Warum Mario Kart mein persönliches Hass-Spiel ist

Braucht es dazu überhaupt eine Studie? Wissenschaftler der Universitäten von Oxford und Rochester haben vor prähistorischer Zeit  herausgefunden, dass nicht der Inhalt der Videospiele Gewalt und Aggression forciert, sondern das eigene Versagen beim Spielen. Surprise.

Genauer gesagt: Der Unterschied in den Emotionen und dem Aggressionspotential der Studienteilnehmer beim Zocken eines Spiels mit und eines Spiels ohne Gewaltinhalten wurde festgestellt, wobei man teilweise die Schwierigkeit auch künstlich erhöht hat. Die eigenen Unzulänglichkeiten, gepaart mit “unfairen” Spielmechaniken, führt zu Zorn. Nicht umsonst sind Rage Quits nicht nur bei Shootern anzutreffen. Näheres könnt ihr nach Klicken obigen Links erfahren.

Meine persönliches Killerspiel ist Mario Kart. Warum? Moment, ich muss mir mal eben die Ärmel hochkrempeln.

Obacht: Text enthält unflätige Kraftausdrücke

Es kann nicht sein, dass ich jedes Mal die fucking Gimmickboxen umfahre! Das Spiel verarscht mich, bei jedem einzelnen Spiel! Ich bin mir sicher, dass die Boxen umgesetzt werden, sobald ich sie auch nur anblinzle! Und warum bekommen immer nur die anderen Leute die wirklich gemeinen Powerups und ich maximal eine Banane! Eine Banane! Was soll ich denn bitte damit anfangen?! Bei meinem Glück lege ich sie irgendwo ab, wo niemand sonst mehr hinfahren wird! Oder ich bekomme sie, wenn ich in der Final Lap gerade Letzte bin! Hurra!

§$&$§%&/ %&%$ψ§Φ$ &%$Æ %%$& !!! (Beispielfluch)

Außerdem ist immer nur mein beschissener Controller kaputt! Ich kann ihn drehen und wenden wie ich will, der lenkt einfach nicht! Niemals! Eigentlich wird mein Fahrzeug nur gelenkt, wenn mich zufällig ein anderer Spieler anrempelt! Und alle gehen immer nur auf mich! Bomben, grüne Panzer, rote Panzer, blaue Panzer – ausschließlich auf mich! Ach, blaue Panzer! Der soll den Erstplatzierten treffen und nicht jedes verfickte Mal einen lustigen Umweg über mich nehmen!

“Skill” für’n Arsch, Mario Kart Wii hat nichts mit Können zu tun! In Wahrheit bin ich elitär! Das Spiel lässt mich einfach nicht!

Bei BF4 bin ich längst nicht so aggressiv! Und jeder, der mich dabei einmal im TS erlebt hat, weiß: Das will was heißen! Daher lehne ich auch meistens dankend ab, wenn mich jemand zu einer Partie Mario Kart Wii einlädt. Ein ähnlich hohes Aggressionspotential hat bei mir übrigens auch Super Mario Land 2(GB). Ein im Grunde wirklich sehr bezauberndes Spielchen, lässt man das letzte Level in Warios Schloss weg.

Zumindest mein damaliges, junges Ich hatte doch arge Probleme damit. Eigentlich war ich beim Spielen die weibliche Version von dem jungen Herrn hier. Mindestens 1.000 Versuche habe ich für dieses Scheiß-Level gebraucht! Innerhalb dieser 1.000 Versuche habe ich vor Wut auch mal meinen Gameboy gegen die Wand geschmettert. Halb so wild. Mein Bruder hatte eine Woche später einen neuen für mich beim Nintendo Club gewonnen.

Doch, ja irgendwie machen Videospiele aggressiv. Kurzfristig. Auf dieses Medium beschränkbar ist es jedoch lange nicht. Überall dort, wo Pech, fehlende Fairness und Inkompetenz auftauchen, kann es zu emotionalen Komplikationen führen. Nicht umsonst heißt auch ein Brett- und nicht ein Videospiel “Mensch ärger dich nicht”. (Which, as we all know, always happened)

Was ist euer persönliches Spiel des Hasses?

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9 Gedanken zu “Warum Mario Kart mein persönliches Hass-Spiel ist”

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