Leserfrage der Woche: Der ultimative Geek?

(…) und was macht deiner Meinung nach den ultimativen Geek aus?”

Manchmal bekommt man Leserbriefe, die einen wirklich nachdenken lassen. Wie dieser hier von Martin. Der ultimative Übergeek also. Der ist leicht zu beschreiben, dieses bewundernswerte Wesen. Leset und neidet ihn.

Der ultimative Geek…

  • … trägt Geekshirts. Immer. Er hat mindestens 365 Stück davon im Schrank, wovon eines natürlich lustiger und kreativer ist als das andere. Je einzigartiger, desto besser. Beliebte Themen schwanken je nach Saison, die beliebten Seiten wie Qwertee jedoch bleiben. Der aller-ultimativste Geek trägt hierbei zwei Shirts übereinander. Kann man bei Rüstungshemden übrigens auch machen, wenn der Spielleiter nicht aufpasst. Rüstungsschutz!
  • … hat jedes Spiel, das es gibt und geben wird durchgespielt. Drei Mal. Er kennt jeden Lösungsweg, jeden Dialogstrang und weiß alles besser als die Spieleentwickler selbst. Wenn man Fragen zum Spiel hat, fragt man als erstes ihn.
  • … hat keine Wohnung. Er hat einen Geektempel. Der Toaster toastet kleine Darth Cylons in die Brote, die Zimmer werden von Lichtschwertern beleuchtet und er schläft in Gandalf-Bettwäsche. Ikea ist ihm zu normal, er kauft nur ausgewählte Fanobjekte ein.
  • … ist offensichtlich reich.
  • … ist ein wandelndes Lexikon. Wer hat bei der dritten Episode der fünften Staffel von The Walking Dead Regie geführt? Was ist das Lieblingsgericht des fünften Doktors? Und was heißt nochmal “Ich werde dein Blut aus deiner Hirnschale trinken!” auf Klingonisch? Er kennt die Antwort.
  • … hat kein einziges, rotes Oberteil im Kleiderschrank. Obviously.

Ich denke, dass es offensichtlich geworden ist, dass ich nicht an den ultimativen Geek glaube. Zumindest nicht an den, der von außen als solcher zu erkennen ist. Ist man mehr Geek als der andere, weil die Kleiderwahl erscheinen lässt, als hätte man den Webshop ThinkGeeks ausgeraubt? Ein Zelda-Kettenanhänger macht niemanden “mehr geek” als den anderen, ebensowenig wie es die Kenntnis über die Namen jedes Nebencharakters von Torchwood macht.

Meine Antwort auf die Eingangsfrage ist eigentlich ziemlich simpel gestrickt und riecht ziemlich nach Cheese: Der ultimative Geek ist mit Leidenschaft dabei.

Er fiebert mit den Charakteren seiner favorisierten Serie mit, sammelt vielleicht jeden Schnipsel auf, den er über die Serie/whatever finden kann. Er bekommt eine Gänsehaut, wenn er die Titelmelodie seines Franchises hört. Den ersten Ton eines Star Wars Filmes etwa oder auch den diffusen Ton der Enterprisetüren. Wahrscheinlich sammelt er, kennt sich mit mindestens einem Genre aus, war schon auf einer Convention. Die Themen beschäftigen ihn, er redet darüber, will mehr wissen. Und weiß vermutlich noch, wann er zum ersten Mal einen Ent gesehen hat.

Er muss nicht alles kennen, kein Universalgeek sein. Nicht jede Serie gucken oder jedes Spiel gespielt habe. Er muss nicht wissen, wer zuerst geschossen hat. Es kommt nicht darauf an, wer den längsten Schwanz hat. Den hat, wie wir alle wissen, ja auch das Marsupilami. Nein, im Grunde genommen gibt es nur erste Plätze auf der Geekrangskala der Unendlichkeit. Hey, ich bin eine verdammte Waage, ich stehe auf das Gleichgewicht, Frieden und Harmonie! Außerdem glauben Waagen nicht an Horoskope.

Also Martin: Man braucht kein volles Regal mit Actionfiguren, Comics und Videospielen zu haben, um ein ultimativer Geek zu sein. Ich selber besitze übrigens auch nicht besonders viel. Nichts Stoffliches, ich kann dementsprechend mit keiner überdimensionalen Collection angeben. Den Geek habe ich im Herzen. [absolut nicht kitschiger Themesong zum Gesagten]

Oder habt ihr andere Definitionen? Ist durchaus möglich! Vielleicht sagt ihr auch, dass man unbedingt XY gesehen haben muss oder mindestens 40 Teefury-Shirts besitzen muss, um “ultimativ” zu sein. Dann ist das auch ok, ihr könnt meine imaginären Geekmedaillen dann gerne haben 🙂 (Nicht, dass ich welche hätte. Mist.)

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