Die Sache mit… Dem Bösewicht!

Heute ist Montag und Montag ist Geek Quest Tag.

Da wir selbst zur Epischen Questreihe geladen haben und das Thema der Woche Bösewichter heißt, habe ich in einem famosen Akt absoluter Verzweiflung diesen Text in den Analen meiner Vergangenheit gefunden und mit der digitalen Schaufel ausgegraben. Passender Weise geht es hier um meine Vorstellung, selbst einmal Bösewicht zu sein und nicht nach der Pfeife anderer tanzen zu müssen. Aber lohnt es sich wirklich heutzutage noch so ein richtig fieser Fiesling zu sein? Entscheidet selbst:

Habe neulich wieder mal einen Bond-Film gesehen und während die Bilder im Hundertstel-Sekundentakt auf meiner Netzhaut flimmerten dachte ich bei mir, also, ganz im Stillen, dass es schön wäre, er zu sein. Wie? Nein, nicht Bond, nein, der Bösewicht oder sagen wir besser, generell irgendein Bösewicht. Bond zu sein ist fade, das hat man doch alles schon gehabt: schnelle Autos, Frauen, Alkohol, Schießereien in einem Whirlpool mit Haien. Aber Bösewicht sein, das birgt viel mehr Flexibilität, viel mehr Freiheiten. Hier muss man sich nicht nur NICHT an Regeln halten, nein, man erfindet sie einfach neu. Man muss auch keine Gedanken mehr an saubere Zimmer, einen vollen Kühlschrank oder die Steuererklärung verschwenden. Das geht dann: „Nummer 2! Ja Nummer 1? Besorgen Sie mir umgehend ein neues Chappy, Wautzi hat Hunger! Jawohl Nummer 1“, und die Sache wird erledigt.

Natürlich kontaktiert Nummer 2 umgehend Nummer 3 und der wird erneut seine Untergebenen haben. Befehlskette nennt man das. Wenn mal einer nicht funktioniert, dann geht das wie bei einem kaputten Glühbirnchen in einer Lichterkette. Erst wird das Licht ausgeknipst (bzw. ihm), der Unruhestifter beseitigt und schon kann man wieder schöne, selige Weihnacht haben…oder eben Chappy für den Hund. Außerdem beschäftigt man sich nur mit großen Themen wie Weltherrschaft oder Weltherrschaft und hier und da Macht und noch viel mehr Macht. Einfach interessanter als der Einkauf bei Aldi, selbst wenn der Montags Angebote hat und man sich durchschlagen muss. Da wäre eine Walter PPK zwar praktisch, aber mal ehrlich, wenn Sie wie Beißer aussehen und die Halblederschuhe in 56 haben wollen, wer würde sie Ihnen dort streitig machen? Wenn der mich freundlich anlächelt zahle ich sie ihm vielleicht sogar noch. Auch in der Schlange anstehen gehört dann der Vergangenheit an. Was ich da allein an Zeit sparen könnte.

Bin völlig Feuer und Flamme durch meine neue Bestimmung und aufgeregt wie ein Kind nach dem Motto: „Mama, darf ich Frankreich kaputt machen?“ „Gleich mein Sohn, gleich.“ Bin aber sehr unzufrieden mit meinem Namen. Marcus klingt so mundan, so trivial, so altbacken. Wenn ich doch Le Chiffre heißen würde oder Goldfinger, man würde mein Bestreben viel ernster nehmen. Gut, zugegeben, meine Mutter hätte früher sicherlich viel über sich ergehen lassen müssen, aber dafür wäre sie jetzt Mutter eines richtig üblen Schergen. Während also der Film 2/3 hinter sich gebracht hatte, begann ich eine Liste mit Änderungen zu erstellen. Die lauteten: Namenswechsel in Urgewaltiger Niemals Fehltretender Unfassbarer Gott  (Kurz auch UNFUG!), Ortswechsel zu einem verträumten Atoll an der Küste Thailands und natürlich neue Haustiere…Dinosaurier oder so. Meine Liste näherte sich dem Ende und der Film auch. Wie es am Ende kommen musste, hatte der Bösewicht den Fehler begangen, Bond alles zu erzählen und dann versucht, diesen auf irrwitzige Weise umzubringen, anstatt ihn einfach zu erschießen und ich hatte derweil den Fehler begangen, die Liste mit Popcorn-Zucker zu schreiben, was in deren Unlesbarkeit resultierte. Hmmm… da viel es mir auf. Bösewichte sterben immer, weil sie sich doch an eine sehr fundierte Regel halten. Unumstritten immer! Sie sind stets zu blöd, den Hebel einer Kanone zu bedienen…und ganz unter uns, wer möchte schon so blöd sein?

Da gehe ich doch lieber wieder bei Aldi shoppen ohne meine Schuhe in der richtigen Größe zu bekommen, darf dafür aber meine Alten noch was länger benutzen. Na ja… und das mit der Steuererklärung klappt bestimmt auch, obwohl ich finde, dass die Beamten dort auch schon kleine Bösewichter sind.

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