[Top 3] Trash Mobs

„Ein Trash Mob ist ein ordinäres Monster, das nicht zur Bossgruppe gezählt werden kann.“

Diese eigentlich in der Gamingwelt beheimatete Bezeichnung lässt sich natürlich auch auf die Film/TV- und Buch/Comiclandschaft übertragen: Kanonenfutter, das unschuldig und konsequent inkompetent vor die Flinte des edlen Recken taumelt, ohne dabei selber auch nur ansatzweise Schaden anzurichten. Auf einen Helden kommen dann gut und gerne mal Dutzende dieser Trash Mobs, die perfekt choreographiert gemeinsam auf den Helden einzuprügeln versuchen, nur damit dieser wenig später mit seiner gewohnten Schmalzlocke charmant lächelnd aus dem ganzen Tumult wieder hervorschlüpft. Der Verschleiss an Trash ist groß, ganze neu aufgetürmte Mülldeponien zeigen sich hinter den Schritten des Helden.

Vom „Trash“ geht keinerlei Gefahr aus, er dient lediglich knallharter Action und der Unterstreichung der Stärke des Helden. Einzelne Individuen lassen sich dabei jedoch vermissen, oftmals besteht der Trash gar aus gesichtlosen Dummies; stets charakterlosen Figuren, die scheinbar nur dafür geboren wurden, irgendwann als Gegner Nr.34.526 das Zeitliche zu segnen.

Das ist schade. Wir werden nie erfahren, welche herzzerrreisende Geschichte hinter Trashmob XY aus dem 8. Bondfilm steht: war er verheiratet? Wartete nach Feierabend seine hochschwangere Frau auf ihn? Sammelte er in seiner spärlichen Freizeit Lustige Taschenbücher und Stoffenten? War er vielleicht gar eine Sie und verfasst gerade einen emanzipativen Drohbrief an mich?

Wie dem auch sei: lobet den Trash, denn er ist gut! Was wäre Star Wars nur, wenn nicht nebenbei ein paar Stormtrooper vorbeischießen würden? Ein langweiliger 12 Stunden Epos bei Darth Vader am Kaffeetisch, vermutlich. Meine drei Lieblingstrashgruppen möchte ich euch hier nun vorstellen.

Classic.Modisch in schwarz-weiß, die Maske im hübschen Einheitslook und stets eine zugegebenermaßen sinnlos geladene Waffe im Anschlag. Sie sind sexy. Sie haben einen unverwechselbaren Look (in der Modelwelt quasi unabdingbar!). Und sie gehören zu Star Wars wie die Redshirts zu Star Trek. Sie dürfen nicht fehlen, da sie in ihrer Uniformität und Inkompetenz ein Paradebeispiel für den Begriff des Trash Mobs sind. Außerdem hätte ich gerne eine überlebensgroße Figur von denen im Zimmer stehen.

In loving memory: In der 6. Sekunde (dieser gegen Ende manipulierten Szene) wird Hans, der Lieblingsonkel von Horst, niedergeschossen. Hans war stets ein pflichtbewusster Stormtrooper. Mit seiner Frau Hildegard verband ihn eine tiefe Liebe. Am Morgen seines Todestages brachte er die Kinder noch in die Schule, schmierte seiner Frau ein Butterbrot und ging pfeifend zur Arbeit. Er hatte nicht ahnen können, dass er nur wenige Stunden später von einem übereifrigen Jungspund herniedergeschossen werden würde. Sein bester Freund Peter, 2. Stormtrooper von links, hielt auf der Beerdigung eine rührende Dankesrede, bei der selbst Darth Vader ein Tränchen in seine Maske vergoss.

Nie war fliegen schöner. Die knubbelnasigen Helmträger bestechen durch kindlichen Charme und einem ihrem Stand als Trash angemessenem Respekt vor den Galliern. Zitternd wie Espenlaub kann man sie erleben, wenn sie vor einen Gallier geschoben werden, was in ihrer Authentizität sehr possierlich ist.

Als kleine Spielfigürchen boshafter römischer Herrscher sind die Römer-Trashies in erster Linie eines: unschuldig. Sie wirken nicht wie jemand, der wirklich Böses tun und verletzen möchte und dennoch werden sie ständig von gewaltheischenden Galliern verprügelt. Ziel des Ganzen: ihre polierten Helme, die als Trophäen gesammelt werden. Durchaus sympathische Trashmobs.

In loving memory: Markus, 21, Soldat. Sein Traum war es stets, Zuckerbäcker zu werden um den Kindern der Nachbarschaft ein Lächeln auf die Gesichter zu zaubern. Leider wurde er irgendwann eingezogen und verbringt seine Tage, wenn er nicht gerade auf der Krankenstation liegt damit, windelweich geschlagen zu werden. Von den Galliern, denen er nicht einmal ein Haar krümmen könnte, denn mit seinem Speer kann er nicht ansatzweise umgehen und eigentlich ist er ohnehin Pazifist und pflegt seine Sammlung getrockneter Gänseblümchen.

Boing! Schepper! Kuckuck! Ob in den drei Realverfilmungen, in der Serie oder den Comics: ich empfand sie immer als gruselig. Ominöse Masken, ein im Falle der Serie recht dubios anmutender Gang auf langen Spinnenbeinchen und überhaupt: die klauen einer armen, dicken Dame einfach den Fernseher, den einzigen Lichtblick in ihrem tristen Leben!

Nichtsdestotrotz besitzen die Mitglieder des Foot Clans, angeführt von Krang/Shredder, zumindest in den Filmen eindeutig individuelle Züge und Gesichter, ja, teilweise sogar Namen.Die Motive werden erläutert. In den Comics sind sie deutlich brutaler am Werke, in der 90er Zeichentrickserie wiederum sehr seicht. Leider ist mir meine Foot Clan-Actionfigur abhanden gekommen, was jedoch natürlich nichts daran ändert, dass ich ein klarer Fan dieser Trashies bin.

In loving Memory: Danny Pennington. Weil verlüpt. Damals, als ich noch jung war.

 

Picture by JD Hancock via Flickr.com under the following creative commons: Attribution-ShareAlike

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