Comic mit arabischem Fokus: Antar: The Black Knight #1

Review Antar The Black Knight Comic
Autorin: Nnedi Okorafor | Illustrationen: Eric Battle, Jason Scott Jones, Thomas Mauer | VerlagIDW Publishing | Band: 1 von 5

Die nigerianisch-amerikanische Schriftstellerin und Professorin Nnedi Okorafor schreibt nicht nur interessante und preisträchtige Romane, sondern zeichnet sich auch für manchen Comic verantwortlich. „Black Panther: Long Live the King“ etwa entsprang ihrer Schreibfeder genau wie der Kurzcomic „Blessing in Disguise„, der die Verschleppung von 200 nigerianischen Mädchen durch die terroristische Gruppe Boko Haram thematisiert. Nun hat sie sich den Legenden rund um den arabischen Dichter Antara Ibn Schaddad al-Absi oder kurz: „Antar“ angenommen.

Als Sohn des noblen Schaddad ibn Muawiya und einer Sklavin aus Äthiopien namens Zabida war es primär Antars Hautfarbe, die ihn von seinen Verwandten väterlicherseits trennte. Trotz dieser Abstammung war er nicht mehr als ein Sklave, ein Kameltreiber, dem man nichts zutraute und der es zu nichts bringen würde. Dachte man. Denn natürlich handelt es sich um eine über die Jahrhunderte immer weiter ausgeschmückte und fabelhafter gewordene Heldenreise vom Sklavenjungen zum geachteten Poeten und Krieger. Dies ist seine Geschichte.

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Kreuz und quer durch die Zeit

Man startet mitten im Geschehen: Antar wird im zarten Alter von 12 von den Saif verprügelt, was seine Freundin machtlos mitansehen muss. Es entpuppt sich als die Jetzt-Zeit, aus der heraus er dem Leser tiefere Einblicke in seine Herkunft gewährleistet. Abrupt abgeblendet in einen Rückblick, lernt man dort seine Mutter als noch freie Frau 1,5 Jahre vor Antars Geburt kennen – und ich für meinen Teil auch lieben. Sie bildet die interessanteste Figur des Comics: Mit Mut und Entschlossenheit gesegnet, behält sie auch dann noch ihren Stolz, als sie geschunden und versklavt wird und bei dem noblen Schaddad ibn Muawiya landet. Von diesem wird sie schwanger und gebiert Antar.

Hektisch und unzusammenhängend wirkende Passagen werden fortan aus Antars Leben erzählt; zu kurz, als dass man gedanklich wirklich Fuß fassen oder ihn näher kennenlernen könnte. Die Erzählweise ist diffus und gibt sich kaum Zeit zum Rasten. Das geht zu Lasten der Immersion und des Figurenverständnisses. Es hätte dem Comic gut getan, langsamer und dafür genauer zu erzählen. Vieles muss man sich herleiten, das meiste wird lediglich angedeutet. Aufgrund der wahllos wirkenden Szenen verliert man Antar schnell aus den Augen. Seine Mutter scheint die wahre Protagonistin zu sein, doch schwindet ihre Präsenz mit zunehmenden Alter Antars.

Nichtsdestotrotz ist die Geschichte interessant, die Faszination ergibt sich nicht aus den Figuren, sondern aus der ungewohnten Perspektive. Man hätte mehr draus machen können, doch will ich es auch nicht „schlecht“ nennen.

Im Vergleich zum Plot enttäuschender ist die optische Gestaltung. Wenig Mühe hat man sich mit der Vielfalt der Gesichter gegeben, viele erscheinen austauschbar und es wird einem schwierig gemacht, die verschiedenen Figuren voneinander zu unterscheiden. Der Zeichenstil ist rau, mag nicht so ganz passen zu der Colorierung. Obwohl der Zeichner kein Unbekannter ist – Eric Battle zeichnete bereits sowohl für DC, als auch Marvel – bleiben die Illustrationen hinter meinen Erwartungen zurück.

Fazit

Antar: The Black Knight stellt einen soliden, eher durchschnittlichen Start in die Miniserie dar. Nun, da die Einführung in Antars Hintergrund abgeschlossen sein dürfte und man sich auf dessen Werdegang konzentrieren kann, hoffe ich, dass die nächsten Bände stringenter und tiefgründiger sein werden.

Vielversprechend ist definitiv das Setting sowie der Ausgangsstoff, der viel Raum für brillante Erzählung bietet. Ich glaube durchaus, dass sich die Geschichte noch entfalten wird und Okorafor den ein oder anderen Kniff aus dem Ärmel zaubern kann.


Story:               
Artwork:          
Panel Layout:  
Innovation:       
Phoenixfaktor

Autorin: Nnedi Okorafor | Illustrationen: Eric Battle, Jason Scott Jones, Thomas Mauer | VerlagIDW Publishing | Band: 1 von 5

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