Wonder Woman in Justice League zu sexy? Come on.

Wonder Woman in Justice League

Wird Wonder Woman in Justice League zu stark auf ihr Äußeres reduziert? Spoiler: Ich finde nicht.

Patty Jenkins‘ „Wonder Woman“ erhielt, was die Darstellung der Heldin angeht, weitestgehend positive Resonanz. Wonder Woman agiert mutig, kraftvoll und steht ihre Frau. Es ist eine Heldin, wie es sich viele Fans der Comics lange gewünscht haben. Im Vergleich dazu erscheint die Amazone im aktuellen Film „Justice“ League vielen zu sexistisch dargestellt. Ähnliches wurde bereits bei den Rüstungen der Amazonen im Vorfeld kritisiert.

Sexy back

In „Justice League“ sieht man sie sehr oft in hautengen Klamotten, die primär ihren Hintern in den Fokus stellen. In Zeitlupe wird von unten nach oben oder unter ihren Rock gezoomt. Das ist in mancher Einstellung der Fall und schlichtweg Fakt. Es ist auch häufiger als bei Aquaman, der in mancher Szene ebenfalls sexualisiert wird.

Jason Momoa als Aquaman in Justice League

Wonder Woman wird in der Tat sexualisiert. Der Knackpunkt ist jedoch der: Sie wird darauf nicht reduziert. Der Vorwurf der Sexualisierung greift, ist aber meines Erachtens nach noch im Rahmen. Häufiger noch als ihren Hintern sieht man ihre Performance. Sie bleibt die starke Heldin, die durchgreifen kann, ist gleichberechtigter, sogar überdimensional starker Teil des Teams.

Ist etwas also weniger schlecht, nur weil es selten vorkommt? Nein. Meiner Meinung nach hätten es tatsächlich weniger Hinternaufnahmen sein können. Aber das macht sie als Figur nicht schlechter. Es spricht nichts dagegen, als Frau auch mal sexy zu sein. Zudem bekommen auch diejenigen, die auf Männer stehen, ihren Eyecandy.

Die Schwierigkeit des Filmes besteht auch darin, dass Wonder Woman das bislang einzige weibliche Mitglied des Teams ist. Dadurch fokussiert sich der männliche Blick auf sie. Trotzdem ist sie ein essentieller Teil des Teams und ist auch diejenige, die es anfangs zusammenhält und den ein oder anderen überhaupt erst überzeugt, dem Team beizutreten.

Stärke und Sexyness schließen sich nicht aus

Sie ist weder eine schwache, noch eine einzig auf ihre Optik reduzierte Figur. Ihre Attraktivität ist ein Plus, aber längst nicht ihr Hauptmerkmal. Natürlich ist es schade, dass ihrem Hintern so viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde und ihre Darstellung daher so ins Fadenkreuz der Kritiker gerät. Den „Male gaze“ so auszureizen hätte einfach nicht sein müssen. Aber ich finde es wesentlich bedauerlicher, wenn man sich als KritikerIn auf diese paar Szenen einbeisst, anstatt das große Ganze zu sehen.

Wonder Woman ist und bleibt eine Heldin. Daran ändern auch Hinternaufnahmen nichts.

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3 Kommentare

  1. Hm. Einerseits finde ich es schade, denn zusammen mit den Amazonenkostümen entsteht schon ein gewisser Eindruck, was den Blick auf Frauen betrifft.
    Andererseits sehe ich es zum Teil wie du, ein wenig Eyecandy ist per se nicht schlecht. Abgesehen davon, dass ich finde, dass Gal Gadot auch im Kartoffelsack sexy ausschaut (vollkommen reine objektive Wahrheit! ^^ ). Aber gut, wahrscheinlich ist das auch schon sexistisch.
    Andererseists, Wonder Woman ist zumindest in ihrem eigenen Film famos gelungen (und auch da gabs ein paar sehr schöne Einstellungen), und eins ist klar, die Frau hats drauf. Ich hoffe, dass das so bleibt, und sich da auch darauf besonnen wird, dass das Comicuniversum sehr viel reichhaltiger ist als die X.te Verfilmung von SuperBat, sosehr ich das dynamische Duo auch mag.

    Joa, irgendwie fadenlos, aber ich muss einfach Senf abgeben, sorry! 😀