Warum auch Amazonen Bikinis tragen dürfen – und was daran trotzdem zweifelhaft ist

Diese Woche startet „Justice League“ in den deutschen Kinos – und ich freue mich unheimlich auf den Film und insbesondere auf Gal Gadot, deren Wonder Woman ich doch ins Herz geschlossen habe. Doch es sind gerade die Amazonen, die derzeit in den sozialen Medien für negative Aufmerksamkeit sorgen.

Auf Twitter stolperte ich über einen Tweet, der sich über den Rückschritt der Amazonen-Kostüme im Film beschwert. Während sie sich in „Wonder Woman“ noch recht bedeckt hielten, zeigen sie in „Justice League“ scheinbar Bikinis. Besonders pikant: Die ersten, bedeckteren und mutmaßlich „besseren“ Kostüme wurden von einer Frau, Lindy Hemming, designed, die „sexy Variante“ jedoch von einem Mann, Michael Wilkinson.

Ihrerzeit hatte sich Hemming viel mit funktionstüchtiger Rüstung und antikem Design beschäftigt und den Amazonen somit schützende und nichtsdestotrotz repräsentative Rüstungen spendiert. Alles an dem Design macht Sinn, selbst der laut Legenden abgeschnittenen linken Brust wurde mit goldenen Plattenapplikationen bedacht.

Dagegen wirken die neuen Rüstungen generisch, ungenau und sexualisiert. Besonders die Gegenüberstellung der in weiches Leder gewandeten Amazonen zu den voll berüsteten Kriegern aus Atlantis lässt den Gedanken aufkommen, dass die vornehmlich männlichen Verantwortlichen des kommenden Films einen Schritt zurück gen „Frauen sind Hintergrunddekoration“ gemacht haben, die eventuell zu dumm sind, um sich richtige Rüstungen zu schmieden.

In „Wonder Woman“ sieht man die Amazonen freilich auch in freizügigen Outfits: In ihrer Freizeit und beim Training tragen sie ebenfalls Sport-BHs und gerne auch mal bauchfrei. Aber das war in der Freizeit. Früher war einfach mehr Lametta.

Nicht so voreilig!

Allerdings weiß man noch gar nicht, wie sich das alles in den Film fügt. Aus welcher zeitperiode stammen die Rüstungen?Sind die Amazonen auch über die Rüstungen hinaus sexualisiert? Und überhaupt: Fällt das Zeigen eines Sixpacks überhaupt unter „Sexualisierung“? Oder soll dadurch nicht schlichtweg der starken Physik gehuldigt werden? Wie, übrigens, auch bei Aquaman, der anteilig halb nackt durch das Meer paddelt.

Und: Zeugt es nicht von besonderer kaltschnäuzigkeit, trotz Kampf so zu tun, als sei man unverwundbar und bräuchte keine Rüstungen? Frei nach dem Motto „Sollen die Pussymänner doch Platte tragen, uns reicht normale Kleidung!“ Auf mancher antiken Darstellung kämpfen die Amazonen in Kleidchen.

Natürlich wäre es schade, wenn bei den Kostümen lediglich die Attraktivität gezählt hätte. Doch ein abschließendes Fazit sollte man nicht allein durch Fotos ziehen, sondern erst dann, wenn man die Gesamtkomposition gesichtet hat. Dann, wenn man gesehen hat, wie sich die Amazonen in Szene setzen. Bleibt auch ihr Kampfstil dilettantisch? Sind sie Sklaven des male gaze oder Herrin ihrer eigenen Kleiderwahl?

Allzu sexualisiert wirken die Kostüme auf mich überdies nicht. Dafür stehen zu sehr ihre Muskeln im Vordergrund und weniger die Brüste oder generell als weiblich erachtete Kurven. Meinen Geschmack treffen die Kostüme trotzdem nicht. Sie sind mir zu simpel, gerade im Vergleich zu den wunderschönen Details in Wonder Woman. Zu simpel, zu lasch, zu sehr „300 für Arme“. Leider.

Was sagt ihr dazu? Peinliche, da zu stark sexualisierte Kostümwahl oder doch ganz okay?

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6 Gedanken zu “Warum auch Amazonen Bikinis tragen dürfen – und was daran trotzdem zweifelhaft ist”

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