Quo vadis, Gamergirl?

Gamerinnen – Zockerweibchen – sind keine Seltenheit mehr. Doch woher kommen sie – und warum treten sie meist nur im Rudel auf? 

Damals

1982 rollte Ms. Pac Man als erste weibliche Spielfigur über die Bildschirme, doch der Siegeszug der Gamerinnen an sich sollte erst viel später stattfinden. Mit dem “Barbie Fashion Designer” wurde 1996 ein Videospiel extra für Mädchen auf den Markt geworfen. Rosa, Fashion, eine idealisierte und klischeehafte Frauenfigur mit auftoupierten Haaren und falschen Wimpern. Das war das Bild, das die Spielemacher von den Bedürfnissen der weiblichen Kundschaft besaß. Und trotzdem: Die Zielgruppe weiblicher Gamer war Mitte der 90er endlich entdeckt worden. Die Marktlücke war erkannt, man roch eine zusätzliche Geldquelle. Auch wenn der Anteil weiblicher Gamer zu dem Zeitpunkt insgesamt noch relativ gering gewesen ist, bildeten sie doch einen nicht zu vernachlässigbaren Anteil der Casual Gamer im Besonderen.

Die Mitwirkenden in der Spieleindustrie waren, wie auch heute, zum größten Teil männlich. Damals betrug der Anteil rund 90% und man setzt(e) weiterhin auf Klischees. Haustiere, Barbie, Bauernhöfe. Mit den Sims kam im Jahre 2000 dann das Spiel auf den Markt, das weibliche und männliche Gamer gleichsam fesselte, wo jedoch der Frauenanteil weitaus höher war und ist. Frauen spielen vermehrt Videospiele, die a) hübsch aussehen b) in denen es um den Spaß, nicht primär um Siege geht und in denen der soziale Aspekt im Vordergrund steht. Hinter den Sims steckt nicht nur eine so einfache, wie auch geniale Idee, sondern auch eine Community, die sich gegenseitig mit neu kreierten ingame-Kleidungsstücken, Möbeln und Häusern versorgt. Es folgten MMORPGs und später die sogenannten “Social Games” auf Plattformen wie Facebook, die den sozialen Aspekt akzentuierten. Rollenspiele, Adventures, allgemein eher auf Rätsel, Entwicklung und Geschichte ausgelegte Spiele, rundeten die Welt der typischen Gamerin ab.

Die Frauen wurden nach und nach auch in der Community präsenter, das Bild des “Zockerweibchens”  setzte sich fest und wurde zelebriert.  Mädchen – ob Gamerin oder nicht – lutschten plötzlich an Controllern herum, räkelten sich lasziv und nur mit vor die nackten Brüste gehaltener Spielekonsole vor der Kamera und wurden von der hechelnden Gamerschaft gefeiert. Das war die eine Seite. Auf der anderen Seite wurden und werden Gamerinnen als reale Gegner innerhalb des Videospieles selbst beschimpft. Sobald es um das Spiel selbst und nicht um nackte Brüste und angesabberte Controller ging, hatte (und hat) man es als Frau nicht unbedingt leicht. Besonders bemerkenswerte Ausgüsse geistigen Abfalls wurden damals auf der Seite “Fat, ugly or slutty” gesammelt und der Spiegel hat jüngst über Sexismus gegenüber Gamerinnen geschrieben.

Und heute?

Mittlerweile sind fast 50% der deutschen Gamer weiblich. [Quelle] Es scheint, als wäre man im allgemeinen Verständnis irgendwie angekommen, selbst über die Klischee-Genres hinaus. Die ESL (Electronic Sports League) wurde um eine “female league” erweitert. Reine Frauenteams, die gegeneinander zocken – nicht etwa in Sachen Pokemon, sondern Counterstrike. Im Spiel, wo die körperlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau schwinden, hört niemand die Brüste wackeln, eine friedliche Koexistenz von Mann und Frau scheint langsam möglich und akzeptiert zu werden.

Doch trotzdessen, dass die Gleichberechtigung immer weiter Fuß fasst und sich selbst der hinterste Dorfmacho eingestehen muss, dass man nach der Niederlage gegen eine Frau nicht unbedingt mit sexistischen Beleidigungen um sich werfen muss, scheinen sich die Frauen noch nicht ganz in die Welt hinauszutrauen. Sie rotten sich zusammen, erstellen Bloggemeinschaften rein weiblicher Besetzung, spielen in rein weiblichen Teams und gründen Frauengilden. Sie grenzen sich ab, anstatt sich einzugliedern. Mehr noch: Man macht ganz bewusst auf den Status als Frau aufmerksam. Blognamen tragen plakativ “with curves”, “girl” oder “sexy” mit sich herum. Man macht sich selber zur (teils sexualisierten) Randgruppe. “Hallo, ich bin ein Gamergirl! Hört ihr?! Ein sexy Ga-mer-girl!” Mädels, das habt ihr nicht nötig.

Eine rein männliche Podcast- oder Blogtruppe wird doch auch nicht mit dem Prädikat „male“ oder „manly“ versehen. Gut, ab und zu sieht man vielleicht“ bearded“ oder eben „mit Bart“ oder dergleichen, wenn das Geschöpf besonders stolz auf eben jenen ist. Wahrscheinlich ist „Stolz“ auch bei den „girlygirlfemalegamergirls“ der Grund. Man ist stolz, eine unter wenigen zu sein, ein strahlendes Einhorn? Die Sache ist doch: Man ist nicht eine unter wenigen, sondern eine unter vielen. Wir drängen uns nur selber in diese Außenseiterrolle hinein – oder werden gedrängt, weil wir drängen lassen. Oder andersherum: Hat man vielleicht Angst, ohne dieses „Alleinstellungsmerkmal“ weniger attraktiv, weniger interessant, weniger gut zu sein?

Die Schuldfrage

Sind wir also die Schuldigen? Ich finde nicht. „Schuld“ hat hier die Gesellschaft insgesamt, was das „männliche Ego“ und auch die „weibliche Zurückhaltung“, um in den Klischees zu bleiben, inkludiert. Events wie jenes vom MediaMarkt letzte Woche, bei dem „Zockerfrauen“ gegen „Zockerfrauen“ antraten, machen es nicht besser. Soll hier ein Schutzraum geboten werden? Glaubt man, dass Frauen per se schlechter sind als „Gamerboys“? Sich anders vielleicht gar nicht erst trauen? Die Eventbeschreibung jedenfalls ist hilarious:

Mädels, liebt Euer Freund FIFA 18 so sehr wie Euch? Und Jungs, traut Ihr Eurem Mädel zu, Euch das neue FIFA 18 + 1 x PlayStation 4 + 2 Controllern in einem epischen Live-Battle zu erspielen? Dann Männer stark bleiben – Mädels an den Controller!(…) Die zwei Siegerinnen aus der jeweiligen Runde haben die Möglichkeit im großen Finale das volle Paket für Ihren geliebten Zocker abzusahnen (…) Jede Teilnehmerin muss von ihrem Mann (egal ob Freund oder Kumpel) begleitet werden – der bekommt nämlich eine ganz besondere Rolle! (…)!!! Achtung Männer !!! (…)Während dem Spiel dürft Ihr Eurer Zocker-Queen nicht helfen! Nur anfeuern, feiern und fluchen ist erlaubt – wer Spiel-Tipps gibt scheidet aus. [Quelle: Facebook-Event]

W. T. F. Eigentlich geht es nicht darum, dass Frauen ihre Zockerleidenschaft mal auf einer kleineren Bühne ausleben dürfen – sondern um die Belustigung der Männer. Die, natürlich, die eigentlichen Gamingexperten sind. Weil Frauen natürlich grundsätzlich kein FIFA zocken?

Ja, die Gamesbranche ist in manchen Bereichen, etwa dem E-Sport, eine Männerdomäne. Aber soll das heißen, dass wir uns als Frauen unsere eigenen Süppchen köcheln sollen? Dass wir uns – obwohl wir Ahnung von der Materie haben – lieber „save“ in Frauenteams zusammentun, als uns unter männliche Kollegen zu mischen? Werdet doch mal Chefin eines eigenen (gemischten) Gamingblogs! You can fucking do this! Der Weg in die Zukunft sollte sich nicht von geschlechtlichen Barrieren kennzeichnen lassen. Wir sind nunmal alle Gamer, ob Schwanz oder nicht.

Headerbild: Erik Lucatero

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8 Kommentare

  1. Ich danke dir für diesen tollen Artikel und vor allem für die Bezeichnung – da hört niemand die Brüste wackeln! Hab selten so gelacht! 😉

    Sexistische Kommentare musste ich auch schon oft einstecken und kann deswegen einige verstehen, die leider schlechte Erfahrungen gemacht haben und sich deswegen in Frauengruppen verstecken. Das ist aber furchtbar schade.
    Genauso könnte ich aber kotzen, wenn mir eine Gamerin erzählt, dass sie nur mit Kerlen zusammenspielt, weil das ja ach so toll und unkompliziert ist. Ich persönlich liebe gemischte Gruppen – eine Frauenrunde ist zwar mal ganz nett, aber auf langer Sicht möchte man doch auch mal neue Leute kennen lernen.

    Zugegeben mag ich den Podcast der Pixelfrauen ganz gerne, vielleicht auch aus dem Grund, weil sie Frauen dazu bestärken, zu ihrem Hobby zu stehen und frei darüber zu sprechen. Aber wenn das Internet nur aus Frauengruppen und Männergilden bestehen würde, dann wäre das doch ein derber Verlust.

    Meinen Namen Gwyn habe ich mir absichtlich ausgewählt, weil er sowohl vom Aschefürst Gwyn, als auch vom Gwynbleidd kommen könnte. Er könnte männlich, als auch weiblich sein. Das er letztendlich von einem Frettchen aus einem Kinderbuch stammt, muss ja keiner wissen. 😉 Vorurteile hatte ich allerdings auch gegenüber Damen, die in ihrem Namen Gamergirl stehen hatten, weil ich da Erfahrungen mit besagten Controller-Lutschern gemacht habe. Doch totallygamergirl hat mich eines besseren belehrt. Es ist wahrscheinlich immer wichtig, was wir mit einem Wort verbinden.

    Übrigens habe ich tatsächlich mal einen Podcaster gesehen, der sich das mit seinem Bart auf die Flagge geschrieben hat. 🙂

    1. Was ich ganz vergessen habe – das Mediamarkt Event macht mich sprachlos. Muss von ihrem Mann begleitet werden – wo sind wir? In den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo keine Frau ohne Mann auf die Straße darf, oder was? Unglaublich!

  2. Irgendwie muss ich da an diese Frauenquote denken, die auch gern im Gespräch ist und von der ich auch als Frau nicht begeistert bin. Ich finde wer etwas macht, sollte dies nicht machen weil er Frau ist, einer bestimmten Religion angehört, eine bestimmte sexuelle Orientierung hat oder was auch immer. Das liest sich so nach dem Motto: „Hey, wenn du schon eine Frau bist, dann leite doch ein gemischtes Team – weil du ja eine Frau bist und viel mehr Frauen so etwas tun sollten.“

    Ich habe nix gegen gemischte Teams und Frauen in Führungspositionen – aber nur des Geschlechts wegen? Letztlich sollte jeder – egal was und wer er ist – entscheiden, ob er überhaupt Bock auf ein Team hat und wie dieses aufgebaut ist.

    Ich habe mich sogar ganz bewusst gegen ein Team entschieden, nachdem ich früher nur in Teams gearbeitet habe. Ich weiß nicht, wie viele Leute ich über die Jahre eingearbeitet habe für andere Seiten – aber zu viele bleiben nicht, weil sie die Arbeit falsch eingeschätzt haben und statt mickriger Belohnung dann doch lieber ihre Freizeit zurücknehmen. War eine interessante Zeit, ich habe mit vielen heute noch Kontakt, aber brauchen tue ich dies nicht. Da konzentriere ich mich lieber nur auf meine Arbeit.

    Wie es der Zufall so will, habe ich inzwischen tatsächlich ein kleines Team. Mein Mann begleitet mich auf Events, ein Freund erkundet mit Reviews einen für ihn neuen Bereich und mein Bruder hat die Forzathon-Reihe ins Leben gerufen, bei der wir uns nun abwechseln und hat mich im Sommer auch zum ersten Mal auf ein Event begleitet. Aber mein Team gibt es nur, weil jeder der Teil davon ist an Bord wollte und vorher wusste, was zu erwarten ist. Mir wäre es im Traum nicht eingefallen, ein Team zu gründen, um der Welt zu zeigen, ich kann als Frau ein solches leiten.

    Auch glaube ich nicht, dass jeder ein Girl in seinen Namen setzt, um damit etwas zu zeigen. Bei den meisten Seiten sieht man auch so sofort, wer dafür verantwortlich ist. Und wir sind noch lange nicht in einer Zeit, in der es immer nur ein „Vorteil“ ist, ein solches Gamergirl zu sein. Da ich mich in einigen eher männlichen Domänen „rumtreibe“ weiß ich sehr gut, wie viel Gegenwind man gerade deshalb bekommen kann.

    Ich denke, die meisten machen sich viele Gedanken über ihren Namen. Für mich war totallygamergirl zum Beispiel eine völlig logische Wahl. Der Name kam mir in den Sinn und er hat einfach gepasst. Gaming ist schon seit Jahrzehnten eines der für mich bedeutensten Hobbys, totally geht auf eines meiner Vorbilder zurück und in meinem Freundeskreis bin ich immer das Zockerweibchen gewesen, da ich dem Hobby schon frönte, ehe es unter Frauen verbreitet war. Ich war die, der man Games geliehen hat, zu der man kam um Koop zu zocken, bei der man übernachtet hat und durchgezockt hat und so weiter. 😉

    Was ich hingegen für mich nicht wollte, war die xte Seite mit Xbox, Nintendo oder PlayStation im Namen. Ich habe mich noch nie einer Plattform verschrieben und bin schon immer mehrgleisig gefahren. Also musst etwas Neutrales her. Sicher hätte ich auch irgendwas Beliebiges nehmen können – aber ich hatte ja mein Vorbild und daran Gefallen gefunden. Der Klang gefiel mir von allem was ich auf meiner Liste hatte mit Abstand am Besten. Es war mein erster Gedanke und ich bereue ihn auch nach Jahren nicht. Im Gegenteil, ich liebe meine Wahl. Vermutlich wird ein Großteil der anderen Blogger ebenso im Vorfeld diverse Gedankengänge verfolgt haben. Nach Jahren mit einem „girl“ im Namen kann ich übrigens versichern, dass das keine tragende Rolle spielt. In all den Jahren kam nie einer zu mir und sagte: „Hey cool ein gamergirl.“ oder „Bäh, gamergirls haben eh keinen Plan.“ Es ist einfach ein Name, wie alle anderen auch einen Blognamen haben. Ich bin dann halt für meine Leser mitunter das gamergirl, aber mehr auch nicht. Aber so geht es ja anderen genauso. Gwyn Gaming reden die Leser mit Gwyn an, bei euch wird sicher so mancher vom Phönix reden und der Polygonien ist eben der Poly. 😉

    Ich bin zwar kein Fan von gewissen Gendersachen, aber ich bin auch kein Fan Gender einfach zu ignorieren. Es gibt nun einmal Geschlechter. Im Tierreich, im Pflanzenreich … warum sollten wir diesen Teil ausblenden? Ich halte nix von Vorschriften, weil jemand ein gewisses Geschlecht hat. Meine Jungs dürfen Haarspangen tragen, meine Tochter besitzt Dinopullover und der Junior hört jeden Abend im Bett Prinzessin Lillifee, weil die Hörspiele wunderbar gesungen sind und für Kids zauberhaft sind. Aber obwohl ich mit dem Thema sehr lässig umgehe, war ich noch nie Fan davon Gender zwanghaft auszublenden. Wenn irgendwo auf einer Packung „For girls“ steht, dann ist es halt so. Für mich kein Grund zur Aufregung. Mich hindert keiner daran, es trotzdem für die Jungs zu verwenden, wenn ich das möchte. Von daher bin ich auch der Meinung, jeder soll sich nennen wie er mag. Ob da ein girl, boy, man, mannly oder girlie drin ist, ist egal. Glücklich muss nur der Ersteller damit sein. Zum Glück dürfen wir hier alle relativ freie Menschen sein. Wer FIFA zocken will soll es zocken, wer nicht der lässt es sein. Wer ein Team leiten mag, der soll es tun – wenn nicht auch super. Wir leben erfreulicherweise in einer Zeit und Region, in der sich viele Menschen relativ frei entfalten können. Leider nicht so, wie ich es mir wünschen würde. Viel zu viele Menschen werden immer noch diskriminiert. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg und haben einen Zustand, auf den man trotz Ecken und Kanten stolz sein kann.

    P.S. Ich sehe es ähnlich wie Nemeryll – ich habe keine Lust mich jetzt in Zockerinnengesellschaft zu begeben. Ich möchte gern selbst entscheiden, mit wem ich meine Freizeit verbringe. Das Geschlecht spielte dabei noch nie eine Rolle. Entweder ich kann mit Personen, oder ich kann es nicht. Überhaupt lege ich keinen Wert auf bestimmte Interessen bei Freunden. Super, wenn Freunde zocken. Wenn nicht ist es auch super. Ich kann auch mit meinen Freunden in einer Kneipe Spaß haben, bei einer Sportübertragung im TV unterhalten werden oder über Geschichte fachsimpeln. Nur die Chemie muss stimmen – der Rest ergibt sich allein.

    1. Nein, eine Frauenquote sollte nicht her und ich finde auch nicht, dass jede Frau automatisch eine Führungsrolle einnehmen sollte. Mein Punkt ist der, dass ich das Gefühl habe, dass sich die meisten Frauen in einer reinen Frauengruppe absichtlich verstecken.
      „Genderignoring“ ist auch absolut nicht meine Intention.

      Ich kann mehr dazu sagen, wenn ich zeitlich freier bin. 🙂

  3. Schön geschriebener Artikel, vielen Dank dafür!
    Ich selbst habe glücklicherweise nie wirklich sexistische Kommentare zu meinen Hobbies bekommen, aber auch mir ist der Kommentar „Ach du zockst? Was denn, die Sims?“ nicht fremd. Mir wurde erst so richtig bewusst, dass ich wohl nicht so das typische Mädchen war, als ich zu Schulzeiten mit den hochgezogenen Augenbrauen meiner MitschülerInnen angesichts meiner Interessen konfrontiert wurde. Vorher war das alles für mich völlig normal und keinerlei Aufregung wert. Klar habe ich mich oft sehr nach weiblichen Mitstreiterinnen gesehnt, mit denen man fachsimpeln und diskutieren und über den Endboss fluchen kann, vor allem da das männliche Umfeld tatsächlich vermehrt Sportspiele zockte. Sich aber nun in rein weiblichen Zockergemeinschaften abzuschotten, halte ich für ziemlich öde. Da ist doch der Podest nicht mehr fern, auf dem man sich dann als holdes Zockerweib stellen darf. Und dies wird dann wiederum nie etwas daran ändern, dass man uns Frauen meist mit diesem ach-wie-niedlich-Blick betrachtet, wenn wir einen Kontroller in die Hand nehmen. Sexismus ist mir in dieser Debatte demnach auch nicht fremd, wenn auch in sehr abgeschwächter Form. Ich habe das meist belächelt und dann in Ruhe weiter gezockt 😉

  4. Ich fand diese angebliche Geschlechtertrennung zwischen Gamern schon immer irgendwie merkwürdig, aber eher in dem Sinne, dass mir erst als Erwachsener klar wurde, dass sie existiert! Schon in den frühen 90ern haben meine Schwester und ich zusammen NES, Game Boy und Super Nintendo gezockt, während die Mädels in meiner Schulklasse, auch wenn man sich in dem Alter ja nicht mit ihnen abgab, auch immer begeistert über die neuesten Spiele geredet haben. Ich ging aufgrund dessen immer davon aus, dass Videospiele schon immer ein geschlechterübergreifendes Hobby waren, in dem man höchstens diskriminiert wurde, weil man ein Mega Drive hatte, während alle anderen Nintendo spielten.

    Keine Ahnung, was da plötzlich passiert ist. War ich so blauäugig? Haben sich die Zeiten geändert? Ist es am Ende vielleicht gar nicht soooo schlimm und nur wieder ein kleiner Tropfen in der Echokammer Internet, in der es so aussieht, als würde die gesamte USA Trump unterstützen und „Firefly“ ein größeres Kultphänomen ist als „Star Trek“ und „Star Wars“ zusammen, obwohl es in der Realität ganz anders ist?

    Naja. *logt sich auf Steam ein um mit einer Freundin aus den USA „Team Fortress“ zu spielen*