Aus Ton mach Wort – Musik als Schreibhilfe

Dinge, wegen denen ich das dringende Bedürfnis verspüre, auf der Stelle in die Tasten zu hauen und meine plötzlich sprudelnden Ideen in hoffentlich formschöne Worte zu kleiden:

  • blutige Schlachtenszenen in Film und Fernsehen
  • Joggen
  • lange Bahnfahrten. Aber nur dann, wenn ich gerade nichts zu schreiben habe. Logisch.
  • Musik

Musik versetzt mich schnell in die jeweilige Stimmung oder auch in eine vergangene Situation – oder in eine bestimmte Szene aus meinem Manuskript. Zumeist dann, wenn sie entweder exakt passt oder ich das entsprechende Lied zu genau jener Szene schon x-mal gehört habe.

Genau das nutze ich natürlich auch aus, schließlich habe ich nicht umsonst jahrelang CDs gesammelt! Meine persönliche Art, Musik zum Schreiben zu nutzen, erzähle ich euch hier. Und vielleicht kann der ein oder andere von euch ja einen kleinen Nutzen ziehen!

Phase 1: Die Inspiration

Noten, ich brauche frische Noten! Natürlich kann ich einfach meine eigene Playlist aus XY GB per ausgefeiltem Shuffleverfahren durchlaufen lassen, doch dann bliebe ich ja in meiner eigenen, kleinen Welt. Nein, ich blicke bei der verzweifelten Suche nach Inspiration gerne über meinen Tellerrand. Bestens geeignet: Internetradios. Wie dieses hier beispielsweise, das sich mit dem Namen „Radio Hyrule“ schmückt und passend dazu einige Stücke aus dem Zeldaverse spielt – und das zumeist glücklicherweise nicht so 8bit-lastig, wie man es vielleicht erwartet. Auch das „Zwischen-Welten Radio“ bietet Inspirierendes oftmals aus diversen Soundtracks.

Wichtig ist mir, dass ich nicht weiß, was kommt und dass ich vieles davon nicht kenne. Erst dann gehen meine Gedanken wirklich auf unvoreingenommene Wanderschaft, da sie nicht an bereits vorhandene Erinnerungen oder Bilder geknüpft sind.

Phase 2: Das Einfühlen

Sitze ich vor der leeren Word-Seite, hängt es oft. Käsekuchen und so, ihr wisst Bescheid. Ich muss mich in die Szene hineinfinden, die Personen und eventuellen Emotionen, zumindest deren Gedanken fühlen. Leider wurde das Holodeck noch nicht erfunden, weshalb ich auf meine eigene Fantasie zurückgreifen muss. Ok. Das sollte nicht so schwierig sein, schließlich will ich ein Buch schreiben.

Um dem auf die Sprünge zu helfen, sorge ich mit sorgfältig ausgesuchter Musik vor. Sie muss zur Stimmung passen und den Protagonisten widerspiegeln. Dazu ist eine lange, lange Musikrecherche notwendig, die sich jedoch von Glück nebenher erledigen lässt. Meistens höre ich ein passendes Lied und zack, wandert es gedanklich in meine Playlist. Manche Lieder höre ich vor und während bestimmter Szenen derart exzessiv, dass mich das Spielen dieses Liedes noch Monate später in diese Stimmung versetzen kann. Instant. Was dezent ungünstig ist, wenn es sich um eine im wahrsten Sinne des Wortes todtraurige Szene handelt, ich mich aber gerade auf einer Party befinde.

Meine persönliche Playlist – zumindest der Teil, der sich zufällig auch auf Youtube befindet – seht ihr hier verlinkt. Die Lieder sind nicht chronologisch geordnet.

Phase 3: Das Schreiben

Anders als in Phase 1 oder 2 dürfen hier keine Texte zu hören sein. Die Gefahr ist sonst sehr groß, dass ich statt zu schreiben lautstark mitgröhle. Hier greife ich auf Scores zurück (in der Youtube-Playlist sind die meisten ganz unten).

Die Musik darf mich nicht aus den Szenen herausreissen, sondern muss sich im Hintergrund abspielen, mich und meine Stimmung nur hintergründig beeinflussen. Besonders nett finde ich auch Ambiente-Sounds: Knirschende Schritte im Schnee, Regen, das Heulen des Windes. Eine großartige Seite möchte ich euch hier empfehlen: Den Ambient-Mixer. Aus tausenden verschiedenen Sounds und kleinen Musikstücken kann man sich sein eigenes Hintergrundgedudel zusammenmischen, aber auch von anderen Usern vorgefertigte nutzen. Sehr beliebt sind da die „Hogwarts“-Stücke.

Phase 4: Das Runterkommen

Völlig optional. Aber da mir mein Projekt an manchen Stellen an die Nieren geht, muss ich manchmal auf fidele Musik zurückgreifen.

Klicken auf eigene Gefahr!

Wie handhabt ihr es mit der Musik während des Schreibens? 🙂

Headerbild by Cecile Hournau

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