Frozen – Ein Schneesammelsurium für Schreiber

Die Sonne lacht, der Frühling hält Einzug in deutschen Landen und die Bäume und Blumen schlagen aus. Mei is des schee.
Was aber, wenn ich eigentlich gerade an einem Buch sitze, deren Szenario nichts als Kälte, Schnee und Eis beherbergt?
Gar nicht so leicht, die Feder Richtung Frost zu schwingen, wenn draußen frohlockende Frühlingsgedanken singen.
Aber leider kann man sich das nicht immer aussuchen und die 4 Jahreszeiten könnten einem bei jeglichem Roman einen Strich durch die Rechnung machen, wenn wir uns von ihnen beeinflussen lassen würden.

Wie bringe ich also meine Gedanken zurück auf Eis, Frost, Schneestürme, eine weiße, karge Tundra und im besten Falle noch ein wärmendes Kaminfeuer?
Die Antwort ist denkbar simpel: „Ich suche mir entsprechende Dokumentationen, lese „kalte Bücher und Comics“ und springe in Eisbäder. Hier meine Top Liste für fröstelnden Segen.

 

Vermutlich eine der besten Dokumentationen auf Netflix. Sir David Frederick Attenborough ist aber auch beruhigend und vor allem einprägsam. So viel Frost und Eis bekomme ich selbst in der Gefriertruhe nicht zusammen. Gut, da versammeln sich auch selten 40 Kamera-Teams für 5 Jahre und filmen in HD. (Schade eigentlich). Neben den kühlen Temperaturen und atemberaubenden Szenerien gibt mir die Doku auch noch etliche Einfälle mit auf den Weg und hilft beim Plotten. Ich kann mich leicht auf die eisige Landschaft einstimmen und mache nebenbei noch Recherche für Flora und Fauna des Buches. Danke dafür.

Andere Dokumentationen finden sich ebenfalls, nachdem die erste mal gestartet ist und zu Planet Earth gesellen sich schnell weitere, so wie z.B. Frozen Earth. Fehlt nur noch ein Eistee.

 

Hier sei Staffel 2 der amüsanten und andersartigen Krimiserie genannt, die ich am gestrigen Abend begonnen habe. Erschienen ist sie 2015. Wie immer urkomisch, verstrickt, seltsam und skurril und vor allem spielt es wieder in kalten Jahreszeiten, der Boden ist bedeckt mit Schnee und das Blut Schuldiger und Unschuldiger zeigt sich um so besser. Vielleicht manchmal sogar mehr als einem lieb ist. Ich hatte die erste Staffel mit Martin Freemann (The Hobbit, Sherlock) und Billy Bob Thornton (Armageddon, Bad Santa) regelrecht verschlungen, ohne das mir schlecht wurde und zückte verzückt den Controller, als ich sah, dass es eine zweite Staffel gab. Viel Plot für wenig Plotten war das Ergebnis. Zwar nahm ich nicht viele Storyelemente für meinen Plott mit, aber Schnee und Mord reichte mir erstmal um die steigenden Temperaturen draußen vergessen zu können. Außerdem sehr gute Kameraeinstellungen und Schnitte. Kirsten Dunst (Die Alte von Spiderman) überzeugte zudem als Peggy Blumquist (nicht nur im Bh vor dem Spiegel [eine Szene die zu meinem Bedauern erschreckend unscharf für ihre Schärfe war]) sondern auch als verschrobene Kleinstadt Dame, die den „Roadkill“ einfach mal bis zur eigenen Garage fährt und dann kocht. Der Roadkill ist zudem auch noch ein Mann, der nach einigen Morden in einem Roadstop draußen beim Weglaufen ein Ufo sieht und dann von ihr überfahren wird. Läuft!

Auf jeden Fall anschauen!

 

Comics sind kurzweilig und schnell gelesen. Stimmiges Artwork konnte mich hier schnell ins Eis entführen, nachdem ich entsprechende Suchbegriffe genutzt hatte. Einige sind natürlich sehr missverständlich. Außerdem sei euch geraten nicht nach Ice in den Titeln der Comics zu suchen, denn ihr werdet von JustICE League und InjustICE Comics überschwemmt werden. Ich war gestern heilfroh, dass es zumindest noch keinen Comic über die tragischen Verspätungen des ICE der Deutschen Bahn gibt.

Colder

Colder sprach mich direkt durch sein Artwork an. Es zeichnet sich durch Andersartigkeit aus. Wer von uns wollte nicht schon immer einmal wissen, wie es sich anfühlt, wenn eine fremde, aber total freundliche, zärtliche Hand einem durch den Mund unter die Haut geht und aus den Augen wieder rauskommt? Denn das ist zumindest das Cover der ersten Ausgabe, die ich euch Zartbedeiteten erst einmal vorenthalten habe. Bin ich sofort dabei. Colder aber ist nicht wie ich dachte. Gänzlich nicht. Weder Vampire warteten auf mich, noch Zombies oder sonst eine Art von bekannten Ungeheuern. Der Comic geht unter die Haut (jetzt ehrlich), führt uns durch jene Türen unseres Unterbewusstseins, welche wir gerne geschlossen halten würden und zeigt eine schattenhafte Welt voller Wahnsinn und einen Hunger nach mehr. Nimble Jack hatte es mir hier genau so angetan wie der Protagonist Declan, der nicht nur führ die Namensgebung herhalten musste. Zwar gab es keinen Schnee aber dennoch gefrierende Temperaturen.

Absolut lesenswerte Miniserie von nur 5 Comics, die es in sich haben. Hunde mit Menschenhänden als Beinen, Kreaturen direkt aus den Alpträumen eines Staubsaugervertreters und kreativ eingesetze Farbkombinationen seien hier zu nenne. Auch am Ende habe ich laut gelacht, wenngleich die Auflösung etwas schnell erscheint, aber bei 5 Comics bleibt nicht viel Zeit.

Klaus

Fantasy Ambiente, wunderbare, klassische Zeichnungen, die so direkt in ein D&D Buch eingepflegt werden könnten oder in ein RPG Computer Spiel oder sogar einen Disney Film. Ein Protagonist, dessen Name die Grundfeste der Erde erschüttert. KLAUS. Eine Stadt, die dem Licht den Rücken gekehrt hat. Winter Wunderlandschaften und… Geschenke. Denn Klaus handelt trotz seiner harten Schale und Vergessene Reiche Look von der Entstehungsgeschichte des Weihnachtsmanns. Ich wusste, dass ein Mann mit einem so langen Bart vielen Leuten schon mal ordentlich aufs Maul gehauen hat und selbst einstecken musste. Wer dem Ganzen Storyverlauf nicht zu skeptisch gegenüber steht wird mit guter Action, wundervollem Artwork und einigen Lachern belohnt. Und natürlich Winter, Wunder, Schnee und Eis. Und Geschenken. Geschenken natürlich auch.

Immer noch besser als der plötzliche Besuch des Weihnachtsmanns in „Der König von Narnia – The Witch, The Wardrobe and The Weihnachtsmann“!

 

Wenn alle Stricke reißen und sich der Winter in meiner Vorstellungskraft noch immer nicht manifestieren will gibt es ja zum Glück Darth Vader Eiswürfel und Ben & Jerrys. Zwar komme ich mir nach einem 500ml Becher puren Glücks auch immer ein wenig benutzt und schäbig vor, aber irgendwo muss die Eiscreme ja hin. Sonst schmilzt sie bei dem gefährlichen Tauwetter da draußen viel zu schnell. Da muss dann auch mein Plot und Wintermärchen ein wenig warten während ich in eine barmherzige Eisohnmacht falle.

Wie holt ihr euch Inspirationen für das Schreibhandwerk? Legt ihr euch in eine Wanne aus Sand wenn es ein Wüstenroman ist oder tut es auch der städtische Sandkasten?
Muss es ein Tag am Meer sein für den Piratenepos oder reichen 24 Stunden Dauerdusche? Mittelaltermarkt und Burgen Wochenende oder reicht die Lego Burg aus dem Jahre 1980? Manch einem reicht ja sogar Musik allein um in Stimmung zu kommen. Was macht ihr?

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