Dein Traum von einem Buch

Traum vom Buch

Stell dir vor, dein Traum von einem Buch würde wahr werden. Weder Geld, noch branchenübliche Konventionen würde bei der Gestaltung, der Vermarktung oder Veröffentlichung eine Rolle spielen. All das würde exakt nach deinen – und nur deinen – Vorstellungen geschehen. Lasst uns träumen.

Kürzlich wurde diese Frage im Tintenzirkel gestellt und sofort wurde meine Fantasie auf Reisen geschickt. Aktuell arbeite ich an einem Buch. Wenn es fertig ist, wird es jedoch, wenn es überhaupt einen Verlag findet, nicht meinen Träumen entrspechen. Da mache ich mir keine Illusionen. Erstlinge werden selten einer Sonderbehandlung unterzogen oder auf Vorschüsse gebettet, das Vertrauen in sie ist eher gering. Und meine Wunschvorstellung … nunja. Nicht realistisch. Aber hier wollen wir schließlich auch nur träumen.

Optik und Haptik

Angenommen, mein Buch liegt in der Buchhandlung. Du entdeckst es sofort, denn es hat einen weißen Umschlag. Papier mit einem Schmutzfleck am oberen rechten Rand, denkst du dir und guckst es dir einfach mal näher an. Die weiß glänzende Schrift „Eisblut“* ist auf dem Matt des Umschlags nur gut zu erkennen, wenn man näher am Geschehen ist. Filigrane Muster ziehen sich über das Buch, weniger zu erkennen als die Schrift. Das, was du zunächst für einen Schmutzfleck gehalten hast, ist eigentlich ein gedruckter Tropfen in der Farbe des Sommerhimmels.

Wahrscheinlich denkst du nun „Was’n dat für’n Kack?“ und nimmst das Buch in die Hand, um den Klappentext zu lesen. Die Haptik ist erstaunlich angenehm, der Umschlag von eher weichem Papier und die Muster leicht eingedrückt. Du drehst es um und kannst den Klappentext doch deutlich besser lesen als den Buchtitel selbst, denn hier ist die Schrift von der gleichen Farbe wie der Tropfen auf der Vorderseite. [Insert most epic Klappentext ev0r. Logisch.]

Und noch etwas fällt dir auf, als du das Buch drehst: Der Buchschnitt ist ebenfalls himmelblau. „Oh je“; denkst du dir, „Hoffentlich ist die Schrift schwarz …“

Der Inhalt des Buches

Keine Sorge: Die Schrift ist tatsächlich Schwarz. Meistens. Als du im Buch blätterst, erkennst du, dass die Überschriften und hin und wieder eingeschobene kurze Textpassagen auch blau sind. Das kannst du vielleicht noch verschmerzen, schließlich ist die Schrift zu rund 95% doch noch gewohnt schwarz und gut leserlich. Puh.

Zu Beginn findest du aber Interessanteres: Eine Weltkarte, die wirkt, als wäre sie von geübter direkt mit einem Bleistift auf die leere Seite gezeichnet worden. Individuell, etwas grob vielleicht, aber auf keinen Fall wirkt sie wie aus dem Computer entworfen. Dazu passen auch die Portraits der wichtigsten Figuren, die sich auf einer Seite ganz am Ende des Buches gleich hinter der Begriffserklärung finden. Meine Künstler der Wahl? Entweder Elif Siebenpfeiffer oder Ben Maier. Beide könnten meine Vorstellungen mit Sicherheit perfekt umsetzen. Hach.

Außerdem erkennst du schnell, dass sich im Fließtext des Romans selbst immer wieder Einschübe von Zeitungsartikeln und Ähnliches finden lassen. „Die doofe Guddy kann sich eben auch nicht auf einen normalen Roman einlassen!“, denkst du dir. Pfui!

Das war der Traum?

Natürlich wirst du aber schon vorher von „Eisblut“* gehört haben. Logisch. In meiner Traumwelt habe ich es nämlich geschafft, vorab per hochgradig interessanter Blogartikel rund um Entstehung und Hintergründe des Romans Aufmerksamkeit gezogen zu haben. Du kennst schon einige der Figuren, zumindest ein bisschen, denn ich habe kunstvoll von ihnen erzählt. Auch hast du die Portraits von Ben oder Elif ins Herz geschlossen. Ach, ich untertreibe hier: Du bist regelrecht verknallt in all die tollen Charaktere!

Es ist schließlich nur ein Traum!

Außerdem halte ich natürlich Lesungen und habe es bis dahin sogar geschafft, meine Stimme zu trainieren. Ich rede also in normaler Schnelligkeit, sodass mich jeder verstehen kann! Vergessen ist meine Karla Kolumna-Sprech! Und alle so: Hurra!

Auf den Lesungen erhalte ich musikalische Untermalung, die die Szenen wunderbar unterstreichen, sei es episches Drama, Horror oder zarte Romanze. Einen passenden Künstler oder eine perfekte Band habe ich noch nicht im Sinn, aber es wird Rock, Metal oder irgendetwas dazwischen. Blutiger Schlachtenmetal, wahrscheinlich.

Fazit

Manches ist realistischer als anderes und mein Geschmack ist wahrscheinlich nicht so ganz massentauglich. Letztlich kommt es aber ohnehin auf den Inhalt an, oder?
Das, jawohl, ist mein persönliches Träumchen.

Und nun fang du an zu träumen. Wie würde dein Traum von einem Buch aussehen?


*“Eisblut“ ist der Arbeitstitel
.


Photo by Madara Parma on Unsplash

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9 Kommentare

  1. Die vorgeschlagenen Illustratoren gefallen mir sehr sehr gut! Aber so verrückt erscheinen mir deine Wünsche nicht. Wenn das richtige Publikum da ist und man einiges an Geld investiert, sind sie sogar machbar.

    Ich träume auch davon, ein gedrucktes Exemplar meines eigenen Buches in den Händen zu halten. Durch Amazon Rezensionen zu stöbern und zu hoffen, dass man mich nicht komplett auseinandernimmt, nur weil ich nicht für den Mainstream schreibe. Um die Illustration möchte ich mich selbst kümmern, auch wenn der Verlag protestieren wird, dass sie ihren eigenen Pappenheimer haben und dass es total outdated ist, auf einem Sci-Fi Buch Charkatere abzubilden. Was mir für all das fehlt ist ein Verlag und/oder das Publikum, damit ich es selbst in die Hand nehme.

    Ich habe mich letztens gefragt, ob ich dem Tintenzirkel beitreten soll. Weißt du, ob dort auch Sci-Fi Autoren vertreten sind? Ich kenne die Platform eher aus Fantasy und Phantastik Kreisen…

    1. Schreibe auch nicht für den Mainstream, aber ein Publikum gibt es für ALLES! 🙂

      Im Tintenzirkel gibt es so viele AutorInnen und nicht alle schreiben ausschließlich Fantasy. Ich glaube, es gibt auch welche, die ausschließlich oder primär Sci-Fi schreiben. Bewirb dich doch einfach und schau dann, ob es dir gefällt. Kann ja nicht schaden!

  2. Oh das ist super spannend, da muss ich mir auch mal ein paar Gedanken machen.
    Und so wie das klingt, würde ich dein Buch definitiv lesen und auch mit Karla- Kolumna- Attitüde zu deinen Lesungen pilgern. 😉

    1. Irgendwo gibt es dieses Publikum sicher, aber es mir leider noch nicht begegnet… Hab schon vergeblich auf Facebook und in Foren gesucht.
      Die Anmeldeseite vom Tintenzirkel war letztens down. Angeblich nur wegen dem NaNoWriMo, aber wir haben nun Januar?!

        1. Leute, die gesellschaftskritische und nachdenkliche Sci-Fi mögen. Und die gibt es, sonst würden grad nicht so viele Black Mirror gucken. Leider lande ich fast immer bei Leuten, die eher auf Unterhaltung, Space Opera oder Cyberpunk stehen und sich dann beschweren, dass meine Charaktere keine außergewöhnlichen Fähigkeiten haben und zu wenig Action ist. Aber ich schreib ja keine Superheldenromane, sondern Bildungsromane.
          Ja, wär cool, wenn du mal nachfragen könntest 🙂

  3. Was für eine tolle Post-Idee und mir gefallen deine Vorstellungen ungeheuer gut ♥ Besonders das mit der blauen Schrift und den anderen Einschüben finde ich ungeheuer spannend, weil ich solche Besonderheiten nicht häufig sehe („häufige Besonderheiten“? Na ja, bin noch nicht ganz wach :p).

    Mich würde zusätzlich noch interessieren, welche Werbungsmaßnahmen du unbedingt noch weiter haben wolltest? Es gibt ja mittlerweile viele, z.B. Postkarten, Lesezeichen, Sticker, temporäre Tattoos undundund… Und gerade, wenn man im Traum ja keine finanzielle Grenzen hat, finde ich den Gedanken nochmal mehr spannend 🙂

    1. Jaa Werbemaßnahmen wollte ich auch noch benennen, dachte aber, dass dann eh niemanden interessieren würde. 😀
      Auf jeden Fall Lesezeichen, ähnlich schlicht. Pösterchen. Ein MEGA Trailer, irgendwo zwischen HdR, BSG und der ersten Supernatural-Staffel. Natürlich eine Tour quer durch den deutschsprachigen Raum inkl Mini-LARP und Events, bei denen ich Leute kostenlos einladen darf. Dinner, das dem Roman angelehnt ist.
      Uuh, und Fotoshootings mit mir und den Darstellern meiner Figuren vom Trailer. 😀 Ehm ja. Das rutscht eventuell zu sehr in eine Verfilmung rein… 😉

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