Geeks feiern viele Weihnachten

Unter dem mit glänzenden Kugeln geschmückten Weihnachtsbaum liegt das Unbekannte in formvollendeter Verpackung, wartet darauf, von uns, den mit Kekskrümeln bekleckerten, Kindern mit den leuchtenden Augen aufgerissen und bestaunt zu werden. Weihnachten: Es steht für kindliche Vorfreude auf hübsch verpackte Geschenke, für den Zauber der Familienzusammenkunft, für die Magie der Vorfreude.

Pf. Weihnachten. Haben wir , die Geeks, die Nerds, nicht immer Weihnachten? Zuletzt erst kamen mit Thor:Ragnarök und Justice League zwei Filme in die Kinos, auf die sich manche ewig gefreut haben. In ein paar Wochen wird The Last Jedi erscheinen [Karten sind reserviert. Filmabend mit zwei Münchner Freunden folgt hoffentlich kurz davor!] Videospiele werden das ganze Jahr über enthüllt, neue Comics erscheinen, phantastische Serien, Add-Ons, Bücher. Kurzum: Wir können uns ständig über irgendetwas freuen!

Es ist, und das vergessen wir wahrscheinlich alle immer mal wieder, ein Privileg, ein Geek zu sein.

Exkurs: Was genau ist eigentlich ein Geek?

Jemand, dessen Welt in einem oder vielleicht auch vielen Bereichen bunt ist und immer bunt sein wird, glitzernd vor Vorfreude, die sich in Releases, Kinostarts oder Veröffentlichungen ergießt. What a time (and place) to be alive!

Star Wars Last Jedi ist wie Weihnachten

Ich glaube, dass das den meisten von uns gar nicht so bewusst ist. Dass es phantastisch ist, in einer Zeit zu leben, in der man darüber diskutiert, ob es nicht zu viele Superheldenverfilmungen gibt. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Zu viele Comicverfilmungen. Das ist ein Luxusproblem, dem sich nicht einmal Liebesfilme stellen müssen, die noch immer häufiger vertreten sind als Superheldenfilme. Wir sind genervt von der sich uns bietenden Vielfalt, anstatt sie einfach zu genießen, zu selektieren, für uns festzustellen, was uns taugt und was nicht.

Wir werden überhäuft von Merchandise unserer Helden. Verdammt, wir haben sogar die Möglichkeit, Make-Up mit Superheldenlogo zu kaufen!

Anstatt, dass sich gefreut wird, dass man nun die Wahl hat zwischen einer neuen Star Wars Trilogie oder doch lieber den düsteren Einzeltiteln, zwischen Free to Play-Titel und Videospielen mit Lootboxen, jammern wir darüber, dass es zu viel, zu unübersichtlich, zu doof wird.

Christmas is now

Wir leben in einer Welt des geekigen Überflusses und das ist so unglaublich phantastisch! Wenn wir wollten, könnten wir ständig Weihnachten feiern und uns an so vielen Dingen erfreuen, die unser Herz aufgehen lassen.

Ich weiß gar nicht so genau, was ich mit diesem Artikel überhaupt möchte. Aber um mich herum sehe ich so viele knatschige, verbitterte Gesichter, die zu Menschen gehören, die lieber drölfzig Stunden über das scheinbare Debakel eines Filmes schwadronieren, anstatt sich darauf zu konzentrieren, dass wir endlich, endlich die Wahl haben!

Natürlich gibt es in dem ganzen Wust aus Geekkram nicht nur Dinge, die uns gefallen. Wie auch? Aber wir könnten alle so viel glücklicher sein. Wenn wir uns darauf besinnen, dass wir eigentlich immer Weihnachten haben. Zumindest in unserem kleinen, geschützten Geekkosmos. Und das ist, Verzeihung, fucking fantastic!


Headerbild by: Tara (Kylo Ren Chibi) undRodion Kutsaev

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