[Comic-Review] Black Magick #1

Autor: Greg Rucka | Illustrationen: Nicola Scott | Verlag: Splitter | Format: 136 Seiten, Hardcover | Band: 1von X | Bestellen | Leseprobe

Detective Rowan Black ist nicht nur im Raub- und Morddezernat der Polizei in Portsmouth tätig, sondern auch noch eine Hexe. Letzteres führt sie freilich nur im Geheimen in ihrem kleinen Zirkel aus. Noch. Denn irgendjemand – oder irgendetwas – scheint es auf sie und ihr Geheimnis abgesehen zu haben. Ein scheinbar Verrückter hat Geiseln genommen und fordert Rowan als Tauscheinsatz.

Er kennt nicht nur ihren wahren okkulten Namen, sondern auch die einzige Möglichkeit, eine Hexe zu töten: Mit Feuer. Das folgende Inferno bildet den Startschuss des mysteriösen Krimithrillers, in dem nur nach und nach Licht ins Dunkel Rowans Identität gebracht und sich erst spät das wahre Ausmaß offenbart.

Neben ordinären Superheldencomics sind es Perlen wie diese, die die Farbenvielfalt dieses Mediums unterstützen. „Farbenvielfalt“ – und das bei einem Titel, der im Gothic-Noir-Stil daherkommt und nur wenige farbige Akzente setz.

Die Geschichte vermag es zu fesseln und in ihrer Mystik zu begeistern. Wenig wird erklärt, die Hintergründe erklären sich im Laufe der Zeit von selbst. Kein Altmeister, der dem Leser den Hexenkult erklärt, kein Sprecher aus dem Off, der Klarheit bringen könnte. Und das ist verdammt gut so, steigert es doch die Neugier. Es bleibt zwar nebulös doch nie so sehr, dass man orientierungslos im Dunkeln tappen würde. Es wirkt natürlich, die Immersion wird dadurch gestärkt.

Zu Beginn lernt man primär Hauptperson Rowan kennen, die mit ihrer natürlich schwarzen Katze ein ansehnliches Haus bewohnt und gleich in ihrem ersten, vom Leser begleiteten Einsatz auf einen gesichtslosen Gegner stößt. Irgendetwas stimmt nicht, irgendjemand ist auf sie und den Zirkel aufmerksam geworden. Während sie gemeinsam mit ihrer ebenfalls bewitchten Freundin auf des Rätsels Lösung kommen möchte und ihre Kollegen immer mehr auch okkulten Hinweisen nachgehen, wird eine Leiche an Land gespült und eine weitere Partei ins Rennen geschickt. Wer ist Freund, wer Feind und wer verdammt nochmal steckt hinter dem ganzen?

Kaum satt sehen kann ich mich an den Illustrationen. Klare Außenlinien umranden die sanften Schattierungen, die nur selten in Sepiafarben übergleiten und den Geist der Geschichte einfangen. Düster in schwarzes Papier gebettet scheint es fast ein Mix aus satter Tusche und Aquarell zu sein, die Akzente sind dezent gesetzt und unterstreichen bestimmte Elemente wie die Magie oder Emotionen.

Ans Herz wachsen kann mir bislang allerdings noch keine der Figuren, was in diesem besonderen Fall jedoch nichts Schlechtes ist. Mehr noch: Es unterstützt die Mystik des Plots. Ganz einschätzen kann ich die Personen noch nicht und ich bin gespannt, wie sie sich noch entwickeln und welche Bande noch geknüpft werden. Ich könnte zu diesem Zeitpunkt auch wetten, dass die Katze noch eine größere Rolle spielen wird. Aber die Hand dafür ins Feuer legen? Lieber nicht.

„Black Magick“ ist einer dieser Titel, die auf den ersten Blick vorhersehbar erscheinen und dann doch sehr schnell beweisen, dass man immer weiter in den Nebel wandelt. Die Spannung bleibt bis zur letzten Seite bestehen, man will wissen, was dahintersteckt. Viele Fäden werden gesponnen und miteinander verwoben ohne dabei zu unübersichtlich zu werden.

Wenn die weiteren Bände nicht stark abflauen könnte es einer meiner liebsten Comics werden, was nicht zuletzt an den Zeichnungen liegt, die perfekt meinen Nerv treffen.

Story:               
Artwork:          
Panel Layout:  
Innovation:       
Phoenixfaktor

Autor: Greg Rucka | Illustrationen: Nicola Scott | Verlag: Splitter | Format: 136 Seiten, Hardcover | Band: 1von X | Bestellen | Leseprobe

 

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