Jammere nicht, Blogger. Create something good instead!

Eigentlich wollte ich, ausgelöst durch Gespräche mit Marcus und Thilo sowie eine Twitterkonversation, einen pessimistischen Artikel schreiben. Thema: „Balance. Zwischen stumpfer Unterhaltung und Tiefgang“. Ich wollte zugegebenermaßen darüber jammern, wie doof es doch ist, dass gut recherchierte, aufwändige Artikel kaum geliked und geteilt und somit kaum gesehen werden, während schnell getippte Listen oder „geklaute“ lustige Bilder aus dem Netz – sprich Dinge ohne Nährwert – immense Reichweite erfahren. Schnelllebigkeit, Blog-Fastfood und Clickbait. „Roflcopter, ein listiges Tittenbild, teil ich mal!“ Schwupps, hat die Fanpage drölfzigtausend Likes, obwohl keine Kreativität dahinter steckt.

Dann jedoch dachte ich mir: Hey. Das weiß jeder. Jeden nervt es. Jeder jammert. Nur etwas dagegen tun oder konstruktive Vorschläge anbringen: Das will keiner. Das würde schließlich auch bedeuten, dass man sich selber Gedanken machen müsste. Zudem wird es doch auch einen Grund haben, dass lustige Listen oft kommentiert und mit Likes bedacht werden. Sie unterhalten. Vielleicht zaubern sie ein Lächeln aufs Gesicht. Ganz verteufeln muss man sie also nicht. Wir alle – Blogger wie Leser – wollen unterhalten werden. Manchmal möchten wir aus dem grauen oder grausamen Alltag in die Welt der bunten Bilder und sinnlosen Listen flüchten. Das ist okay.

Doch zurück zu den konstruktiven Vorschlägen. Oder eher: Der Kritik.

Wir schreiben grau. Wir schreiben alleine. Wir wollen, dass unsere Beiträge geteilt werden – rühren aber selber keinen Finger, wenn es um Beiträge Anderer geht. Und ja: Das beobachte ich bei den meisten (allen?) Blogs meines Dunstkreises. Inklusive diesem Phoenix hier. Unbemerkt von uns selber schlängeln wir uns am großen Stamm der Arroganz empor. „Ich ich ich!“ – aber bloß keine Innovation. Keine Kooperation.

Was wir dagegen tun können, ist Folgendes:

  • Uns selber neu erfinden. Immer und immer wieder.
    Rezensionen laufen nach Schema F ab. Artikel erscheinen wie Schablonen. Der Schreibstil ist festgefahren: Wenn man selber bis zum Kinn im Staube steckt ist es schwierig, Begeisterung auszustrahlen. macht es wie ein Phoenix: lasst euch ab und an fallen, um bald darauf wieder neu erstrahlen zu können. Scheißt drauf, ob Idee A oder B vielleicht nicht gut ankommen werden. Probiert einfach mal Neues aus! Traut euch!
  • Zusammenarbeiten
    Und damit meine ich nicht, einfach Blogparaden zu veranstalten. Selbst da findet kein Dialog statt. „Schreibt mir was. Aber vergesst bloß nicht, einen Link zu meinem Blog dazulassen, liebe kleine Minions!“ → Monolog. Überlegt lieber, was man gemeinsam machen könnte. Interviewt euch doch mal gegenseitig. Schreibt ein unterhaltsames Portrait über Blogger Z. Überlegt, wie ihr gemeinsam an ein und demselben Artikel oder einer Reportage arbeiten könnt. Trefft euch mal mit verschiedenen Bloggern in Skype und quatscht über Produktives, etwaige Projekte etc.
  • Selber teilen
    Sich selber promoten ist  vielleicht ganz nett. Aber es nervt. Mich zumindest. Überall die Facebook-Gruppen, in denen jeder nur seine eigenen Artikel teilt und glaubt, der Star zu sein, den man beachten muss. Wieso sollte man Artikel eines anderen teilen, der selber nur an sich denkt, nicht über seinen eigenen Tellerrand hinaus blicken kann? Sharing is caring. Und es is no Einbahnstraße.
  • Spaß haben, verdammich nochmal! 
    Ich persönlich spüre bei Blogs kaum noch Leidenschaft, Lust, Passion. Wo ist es hin? Waren wir nicht alle mal kleine Abenteurer im Dschungel des Internetzes? Mittlerweile muss jedoch alles durchgeplant, durchgestylt sein. Nichts darf dem Zufall überlassen bleiben. Man liest Blogguides, kennt sich mit jedem Scheiß in Sachen SEO, Advertising und Co aus und ist eigentlich „voll der Pro“. Das ist allerdings nicht das wichtigste beim Bloggen. Sorry. Ehrlich nicht. Zumindest dann nicht, wenn man das Bloggen als lustiges Hobby betrachten möchte.

In kurz: Fahrt mal einen Gang zurück. Die deutsche Bloggerszene ist so festgefahren, dass ein Rückwärtsgang gar nicht mal so schlecht wäre. Sucht die Schuld für geringe Aufrufzahlen nicht nur bei den anderen, dem „Dummen, schnellebigen Leser“. Sondern auch bei euch. An eurer Art, zu bloggen. An eurer Art, euch einzukapseln. Probiert doch mal aus, ob ihr das Bloggen nicht auch mal als Teamsport betreiben möchtet. Bleibt keine jammernden Einsiedler.

Traut euch, erfindet euch, seid kreativ! #hashtag #stopwhining

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