Marianengraben von Jasmin Schreiber – Gif-Review:

Marianengraben“ von Jasmin Schreiber ist bis jetzt mein Lesehighlight des Jahres. Und weil das so ist und weil ich eigentlich auch mal wieder häufiger bloggen sollte, möchte ich es euch hiermit nun vorstellen! Nicht als geschriebene Rezension, da ich diese selbst so gut wie nie lese. Sondern als Sammlung von Eindrücken in Form von Gifs. 🙂 Ich hoffe, dass es diese Form auch schafft, neugierig zu machen.

Inhaltsangabe

Selbstverständlich spoilerfrei. Die Gifs fangen Szenen, aber primär den Mood ein, den ich beim Lesen dieser Szenen hatte.

Fazit


Verlagslink | Amazon-Affiliatelink | Website der Autorin

Welthungerhilfe German Masters

Welthungerhilfe German Masters: Zocken gegen Corona

Fight for your team and beat Corona worldwide! Gemeinsam mit den Kleinfeldhelden veranstaltet die Welthungerhilfe bereits kommenden Samstag, den 2.05.2020 ihr erstes E-Sports Turnier: Die Welthungerhilfe German Masters. Und ihr könnt dabei sein! Zumindest dann, wenn ihr Fifa20 auf der PS 4 spielen möchtet. Unter uns gesagt: Natürlich wollt ihr! Glaubt mir.

Das ist ein Artikel in eigener Sache, schließlich arbeite ich für die Welthungerhilfe. Allerdings schreibe ich hier als Privatperson und ausdrücklich nicht im Namen der Welthungerhilfe. Aber lasst uns doch endlich zur Sache kommen!

Unterstützt werden durch dieses Turnier Menschen in Regionen mit schlechten Gesundheitssystemen und unzureichender hygienischer Versorgung. Durch eine Spende als Teilnahmegebühr könnt ihr dabei vom heimischen Sofa aus aktiv mithelfen.

Für die Welthungerhilfe German Masters könnt ihr euch noch immer auf der Seite der Kleinfeldhelden anmelden. Ich würde mich freuen, euch am Samstag virtuell zu sehen. Ich werde es mir nämlich natürlich nicht nehmen lassen, am Turnier teilzunehmen! Nicht als Spielerin freilich, denn mit Fifa habe ich ehrlich gesagt nichts am Hut (zu wenig Zombies. Sorry.). Wie genau, werdet ihr dann schon sehen.

Mehr Informationen findet ihr selbstverständlich auch auf der offiziellen Seite der Welthungerhilfe. [Ja, dieser Satz ist ein klickbarer Link. Hallo.] Außerdem seid ihr auf dem Discord-Server herzlich willkommen: Klick!

Start des Turniers: 02.05.2020: 12:00-13:00 für Teilnehmende und ab 13:30 für Zuschauende

Ob ihr selbst teilnehmt, ohne Teilnahme spendet, als Zuschauer*in beiwohnt oder das Event einfach nur teilt – alles hilft und ist gerne gesehen!
Als Kölnanhängerin möchte ich diesen Beitrag mit einem Zitat Podolskis beenden:

„Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch.“

Lukas Podolski

„Was geht eigentlich bei dir derzeit so, Guddy?“

Äußerst seriöse Headlines ziehen selbstredend ebenso seriöse Artikel nach sich. Deshalb ist dieser jener Beitrag auch sehr ausführlich recherchiert und sorgfältig geschrieben. So bin ich. Ihr kennt mich ja.

Unter uns: Natürlich geht es hier nur um mein aktuelles Tun, entsprechend flappsig wird der Artikel sein. Viele von euch fragen mich immer wieder, was denn mit dem Blog ist, was ich überhaupt mache und ob ich noch in England lebe. Daher, tadaa: Hier die Antwort! 🙂

Seit ein paar Monaten lebe ich tatsächlich nicht mehr in England. Ich bin im Oktober ’19 nach Frankreich gezogen, doch diese Liason hielt nur kurz. Aus diversen Gründen (Primär die drei B’s: Brexit, Beziehung und Bier) bin ich deshalb seit Januar wieder in Deutschland. Derzeit noch übergangsweise bei meiner Mutter, da ich noch auf Jobsuche war und sich die Wohnungssuche dezent schwierig gestaltet. Mittlerweile arbeite ich als Campaignerin bei einer NGO in Bonn und werde in zwei Wochen – so Corona will – in eine eigene Wohnung ziehen. Ihr glaubt gar nicht, wie entlastend das ist! Seit Oktober lebe ich schließlich aus Koffern und habe keine eigene Wohnung. Und die meisten Airbnbs in denen ich war waren furchtbar,

„Ja und was ist jetzt mit dem Blog?!“

Gute Frage, imaginärer Blogleser! Aktuell ist mir Mikroblogging, insbesondere in Form von Twitter, einfach angenehmer. Niemand liest Blogs. Ich kann mich totschreiben und -recherchieren und ein Artikel wird eh nur eine Handvoll Klicks erhalten und geteilt wird es auch nicht, selbst wenn der Artikel selbst von einzelnen mit Lob überschüttet wird. . Sorry, aber dafür ist mir meine Zeit zu schade, So ein Artikel ist schließlich echt Arbeit.

Auf Twitter und Co kann man es wesentlich kürzer fassen und erhält zusätzlich mehr Resonanz und Austausch. Es frustriert mich weniger.

„Was machst du denn stattdessen?!?“

Wenn ich nicht gerade atme, esse und schlafe, dann bin ich unglaublich gerne auf Twitter! ♥ Meine Bubble ist einfach die beste. Ist so. Keine Diskussion. Außerdem habe ich wirklich Freude am Streaming gefunden, auch wenn ich das Dank wechselnder Wohnorte leider nicht ganz so regelmäßig tat wie ich es gewollt hätte. Momentan streame ich aber fast jeden Tag und ab meiner neuen Wohnung dann auch auf jeden Fall regelmäßig. 🙂 Auf Youtube werde ich die Streams dann nachträglich hochladen und wohl auch ab und zu mal eigens für Youtube kreierte Videos veröffentlichen, aber wirklich nur ganz unregelmäßig.
Außerdem bin ich auf Instagram zu finden.

„Was willst du?“

Ganz ehrlich gesagt (Immerhin bin ich ehrlich!): Mehr Follower:innen. Gerade auf Twitch macht es einfach mehr Spaß, wenn kontoinuierlich jemand im Chat plaudert. Dabei muss ich sagen, dass ich wirkliches Glück mit meinen Follower:innen habe: Die wenigen, die ich habe, sind unglaublich engagiert und ich bin dafür auch sehr, sehr dankbar! ♥ Da zu nennen sind insbesondere, aber natürlich nicht nur, meine beiden Moderatoren Joggable und CeBraX. Ohne jene wäre es nur halb so schön!
Wir haben auch einen kleinen, feinen Discord, zu dem ich euch sehr gerne einlade! Hier entlang: Klick mich.

Also: Ich freue mich über jedes Like, jeden Share, jedes Abo! Darum lasse ich auch einfach mal meine Links hier.

Twitter | Facebook | Twitch | Instagram | Youtube

„Ja und sonst?“

Sonst geht’s mir ganz gut. 🙂 Die Arbeit und die Kolleg:innen sind traumhaft, ich habe güldenes Klopapier und das Mehl ist auch noch nicht ausgegangen! Die Kontaktsperre macht mir psychisch zu schaffen, da ich gerade jetzt sehr gerne in Kneipen gegangen und Freunde getroffen hätte, aber naja. Das wird hoffentlich vorbeigehen. Also Corona. Nicht die Kneipen oder gar Freunde.

Oh und zeichnen müsste ich auch mal wieder. Und weiter an meinem Buch schreiben. Wird kommen, wenn ich in der Wohnung eingezogen bin und alles beisammen habe. 🙂

Wie ist es euch ergangen? Bloggt ihr noch oder lebt ihr schon?

Lieblingsbücher

5 Lieblingsbücher

Da auf Twitter gerade #ZeigtHerEureLieblingsbücher herumgeistert, dachte ich: Ach, machste einfach mal mit! Viel Nostalgie ist dabei, viele Bücher und Zeilen, mit denen ich viel Schönes verbinde. Auch wird man wieder einmal feststellen, dass ich Wölfen stets sehr zugeneigt war – damn, es gibt aber auch phantastische Bücher mit wölfischen Protagonisten! So, without further ado:

Wolfsaga

Ein Rudel lebt friedlich in seinem Tal. Eines Tages hört man von einem „Rudel Zahllos“ – ein Rudel, das, angeführt von Shogar Khan, alle anderen unterwirft um zusammen ein unfassbar riesiges, alles andere vernichtende Rudel zu kreieren. Gier nach Macht trifft auf das Vertrauen auf alte, soziale Werte.

Was auf mich zunächst durch den „Führer“ Schogar Khan wie ein Vergleich mit dem Naziregime wirkte, kristallisiert sich als Parabel heraus, die sich auf das gesamte Miteinander und die Menschen bezieht. Diese werden nicht explizit genannt sondern treten als stilisierte Gestalten in den Alpträumen Shirikis, eines Wolfes des zuerst genannten Rudels, auf. Insgesamt kann man das Rudel Zahllos als Metapher verstehen; es steht für den Menschen. Deshalb ist der Mensch als eigener Charakter in diesem Roman auch überflüssig.

Recheis verknüpft die Natur, die tierische Sichtweise gekonnt mit der des Menschen, wobei sie die Wölfe emotional und gedanklich stark vermenschlicht, ohne es grotesk aussehen zu lassen.

Verlag: dtv | Genre: Abenteuer | Autorin: Käthe Recheis | Amazonlink

Krieg und Frieden

Sehr platt gesagt handelt es sich bei Krieg und Frieden um das russische Game of Thrones des 19. Jahrhunderts.Im historischen Kontext napoleanischer Zeit treten schier unendlich viele Protagonisten vornehmlich der russischen Oberschicht auf, die im Ränkespiel zwischen den antagonistischen Kräften Krieg und Frieden wandeln.

Der Roman ist sehr komplex, dabei unglaublich interessant und mit lebendigen Figuren gespickt, die die epische Erzählung von über 1,5k Wörtern abrunden und dabei auch nicht philosophische Annäherungen auslassen.

Mittlerweile gibt es etliche Verfilmungen und Hörspiele zu diesem Stoff, an die ich mich jedoch noch nicht wirklich herangetraut habe. Lieber setze ich mich jetzt noch einmal an dieses gewaltige Werk – beim ersten Lesen verpasst man och noch so einiges!

Verlag: diverse | Genre: Historischer Roman | Autor: Leo Tolsto | Amazonlink

Herrin der Wölfe 

„Die Herrin der Wölfe“ bildet den Start der Pentalogie rund um die Heilerin Dione, die nicht nur telepathischen Kontakt mit dem Wolf Gray Hishn aufnehmen kann, sondern in deren Händen auch das Schicksal der gesamten Welt liegt.

Was derart auf seine wichtigen Punkte heruntergebrochen klingt wie ein 08/15 Weltenretter-Fantasyschinken, besitzt doch deutlich mehr Tiefe und Individualität. Der Fokus liegt auf den Charakteren, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben ohne dabei in die „Eltern von Orks gefressen“-Vergangenheitsfalle getappt zu sein. Die gezeigte Welt ist rau und staubig, bietet Sklavenhändlern ebenso viel Raum wie der dezent und daher natürlich wirkenden, fantastischen Flora und Fauna.

Es war mit der erste Low Fantasyroman, den ich je gelesen habe und er hat mich auch aufgrund der klaren, modernen Sprache abgeholt. Er verknüpft Fantasy mit Abenteuer und führt Charaktere zusammen, die nicht in tiefste Klischeesümpfe versinken müssen, um interessant zu sein. Und es ist erfrischend blutig, ohne dabei Seen aus Gedärm zu zeigen.

Verlag: Goldmann | Genre: Low Fantasy | Autorin: Tara K. Harper | Amazonlink

Fürst der Wölfe

Hier ist der Name Programm: Fokus liegt tatsächlich auf Wölfen, genauer dem „Fürst“ der Wölfe, Athaba. Dessen Leben begleitet man von Beginn an, erlebt ihn als Welpen inmitten des Wurfes an putzigen Fellknäueln. Als Wolf unter vielen im Rudel scheint es ihm nicht unbedingt bestimmt, Leitwolf zu werden – und zunächst ein Unfall, wenig später ein Mensch reisst ihn völlig aus dem Rudel heraus. Er wird eingesperrt und per Luftpost irgendwohin gebracht – doch das kleine Flugzeug stürzt ab, Athaba und ein Mensch sind die einzigen Überlebenden. Während sich Athaba aufmacht, sein Rudel zu suchen, schließt sich ihm der Mensch an und es beginnt ein spannender Abenteuerroman, der zur Abwechslung mal nicht aus des Menschen Sicht erzählt wird.

Kilworth ist für mich der König der „tierischen“ Romane. Ob aus Sicht von Wieseln, Mäusen oder Wölfen, ihm gelingt es stets, die richtigen Worte zu finden ohne dabei albern oder kindlich zu wirken. „Der Fürst der Wölfe“ ist nicht nur aus naheliegendem Grund – der Wolf steht im Mittelpunkt – mein Liebling, sondern auch, weil er meiner Meinung nach am besten geschrieben wurde. Man muss keine Fantasy mögen, um dieses Buch schätzen zu können.

Verlag: Blanvalet | Genre: Abenteuer | Autor: Garry Kilworth | Amazonlink

Ronja Räubertochter

Ronja Räubertochter füge ich nur der Vollständigkeit halber ein, denn tatsächlich bräuchte ich es hier an dieser Stelle nicht zu erläutern. Ronja Räubertochter habe ich irgendwann, ich muss 5 gewesen sein, zu Ostern geschenkt bekommen. Damals habe ich noch in Belgien gelebt. Auf jeden Fall avancierte es quasi über Nacht zu meinem absoluten Lieblingsbuch. Mit Recht. Natürlich.

Astrid Lindgren hat es geschafft, einen Fantasyroman für Kinder und Jugendliche zu verfassen, der die Leserschaft und deren Fantasie ungaublich ernst nimmt und dabei doch nicht das Zauberhafte vermissen lässt. Ronja Räubertochter war mein erster, wirklicher Einstieg in die Fantasy und ich bin Frau Lindgren wirklich dankbar für die wunderbare Darstellung der Wesen, der Familienbande und nicht zuletzt der weiblichen Heldin, mit der ich mich damals wirklich identifizieren konnte.

Verlag: Oetinger | Genre: Fantasy | Autor: Astrid Lindgren | Amazonlink

Header by: unsplash-logoJaredd Craig

Wenn aus Ernst Spiel wird

Seit ich denken kann, spiele ich. Brettspiele mit der Familie, eine Art kindisches LARP über die 5 Freunde im Park („Und du bist Dick!“ – „*empört* Ich bin nicht dick!“) oder Star Wars, Schatzsuchen und natürlich die obligatorischen Actionfiguren-Fights a’la „Turtles vs. My little Pony“. Eine besondere Bedeutung bekam das Spielen für mich jedoch erst später.

Damals

Als ich sieben oder acht Jahre alt war, starb mein Vater. Während mir der Abend seines Todes noch zu gut im Gedächtnis geblieben ist, sind die Monate danach wie ausradiert. Schule, Freunde, das alles  brach wohl nicht mehr zu mir durch, war unwichtig geworden. Doch an die Spiele erinnere ich mich gut. Mein Halbbruder – er musste damals um die 30 gewesen sein – besuchte unsere schmerzlich kleiner gewordene Familie seitdem etwas häufiger und ergänzte Spiele unserer Sammlung mit mitgebrachten Exemplaren.

Hotel, Atlantis, Poch; kaum etwas, das nicht von uns in Angriff genommen wurde. In diesen Stunden vergaßen wir Kinder die Dunkelheit und konnten lachen. Es gibt aus dieser Zeit ein Foto von meinem „kleinen“ Bruder und mir, wie wir ausgelassen in die Kamera grinsen, während unser großer Bruder uns Hasenohren macht. Wir spielten über die Trauer hinweg.

Wir hätten ohne Spiele herumalbern können. Theoretisch. Doch Spiele fokussieren die Gedanken auf den Moment. Man zieht Figuren, beobachtet die Handlungen der Mitspieler, tüftelt und taktiert – man ist sowohl psychisch, als auch physisch im Spiel, für graue Gedanken blieb uns daneben damals kein Raum. Es ebnete den Weg für die geselligen Gespräche. Und wir hatten Spaß.

Spiele enden. Die Spielfiguren werden zurück in die Verpackung geräumt, letzte Anekdoten aus der Partie nacherzählt und sich gegenseitig gefoppt. Zurück bleibt ein leerer Tisch. Doch der Spaß, den wir hatten, der blieb vielleicht nicht in Gänze, hinterließ jedoch einen Eindruck, der sich von Spielabend zu Spielabend verfestigte, greifbarer wurde.

Speziell eines dieser Spiele ist für mich – auch da wir es damals unglaublich oft hervor gekramt hatten – ein Sinnbild dieser Zeit: Atlantis. Die Insel mag untergehen, Plättchen für Plättchen wird unerbitterlich entfernt, doch ist es kein Trauerspiel, es geht für die Überlebenden danach woanders, auf einem idyllischen Südseetraum, weiter. Atlantis steht jetzt, zwanzig Jahre später, in meinem Regal, angerührt habe ich es nur noch sehr selten. Es wurde längst durch neue, innovativere und kompliziertere Spiele verdrängt.

Für mich kann „Spielen“ mehr als nur geselliger Zeitvertreib sein. Auch dadurch hatte ich damals gelernt, dass das Leben weiter geht, dass man trotz Trauer und dem Verlust eines Menschen noch Spaß haben darf. Natürlich waren die Spieleabende nicht alleine dafür zuständig. Doch sie sind mir in Bezug darauf besonders im Gedächtnis geblieben.

 Jetzt

In sehr viel kleinerem Maße passiert genau dieses Phänomen natürlich noch heute. Beim Spielen – ob nun digital oder im Real Life – mit Freunden lässt man den Alltag hinter sich. Fröhliches Verräterraten („Du bist ein Cylon, ich weiß es ganz genau!“ – „Pf, du bist doch selber ein Zyklop, ey!“) und das Kämpfen gegen allerlei fiese Völker („Fliegende Wassermänner ftw.!„) macht auch – ich weiß, da überrasche ich euch nun alle – einfach mehr Spaß.

Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss Cylonen killen. Bang!

Photo by sebastiaan stam on Unsplash

„Sextypen“ im Rollenspiel

Sex – die bekanntlich schönste Nebensache der Welt. Doch auch im Pen&Paper? Dort, wo man mit ein paar Freund*innen zusammen am Tisch sitzt, in der einen Hand drölf fancy Würfel und in der anderen ein Glas Cola? Welcher Rollenspielende kennt nicht das verlegene Husten aus der Ecke, sobald es doch zur Annäherung zweier SCs kommt? Dabei steckt in „Rollenspiel“ doch bereits eine gehörige Portion Erotik drin! Und die DSA’sche Meistermaske könnte auch fast auf einer Swingerparty getragen werden!

Die einen spielen es jedenfalls minutiös aus, die anderen blenden vorzeitig ab. Erlaubt ist, was der Gruppe gefällt. Doch fügt sich auch jeder „Rollenspiel“typ gut in diese ein? Zu welchem der Typen gehörst du? [Vorsicht. Text enthält alberne Anspielungen und explizite Worte. Hihi.]

10 Rollenspieltypen beim Thema: Sex

Der Zahlenfetischist

Der Würfel ist sein heiliger Gral, die Zahlen seine Passion. Wozu hat man denn auch seinen Charakterbogen inklusive mühselig gesteigerter Talentwerte? Vom ersten Betörenversuch über die Reiten- oder Kletternprobe beim Besteigen bishin zum Lügenwurf bei vorgetäuschtem Orgasmus: Der Akt wird gewürfelt, vom Anfang bis zum Happy End! Dabei ist es dem Zahlenfetischisten egal, ob das Auswürfeln des Aktes länger dauert als das eines Kampfes gegen eine Horde Orks. Er ist erst befriedigt, sobald der letzte Würfel gefallen und die restlichen Mitspieler eingeschlafen sind!

Zitat: „Ich würfel auf Cumshot! Yes! Critical Hit!“

Der Atmosphäriker

Als Gegenstück zum ersten Typen ist für ihn Immersion A und O. Der Atmosphäriker ist verliebt in die Darstellung seines Charakters – in jeder Hinsicht. In wortreicher Beschreibung ergießt er sich in dem Moment, fühlt sich ein und lebt ihn. Die Augen geschlossen, mit den Händen in beschreibener Ekstase gestikulierend, ist er derart im IC versunken, dass er gar nicht merkt, wie seine Mitspieler*innen inklusive Spielleiter*in den geordneten Rückzug in die Küche antreten. Möglicherweise zündet er vorher auch ein Räucherstäbchen an und legt eine uralte Kuschelrock-CD auf.

Zitat: „Während ich ihr zärtlich das Höschen von den Schenkeln streife, hauche ich ergeben: Oh Holdeste aller Maiden, ich möchte mich bis in alle Ewigkeit in Euch versenken… Dann knabbere ich zärtlich an.. Leute? Hallo? Wo seid ihr?!“

Der Crossgender

Typ 3 spielt grundsätzlich leicht bekleidete, großbusige Frauen, die ob ihrer Sexsucht berühmt und berüchtigt sind. Mit der ihnen innewohnenden Anmut und Grazie umwickeln sie jeden Mann. Wortwörtlich. Völlig unabhängig davon, ob es sich um SC, NSC oder gar den Evil Overlord handelt, werden die armen Gestalten in Ecken, Hinterhöfe und Büsche gezerrt, wo sie gemeinsam Rahjas Freuden erleben. Dabei ist sich Typ 3 der dezenten Übersexualisierung gar nicht bewusst. Warum auch? Denn er weiß genau, wie Frauen ticken! Vielleicht hat er auch zu viele Pornos gesehen. Aber nur ganz vielleicht.

Zitat: „Ich gehe in die Taverne und suche nach dem bestaussehendsten Burschen! Sobald ich ihn gefunden habe, gehe ich auf ihn zu und sage, während ich ihm in den Schritt greife: [Fistelstimme] Oh hallo, wie wär’s mit uns? Keine Sorge, ich koste nichts, ich vögel einfach gerne mit mir völlig Fremden!“

Die Crossgender

Ihr Charakter verliert grundsätzlich sein Hemd oder vergisst zumindest, eines anzuziehen. Mit wehendem Haar – das natürlich trotz widriger Reiseumstände stets frisch gewaschen ist – lehnt er lässig gegen jeden Türrahmen, den er finden kann (was die Städtetour einer Heldentruppe mitunter deutlich verzögern kann). Werte sind Typ 4 nicht so wichtig: Es sei denn, es handelt sich um Charisma und Betören. Und ein bisschen Körperkraft. Aber nicht zu viel! Bodybuilder sind schließlich unsexy! Gekonnt betört er nur die schönsten Frauen, doch wird der eigentliche Sex dabei nicht ausgespielt. Dafür ist Typ 4 danach erst einmal einige Zeit lang nicht ansprechbar, da sie viel zu sehr damit beschäftigt ist, sehnsüchtige Löcher in die Luft zu starren.

Zitat: „Ich presse sie an meine eingeölte Brust und schiebe sie in mein Zelt. – So, macht ihr mal weiter, ich äh… muss mal eben die möglichen Klausurenfragen für nächste Woche in meinem Kopf durchgehen…“

Mr. Omnipotent

Mr. Omnipotent kann alles! Nun, zumindest kann es sein bespielter Charakter. Er legt Wert darauf, dass er das „längste Schwert“ in der Stadt hat, die härtesten Muskeln und die knackigsten Frauen an seiner Seite! Natürlich hat er seinen Charakter in jeder Hinsicht perfektioniert! Ein Amulett, das die Konstitution erhöht? Gekauft! Ein Zauberspruch, der gewisse Körperteile verlängern kann? Gezaubert! Sollte der*die SL es wagen, auf Betören würfeln zu lassen, verweist er auf seine großartigen Werte und weigert sich hartnäckig so lange, bis der SL schließlich aufgibt und Mr. Omnipotent den „besten Sex, den Aventurien je gesehen hat“ beschreiben lässt. Das allerdings fällt ausnahmsweise kurz aus.

Zitat: „Aus meinem Zelt hört ihr sie schreien: Oooh ja, du bist der Beste! Ich hatte noch nie so einen großen!

Der Schüchterne

Nummer 6 ist vermutlich der am häufigsten anzutreffende Typ und besticht durch seine Abstinenz. Weder möchte er mit seinen Charakteren erotische Szenen erleben, noch möchte er ihm bei seinen Mitspieler*innen beiwohnen. Sex gehört weder auf den Spieltisch, noch darunter! Sollte es doch soweit kommen, schießt sein Blut in den Kopf, nicht in die Genitalien. Er heißt vermutlich Hans-Dieter und sammelt Briefmarken.

Zitat: Müsst ihr das jetzt ausspielen…?

Der Teenager

Aus seiner Ecke hört man bereits dann ein Kichern, wenn die Helden nur an einem Bordell vorbei gehen. Auf Zweideutigkeiten reitet er so lange herum, bis er lachend selbst unter dem Tisch liegt, während die Mitspieler*innen mit keiner Miene zucken. Er liebt Sex – zumindest in der Theorie, denn praktisch hat er noch keine Erfahrungen sammeln können. Dafür schöpft er nun am Spieltisch aus den Vollen – und ist beim Feiern im RL verwundert, wenn die Bardame oder der Barkeeper nicht nach einem Halbsatz mit auf sein Zimmer geht.

Zitat: „Hihi! Sie hat Penis gesagt!“

Der Voyeur

Selbst hat der Voyeur keinerlei Ambitionen, seine Charaktere in erotische Situationen hinein schlittern zu lassen. Dafür jedoch wird er sofort hellwach, sobald sich etwas bei seinen Mitspielern anbahnt. Sofort unterstützt er sie mit mehr oder minder hilfreichen Tipps wie „Im Aventurischen Boten habe ich gelesen, dass es Verhütungsmittel gibt! Also sollte euch das ja jetzt nicht davon abhalten, oder?“ und zeigt sich hochgradig enttäuscht, wenn der*die SL zur nächsten Szene hin blendet. Man sollte darauf achten, dass seine beiden Hände oberhalb des Tisches sind.

Zitat: „Und weiter?! Was passiert jetzt?! Nene lasst mal ruhig endlich mal Storytelling betreiben, wir metzeln doch sonst nur…“

Der Hack’n’Slayer

Der Christian Grey unter den Typen und doch noch um einiges härter. Das Wie ist ihm nicht so wichtig, die Hauptsache ist, dass er zeigen kann, was er so drauf hat! Speziell in sozialen Abenteuern ohne Kämpfe ist es ihm wichtig, dass er zumindest in der Horizontalen ein Schlachtfest anrichten kann. Finish her! ist seine Devise und dass er ein großer, schweisstreibender Hengst ist, sollen nicht nur Helden und Mitspieler wissen, sondern auch noch die RL-Nachbarn! Er röhrt, haut auf den Tisch und will am Ende auch noch Massen an XP!

Zitat: „Komm mit, Weib! Wir rammeln bis zum ersten Blut!“

Der echt echte Rollenspieler

Der wahre Meister seines Fachs! Als echter Rollenspieler weiß er alles über seinen Helden: Farbe, Aderverlauf, Länge, Dicke und natürlich auch Vorlieben, die sich der Held im Laufe der durchgeplanten Historie mit seinen 12,5 Exfreundinnen angeeignet hat. Doch nicht nur ist der Hintergrund ausgefuchst und zehnfach vom SL abgesegnet, auch hat der echt echte Rollenspieler jede Regel, Tabelle und Sonderfertigkeit im Kopf! Sei es, dass er weiß, wie hoch die Trefferwahrscheinlichkeit aus welcher Entfernung ist oder dass er sich eine Tabelle für die Orgasmuswahrscheinlichkeit angelegt hat: Er hat einfach alles. Auch gutes Rollenspiel. So gut, dass er selber gerne mal IC und OOC verwechselt und seine RL-Freundin immer mal wieder Rahjane nennt.



Ich selbst bin Typ 6: Der schüchterne Hans-Dieter
. Ich persönlich brauche keinen Sex am Spieltisch. Besonders dann nicht, wenn er einem aufgezwungen wird. Davon abgesehen sind all die Typen hier natürlich überstilisiert und nicht allzu ernst zu nehmen. Insbesondere soll auch noch gesagt sein, dass zwar der Einfachheit halber sprachlich (fast) alle männlich sind, das ganze jedoch auch durchaus auf Spielerinnen zutreffen kann.

Picture by Alessio Albano via Flickr.com under the following creative commons: Attribution-ShareAlike
The Rise of Skywalker

Warum ich Star Wars: The Rise of Skywalker leider schlecht finde

Es bedarf nur eines Tons, um Tränen in die Augen eines Star Wars-Fans schießen zu lassen. Und auch ich saß bei diesem ersten Ton voller Rührung im Kinosessel. Denn Star Wars bedeutet Emotionen, Nostalgie, Erinnerungen. Mit Emotionen spielt man nicht; Disney macht es trotzdem. Und da ist es kein Wunder, dass auch The Rise of Skywalker polarisiert: Man liebt oder man hasst ihn.

Daher vorab ein Einwurf, weil sich die sozialen Netzwerke nicht aufgrund des Films, sondern aufgrund von Meinungen darüber überschlagen. Dabei ist an sich keine Meinung invalide. Wenn euch der Film „abholen“ kann ist das wunderbar, stellt euch aber nicht über jene, die ihn furchtbar finden. Und, natürlich, gilt das umgekehrt genau so. Ich finde es absurd, wie sich beide Lager gegenseitig abschlachten. Sprecht doch lieber über den Film. Und ich gönne es wirklich allen von Herzen, die Rise of Skywalker gut finden! Randbemerkung Ende und an dieser Stelle sei noch ein Artikel mit dem schönen Titel „Warum mich deine Kritik an der Kritik [an Star Wars: The Last Jedi] stört“ empfohlen.

Ich persönlich bin absolut enttäuscht vom Aufstieg Skwalkers. Mehrfach saß ich fassungslos im Kino, wusste nicht, ob ich lachen, weinen, oder mein Popcorn gegen die Leinwand werfen sollte. Ich finde den Film handwerklich einfach schlecht. Ein paar Szenen konnten mich überzeugen, ich bekam Gänsehaut. Doch diese Momente sind rar gesät.

Hier möchte ich nun ein paar Punkte für und gegen den Film aussprechen. Scheut euch nicht, eure eigene Meinung in den Kommentaren kundzutun!

OBACHT: SPOILER!

THE GOOD

Beziehungen

Generell bin ich keine große Shipperin. Ob A nun ,mit B, C oder gar niemandem zusammen kommt, ist mir recht egal. Daher bin ich an dieser Stelle auch nicht enttäuscht worden, zumal sich im Aufstieg Skywalkers auch generell wenig romantische Liebe verbirgt. Dass sich Rey und Ben letzten Endes kurz küssen, drückt für mich eher Erleichterung und Dankbarkeit aus. Da war der lesbische Kuss schon inhaltsschwerer. Leider was beide Seiten der Medaille angeht: Zum einen ist es schön, dass LGBT einfach als Teil der Welt eingepflegt wurde. Zum anderen wurde sich schlichtweg nicht viel getraut, der Kuss kann und wurde schnell wegretouchiert. Mutig wäre es gewesen, wenn es an prominenter Stelle oder von einer Hauptfigur ausgehend geschehen wäre.

Ich selbst habe zwischen Poe und Finn allerdings auch nie „die Funken sprühen sehen“ wie viele andere aus meiner Bubble, weswegen ein Kuss zwischen den beiden auf mich konstruiert gewirkt hätte. Für mich sind die beiden ein Paradebeispiel für eine liebevolle Freundschaft – und die ist in dieser Form zwischen Männern in der toxischen Männlichkeit unserer Zeit Mangelware. Umso froher bin ich, dass sie hier existieren darf. Auch sehr lobenswert: Es gibt Freundschaften zwischen Männern und Frauen, die nicht auf Liebe hinauslaufen. Einer der schönsten Momente war für mich somit die sehr körperliche Umarmung zwischen Rey, Finn und Poe am Ende.

End-lich mal kein Liebes- sondern Freundschaftstrio.

Star Wars: The Rise of Skywalker Rey und Kylo Darth Vader Helmet

„I am Rey … Skywalker.“

Ja, dass Rey nun doch – irgendwie – eine Skywalker ist, finden viele furchtbar. Ich nicht. Star Wars generell spielt gerne mit dem Gedanken „Ich bin vom Geschlecht der XY also bin ich so und so“, was ich unglaublich ermüdend finde. Hier jedoch wählt Rey ihre Familie und sie wird auch mit offenen Armen adoptiert. Und das ist ein, finde ich, großartiges Zeichen. Wir sind mehr als nur Blut und Genetik.

The Ugly

„Ach, übrigens…“

Der Aufbau ist der eines Videospiels. „Finde Objekt A, um Map 1 freizuschalten. Haste? Joot, dann finde jetzt Clue B heraus, um zu Map 2 zu gelangen, hurra!“ Und das ist nicht nur schlechtes Storytelling, sondern auch noch chaotisch und faul ausgeführt. Man hat versucht, unendlich viele Details und Fakten einzufügen, dass es einfach den Rahmen sprengt und keinen Raum für Erzählen, Aufatmen und Gefühle lässt. Fakten, statt Interpretationen. Es wird viel erklärt, aber Bildersprache findet kaum statt.

Dieses „Ach, übrigens… zieht sich durch ganz The Rise of Skywalker. „Ach, übrigens… ihr brauxcht eine kleine Pyramide, um dorthin zu gelangen. Ja, wussten wir vorher auch nicht, aber jetzt ist es nunmal so!“ „Ach, übrigens… Palpatine ist da und er hat eine Armee und so. Ja, ist jetzt so.“ „Ach, übrigens… Rey und Kylo können jetzt super heilen. Ja ich weiß, wurde vorher nie gezeigt und haben sie auch nicht gelernt, aber.. naja. Ist jetzt so.“ „Ach, übrigens… hihi, C3-PO’s Gedächtnis kann doch wiederhergestellt qwerden, weil…. uns das halt besser in den Kram passt.“ „Ach, übrigens… (…)

Überhaupt, die Figurentode …. wow. Einfach nur wow. Das billige Mittel des „HaHA ihr denkt er wäre tot! Aber nein, wir zaubern ihn wieder zurück aus dem Hut! Wie das logisch funktioniert, wissen wir nicht, ist uns aber auch egal.“

Völliges Chaos und Ahnungslosigkeit auf so vielen Ebenen. Man merkt, dass man sich hier gegenseitig sabotiert hat und nun irgendwie lose Enden miteinander verknüpft, sich dabei vermutlich wahllos Fantheorien ausgesucht hat und jetzt hofft, dass Frankensteins Monster überleben wird.

Star Wars Rise of Skywalker Sith Rey

Figuren

Wow. Ich bin noch immer dezent wütend denn gerade die Figuren haben mich maßlos enttäuscht. Es findet, abgesehen von Kylo und eventuell Rey, einfach keinerlei Charakterentwicklung statt, die Figuren verharren auf dem Status Quo – oder werden gleich ganz unsichtbar gemacht. Man beugte sich rassistischer Kritiken, die leider weit über die bloße Kritik an der Figur hinausging. Findet eine Figur scheiße – aber ein rassistischer Shitstorm gegen den Schauspieler oder die Schauspielerin sind absolut verachtenswert.

Und so verschwand Rose fast gänzlich und Finn wurde zu einem Sidekick degradiert, der nur ab und zu durch das Bild stolpern durfte. Finn, einstiger Neben- Protagonist aus The Force Awakens ist uninterssant geworden, dabei hatte er eine Rolle gespielt. Weshalb Figuren müsam aufbauen, wenn man sie danach ohnehin wegschmeisst?

Und Kylo? Dessen Wandlung finde ich nicht nachvollziehbar. Lieblos inszeniert, nur damit er am Ende stirbt und nie wieder auftaucht. Sein Tod? Unerheblich.

Ach, ich könnte noch viele weitere Punkte aufzählen, fest steht: Ich finde, dass die Figuren in diesem Film wie Dreck behandelt worden sind.

Fanservice

Fanservice in aller Ehren. Aber es war für mich zu viel und zu stark auf genau das getrimmt. Es wirkte nicht liebevoll und achtend, sondern dahingeklatscht. Selbst der großartige Soundtrack verkam aufgrund der Häufig- und Wahllosigkeit zum Aufzugsgedudel.

Fazit

Ich kann, wie eingangs erwähnt, andere Meinungen durchaus akzeptieren und kann viele Punkte zwar verstehen, für mich persönlich(!) jedoch nicht nachvollziehen. Ich finde The Rise of Skywalker leider schlecht. Star Wars hat er für mich trotzdem nicht kaputt gemacht. 😉

Sehr gerne dürft ihr eure Meinung zu dem Film(!) loswerden. An meinen Emotionen und Kritiken zum Film gibt es allerdings leider wenig zu diskutueren.

Was bleibt nach der Apokalypse

Was bleibt von dir nach der Apokalypse?

Stell dir vor, die Gesellschaft würde endgültig zugrunde gehen. Von Zombies überrollt, Kometen getroffen, Epidemien eliminiert oder von der eigenen Atommacht dahingerafft. Vielleicht werden wir auch von Aliens getötet, ersticken an unserem eigenen Müll oder werden von Katzencthulhus getötet. Was es auch ist: Die Gesellschaft, wie wir sie kennen, funktioniert nicht mehr. Städte verwesen zu steinernen Skeletten und die letzten Menschen rotten sich zu hungernden Banden zusammen.

Doch was bleibt dann im Kleinen? Von dir?

Wer sind wir?

Im normalen Leben bauen wir ein Glashaus um uns herum auf, in das jeder vorbeischauen darf. Mal sind die Wände mit Postern verkleidet, mal von dicken Teppichen undurchsichtbar gemacht; doch oft bleiben bewusste Lücken, die auf Aspekte unseres Lebens leuchten sollen. Wir sind nicht nur, wir tun so und besitzen. Wir horten Sammlungen, die von unserer realen oder virtuellen Filterblase als angesagt gelten, wir präsentieren uns mit unserer Kleidung, schmücken uns mit Noten und definieren uns über unsere Jobs.

„Ich bin ein Influencer“,

sagt er und reckt stolz die Brust. Er habe über 100k Follower, sein begehbarer Kleiderschrank platze aus allen Nähten und er sei super beliebt. Seine Bilder glänzen, zeigen ihn mit strahlendem Gebiss und er lässt seine Zahlen spielen wie Athleten ihre Muskeln. Doch was würde von ihm bleiben? Wer würde er sein, nachdem weder Fans, noch Internet mehr sind?

„Ich bin mein Job“,

sagen wir, bevor wir in unser Mittagsbrot beissen und wieder in die Tasten hauen.

Das, was wir haben, gehört uns nicht. Es ist das Land, in dem wir leben voller Dinge, die andere erschufen. Schwitzend packen wir Stein auf Stein auf eine Mauer aus dem, was wir „unsere Arbeit“ nennen. Was ist, wenn sie eingerissen wird? Illusion.

„Ich“

Das Ich ist mehr. Geht die Welt unter – jetzt, morgen, in hundert oder tausend Jahren – stehen wir auf dem Scherbenhaufen nicht nur der Welt, der Stadt, der Straße, sondern auf dem Haufen unserer Existenz. Umgeben von zersplitterten Followerzahlen, die nichts mehr bedeuten und in der Hand die Visitenkarte. „Community Managerin“ steht darauf zu lesen. Doch welche Community managen wir dann noch? Eine Community aus gebrochenen Schaufensterpuppen.

Was bleibt, wenn alles andere gegangen ist. Die Handwerker*innen, auf die man im Jetzt gerne herab sieht, die aber aus Müll ein verdammt gutes Bett zimmern können. Die Hebammen, die heute von der Politik vergessen und nach denen morgen verzweifelt geschrien wird. Die Menschen. Die mit dem guten Herz. Die Netten, die einen auch in dunkelsten Zeiten aufzumuntern bereit sind. Die Ärzt*innen und Arzthelfer*innen, die Anpacker, die Charaktere.

Gut ist man im Herzen, nicht im Job. Und ja, gut kann man auch als der Influencer sein, von dem vorhin gesprochen wurde. Aber er ist kein Influencer. Er ist mehr oder weniger als das. Er ist er.

Du bist nicht nur dein Job, nicht nur deine Followerzahl. Es kann vergehen wie eine Schneeflocke die sich auf heißes Pflaster verirrte.

Wer bist du?


Header: Selbstportrait

Rollenspiel im Lustigen Taschenbuch

Rollenspiel im Lustigen Taschenbuch

Es ist immer interessant, wenn Geekiges in Medien oder Produktionen, die eigentlich wenig mit der Sache zu tun haben, behandelt wird. Kennen sich die Autor:innen mit der Thematik aus oder bedienen sie sich nur irgendwelcher Strereotype? Und wenn ja – welcher genau? Hier schaue ich mir mal das Thema „Rollenspiel“ in einem Lustigen Taschenbuch näher an!

Ja, auch Donald, Mickey und Goofy spielen Rollenspiele. Vermutlich nicht ganz so unfassbar fachmännisch wie wir (haha), aber doch stets mit viel Elan. In der 310. Ausgabe des Lustigen Taschenbuches zum Beispiel. Dort spielt Donald in der Geschichte „Der schwarze Schatten“ einen mutigen Krieger, den später dann doch der Mut verlässt, Mickey einen gewieften Schurken, der gar nicht wirklich schurkig ist und Goofy einen Magier, der “mehr Zauber kennt, als er sich merken kann”. Gemeinsam sind sie auf der selbstredend heroischen Queste, um ihr Heimatdorf vor unsäglichen Monstern zu befreien.

Das Regelsystem

Das Würfelsystem - 2W6

Hierbei bedienen sich die drei Helden eines denkbar einfachen Regelsystems, das sogar von Spielfiguren unterstützt wird, um das ganze visuell anschaulicher für die kindliche Leserschaft zu gestalten. Ein Spielleiter ist nicht vonnöten, die Spieler selber erzählen die Geschichte und führen sich und ihre Mitspieler durch das Abenteuer. Dabei hilft das schlaue Regelwerk, das, je nach Werten der Helden und ein wenig im Stile der “Buchabenteuer” (Lone Wolf”), gewisse Situationen und Reaktionen der NPCs vorgibt.  Gewürfelt wird stets mit zwei W6.

Interessant hierbei ist, dass Kämpfe mit jeweils nur einem einzigen Wurf pro Held bestritten werden. Eine einzige Kampfrunde reicht aus, um ein Monster zu besiegen – oder auch, um gefressen zu werden. Aber gut, wenn man hier auch die DSA4-Regeln verwenden würde, könnte man für einen einzigen Kampf direkt 4 LTBs verbraten und das zu lesen würde nichteinmal ich mir zumuten.

Wobei, vielleicht würde ich mich doch opfern. Heroisch, selbstredend, um euch darüber zu berichten.

Die Charaktere

Goofy zaubert einen unsinnigen Zauber

Die Charaktere sind natürlich sehr klassisch, in sich jedoch angenehm humorvoll gestaltet. Mickeys Darstellung fällt mir dabei negativ auf: Seine Darstellung als edler Robin Hood ist so aalglatt wie sein geschliffener Dolch. Donald wiederum besticht durch seine OOC-Träumereien, die er in dem RP verwirklicht sehen will. Ein edler Recke voller Stolz und Tapferkeit möchte er sein, jemand, der holde Jungfrauen rettet. Wie zu erwarten war, verlässt Donald jedoch das Würfelglück und statt einer heldenhaften Rettung erlebt er mit seinem Avatar eine Peinlichkeit nach der nächsten. Goofy indes glänzt als völlig überdrehter Magier, der zwar ziemlich mächtig ist, seine Macht jedoch lieber für unsinnige Zauber wie sich selbst stopfende Socken nutzt. Die kleine Heldentruppe schlägt sich insgesamt wacker. Ein wenig schade finde ich es, dass Mickey selbst in der Rolle als Dieb und Herumstreuner noch das edleste aller Herzen zur Schau trägt. Aber gut, im Grunde spielen sich alle selbst.

Das Abenteuer

In ein “echtes” Abenteuer kann man diese Geschichte auch zwängen: Eine schwarze Kugel, die Monster gebärt und in einem finsteren Turm gehegt und gepflegt (aber offensichtlich nicht gut bewacht) wird und von den Helden zerstört werden muss, bevor eine wahre Monsterplage über die umliegenden Dörfer hereinbricht. Dazu ein gerissener Widersacher, der sich in das Vertrauen mindestens eines Helden schleicht um die Gruppe später zu verraten, gewürzt mit einem goldgierigen Oberschurken, der die Kugel für sich beanspruchen und damit Geld verdienen will. (Weil sich, wie wir alle wissen, so ein monsterzeugendes Ding ja auch wunderbar überall verkaufen lässt. Oder so.) Dieses 2W6-System mit den extrem kurzen und viel zu zufallsabhängigen Kämpfen würde ich jedoch nicht unbedingt empfehlen. Dafür plädiere ich auch fortan in meine Spielrunden für so niedliche kleine Spielfiguren in maßstabgetreuer Gestalt der Spieler!

Fazit

Donald ist stolzer Spieler eines Ritters

Obwohl keine Erklärung, was Rollenspiel überhaupt ist, voran gestellt wird, wird es doch innerhalb der Geschichte ersichtlich und ich kann mir vorstellen, dass es auch Lust auf “mehr” macht. Sehr schön ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich Goofy vorab immer selber in die Szenen schreibt, obwohl er noch gar nicht an der Reihe ist. Disziplin will gelernt sein, auch bei Rollenspielen! Ich selber begrüße dieserart Geschichten in den LTBs natürlich sehr und lese sie auch mit am liebsten. Es gibt noch mindestens ein oder zwei andere Rollenspielgeschichten dieser Art und ich werde sie suchen und finden! Alternativ könnt ihr sie auch für mich aufspüren!

Die Darstellung der Rollenspieler an sich ist eine positive. Es sind keine verschrobene Einzelgänger, sondern die Helden aus den LTB-Geschichten, die durch das Spielen nicht dubioser wirken als zuvor. Im Gegenteil, transportiert wird durch „Der schwarze Schatten“ der Spaß, den sie alle dabei haben. Gut. Donalds Frust mag man nun nicht unter „Spaß“ abheften… aber es wäre ja leider nicht so, dass er in den anderen Geschichten vom Glück verfolgt würde.

Community Manager Gaming Industry

Die größten Irrtümer rund um Community Manager:innen

Ich liebe meine Arbeit als Community Managerin: Die Interaktion mit leidenschaftlichen Fans on- und offline, das Analysieren und Anwenden von Strategien, das Kreieren von kreativen Assets und Kampagnen und vieles mehr. Man ist Teil einer Community und arbeitet, zumindest in meinem Fall, an und mit Videospielen. Am erfüllendsten ist meine Arbeit für mich dann, wenn ich mit der Community kommuniziere; entweder direkt in Chats, oder eher indirekt mittels Social Media Postings, Ankündigungen und Co. Allerdings hat auch dieser Part seine Schattenseiten. Dann, wenn die Community teils – aus meiner Perspektive – abstruse Erwartungen an meine Arbeit hegt.

Hier möchte ich euch nun die größten Irrtümer rund um Community Manager*innen vorstellen. Wenn ihr selbst in diesem Bereich arbeitet, kommentiert gerne, ob es euch ähnlich geht oder ihr ganz andere Erfahrungen gesammelt habt!

Community Manager*innen sollen eigentlich andere Dinge tun!

Ihr kennt es: Der Twitter-Account des Studios eures Vertrauens postet ein lustiges Meme / einen unterhaltsamen Artikel; kurz: Fluff, der die Community unterhalten soll. Ich persönlich liebe diese Art von Postings. Man kann kreativ sein, wunderbare Dinge wie Fan Art hervorheben und mit der Community in lockeren Kontakt treten.

Natürlich fixen wir damit aber kein Spiel. Gifs reparieren keine Bugs. Und mit einem Lächeln kann man das gepeinigte Herz eines Fans nicht kitten. Solche Postings sind dafür aber auch nicht da. Wichtiger noch: Solche Postings nehmen den Bugfixes keinen Platz weg. Ob ich jetzt etwas Witziges auf Twitter poste oder weiter an irgendeinem Social Media Plan arbeite – ich würde stattdessen nicht an Bugs arbeiten. Dafür bin ich als Community Managerin nicht eingestellt. Umgekehrt würde kein Developer und keine Developerin auf meinem Social Media herumschrauben. Der*die fixt eben unter anderem gerade Bugs.

Ich als Community Managerin darf und soll also sehr wohl auch einfach mal unterhaltsame Dinge posten. Dadurch lernt man die Community kennen, kann mit ihr interagieren und es hält den Flow aufrecht. Aber: In Krisenzeiten sollte man sehr spärlich damit umgehen. Das versteht sich von selbst. Hier spreche ich tatsächlich von Zeiten außerhalb dessen.

Plus: Ein „Fixt mal euer Spiel!!!“ hilft niemandem. Was soll gefixt werden? Auf welchem System spielst du? Und, natürlich: Welches Spiel spielst du überhaupt? Manche Publisher und Studios haben nämlich durchaus mehr als eines. Überraschung. Böse Zungen mögen natürlich behaupten, dass es denjenigen nicht wirklich um Konstruktivität geht. Schade eigentlich.

Sie sollen dein – DEIN – LP teilen!

Den Wunsch nach Anerkennung verstehe ich – und auch, dass man sich schnell ignoriert fühlen kann. Man hat etwas Tolles kreiert, etwa ein Let’s Play oder eine Kurzgeschichte, irgendetwas – und man erhält von offizieller Seite nicht mal ein Like.

Tatsache ist: Je nach Spiel, Publisher oder Studio bekommt man Tonnen an Content zugespielt, und das über unterschiedliche Kanäle. Jede*r von ihnen möchte dabei gesehen werden. Und ja, vieles davon sehen wir auch tatsächlich. Manches im Detail, manches im Vorbeisurfen, anderes aus dem Augenwinkel. Wir lesen und sehen viel und tun das auch verdammt gerne, aber verpassen dabei natürlich auch manches.

Und selbst wenn wir dieses und jenes im Detail gesehen haben, können wir nicht alles davon auf unseren Kanälen teilen. Wie sähe dieser Kanal dann aus? Wie ungeordnetes Chaos, in dem sich nicht mal der*die Influencer*in selbst erkennen kann.

Ich persönlich war auf beiden Seiten, sowohl auf Publisher-, als auch Communityseite und weiß, wie großartig es sich anfühlt, wenn man von einem großen Account „geteilt“ wird. Daher freue ich mich auch jedes Mal ganz ernsthaft, wenn der Kalender Raum für Fankreationen hat und ich etwas teilen kann. Oder wenn ich Zeit habe, es zu kommentieren. Allerdings gibt die Zeit es nicht immer her.

Aber was wieso und wann – das unterliegt so vielen Faktoren, dass ich das unmöglich hier nun erläutern kann oder gar möchte. Geheimtipp: Eine aggressive Forderung wird niemanden dazu verleiten, etwas zu teilen. Aber je häufiger man eine Person sieht und je qualitativ hochwertiger jener Content ist, desto eher wird er oder sie auch „gesehen“.

Community Manager haben keinen Feierabend! Nie!

Spoiler: Ich mag meinen Job. Gerade zu Beginn habe ich deshalb auch oft am Wochenende und nach Feierabend auf Fragen aus der Community geantwortet, Dinge vor- und nachbereitet. Das mache ich allerdings nicht mehr in dem Maße, wenn nichts Dringendes ist. Warum? Weil ich ein Mensch mit einem ganz normalen Freizeit- und Erholungsbedürfnis bin.

Für die meisten ist das auch einleuchtend. Dennoch gilt für viele: Community Manager*innen sollen immer und jederzeit zur Verfügung stehen. Man wird auf Discord und auf den privaten SoMe Kanälen zu allen möglichen Zeiten angepingt – und das ist noch vollkommen in Ordnung. Man wird ja nicht gezwungen, sofort zu reagieren. (Was man natürlich dennoch macht, schließlich möchte man helfen.) Viele haben jedoch eine aggressive Erwartungshaltung.

„Hallo? HALLO! Ich hab dich was gefragt!“
„Hey [Insert Namen eines Kollegen], die Guddy war zu faul zum antworten, vielleicht bist du ja netter?!“
„Ja DANKE auch was ein scheiß Service! [Kotzsmiley]


Und das finde ich … schade. Umgekehrt kommt von jenen Leuten nämlich auch keine Anerkennung, wenn man an einem Samstag um 23 Uhr antwortet. Weil sie es so erwarten. Von jemandem, der*die von Montags bis Freitags bereits eine 40 Stunden Woche hat.
Muss ich dazu noch mehr sagen? Nutzt unsere Hilfsbereitschaft bitte nicht aus.

Community Manager sind alle Praktikanten!

Logisch. Schließlich ist es ja auch gar kein richtiger Job: Wir sitzen halt nonstop vor Twitter, posten ab und zu ein zufällig ausgewähltes Gif und irgendeinen innerhalb von drei Sekunden zusammengewürfelten Unsinn, während wir auf dem zweiten Bildschirm Hearthstone spielen und … Okay, ich ziehe euch gleich hier den Zahn, bevor ihr euch noch bestätigt fühlt.

Es ist tatsächlich ein richtiger Job, den man nicht „mal eben“ macht. Zumindest dort, wo ich aktuell arbeite, ist es tatsächlich mit Management verbunden. Wir erstellen Pläne, stehen in engem Kontakt mit den Studios um die Strategien zu besprechen, betreiben Influencermarketing, analysieren Märkte und Advertisings, um nur wenige Arbeitsbereiche zu nennen.

Und selbst wenn wir uns im Social Media selbst herumtreiben, hat es wenig mit dem zu tun, was ich privat auf meinen Accounts mache. Es ist Arbeit. Man hat ein ganz anderes Maß an Verantwortung, mehr und wesentlich kritischere Augen, die einen beobachten und letztlich postet man nicht einfach drauflos. Wie auch? Wir twittern nicht für uns, sondern für Dritte.

Dass diese Arbeit auch Spaß macht, ist ein großes Plus. Aber aus der vermeintlich herabwürdigen Aussage, es würde sich bei uns „nur um Praktikant*innen“ handeln, spricht natürlich auch nicht eine tatsächliche Herabwürdigung. Sondern Neid. Und das wissen wir sehr wohl.

Community Manager sind männlich!

Als Community Managerin innerhalb der Videospielindustrie bin ich für die Fans männlich. Selbst mit einem weiblichen Nickname und meinem weiblichen Comicbild als Avatar, den ich bei Ubisoft benutzt habe, nehmen sie an, ich sei männlich. Immer. Von „Danke Dude“ über „Der Typ, der gerade bei Anno Twitter betreut, ist super cool!“ bis zu „Ich wette, dein Schwanz ist winzig klein!“ habe ich schon so vieles gelesen, das ich von dem Mindset einfach ein bisschen genervt bin. Wisst ihr, Frauen existieren in der Videospielbranche und viele von uns sind auch verdammt witzig und können gut schreiben.

Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, misgendered zu werden, aber dem hier liegt einfach ein Grundgedanke hinter, der einfach nicht mehr sein muss. Mittlerweile gibt es so viele bekannte, weibliche Gesichter der Gamesbranche und ich bin das „männlich by default“ einfach leid. Gendert doch einfach gar nicht.

Wir sind an allem Schuld

Ganz ehrlich? Das ist pures Trolling und wer keine konstruktiven Argumente bringen möchte – denen ich durchaus gerne zuhöre, auch um sie an das Studio weiterleiten zu können, was schließlich mitunter mein Job ist – bekommt von mir je nach Arbeitgeber*in entweder gar keine, oder eine ebenfalls trollende Antwort.

Und um noch ein bisschen ehrlicher zu sein? Trolling finde ich nicht ärgerlich. Zumindest nicht für mich, sondern für die anderen Fans. Ich für mich finde es possierlich und möchte ihnen am liebsten ein rosa Kuscheltier zum Liebhaben schicken. Leider wäre ich dann schnell arm.

Bücher für Gamer*innen

7 lesenswerte Bücher für Gamer:innen

Viele tun es regelmäßig und mit ausdauernder Leidenschaft. Morgens, abends, nachts, ja manchmal sogar in öffentlichen Verkehrsmitteln! Die Rede ist, wie es der Titel fast vermuten lässt, natürlich vom Lesen. Das Genre ist dabei nicht festgelegt, kann der:die gemeine Gamer:in ganz nach Fasson doch sowohl nach Fantasy, als auch Romantikliteratur und mehr greifen. Hier möchte ich euch aber nun derer sechs Titel vorstellen, die Gaming und geschriebenes Wort wunderbar miteinander verbinden.

Wenn ihr weitere Beispiele habt – gerne her damit! Außerdem: Findet hier eine Liste der Romane, die als Vorlagen für Videospielen dienten. Passt ja ein wenig zusammen.

Fiktion

Constantin Gillies – „Extraleben“

Zwei Mittdreißiger nerden sich nicht nur gegenseitig zu, sondern finden eines schönen Tages auch noch eine versteckte, nach Verschwörungstheorie duftende Botschaft inmitten eines alten C64-Spiels. Es kommt, wie es kommen muss: Die beiden hüpfen vergnügt in einen Oldtimer und wagen auf der Suche nach weiteren Hinweisen eine heiße Schnitzeljagd quer durch die Weltgeschichte und insbesondere die USA.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Roadtrip an sich, sondern die gedankliche Zeitreise in die Anfänge der Videospielzeit. Nostalgiegefühl dringt durch jede Pore der Seiten, wenn sich die beiden die Dialogklinke in die Hand geben und über die alten Gerätschaften fachsimpeln dass man am Ende fast meint, selber einen C64 auseinander nehmen zu können.

Mancheiner wird für diesen Nostalgietrip vielleicht zu jung sein – für jeden früher als 1990 Geborenen könnte der Griff zu diesem Buch aber ein warmes Glücksgefühl im Konsolendaumen hervorrufen.

Unterhaltung: ♦♦♦♦
Anspruch: ♣♣

Austin Grossman – „You“

Weniger fidel geht es in diesem knapp betitelten Buch zu. Protagonist Russel wuchs zu Zeiten der ersten Homecomputer auf. Damals, als Pong noch neu und jeder Mausklick aufregend war, zockte und nerdete er mit vier Freunden Tag für Tag derart enthusiastsich, dass er mit ihnen den ersten Grundstein für eine Videospielfirma legte: Black Arts. Doch diese Zeit jugendlicher Frohlockung war einmal. Nun steht Russel, mittlerweile um die 40, vor den Toren eben jener Firma um dort bei seinen ehemaligen Freunden anzuheuern. Jetzt ist zwar die Firma groß, ihr Spiel „Realms of Gold“ erfolgreich, doch die alten Freunde wirken fremd und auch innerhalb der Spielestätte ist nicht alles so glorreich, wie es scheint.

Durch viele Rückblenden gewürzt erfahren wir durch Russel das Auf und Ab seines Lebens, tauchen ein in eine Welt jungen Spieldesigns und Freundschaft. Der eigene Spieleavatar wirkt greifbar, ein Gefühl, das Russel kaum in Worte fassen und so mancher Gamer doch gut verstehen kann. Es ist eine Reise zur Erschaffung eines Mythos, in nachdenkliche Worte gekleidet, die doch auch die freudenstrahlende Passion immer wieder aufblitzen lassen.

Unterhaltung: ♦♦♦
Anspruch: ♣♣♣

Ernest Cline – „Ready Player One“

Wir schreiben das Jahr 2044. Wieder einmal hat es das Leben, wie wir es kennen, dahingerafft und Platz für primär eine neue Welt gegeben: Der virtuellen. Diese nennt sich wohlklingenderweise OASIS und wird von den Menschen sowohl für Freizeit, als auch Arbeit genutzt. Als dessen Erfinder stirbt, hinterlässt er nicht nur ein unfassbares Vermögen – sondern auch eine Art virtuelle Schnitzeljagd , deren Ziel sein Kontoguthaben ist. Doch wo fängt die wilde Jagd an? Wo sind all die Hinweise verborgen? Und wo verdammt ist denn nun dieses easterigste aller eggs?!

In einer für Dystopien sehr ungewöhnlichen, unterhaltsam-lockeren Art folgen wir dem Jungen Wade, der als einer der ersten eine heiße Spur aufnimmt und uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch bunte Pixel, 80er Jahre Shizzle und erfreulich viel Nerdtum nimmt. Wer hier nicht alle paar Minuten über eine Referenz seufzt oder schmunzelt, ist wohl auch nicht mehr zu helfen.

Unterhaltung: ♦♦♦♦♦
Anspruch: ♣♣


Non-Fiktion

Jane McGonigal – „Besser als die Wirklichkeit!: Warum wir von Computerspielen profitieren und wie sie die Welt verändern“

Besser als die WIrklichkeit - Cover

Wie genau definiert sich das eigentlich: „Spiel“? Warum spielt sich ein Tetris auch nach unendlich vielen Versuchen noch so reizvoll? Und sind Videospiele wirklich so schlimm wie ihr Ruf?

In dieser äußerst interessanten Symbiose aus Psychologie und Videospielfakten wagt McGonigal einen positiven Blick in die Welt des Gamings. Auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fundierend, erklärt sie nicht nur wortgewandt, was so viele Menschen an Konsolen und PCs fesselt, sondern auch, wie man die diversen Spielprinzipien auf das reale Leben übertragen und was man auch als Arbeitgeber von ihnen lernen könnte.

Ich selber hatte beim Lesen einige Aha-Momente und wurde trotz seiner wissenschaftlichen Basis wunderbar unterhalten.

Unterhaltung: ♦♦♦
Anspruch: ♣♣♣♣

David Sheff – „Nintendo, ‚Gameboy’“

Nintendo - Cover

Hinter diesem doch recht drögen Titel verbirgt sich die spannende und nicht immer gesetzlich einwandfreie Reise Nintendos von seinen ersten Anfängen als Spielkartenproduzent bis zum aktuellen Hype um – Gameboy und SNES. Denn, ja, das Buch stammt aus den frühen 90ern. In Internetzeitrechnung ist das Werk also bereits ausgestorben.

Das allerdings soll kein Hindernis sein. Ganz im Gegenteil ist sein Blick auf die Ursprünge aus heutiger Sicht frischer; eine Zeitreise auf bedruckten Seiten, die ihresgleichen sucht. Gerade für diejenigen, die gerne einen Blick hinter die Kulissen werfen, sei dieses Buch wärmstens empfohlen, setzt es den Fokus doch auf die Business-Seite des japanischen Unternehmens.

Ein besonderes Schmankerl bilden die letzten Kapitel. Diese beschäftigen sich mit Nintendos Zukunftsplänen. Wohlgemerkt aus Sicht der 90er. Aus heutiger Sicht ist dies dezent amüsant zu lesen, kam doch manches dezent anders als gedacht.

Unterhaltung: ♦♦
Anspruch: ♣♣♣♣

Jordan Mechner – „The Making of Prince of Persia: Journals 1985 – 1993

Prince of Persia - Cover

Wer schon immer gerne in fremden Tagebüchern herumgeschnüffelt hat wird an diesem Werk wohl seine helle Freude finden. Doch auch für Leser mit weniger zweifelhaften Hobbys wird diese Lektüre ein kleines Nerdfest sein. Bei diesem Titel befinden wir uns in den Tagebucheinträgen Jordan Mechners, besser bekannt als Mastermind hinter dem Klassiker Prince of Persia. Man schaut ihm bei seinen ersten Gehversuchen als Gamedesigner über die Schulter, trocknet seine imaginären Tränchen bei ersten Misserfolgen und wohnt letrztlich doch noch beim bekannten Erfolg bei.

Dabei tänzelt Mechner auf unterhaltsame Weise zwischen Informationen und kurzweiligen Anekdoten hin und her. Die Tagebuchform lockert das Lesen auf, bietet abwechslungsreiche Abschnitte. Vermutlich war man selten näher an der Entstehung eines Spiels dran wie bei diesem Making Of.

Unterhaltung: ♦♦♦♦
Anspruch: ♣♣♣

Matt Barton – Dungeons and Desktops: The History of Computer Role-Playing Games

Dungeons and Desktops - Cover

Für mich als alte Rollenspielhäsin sowohl im P&P, als auch im Videospielbereich ist solch eine Übersicht über die digitalen Rollenspiele natürlich eine kleine Schatztruhe. Barton führt auf satten 451 Seiten so ziemlich jedes halbwegs wichtige CRPG von Beginn an bis 2008 auf und lässt dem geneigten Leser dabei das ein oder andere „Hach“ entweichen. Dabei erhält man Informationen beispielsweise über die Wichtigkeit bestimmter Spiele für das Genre, wann welches Feature zuerst aufgetreten ist und wie sich einzelne Spiele im Markt behauptet haben.

Diese Historie der Computerrollenspiele ist nicht vollständig. Dennoch sind auch hier Geheimtipps zu finden und man erhält einen detaillierten Überblick, der seinesgleichen sucht. Der fällt recht trocken aus, Humor oder eine ausführliche Darstellung seiner eigenen Meinung sucht man vergebens. Einem Rollenspielnerd jedoch würde ich es definitiv empfehlen.

Unterhaltung: ♦♦
Anspruch: ♣♣

Top5 Phoenixe in Film und TV

Die 5 besten Phoenixe aus Film und TV

Ihr kennt das: Ihr seid wiedermal zu Asche zerfallen und raucht ein wenig vor euch hin. Ihr findet alles um euch herum kacke und euch sowieso. Kunststück, als Staubhaufen hat man eigentlich immer einen Bad-Hair-Day. Doch bevor ihr vom übereifrigen Janitor weggefegt werdet, erinnert ihr euch: Ha! Ich kann als Phoenix ja wieder auferstehen! Und so schnipst ihr einmal mit den imaginären Fingern und verwandelt euch zurück in einen Phoenix!* Und weil es so schön ist, lasse ich mal ein paar Filme und Serien Revue passieren und lasse meine Favoriten hier in diesem Blogbeitrag wiederauferstehen!

*Kennt ihr nicht? Oh, sorry. Ich kenne es aber. Sorry. Der Blogname kommt ja nicht von ungefähr!

Phoenix – Supernatural

 Phoenix in Supernatural killed by Dean

Meine Liebe zu Supernatural und Dean ist ungebrochen – natürlich muss ich hier einen von Deans Siegen zelebrieren. In diesem Fall über einen Phoenix. „Aber Guddy, wenn der Phoenix doch derart fatal versagt, wie kommt er dann auf diese heilige Liste hier?!?“

Gut dass du fragst, namenlose Blogleseperson, derer habe ich zwei Antworten:

1: Er ist eine ganz andere Art von Phoenix, was ihn beziehungsweise seine Art so besonders macht. Garstige Monster, die es armen Lebenden schwierig macht und sie einfach so per Handschlag zu Staub zerfallen lassen können. Das ist schon ziemich badass. Darf somit auf die Liste.

2: Dean ist im Gif. ‚Nuff said.

Phoenixhaftigkeit: 4 von 10 rauchenden Colts

Harry Potter Phoenix Fawkes

Fawkes – Harry Potter

Herzlich willkommen zum offensichtlichsten Phoenix auf dieser Liste! Fawkes‘ erster Auftritt ist derart klassisch, dass dem ungeahnten Harry das Gesicht entgleist und in der frischen Asche versinkt. Als wiederauferstehendes Küken schließlich ist er so possierlich, dass ich fast im Tierheim angerufen hätte um zu fragen, ob dort zufällig einer auf mich wartet. Spoiler: Leider nein.

So oder so: Wer sich nach Phoenixen umschaut, wird an ihm nicht vorbeikommen und das mit Recht, ist er doch ein ganz bezauberndes Wesen seiner Art und sehr hübsch anzusehen.

Phoenixhaftigkeit: 10 von 10 rauchenden Aschehäufchen

Needle: Conan the Adventurer

Ich habe definitiv eine Schwäche für tierische Sidekicks und Needle bildet da keine Ausnahme. Der kleine Phoenix, der sich meist dekorativ auf Conans Schulter breitmacht, fügt der Serie einen federnden Batzen Humor hinzu und fügt dem popkulturellen Phoenixmythos eine neue Komponente hinzu, indem er mittels seiner Federkraft zaubern kann.

Sehr schön ist auch die Tatsache, dass er sich häufig als sprechender Papagei tarnen muss, um nicht aufzufallen. Außerdem: Er glitzert! Herzallerliebst!

Phoenixhaftigkeit: 6 von 10 rauchenden Köpfen

Jean Grey – X-Men

Jean Grey X-Men Phoenix

This is kind of a given: Jean Grey aka Phoenix ist eine schillernde Person aus dem X-Men Universum und in ihren vielfachen Interpretationen sehenswert. Sie taucht in Comics, Serien, Videospielen und in heimischen Wohnzimmern auf, in Filmen und vermutlich in den Köpfen vieler Menschen zu besinnlichen Momenten.

Optisch am besten gefällt mir Sophie Turners Darstellung. Man spürt die Macht und die flammende Aura hat definitiv etwas. Trotzdem: Der zugehörige Film steht nicht unbedingt auf meiner Liste. Welche Interpretation ist euer Favorit?

Phoenixhaftigkeit: 9 von 10 rauchenden Geliebten

Joaquin Phoenix: Joker

Joaquin Phoenix Joker

Sie sehen hier einen Phoenix in seinem natürlichen Habitat. In seinem flammend roten Kleid kann man erahnen, zu welch brandgefährlichen Akten er in der Lage ist. Kundige Augen mögen jedoch erahnt haben: In der Tat, es handelt sich hier nur um eine garstige Mimikry! Joaquin Phoenix ist gar kein richtiger Phoenix! Verrückt. Ja, da muss man tatsächlich genau hinschauen.

Wie dem auch sei: Joaquin Phoenix hat es geschafft, dem batman’schen Joker neues Leben einzuhauchen. Auch eine Form der Phoenix-Wiederauferstehung. Nein? Doch! Ooh! Und dafür gebührt ihm dieser Platz.

Phoenixhaftigkeit: 8 von 10 Rauchbomben

Länge eines Videospiels

Die perfekte Länge

Während es vielen nach einer ordentlichen Größe und einem möglichst ausgedehnten Ritt verlangt, sind andere mit weniger zufrieden. Ihnen reicht ein durch und durch befriedigendes Erlebnis, unabhängig vom Umfang und einzig auf den Moment fokussiert.

Dass es bei Videospielen nicht die perfekte Länge, den perfekten Umfang gibt, scheint obligatorisch, ist und spielt doch jeder Jeck anders und hat andere Bedürfnisse. Dennoch zeigen sich Fans und Kritiker*innen immer wieder empört, sobald sich herausstellt, dass Spiel XY nur magere 6 Stunden Spielzeit enthält. Gerade bei einem AAA-Titel, der gerne 60€ kostet, scheint ihnen der Preis nicht gerechtfertigt. Ob das Spiel vielleicht eine hohe Qualität und immensen Spielspaß bietet, erscheint da oft nebensächlich. Das finde ich schade, kann einen doch auch ein kurzes Spiel beeindrucken, fesseln und mitunter noch eine längere Zeit hinweg beschäftigen – auch nach dem Spielen. Das seinerzeit vieldiskutierte That Dragon, Cancer , in dem man als Elternteil den an Krebs erkrankten Sohn auf seinem vierjährigen Leidensweg begleitet und einen als Spieler mitunter sehr bedrückt und nachdenklich zurück lassen kann, ist da nur ein gutes Beispiel unter vielen.

Nun kann man stundenlang sachliche Fakten Für und Wider eine möglichst lange oder kurze Spielzeit betreffend sammeln und vorstellen; hier und jetzt möchte ich diese Frage nun jedoch auf eine persönliche Ebene herunterbrechen . Zum einen, weil ich mir diese Frage heute beim Spielen von The Witcher wieder einmal gestellt hatte und euch meine diffuse Antwort nun darlegen möchte, zum anderen, um mir eure Ansichten einzuholen. Ich muss schließlich wissen, wie hoch mein individueller Ominös-Faktor in dieser Sache ist!

Kurz, aber intensiv soll es sein!

Meine ingame-Aufmerksamkeitsspanne reicht von hier bis – oh seht mal, ein fliegender Affe! Dementsprechend brauche ich persönlich konzentrierte Inhalte, die wenige Längen kennen. Eine offene Spielwelt finde ich zwar großartig, doch nur, wenn die Immersion gegeben ist, so sehr, dass ich mich ins Spiel hinein gesogen fühle. Ja, ich spreche von dir, Witcher. Die Spielzeit liegt selbst bei einem Speedrun seitens der Entwickler*innen bei etwa 25 Stunden, es bietet neben der Haupt- noch zahlreiche Nebenquests und allein mit der reinen Entdeckung der Welt habe ich schon ganze Stunden Wochen Monate verbracht. Doch nur, weil ich die Welt fantastisch finde, mich das Gameplay begeistert und ich den Werdegang der Charaktere hochgradig spannend finde. Man könnte fast meinen, dass mich dieses Spiel begeistert.

Völlige Begeisterung ist allerdings auch der einzige Grund, bei dem ich eine lange Spielzeit begrüße. Betonung liegt hier auf: „völlig“. Bin ich nur „begeistert“ breche ich das Spiel einfach ab und werde es nie bis zum Ende bringen. Es langweilt mich und ich will eines der anderen Spiele zocken, eine Serie sehen; denn verdammt, es gibt so viel anderen, hervorragenden Geekcontent!

Selbst bei meinen Langzeit-Lieblingstiteln wie „Might&Magic“ oder „Divine Divinity“ wünsche ich mir auf halber Strecke endlich das Ende herbei. Ich brauche Plots mit Biss, die pointiert sind und einen knackigen Spannungsbogen haben, bei denen das Ende absehbar ist. Wie beispielsweise bei „Schatten über Riva“. Sein Vorteil ist, dass die Abenteuer fast immer spannend bleiben und abwechslungsreich sind. Zudem, nun ja, sind mir die sechs Held*innen zu dem Zeitpunkt schon in den zwei vorherigen Spielen derart ans Herz gewachsen (und das ohne wirkliche Charaktere! Rollenspiel findet im Kopf statt. Oder so.), dass ich sie nicht loslassen kann. Niemals. …  Na toll. Ich hab’s geschafft. Jetzt muss ich die Nordlandtrilogie wieder mal installieren, die Sehnsucht ist zu stark…

Selbstverständlich hängt es auch vom Genre ab. Rollenspiele dürfen gerne einen Tacken länger sein – doch auch hier brauche ich bitte keine 50+ Stunden. Es sei denn, es handelt sich wie gesagt um Skyrim oder den Witcher. Maximal 30 Stunden finde ich selbst bei Rollenspielen vollkommen ausreichend.

Mein Traumtitel hätte rund 15-20 stunden Spielzeit. Komprimierte Story, nette Charaktere, einen Anfang, einen Mittelteil und, ganz wichtig, ein Ende. Das ist für mich eine gute Zeit, um sich in das Spiel einzufühlen, in es einzutauchen und das Spielgefühl auszukosten. Gleichzeitig ist es für mich ein rundes Spielgefühl, das sich nicht über Wochen oder gar Monate hinzieht (Oder, hust, Jahre. Hallo, Skyrim.), sondern einfach auch mal aufhört. Wenn die Intensität passt, ein voll entwickelter Plot dahinter steckt und ich einfach verdammt viel Spaß beim Spielen hatte, dann bin ich zufrieden. Dann kann ein Spiel auch 60€ kosten, denn dann ist es sein Geld wert.

Legt ihr denn Wert auf eine lange Spielzeit? Findet ihr in dem Fall, dass kürzere Spiele ihr Geld nicht wert sind, oder hat das für euch noch ganz andere Aspekte?