Star Trek Kostüme – interessanter als gedacht

Autoren: Paula M. Block / Terry J. Erdmann | Verlag: Zauberfeder | Format: 256 Seiten, HC | Leseprobe | Bestellen 

Über 700 Episoden, 13 Kinofilme und verdammt viel verarbeitetes Nähgarn: Star Trek hat nicht nur etliche Jahre auf dem Buckel, sondern kann auch auf einen schillernden Fundus an Kostümen zurück blicken. Aliens wollten eingekleidet, Frauen wie Männer verschönert und ganze Völker charakterisiert werden! Schließlich zählt der erste Eindruck! In diesem Band wird die Kunst des star trek’schen Kostümdesigns näher beleuchtet und auch die Fragen geklärt, auf die man selbst wohl nie gekommen wäre.

Ich selber interessiere mich nicht für aktuelle Mode – für das Kreative drumherum jedoch sehr wohl. Daher hat mir dieses fast 260 Seiten umfassende Werk freundlich zugezwinkert und zusätzlich mit einigen schönen Bildern, Illustrationen und Interviews gelockt. Zu Wort kommen die Designer hinter den Serien seit TOS, sowie die der Filme, wobei das selbstverständlich auch Hand in Hand geht. Sehr interessant sind die vielen Hintergrundinformationen sowohl was die Drehs, als auch das Franchise selber betrifft und auch diejenigen zufrieden stellen dürften, die mit Kostümen an sich nicht viel am Hut haben.

Wer also glaubt, hier lediglich einen schnöden Bildband vorzufinden, täuscht. Es sind gerade die Fließtexte, die zu begeistern wissen und zu denen die Bilder nur schmückendes Beiwerk sind. Man sitzt den Designern quasi auf dem Schoß, während sie Weltenbau betreiben und darüber fachsimpeln, wie Khan und seine Schergen zu ihrem Kleidungsstil kamen und welche ganz weltlichen Nachteile gewisse Kostüme doch haben.

Und auch ich als Alttrekkie konnte viele neue Informationen herausziehen: Dass die Farbe des Captainshirts nicht Gold/Gelb ist. Oder weshalb die Uniformen der ersten Filme vom Strampleroutfit zurück zu den Wurzeln gingen. Das sind nur zwei winzige Details in einem riesigen Kosmos aus unzähligen. Dabei scheint der Fokus auf der Crew und die Begegnungen rund um Captain James T. Kirk zu liegen und auch Captain Picard bekommt sein Spotlight. Im Vergleich dazu fallen die Seiten für Voyager, DS9 und Enterprise eher spärlich aus. Für mich als TOS-Liebhaberin ist das allerdings alles andere als ein Nachteil.

Nun sitze ich also hier mit diesem Schmuckstück in den Händen und bin hin und hergerissen. Spontan möchte ich nach der Lektüre folgende Dinge tun:

  • Mein Bettlaken zerschneiden um, kreativ hochgradig inspiriert, daraus ein alieneskes Kostüm zu schneidern. Da ich nicht mal Knöpfe annähen kann (Hallo, Schwiegermutter, deinem Sohn mangelt es trotzdem an nichts!) wird es vermutlich auf eine windschiefe Tunika herauslaufen
  • Einen Star Trek Marathon einlegen, um die ganzen Informationen am lebenden Objekt nachvollziehen zu können. Wir sehen uns dann in ein paar Wochen wieder. Wie war nochmal die Nummer des Pizzaservice?
  • Kostümdesign studieren und direkt danach in der Zeit zurückreisen um Herrn Theiss bei seiner Kostümbildnerei zu unterstützen. Außerdem würde ich gerne das hübsche Kleidchen aus „Der Tempel des Apoll“ klauen. Dankeschön.
  • Alle Bücher über Kostümdesign in der Science Fiction kaufen, die es je gab, gibt und geben wird

Kurzum: Das Lesen und Angucken dieses Buches macht erstaunlich viel Spaß, ist informativ und dabei überaus kurzweilig. Read long and prosper. Oder so.

Autoren: Paula M. Block / Terry J. Erdmann | Verlag: Zauberfeder | Format: 256 Seiten, HC | Leseprobe | Bestellen 

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Ein Kommentar bei “Star Trek Kostüme – interessanter als gedacht

  1. Hallo

    Danke für das Review, ich hatte leider noch nicht die Gelegenheit mir mal das Buch anzugucken, aber gut zu wissen, das für mich als Fan von DS9, TNG und VOY eher nicht soviel drinnen ist. Ich mag TOS nicht besonderes, aber bei mir liegt das an Kirk (Shatner)

    Grüße

    Sandra

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