Spieltipp: Rite of Ilk. Endlich ein vielversprechendes Couch Co-Op!

Lustige Spiele, tiefgründige Spiele, kritische Spiele – die Indie Booth der diesjährigen gamescom hat einiges zu bieten. Es ist bunt und laut in Halle 10.1. Als Aussteller versucht man, innerhalb des bunten Treibens auf rund 1.000 Quadratmetern und inmitten von über 60 anderen Spielen und Publishern gesehen zu werden. Ohne Hostessen, ohne laute Boxen und ohne Lasershow. Als Besucherin stapfe ich herrenlos durch die Booth – und verhaare an insgesamt rund 40 Videospielen, um sie mir näher zu betrachten. Eines hat dabei mein Herz im Sturm erobert: Rite of Ilk von den niederländischen Turtleneck Studios.

Lange bevor ich es spiele, spreche ich mit Co-Founder und Visual Artist Alanay Çekiç, der mir begeistert von seinem Co-Op Titel erzählt. Dort schlüpft man in die Rollen zweier Geschwisterkinder: Tarh und ihrem Bruder Mokh. Aneinander gebunden durch ein ganz und gar nicht nur sprichwörtlich zu verstehendes Band, reisen und entdecken sie eine exotische, gefährliche Welt. Nur nach und nach wird man als Spieler dabei an die Story rund um ein ominöses Ritual herangeführt. Im Zentrum steht der gemeinsam erlebte Spielspaß. Nur zu zweit ist man stark, alleine geht man unter.

Es ist großartig zu sehen, wie die Spieler hier miteinander umgehen!„, sagt Alanay grinsend und nickt gen Pärchen, das gerade die Controller weglegt um zwei anderen Spielern Platz zu machen. „Das erste, was ich frage ist immer: Wer ist der mutige und wer der kluge Part von euch beiden? Ihre Antworten hängen davon ab, welche Figur ihnen zugeteilt wird. Meistens schätzen sie sich dabei ganz gut ein: Man sieht doch während des Spiel deutlich, wer eher zu welchem Charakter neigt.

Die Wahl der Figur hat letztlich aber nur peripher Einfluss auf das Spielgeschehen.

Ich schaue dem Treiben noch ein wenig zu und beschließe dann, es nicht mit einem Fremden zu zocken, sondern mit Marcus. Ein paar Stunden später stehen wir gemeinsam vor dem turtleneck’schen Bildschirm. Ich als die mutige Tarh und Marcus als der kluge Mokh. So muss das sein! Intuitiv drücken wir die richtigen Tasten – die Steuerung ist simpel und lässt einen schnell in das komplexere Spielgeschehen eintauchen.

Es gilt, aneinandergefesselt, gemeinsam durch die Welt zu streunern, Geheimnisse aufzudecken und vor allen Dingen Rätsel zu lösen. Auch dort ist Zusammenarbeit ungemein wichtig: Man gibt Räuberleiter, teleportiert geschickt zum anderen und nutzt den Strick, um beispielsweise Objekte einzuwickeln und damit zu Fall zu bringen. Alanay steht währenddessen daneben und amüsiert sich königlich über unser Spiel: Während ich stets vorpresche und wie ein Eichhörnchen auf Speed durch die Weltgeschichte jage, kommt Marcus mit dem Untersuchen und Erforschen kaum hinterher. Ich ziehe und zerre ihn weiter, denn der Bildschirm ist nicht geteilt und man muss sich einigen – oder auch nicht. Allein das macht schon verdammt viel Spaß!

Ganz entzückt bin ich über die Graphik, die nicht wirkt wie die eines Debutgames eines winzigen Studios. Die Welt ist exotisch und fantasievoll designed; es mangelt nicht an verborgenen Orten und entzückenden Details.

Insgesamt ist Rite of Ilk ein Titel, den ich für unfassbar vielversprechend halte, zumal es meiner Meinung nach zu wenige gute lokale Multiplayer-Titel gibt. Ich bleibe definitiv weiterhin auf den Fersen dieses sympathischen kleinen Studios und kann nur jedem wärmstens empfehlen, es sich zumindest einmal näher anzusehen!

Website | Twitter | Facebook

Vielleicht interessiert dich auch ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Website