um das volle Potenzial ihrer Fantasy-Welt Kaemnor zu entfalten, trifft sie sich mit dem Lektor Bragi, der ihr helfen möchte und im Ausgleich nur ein Versprechen verlangt: Mona darf nicht aufgeben, bis er es ihr erlaubt.
Sie stimmt zu und findet sich kurz darauf in Kaemnor wieder – der Welt, die sie selbst erschaffen hat…

Verlag: Drachenmond Verlag | Autor: Dennis Frey | Homepage | Verlagsseite | Amazonlink

Menschenwolf

"Menschenwolf" von Andrea Weil

Menschenwolf ist das Herzensprojekt von Andrea Weil. Es befindet sich auf dem aktuellsten Stand der Wolfsforschung und behandelt diese eher als dass es phantastische Elemente in den Fokus rücken würde. Vielmehr beschreibt die Autorin es als realistisch und psychologisch und die Content Notes Kindesmissbrauch und Kindstod sprechen da auch eine deutliche Sprache. Als sich der Wolf, den Biologe Nick gefangen hat, in eine Frau verwandelt, zerbricht sein Weltbild.
Die Grenzen zwischen Wissenschaft und Mystik verschwimmen.
Nick befreit Isa und verspricht, ihr Geheimnis zu bewahren.
Doch mit seiner Zuneigung wachsen auch die Zweifel – vor allem, als er in den Fokus von Polizeiermittlungen gerät.

Verlag: ISEGRIM  | Autorin: Andrea Weil | Homepage | Verlagsseite | Amazonlink

Wächter der Weltenschlange

"Wächter der Weltenschlange" von Bernhard Stäber

Wächter der Weltenschlange von Bernhard Stäber ist der erste Band von zweien; ein fantastischer Roadtrip, an dessen Ende hoffentlich nicht Ragnarök bevorsteht.
Nach dem Tod ihrer Mutter verbringt die 17jährige Malin mit ihrem jüngeren Bruder Rune die Sommerferien bei ihrem Großvater in Südnorwegen. Als Rune trotz Sturmwarnung mit seinem Boot auf den Seljordsee hinausfährt, nimmt das Schicksal seinen Lauf: Rune kentert und wird von dem Wassergeist Nyk gerettet – jedoch zu einem hohen Preis. Er muss das letzte Ei der Weltenschlange Jormungand ins Eismeer bringen. Zerrissen zwischen ihrem eigenen Schicksal und dem der Welt bestehen Malin und Rune das Abenteuer ihres Lebens im Reich der nordischen Sagen.

Verlag: Edition Roter Drache | Autor: Bernhard Stäber | Homepage | Verlagsseite | Amazonlink


Steampunk

Berlin Rostiges Herz

"Berlin Rostiges Herz" von Sarah Stoffers

Laut Autorin Sarah Stoffers ist „Berlin Rostiges Herz“ ein „magischer Steampunk mit Intrigen, fiesen Plottwists und Enemies to Friends. Es gibt BPoC Figuren und Queerness, allerdings nur einen Hauch Romance. Dafür Berlin am Meer und eine ewige Rivalität zwischen Zauberern und Erfindern.“
Für mich persönlich ist dieser Roman eine echte Entdeckung gewesen. Bonuspunkte gibt es dafür, dass es mal nicht in London spielt. Aber vielleicht bin das auch nur ich.

Verlag: Amrûn Verlag | Autorin: Sarah Stoffers | Homepage | Verlagspage | Amazonlink

Finnurs Suche

"Finnurs Suche" von Ulf Fildebrandt

Auch Ulf Fildebrandt folgte meinem Aufruf und empfahl seine „Fantasy mit Steampunk-Elementen. Besonderheit ist auch das Magiesystem: Zauberer verwenden eigene oder fremde Erinnerungen, um zu zaubern, aber danach ist die Erinnerung verloren. Jeder Zauber verändert damit die Menschen.“
Die Website wirkt außerordentlich professionell auf mich und macht Lust auf seinen Weltenkreis, in dem seine Romane spielen. Finnurs Suche hat es mir dabei besonders angetan: Als Finnur im Palast Sayid Deochs erwacht, hat er keine Vergangenheit. Die gefährliche Suche nach dem Grund für seine Existenz führt ihn auf verschiedene Welten des Weltenkreises, zu neuen Erkenntnissen über seine Herkunft und zu neuen Gefährten. Immer auf der Flucht vor Lete Russom, dem Meister der einstmals untergegangenen Dynastie Aëdin, der seinen Sieg über Sayid Deoch nutzt, um noch mächtiger zu werden.

Verlag: Lysandra Books Verlag | Autor: Ulf Fildebrandt | Homepage | Verlagspage | Amazonlink


Space Fantasy

Die Türme von Eden

"Die Türme von Eden" von ALessandra Reß

Alessandra Reß bietet „Die Türme von Eden“: Space Fantasy mit einer obskuren Organisation, die …
a) Engel erschaffen kann ODER
b) nur einem zwielichten Glauben anhängt ODER
c) Leichen sammelt because [reason].
Welche Antwort die richtige ist, lässt sich natürlich im Roman selbst herausfinden! Protagonist Dante jedenfalls muss dafür in eine Welt eintauchen, in der Traum und Realität verschwimmen – und sich einer Vergangenheit stellen, die ihn stärker mit den übrigen Novizen verbindet, als er sich eingestehen will.

Verlag: Lindwurm Verlag | Autorin: Alessandra Reß | Homepage | Verlagspage | Amazonlink


Horror & Dark Fantasy

Requiem für Miss Artemisia Jones

"Requiem für Miss Artemisia Jones" von Isa Theobald und David Gray

Gemeinsam mit Co-Autor David Gray schrieb Isa Theobald diese „satirische Horror-Sinfonie voller Jungfrauenopfer, Satanisten, Blut, Rache und schwarzem Humor.“
Miss Artemisia Jones, jungfräuliche Bibliothekarin mit ungesunder Vorliebe für okkulte Literatur, kann ihr Glück kaum fassen, als sie ins Landhaus seiner Lordschaft Sir Reginald Bullington eingeladen wird, um dessen berühmte Bibliothek zu ordnen. Sie ahnt nicht, dass sich hinter jenem Auftrag viel mehr verbirgt, als nur einige alte Bücher zu sortieren. Denn der Lord und dessen Freunde hegen finstere Pläne für die arme Artemisia. So schrecklich sind jene Pläne, dass sie selbst den Höllenfürsten aus seiner Lethargie reißen und zu einem folgenschweren Gastauftritt in der Welt der Sterblichen zwingen.

Verlag: Edition Roter Drache | Autor:innen: David Gray & Isa Theobald | Verlagspage | Amazonlink

Die Ungleichen

"Die Ungleichen" von Kris Gosen

Für Kris Gosen geht es in „Die Ungleichen“ um „Blut, Sex, Weltverschwörung und Vampire. Dystopisch, divers und verregnet. Perfekt für dunkle Herbstabende und Leser*innen mit Lust aufs Mitdenken.“
Erst, wenn wir noch nicht einmal mehr unser Leben zu verlieren haben, finden wir den Mut, der Mensch zu sein, der wir wirklich sind. Nia liebt Bücher. Und ihre Freiheit. Als sie aus Geldmangel einen Lagerraum ihres Cafés an die drei Fremden Faën, Kisha und Sigmund vermietet, ahnt sie nicht, dass das Ganze tödlich enden wird. Für sie. Denn die Fremden entpuppen sich als leibhaftige Vampire. Leider ist es nur als E-Book verfügbar. „Leider“, da ich kein E-Book besitze. Ich Hinterwäldlerin!

Verlag: Hawkify Books | Autorin: Kris Gosen | Verlagspage | Amazonlink


Humor

Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes

"Andrea die Lüsterne und die lustigen Tentakel des Todes" von Diandra Linnemann

Verdammt! Da freut sich Andrea eigentlich auf eine heiße Nacht mit dem Typen aus dem Supermarkt und dann findet sie stattdessen ein Alien im Keller. Dieser Oktopus für Arme spioniert doch tatsächlich die Erde aus, um eine interstellare Invasion vorzubereiten! Der hat sie doch nicht mehr alle! Das kann Andrea natürlich nicht erlauben. Glücklicherweise hält sich das Tentakelwesen selbst für einen begnadeten Komiker und träumt von einer Karriere im Fernsehen. Dafür würde er sogar seine Pläne zur Kolonialisierung der Erdenbewohner aufgeben. Andrea bleibt nur eine Wahl: Sie muss die lustigen Tentakel des Todes groß rausbringen und so die Welt retten.

Verlag: Chaospony Verlag | Autorin: Diandra Linnemann | Homepage | Verlagspage | Amazonlink

Krimi

Jakob Wolff – 1889 – Düsteres London

"Jakob Wolff - 1889 - Düsteres London" von Regine D.Ritter

Regine D. Ritter hat mit “Düsteres London” kürzlich den Goldenen Stephan gewonnen; „Crime & Magic im viktorianischen London, viel Hintergrundinfo über die damalige Gesellschaft, Kinderarbeit, Frauenbewegung, aber trotzdem unterhaltsam zu lesen.“
Jakob Wolff und Lilo haben sich im London des Jahres 1888 eingelebt. Er führt einen kleinen, aber feinen Teeladen. Lilo hingegen hat den Baronet Sir Robert Tarleton geheiratet und ist damit in die High Society der Stadt aufgestiegen.
Doch in London existieren gesellschaftlich sehr unterschiedliche Parallelwelten. In den Armenvierteln der Stadt greift das Entsetzen um sich, als innerhalb kurzer Zeit mehrere Frauen brutal ermordet werden. Wer ist der Täter, der die Polizei öffentlich verhöhnt und immer einen Schritt voraus zu sein scheint?

Verlag: Leseratten Verlag | Autorin: Regine D. Ritter | Homepage | Verlagspage


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Streamerinnen sind keine Einhörner

Wir Streamerinnen sind keine Einhörner, verdammt nochmal!

Wieder einmal werden weibliche (und diverse) Streamerinnen und/oder Gamerinnen gesucht, die auf Twitch oder Youtube aktiv sind. Händeringend. Die Szene sei ja „extrem einheitlich“. Man wolle „seinen Horizont erweitern“. Sagt mal. Seid ihr seit Jahren(!) auf beiden Augen und Ohren blind?!

Ja, es ist großartig, wenn man seinen Horizont erweitern möchte! Toll, wenn man aktiv nach marginalisierten Leutchen sucht die man unterstützen möchte. Wirklich! Aber dieses sich ständig wiederholende Narrativ des „Es gibt keine Streamerinnen die zocken!!!“ ist einfach nur Zeichen einer patriarchalen Scheuklappengesellschaft und fern der seit Jahren (Jahrzehnten?) gelebten Realität.

Auf mich wirkt es, als würde man sich aktiv dagegen wehren, Streamerinnen zu sehen und sich hinter „Aber sie sind nicht unter den 10 beliebtesten Kanälen gelistet, wie kann ich die denn dann finden? :(“ verstecken.

Fun Fact: Ich war jetzt ungelogen nur 10 Sekunden im „Durchsuchen„-Mode (exemplarisch Fortnite) unterwegs und habe auf Anhieb(!) ein Dutzend zockende Frauen gefunden.

Ich nehme es euch nicht ab

Mir steht diese Argumentation bis oben hin. Ab 2011 war ich für ein paar Jahre auf Youtube unterwegs. Und damals schon gab es zockende und let’s playende Frauen. In Foren wurde man fündig, in den Kommentarspalten und natürlich auf Youtube selbst. Das ist jetzt 9 Jahre her. Seitdem sind nicht nur nicht alle Frauen abgesprungen – es sind sogar unzählige hinzugekommen!

Selbiges gilt für Twitch. Wenn aber natürlich Frauen und andere Marginalisierte künstlich kleingehalten werden, kann frau nicht in die Riege der beliebtesten X aufsteigen.

„Wat? Künstliche Kleinhaltung? Du spinnst doch!“ Na. Lasst mich ein paar Beispiele nennen:

  • It’s a man-made boys club. Ja, immer noch. Zu diversen Formaten eingeladen werden noch immer bevorzugt „der Buddy“, sprich: andere Männer. „Wir haben keine Frauen gefunden die mitmachen wollten“ – Bullshit. Ihr habt sie einfach nicht gefragt. Ausnahme: Die Quotenfrau. Ja danke. Nicht. Kooperiert doch mal mit Let’s Playerinnen. Ja, it’s that easy.
  • „Die ist nur wegen der Titten bekannt geworden!“ Damit wird nicht nur das Talent der Frau klein geredet, sondern auch suggeriert, dass es bei ihrem Kanal gar nicht erst primär um Gaming gehen kann. Sie zeigt ja Brüste. Ich bin in einer Streamer-Gruppe auf Facebook aktiv und die sexistischen Kommentare sind unterste Schublade. Und mir geht es nicht um Frauen, die im BH vor dem Rechner sitzen würden.
  • Dieses bereits erwähnte Narrativ. „Die Szene ist so einheitlich! 🙁 “ Seit Jahren sagt ihr das. Und seit Jahren ist es unwahr. Aber dadurch, dass immer und immer wieder so getan wird, als gäbe es keine Streamerinnen oder Youtuberinnen, bleibt es verankert.

Was also tun, um Streamerinnen zu unterstützen?

Folgt ihnen. Teilt ihre Beiträge. Tut nicht so, als gäbe es sie – uns – nicht. Ihr seid die, die dafür sorgen, wenn primär auf Brüste und SChönheit geguckt wird. Steuert dem entgegen, indem ihr mal wagt, hinter die Fassade zu schauen. Dann werdet ihr vermutlich bald sehen, dass nicht die Streamerin auf Brüste baut, sondern ihr. Dass sie sehr wohl innere Werte hat. Sorry, dass wir aussehen, wie wir aussehen.

Und wartet nicht auf die x-te Liste an nicht-männlichen Streamer*innen. Es gibt unendlich viele. Und wenn es schon so viele Listen gibt: Folgt den genannten Kanälen doch mal! Stattdessen werden Listen genannt, aber ignoriert. Ab und an mache ich mir nämlich durchaus die Mühe und schaue bei den letzten Follower*innen nach. Lustigerweise sind die Fragensteller „NENNT MIR DOCH MAL WEIBLICHE STREAMERINNEN!!!11“ dann nämlich nicht dabei.

Suse sammelt auf Twitter beispielsweise gerade: Klick mich. Und das ist wie gesagt nur eine von unendlich vielen bereits bestehender Listen.

Aber verdammt nochmal, tut nicht immer so, als gäbe es uns nicht! Ich habe es satt!

Photo by Jonathan Borba on Unsplash

Marianengraben von Jasmin Schreiber – Gif-Review:

Marianengraben“ von Jasmin Schreiber ist bis jetzt mein Lesehighlight des Jahres. Und weil das so ist und weil ich eigentlich auch mal wieder häufiger bloggen sollte, möchte ich es euch hiermit nun vorstellen! Nicht als geschriebene Rezension, da ich diese selbst so gut wie nie lese. Sondern als Sammlung von Eindrücken in Form von Gifs. 🙂 Ich hoffe, dass es diese Form auch schafft, neugierig zu machen.

Inhaltsangabe

Selbstverständlich spoilerfrei. Die Gifs fangen Szenen, aber primär den Mood ein, den ich beim Lesen dieser Szenen hatte.

Fazit


Verlagslink | Amazon-Affiliatelink | Website der Autorin

Welthungerhilfe German Masters

Welthungerhilfe German Masters: Zocken gegen Corona

Fight for your team and beat Corona worldwide! Gemeinsam mit den Kleinfeldhelden veranstaltet die Welthungerhilfe bereits kommenden Samstag, den 2.05.2020 ihr erstes E-Sports Turnier: Die Welthungerhilfe German Masters. Und ihr könnt dabei sein! Zumindest dann, wenn ihr Fifa20 auf der PS 4 spielen möchtet. Unter uns gesagt: Natürlich wollt ihr! Glaubt mir.

Das ist ein Artikel in eigener Sache, schließlich arbeite ich für die Welthungerhilfe. Allerdings schreibe ich hier als Privatperson und ausdrücklich nicht im Namen der Welthungerhilfe. Aber lasst uns doch endlich zur Sache kommen!

Unterstützt werden durch dieses Turnier Menschen in Regionen mit schlechten Gesundheitssystemen und unzureichender hygienischer Versorgung. Durch eine Spende als Teilnahmegebühr könnt ihr dabei vom heimischen Sofa aus aktiv mithelfen.

Für die Welthungerhilfe German Masters könnt ihr euch noch immer auf der Seite der Kleinfeldhelden anmelden. Ich würde mich freuen, euch am Samstag virtuell zu sehen. Ich werde es mir nämlich natürlich nicht nehmen lassen, am Turnier teilzunehmen! Nicht als Spielerin freilich, denn mit Fifa habe ich ehrlich gesagt nichts am Hut (zu wenig Zombies. Sorry.). Wie genau, werdet ihr dann schon sehen.

Mehr Informationen findet ihr selbstverständlich auch auf der offiziellen Seite der Welthungerhilfe. [Ja, dieser Satz ist ein klickbarer Link. Hallo.] Außerdem seid ihr auf dem Discord-Server herzlich willkommen: Klick!

Start des Turniers: 02.05.2020: 12:00-13:00 für Teilnehmende und ab 13:30 für Zuschauende

Ob ihr selbst teilnehmt, ohne Teilnahme spendet, als Zuschauer*in beiwohnt oder das Event einfach nur teilt – alles hilft und ist gerne gesehen!
Als Kölnanhängerin möchte ich diesen Beitrag mit einem Zitat Podolskis beenden:

„Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch.“

Lukas Podolski
Lieblingsbücher

5 Lieblingsbücher

Da auf Twitter gerade #ZeigtHerEureLieblingsbücher herumgeistert, dachte ich: Ach, machste einfach mal mit! Viel Nostalgie ist dabei, viele Bücher und Zeilen, mit denen ich viel Schönes verbinde. Auch wird man wieder einmal feststellen, dass ich Wölfen stets sehr zugeneigt war – damn, es gibt aber auch phantastische Bücher mit wölfischen Protagonisten! So, without further ado:

Wolfsaga

Ein Rudel lebt friedlich in seinem Tal. Eines Tages hört man von einem „Rudel Zahllos“ – ein Rudel, das, angeführt von Shogar Khan, alle anderen unterwirft um zusammen ein unfassbar riesiges, alles andere vernichtende Rudel zu kreieren. Gier nach Macht trifft auf das Vertrauen auf alte, soziale Werte.

Was auf mich zunächst durch den „Führer“ Schogar Khan wie ein Vergleich mit dem Naziregime wirkte, kristallisiert sich als Parabel heraus, die sich auf das gesamte Miteinander und die Menschen bezieht. Diese werden nicht explizit genannt sondern treten als stilisierte Gestalten in den Alpträumen Shirikis, eines Wolfes des zuerst genannten Rudels, auf. Insgesamt kann man das Rudel Zahllos als Metapher verstehen; es steht für den Menschen. Deshalb ist der Mensch als eigener Charakter in diesem Roman auch überflüssig.

Recheis verknüpft die Natur, die tierische Sichtweise gekonnt mit der des Menschen, wobei sie die Wölfe emotional und gedanklich stark vermenschlicht, ohne es grotesk aussehen zu lassen.

Verlag: dtv | Genre: Abenteuer | Autorin: Käthe Recheis | Amazonlink

Krieg und Frieden

Sehr platt gesagt handelt es sich bei Krieg und Frieden um das russische Game of Thrones des 19. Jahrhunderts.Im historischen Kontext napoleanischer Zeit treten schier unendlich viele Protagonisten vornehmlich der russischen Oberschicht auf, die im Ränkespiel zwischen den antagonistischen Kräften Krieg und Frieden wandeln.

Der Roman ist sehr komplex, dabei unglaublich interessant und mit lebendigen Figuren gespickt, die die epische Erzählung von über 1,5k Wörtern abrunden und dabei auch nicht philosophische Annäherungen auslassen.

Mittlerweile gibt es etliche Verfilmungen und Hörspiele zu diesem Stoff, an die ich mich jedoch noch nicht wirklich herangetraut habe. Lieber setze ich mich jetzt noch einmal an dieses gewaltige Werk – beim ersten Lesen verpasst man och noch so einiges!

Verlag: diverse | Genre: Historischer Roman | Autor: Leo Tolsto | Amazonlink

Herrin der Wölfe 

„Die Herrin der Wölfe“ bildet den Start der Pentalogie rund um die Heilerin Dione, die nicht nur telepathischen Kontakt mit dem Wolf Gray Hishn aufnehmen kann, sondern in deren Händen auch das Schicksal der gesamten Welt liegt.

Was derart auf seine wichtigen Punkte heruntergebrochen klingt wie ein 08/15 Weltenretter-Fantasyschinken, besitzt doch deutlich mehr Tiefe und Individualität. Der Fokus liegt auf den Charakteren, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben ohne dabei in die „Eltern von Orks gefressen“-Vergangenheitsfalle getappt zu sein. Die gezeigte Welt ist rau und staubig, bietet Sklavenhändlern ebenso viel Raum wie der dezent und daher natürlich wirkenden, fantastischen Flora und Fauna.

Es war mit der erste Low Fantasyroman, den ich je gelesen habe und er hat mich auch aufgrund der klaren, modernen Sprache abgeholt. Er verknüpft Fantasy mit Abenteuer und führt Charaktere zusammen, die nicht in tiefste Klischeesümpfe versinken müssen, um interessant zu sein. Und es ist erfrischend blutig, ohne dabei Seen aus Gedärm zu zeigen.

Verlag: Goldmann | Genre: Low Fantasy | Autorin: Tara K. Harper | Amazonlink

Fürst der Wölfe

Hier ist der Name Programm: Fokus liegt tatsächlich auf Wölfen, genauer dem „Fürst“ der Wölfe, Athaba. Dessen Leben begleitet man von Beginn an, erlebt ihn als Welpen inmitten des Wurfes an putzigen Fellknäueln. Als Wolf unter vielen im Rudel scheint es ihm nicht unbedingt bestimmt, Leitwolf zu werden – und zunächst ein Unfall, wenig später ein Mensch reisst ihn völlig aus dem Rudel heraus. Er wird eingesperrt und per Luftpost irgendwohin gebracht – doch das kleine Flugzeug stürzt ab, Athaba und ein Mensch sind die einzigen Überlebenden. Während sich Athaba aufmacht, sein Rudel zu suchen, schließt sich ihm der Mensch an und es beginnt ein spannender Abenteuerroman, der zur Abwechslung mal nicht aus des Menschen Sicht erzählt wird.

Kilworth ist für mich der König der „tierischen“ Romane. Ob aus Sicht von Wieseln, Mäusen oder Wölfen, ihm gelingt es stets, die richtigen Worte zu finden ohne dabei albern oder kindlich zu wirken. „Der Fürst der Wölfe“ ist nicht nur aus naheliegendem Grund – der Wolf steht im Mittelpunkt – mein Liebling, sondern auch, weil er meiner Meinung nach am besten geschrieben wurde. Man muss keine Fantasy mögen, um dieses Buch schätzen zu können.

Verlag: Blanvalet | Genre: Abenteuer | Autor: Garry Kilworth | Amazonlink

Ronja Räubertochter

Ronja Räubertochter füge ich nur der Vollständigkeit halber ein, denn tatsächlich bräuchte ich es hier an dieser Stelle nicht zu erläutern. Ronja Räubertochter habe ich irgendwann, ich muss 5 gewesen sein, zu Ostern geschenkt bekommen. Damals habe ich noch in Belgien gelebt. Auf jeden Fall avancierte es quasi über Nacht zu meinem absoluten Lieblingsbuch. Mit Recht. Natürlich.

Astrid Lindgren hat es geschafft, einen Fantasyroman für Kinder und Jugendliche zu verfassen, der die Leserschaft und deren Fantasie ungaublich ernst nimmt und dabei doch nicht das Zauberhafte vermissen lässt. Ronja Räubertochter war mein erster, wirklicher Einstieg in die Fantasy und ich bin Frau Lindgren wirklich dankbar für die wunderbare Darstellung der Wesen, der Familienbande und nicht zuletzt der weiblichen Heldin, mit der ich mich damals wirklich identifizieren konnte.

Verlag: Oetinger | Genre: Fantasy | Autor: Astrid Lindgren | Amazonlink

Header by: unsplash-logoJaredd Craig

Wenn aus Ernst Spiel wird

Seit ich denken kann, spiele ich. Brettspiele mit der Familie, eine Art kindisches LARP über die 5 Freunde im Park („Und du bist Dick!“ – „*empört* Ich bin nicht dick!“) oder Star Wars, Schatzsuchen und natürlich die obligatorischen Actionfiguren-Fights a’la „Turtles vs. My little Pony“. Eine besondere Bedeutung bekam das Spielen für mich jedoch erst später.

Damals

Als ich sieben oder acht Jahre alt war, starb mein Vater. Während mir der Abend seines Todes noch zu gut im Gedächtnis geblieben ist, sind die Monate danach wie ausradiert. Schule, Freunde, das alles  brach wohl nicht mehr zu mir durch, war unwichtig geworden. Doch an die Spiele erinnere ich mich gut. Mein Halbbruder – er musste damals um die 30 gewesen sein – besuchte unsere schmerzlich kleiner gewordene Familie seitdem etwas häufiger und ergänzte Spiele unserer Sammlung mit mitgebrachten Exemplaren.

Hotel, Atlantis, Poch; kaum etwas, das nicht von uns in Angriff genommen wurde. In diesen Stunden vergaßen wir Kinder die Dunkelheit und konnten lachen. Es gibt aus dieser Zeit ein Foto von meinem „kleinen“ Bruder und mir, wie wir ausgelassen in die Kamera grinsen, während unser großer Bruder uns Hasenohren macht. Wir spielten über die Trauer hinweg.

Wir hätten ohne Spiele herumalbern können. Theoretisch. Doch Spiele fokussieren die Gedanken auf den Moment. Man zieht Figuren, beobachtet die Handlungen der Mitspieler, tüftelt und taktiert – man ist sowohl psychisch, als auch physisch im Spiel, für graue Gedanken blieb uns daneben damals kein Raum. Es ebnete den Weg für die geselligen Gespräche. Und wir hatten Spaß.

Spiele enden. Die Spielfiguren werden zurück in die Verpackung geräumt, letzte Anekdoten aus der Partie nacherzählt und sich gegenseitig gefoppt. Zurück bleibt ein leerer Tisch. Doch der Spaß, den wir hatten, der blieb vielleicht nicht in Gänze, hinterließ jedoch einen Eindruck, der sich von Spielabend zu Spielabend verfestigte, greifbarer wurde.

Speziell eines dieser Spiele ist für mich – auch da wir es damals unglaublich oft hervor gekramt hatten – ein Sinnbild dieser Zeit: Atlantis. Die Insel mag untergehen, Plättchen für Plättchen wird unerbitterlich entfernt, doch ist es kein Trauerspiel, es geht für die Überlebenden danach woanders, auf einem idyllischen Südseetraum, weiter. Atlantis steht jetzt, zwanzig Jahre später, in meinem Regal, angerührt habe ich es nur noch sehr selten. Es wurde längst durch neue, innovativere und kompliziertere Spiele verdrängt.

Für mich kann „Spielen“ mehr als nur geselliger Zeitvertreib sein. Auch dadurch hatte ich damals gelernt, dass das Leben weiter geht, dass man trotz Trauer und dem Verlust eines Menschen noch Spaß haben darf. Natürlich waren die Spieleabende nicht alleine dafür zuständig. Doch sie sind mir in Bezug darauf besonders im Gedächtnis geblieben.

 Jetzt

In sehr viel kleinerem Maße passiert genau dieses Phänomen natürlich noch heute. Beim Spielen – ob nun digital oder im Real Life – mit Freunden lässt man den Alltag hinter sich. Fröhliches Verräterraten („Du bist ein Cylon, ich weiß es ganz genau!“ – „Pf, du bist doch selber ein Zyklop, ey!“) und das Kämpfen gegen allerlei fiese Völker („Fliegende Wassermänner ftw.!„) macht auch – ich weiß, da überrasche ich euch nun alle – einfach mehr Spaß.

Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss Cylonen killen. Bang!

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„Sextypen“ im Rollenspiel

Sex – die bekanntlich schönste Nebensache der Welt. Doch auch im Pen&Paper? Dort, wo man mit ein paar Freund*innen zusammen am Tisch sitzt, in der einen Hand drölf fancy Würfel und in der anderen ein Glas Cola? Welcher Rollenspielende kennt nicht das verlegene Husten aus der Ecke, sobald es doch zur Annäherung zweier SCs kommt? Dabei steckt in „Rollenspiel“ doch bereits eine gehörige Portion Erotik drin! Und die DSA’sche Meistermaske könnte auch fast auf einer Swingerparty getragen werden!

Die einen spielen es jedenfalls minutiös aus, die anderen blenden vorzeitig ab. Erlaubt ist, was der Gruppe gefällt. Doch fügt sich auch jeder „Rollenspiel“typ gut in diese ein? Zu welchem der Typen gehörst du? [Vorsicht. Text enthält alberne Anspielungen und explizite Worte. Hihi.]

10 Rollenspieltypen beim Thema: Sex

Der Zahlenfetischist

Der Würfel ist sein heiliger Gral, die Zahlen seine Passion. Wozu hat man denn auch seinen Charakterbogen inklusive mühselig gesteigerter Talentwerte? Vom ersten Betörenversuch über die Reiten- oder Kletternprobe beim Besteigen bishin zum Lügenwurf bei vorgetäuschtem Orgasmus: Der Akt wird gewürfelt, vom Anfang bis zum Happy End! Dabei ist es dem Zahlenfetischisten egal, ob das Auswürfeln des Aktes länger dauert als das eines Kampfes gegen eine Horde Orks. Er ist erst befriedigt, sobald der letzte Würfel gefallen und die restlichen Mitspieler eingeschlafen sind!

Zitat: „Ich würfel auf Cumshot! Yes! Critical Hit!“

Der Atmosphäriker

Als Gegenstück zum ersten Typen ist für ihn Immersion A und O. Der Atmosphäriker ist verliebt in die Darstellung seines Charakters – in jeder Hinsicht. In wortreicher Beschreibung ergießt er sich in dem Moment, fühlt sich ein und lebt ihn. Die Augen geschlossen, mit den Händen in beschreibener Ekstase gestikulierend, ist er derart im IC versunken, dass er gar nicht merkt, wie seine Mitspieler*innen inklusive Spielleiter*in den geordneten Rückzug in die Küche antreten. Möglicherweise zündet er vorher auch ein Räucherstäbchen an und legt eine uralte Kuschelrock-CD auf.

Zitat: „Während ich ihr zärtlich das Höschen von den Schenkeln streife, hauche ich ergeben: Oh Holdeste aller Maiden, ich möchte mich bis in alle Ewigkeit in Euch versenken… Dann knabbere ich zärtlich an.. Leute? Hallo? Wo seid ihr?!“

Der Crossgender

Typ 3 spielt grundsätzlich leicht bekleidete, großbusige Frauen, die ob ihrer Sexsucht berühmt und berüchtigt sind. Mit der ihnen innewohnenden Anmut und Grazie umwickeln sie jeden Mann. Wortwörtlich. Völlig unabhängig davon, ob es sich um SC, NSC oder gar den Evil Overlord handelt, werden die armen Gestalten in Ecken, Hinterhöfe und Büsche gezerrt, wo sie gemeinsam Rahjas Freuden erleben. Dabei ist sich Typ 3 der dezenten Übersexualisierung gar nicht bewusst. Warum auch? Denn er weiß genau, wie Frauen ticken! Vielleicht hat er auch zu viele Pornos gesehen. Aber nur ganz vielleicht.

Zitat: „Ich gehe in die Taverne und suche nach dem bestaussehendsten Burschen! Sobald ich ihn gefunden habe, gehe ich auf ihn zu und sage, während ich ihm in den Schritt greife: [Fistelstimme] Oh hallo, wie wär’s mit uns? Keine Sorge, ich koste nichts, ich vögel einfach gerne mit mir völlig Fremden!“

Die Crossgender

Ihr Charakter verliert grundsätzlich sein Hemd oder vergisst zumindest, eines anzuziehen. Mit wehendem Haar – das natürlich trotz widriger Reiseumstände stets frisch gewaschen ist – lehnt er lässig gegen jeden Türrahmen, den er finden kann (was die Städtetour einer Heldentruppe mitunter deutlich verzögern kann). Werte sind Typ 4 nicht so wichtig: Es sei denn, es handelt sich um Charisma und Betören. Und ein bisschen Körperkraft. Aber nicht zu viel! Bodybuilder sind schließlich unsexy! Gekonnt betört er nur die schönsten Frauen, doch wird der eigentliche Sex dabei nicht ausgespielt. Dafür ist Typ 4 danach erst einmal einige Zeit lang nicht ansprechbar, da sie viel zu sehr damit beschäftigt ist, sehnsüchtige Löcher in die Luft zu starren.

Zitat: „Ich presse sie an meine eingeölte Brust und schiebe sie in mein Zelt. – So, macht ihr mal weiter, ich äh… muss mal eben die möglichen Klausurenfragen für nächste Woche in meinem Kopf durchgehen…“

Mr. Omnipotent

Mr. Omnipotent kann alles! Nun, zumindest kann es sein bespielter Charakter. Er legt Wert darauf, dass er das „längste Schwert“ in der Stadt hat, die härtesten Muskeln und die knackigsten Frauen an seiner Seite! Natürlich hat er seinen Charakter in jeder Hinsicht perfektioniert! Ein Amulett, das die Konstitution erhöht? Gekauft! Ein Zauberspruch, der gewisse Körperteile verlängern kann? Gezaubert! Sollte der*die SL es wagen, auf Betören würfeln zu lassen, verweist er auf seine großartigen Werte und weigert sich hartnäckig so lange, bis der SL schließlich aufgibt und Mr. Omnipotent den „besten Sex, den Aventurien je gesehen hat“ beschreiben lässt. Das allerdings fällt ausnahmsweise kurz aus.

Zitat: „Aus meinem Zelt hört ihr sie schreien: Oooh ja, du bist der Beste! Ich hatte noch nie so einen großen!

Der Schüchterne

Nummer 6 ist vermutlich der am häufigsten anzutreffende Typ und besticht durch seine Abstinenz. Weder möchte er mit seinen Charakteren erotische Szenen erleben, noch möchte er ihm bei seinen Mitspieler*innen beiwohnen. Sex gehört weder auf den Spieltisch, noch darunter! Sollte es doch soweit kommen, schießt sein Blut in den Kopf, nicht in die Genitalien. Er heißt vermutlich Hans-Dieter und sammelt Briefmarken.

Zitat: Müsst ihr das jetzt ausspielen…?

Der Teenager

Aus seiner Ecke hört man bereits dann ein Kichern, wenn die Helden nur an einem Bordell vorbei gehen. Auf Zweideutigkeiten reitet er so lange herum, bis er lachend selbst unter dem Tisch liegt, während die Mitspieler*innen mit keiner Miene zucken. Er liebt Sex – zumindest in der Theorie, denn praktisch hat er noch keine Erfahrungen sammeln können. Dafür schöpft er nun am Spieltisch aus den Vollen – und ist beim Feiern im RL verwundert, wenn die Bardame oder der Barkeeper nicht nach einem Halbsatz mit auf sein Zimmer geht.

Zitat: „Hihi! Sie hat Penis gesagt!“

Der Voyeur

Selbst hat der Voyeur keinerlei Ambitionen, seine Charaktere in erotische Situationen hinein schlittern zu lassen. Dafür jedoch wird er sofort hellwach, sobald sich etwas bei seinen Mitspielern anbahnt. Sofort unterstützt er sie mit mehr oder minder hilfreichen Tipps wie „Im Aventurischen Boten habe ich gelesen, dass es Verhütungsmittel gibt! Also sollte euch das ja jetzt nicht davon abhalten, oder?“ und zeigt sich hochgradig enttäuscht, wenn der*die SL zur nächsten Szene hin blendet. Man sollte darauf achten, dass seine beiden Hände oberhalb des Tisches sind.

Zitat: „Und weiter?! Was passiert jetzt?! Nene lasst mal ruhig endlich mal Storytelling betreiben, wir metzeln doch sonst nur…“

Der Hack’n’Slayer

Der Christian Grey unter den Typen und doch noch um einiges härter. Das Wie ist ihm nicht so wichtig, die Hauptsache ist, dass er zeigen kann, was er so drauf hat! Speziell in sozialen Abenteuern ohne Kämpfe ist es ihm wichtig, dass er zumindest in der Horizontalen ein Schlachtfest anrichten kann. Finish her! ist seine Devise und dass er ein großer, schweisstreibender Hengst ist, sollen nicht nur Helden und Mitspieler wissen, sondern auch noch die RL-Nachbarn! Er röhrt, haut auf den Tisch und will am Ende auch noch Massen an XP!

Zitat: „Komm mit, Weib! Wir rammeln bis zum ersten Blut!“

Der echt echte Rollenspieler

Der wahre Meister seines Fachs! Als echter Rollenspieler weiß er alles über seinen Helden: Farbe, Aderverlauf, Länge, Dicke und natürlich auch Vorlieben, die sich der Held im Laufe der durchgeplanten Historie mit seinen 12,5 Exfreundinnen angeeignet hat. Doch nicht nur ist der Hintergrund ausgefuchst und zehnfach vom SL abgesegnet, auch hat der echt echte Rollenspieler jede Regel, Tabelle und Sonderfertigkeit im Kopf! Sei es, dass er weiß, wie hoch die Trefferwahrscheinlichkeit aus welcher Entfernung ist oder dass er sich eine Tabelle für die Orgasmuswahrscheinlichkeit angelegt hat: Er hat einfach alles. Auch gutes Rollenspiel. So gut, dass er selber gerne mal IC und OOC verwechselt und seine RL-Freundin immer mal wieder Rahjane nennt.



Ich selbst bin Typ 6: Der schüchterne Hans-Dieter
. Ich persönlich brauche keinen Sex am Spieltisch. Besonders dann nicht, wenn er einem aufgezwungen wird. Davon abgesehen sind all die Typen hier natürlich überstilisiert und nicht allzu ernst zu nehmen. Insbesondere soll auch noch gesagt sein, dass zwar der Einfachheit halber sprachlich (fast) alle männlich sind, das ganze jedoch auch durchaus auf Spielerinnen zutreffen kann.

Picture by Alessio Albano via Flickr.com under the following creative commons: Attribution-ShareAlike
The Rise of Skywalker

Warum ich Star Wars: The Rise of Skywalker leider schlecht finde

Es bedarf nur eines Tons, um Tränen in die Augen eines Star Wars-Fans schießen zu lassen. Und auch ich saß bei diesem ersten Ton voller Rührung im Kinosessel. Denn Star Wars bedeutet Emotionen, Nostalgie, Erinnerungen. Mit Emotionen spielt man nicht; Disney macht es trotzdem. Und da ist es kein Wunder, dass auch The Rise of Skywalker polarisiert: Man liebt oder man hasst ihn.

Daher vorab ein Einwurf, weil sich die sozialen Netzwerke nicht aufgrund des Films, sondern aufgrund von Meinungen darüber überschlagen. Dabei ist an sich keine Meinung invalide. Wenn euch der Film „abholen“ kann ist das wunderbar, stellt euch aber nicht über jene, die ihn furchtbar finden. Und, natürlich, gilt das umgekehrt genau so. Ich finde es absurd, wie sich beide Lager gegenseitig abschlachten. Sprecht doch lieber über den Film. Und ich gönne es wirklich allen von Herzen, die Rise of Skywalker gut finden! Randbemerkung Ende und an dieser Stelle sei noch ein Artikel mit dem schönen Titel „Warum mich deine Kritik an der Kritik [an Star Wars: The Last Jedi] stört“ empfohlen.

Ich persönlich bin absolut enttäuscht vom Aufstieg Skwalkers. Mehrfach saß ich fassungslos im Kino, wusste nicht, ob ich lachen, weinen, oder mein Popcorn gegen die Leinwand werfen sollte. Ich finde den Film handwerklich einfach schlecht. Ein paar Szenen konnten mich überzeugen, ich bekam Gänsehaut. Doch diese Momente sind rar gesät.

Hier möchte ich nun ein paar Punkte für und gegen den Film aussprechen. Scheut euch nicht, eure eigene Meinung in den Kommentaren kundzutun!

OBACHT: SPOILER!

THE GOOD

Beziehungen

Generell bin ich keine große Shipperin. Ob A nun ,mit B, C oder gar niemandem zusammen kommt, ist mir recht egal. Daher bin ich an dieser Stelle auch nicht enttäuscht worden, zumal sich im Aufstieg Skywalkers auch generell wenig romantische Liebe verbirgt. Dass sich Rey und Ben letzten Endes kurz küssen, drückt für mich eher Erleichterung und Dankbarkeit aus. Da war der lesbische Kuss schon inhaltsschwerer. Leider was beide Seiten der Medaille angeht: Zum einen ist es schön, dass LGBT einfach als Teil der Welt eingepflegt wurde. Zum anderen wurde sich schlichtweg nicht viel getraut, der Kuss kann und wurde schnell wegretouchiert. Mutig wäre es gewesen, wenn es an prominenter Stelle oder von einer Hauptfigur ausgehend geschehen wäre.

Ich selbst habe zwischen Poe und Finn allerdings auch nie „die Funken sprühen sehen“ wie viele andere aus meiner Bubble, weswegen ein Kuss zwischen den beiden auf mich konstruiert gewirkt hätte. Für mich sind die beiden ein Paradebeispiel für eine liebevolle Freundschaft – und die ist in dieser Form zwischen Männern in der toxischen Männlichkeit unserer Zeit Mangelware. Umso froher bin ich, dass sie hier existieren darf. Auch sehr lobenswert: Es gibt Freundschaften zwischen Männern und Frauen, die nicht auf Liebe hinauslaufen. Einer der schönsten Momente war für mich somit die sehr körperliche Umarmung zwischen Rey, Finn und Poe am Ende.

End-lich mal kein Liebes- sondern Freundschaftstrio.

Star Wars: The Rise of Skywalker Rey und Kylo Darth Vader Helmet

„I am Rey … Skywalker.“

Ja, dass Rey nun doch – irgendwie – eine Skywalker ist, finden viele furchtbar. Ich nicht. Star Wars generell spielt gerne mit dem Gedanken „Ich bin vom Geschlecht der XY also bin ich so und so“, was ich unglaublich ermüdend finde. Hier jedoch wählt Rey ihre Familie und sie wird auch mit offenen Armen adoptiert. Und das ist ein, finde ich, großartiges Zeichen. Wir sind mehr als nur Blut und Genetik.

The Ugly

„Ach, übrigens…“

Der Aufbau ist der eines Videospiels. „Finde Objekt A, um Map 1 freizuschalten. Haste? Joot, dann finde jetzt Clue B heraus, um zu Map 2 zu gelangen, hurra!“ Und das ist nicht nur schlechtes Storytelling, sondern auch noch chaotisch und faul ausgeführt. Man hat versucht, unendlich viele Details und Fakten einzufügen, dass es einfach den Rahmen sprengt und keinen Raum für Erzählen, Aufatmen und Gefühle lässt. Fakten, statt Interpretationen. Es wird viel erklärt, aber Bildersprache findet kaum statt.

Dieses „Ach, übrigens… zieht sich durch ganz The Rise of Skywalker. „Ach, übrigens… ihr brauxcht eine kleine Pyramide, um dorthin zu gelangen. Ja, wussten wir vorher auch nicht, aber jetzt ist es nunmal so!“ „Ach, übrigens… Palpatine ist da und er hat eine Armee und so. Ja, ist jetzt so.“ „Ach, übrigens… Rey und Kylo können jetzt super heilen. Ja ich weiß, wurde vorher nie gezeigt und haben sie auch nicht gelernt, aber.. naja. Ist jetzt so.“ „Ach, übrigens… hihi, C3-PO’s Gedächtnis kann doch wiederhergestellt qwerden, weil…. uns das halt besser in den Kram passt.“ „Ach, übrigens… (…)

Überhaupt, die Figurentode …. wow. Einfach nur wow. Das billige Mittel des „HaHA ihr denkt er wäre tot! Aber nein, wir zaubern ihn wieder zurück aus dem Hut! Wie das logisch funktioniert, wissen wir nicht, ist uns aber auch egal.“

Völliges Chaos und Ahnungslosigkeit auf so vielen Ebenen. Man merkt, dass man sich hier gegenseitig sabotiert hat und nun irgendwie lose Enden miteinander verknüpft, sich dabei vermutlich wahllos Fantheorien ausgesucht hat und jetzt hofft, dass Frankensteins Monster überleben wird.

Star Wars Rise of Skywalker Sith Rey

Figuren

Wow. Ich bin noch immer dezent wütend denn gerade die Figuren haben mich maßlos enttäuscht. Es findet, abgesehen von Kylo und eventuell Rey, einfach keinerlei Charakterentwicklung statt, die Figuren verharren auf dem Status Quo – oder werden gleich ganz unsichtbar gemacht. Man beugte sich rassistischer Kritiken, die leider weit über die bloße Kritik an der Figur hinausging. Findet eine Figur scheiße – aber ein rassistischer Shitstorm gegen den Schauspieler oder die Schauspielerin sind absolut verachtenswert.

Und so verschwand Rose fast gänzlich und Finn wurde zu einem Sidekick degradiert, der nur ab und zu durch das Bild stolpern durfte. Finn, einstiger Neben- Protagonist aus The Force Awakens ist uninterssant geworden, dabei hatte er eine Rolle gespielt. Weshalb Figuren müsam aufbauen, wenn man sie danach ohnehin wegschmeisst?

Und Kylo? Dessen Wandlung finde ich nicht nachvollziehbar. Lieblos inszeniert, nur damit er am Ende stirbt und nie wieder auftaucht. Sein Tod? Unerheblich.

Ach, ich könnte noch viele weitere Punkte aufzählen, fest steht: Ich finde, dass die Figuren in diesem Film wie Dreck behandelt worden sind.

Fanservice

Fanservice in aller Ehren. Aber es war für mich zu viel und zu stark auf genau das getrimmt. Es wirkte nicht liebevoll und achtend, sondern dahingeklatscht. Selbst der großartige Soundtrack verkam aufgrund der Häufig- und Wahllosigkeit zum Aufzugsgedudel.

Fazit

Ich kann, wie eingangs erwähnt, andere Meinungen durchaus akzeptieren und kann viele Punkte zwar verstehen, für mich persönlich(!) jedoch nicht nachvollziehen. Ich finde The Rise of Skywalker leider schlecht. Star Wars hat er für mich trotzdem nicht kaputt gemacht. 😉

Sehr gerne dürft ihr eure Meinung zu dem Film(!) loswerden. An meinen Emotionen und Kritiken zum Film gibt es allerdings leider wenig zu diskutueren.

Was bleibt nach der Apokalypse

Was bleibt von dir nach der Apokalypse?

Stell dir vor, die Gesellschaft würde endgültig zugrunde gehen. Von Zombies überrollt, Kometen getroffen, Epidemien eliminiert oder von der eigenen Atommacht dahingerafft. Vielleicht werden wir auch von Aliens getötet, ersticken an unserem eigenen Müll oder werden von Katzencthulhus getötet. Was es auch ist: Die Gesellschaft, wie wir sie kennen, funktioniert nicht mehr. Städte verwesen zu steinernen Skeletten und die letzten Menschen rotten sich zu hungernden Banden zusammen.

Doch was bleibt dann im Kleinen? Von dir?

Wer sind wir?

Im normalen Leben bauen wir ein Glashaus um uns herum auf, in das jeder vorbeischauen darf. Mal sind die Wände mit Postern verkleidet, mal von dicken Teppichen undurchsichtbar gemacht; doch oft bleiben bewusste Lücken, die auf Aspekte unseres Lebens leuchten sollen. Wir sind nicht nur, wir tun so und besitzen. Wir horten Sammlungen, die von unserer realen oder virtuellen Filterblase als angesagt gelten, wir präsentieren uns mit unserer Kleidung, schmücken uns mit Noten und definieren uns über unsere Jobs.

„Ich bin ein Influencer“,

sagt er und reckt stolz die Brust. Er habe über 100k Follower, sein begehbarer Kleiderschrank platze aus allen Nähten und er sei super beliebt. Seine Bilder glänzen, zeigen ihn mit strahlendem Gebiss und er lässt seine Zahlen spielen wie Athleten ihre Muskeln. Doch was würde von ihm bleiben? Wer würde er sein, nachdem weder Fans, noch Internet mehr sind?

„Ich bin mein Job“,

sagen wir, bevor wir in unser Mittagsbrot beissen und wieder in die Tasten hauen.

Das, was wir haben, gehört uns nicht. Es ist das Land, in dem wir leben voller Dinge, die andere erschufen. Schwitzend packen wir Stein auf Stein auf eine Mauer aus dem, was wir „unsere Arbeit“ nennen. Was ist, wenn sie eingerissen wird? Illusion.

„Ich“

Das Ich ist mehr. Geht die Welt unter – jetzt, morgen, in hundert oder tausend Jahren – stehen wir auf dem Scherbenhaufen nicht nur der Welt, der Stadt, der Straße, sondern auf dem Haufen unserer Existenz. Umgeben von zersplitterten Followerzahlen, die nichts mehr bedeuten und in der Hand die Visitenkarte. „Community Managerin“ steht darauf zu lesen. Doch welche Community managen wir dann noch? Eine Community aus gebrochenen Schaufensterpuppen.

Was bleibt, wenn alles andere gegangen ist. Die Handwerker*innen, auf die man im Jetzt gerne herab sieht, die aber aus Müll ein verdammt gutes Bett zimmern können. Die Hebammen, die heute von der Politik vergessen und nach denen morgen verzweifelt geschrien wird. Die Menschen. Die mit dem guten Herz. Die Netten, die einen auch in dunkelsten Zeiten aufzumuntern bereit sind. Die Ärzt*innen und Arzthelfer*innen, die Anpacker, die Charaktere.

Gut ist man im Herzen, nicht im Job. Und ja, gut kann man auch als der Influencer sein, von dem vorhin gesprochen wurde. Aber er ist kein Influencer. Er ist mehr oder weniger als das. Er ist er.

Du bist nicht nur dein Job, nicht nur deine Followerzahl. Es kann vergehen wie eine Schneeflocke die sich auf heißes Pflaster verirrte.

Wer bist du?


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