Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi. Eine kleine Kritik ganz ohne Spoiler

Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi ist einer jener Filme, auf die sich erwachsene Menschen wochen- wenn nicht gar monatelang vorher wie kleine Kinder freuen. Die Erwartungshaltung vorab ist riesig – konnte der Film dem gerecht werden?

In Kurzform: Ja und nein. „Die letzten Jedi“ hat durchaus gute, sogar herausragende Momente, aber auch Aspekte, die ich als unpassend empfinde. Dem möchte ich hier damit gerecht werden, indem ich die Filmkritik in vier gute und vier weniger gelungene Punkte aufteile – außerdem habe ich mich an Fließtexten sattgesehen und finde kommentierte Aufzählungen angenehmer. Period.

Die guten Seiten der Macht

  • Die Bilder. Egal, wo in der Galaxis man sich befindet: Alles sieht passend aus. Ob die Ästhetik nun in der Schönheit der Flora oder Fauna liegt oder in der schwelenden Asche ist dabei unerheblich. Gekonnt wird visuell eine andere Welt erschaffen, eine, die man fast glaubt, spüren zu können so eindrucksvoll ist sie in Szene gesetzt. Ein Künstler war am Werk, mit dessen Bildern ich mir am liebsten die Wände tapezieren möchte. Die Bildkomposition ist herrlich und trägt massiv zu den Gänsehaut-Momenten bei, zieht sich durch die fantastisch choreografierten Kämpfe bis in den letzten Winkel der hintersten Höhle. Es ist der meiner Meinung nach schönste, künstlerischste Star Wars-Film.
  • Die Twists. Gerade wenn man ahnt, wohin die Reise geht, kommt es doch wieder anders als man denkt. Das beginnt bei kleineren Scharmützeln und hört bei tiefer gehender Charakterentwicklung auf. Das ist raffiniert gemacht und zeigt den Mut, der aufgebracht wurde, neue Wege zu bestreiten.
  • Luke Skywalker. Luke von Episode VIII ist tatsächlich mein Lieblings-Luke. Er ist vielschichtig und grau, zynisch, aber doch noch mit dem jungenhaften Schalk im Nacken. Hier scheint viel von Mark Hamills eigener Persönlichkeit durch und das ist verdammt positiv gemeint. Es ist ein Luke, der mir aufgrund seiner Wandlung gut gefällt und überzeugt. (Und ja, ich weiß, dass Mark Hamill mit diesem Luke nicht ganz grün wurde.)
  • Das Star Wars-Gefühl. Es ist noch immer da, doch verliert der Film es an der einen Stelle, wird es an der nächsten doch wieder entfacht. Es glimmt immer und überall auf, leuchtet in manchen Momenten lichterloh und treibt mir Tränen in die Augen. „All the feels!“ Die Botschaft des Films trägt durch den Film, ist aber erst gegen Ende offen ersichtlich. „Die letzten Jedi“ oder doch eher „Das Erwachen der Macht“?

Die schlechten Seiten der Macht

  • Die Albernheiten. Vorab: Ich mag Humor. Ich lache gerne. Und meistens, wenn ich sage „Der Film nimmt sich nicht so ernst!“ ist das als Lob gemeint. Hier allerdings nicht. Nicht jeder Gag ist albern und wenn in Star Wars nicht mehr gelacht werden dürfte, wäre das äußerst schade. Aber muss es dann albern sein und zum Comicrelief verkommen? Zwei, drei Szenen mehr in diese Richtung und es hätte die Waage gekippt. Denn „die Macht“ darf durchaus ernst genommen werden. Das Universum darf ruhig düstere Momente haben. Die klingen hier aber selten nach, sondern werden mir zu oft von Albernheiten zerstört.
  • Ein unnötiger Plotstrang. Der Film dauert 2,5 Stunden. 2 hätten es allerdings auch getan und die überflüssige halbe Stunde steckt in einem Plotverlauf, der im Gesamtkontext unnötig ist und auch nichts Neues in Erfahrung bringt. Mehr noch: Der Logiklöcher forciert. Hätte man den Strang rausgenommen, würde dem Film rein gar nichts fehlen. Im Gegenteil. Oder man hätte die dadurch gewonnene Zeit in Charakterdarstellungen und -vertiefungen investieren können.
  • Fehlender Mut. Bei den positiven Punkten hatte ich den Mut lobend erwähnt, doch der ist nicht immer da. Man hätte mehr rausholen können. Ginge ich an dieser Stelle zu tief ins Detail, würde ich bereits spoilern, daher belasse ich es bei einem: „Och, hättet ihr das doch durchgezogen …!“
  • Die Erste Ordnung. Wird von denen eigentlich niemand richtig ausgebildet? Dass der Hitzkopf Kylo Ren keine taktische Leuchte ist, ist völlig legitim, aber was ist mit General Hux los? Mal abgesehen von der meiner Meinung nach mangelhaften schauspielerischen Leistung ist er einer der dümmsten Generäle in der Geschichte der fiktiven Kriegsführung. Und er ist nur die Spitze des Eisbergs.

Diese 8 für mich schwerwiegendsten Punkte machen Episode 8 insgesamt zu einem durchaus guten Film, der aber zu viele Kanten hat, als dass ich ihn großartig nennen würde. Trotzdem rangiert er auf den höheren Plätzen, was Star Wars-Verfilmungen angeht. Wo genau, bin ich mir noch unschlüssig – aber definitiv vor Episode 1 bis 3.

Habt ihr ihn schon gesehen? Wie fandet ihr ihn? 

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6 Gedanken zu “Star Wars Episode 8: Die letzten Jedi. Eine kleine Kritik ganz ohne Spoiler”