Top Fantasy Bücher zum zweimal lesen


Es ist 1990, meine Freundin ist nicht weg und bräunt sich. Aber Deutschland wird Weltmeister.
Noch Wichtiger: Der damalige Winterscheid liest die Dunkelelfensaga. Drizzt Do’Urden und sein Partner Guenhwyvar hatten es mir damals angetan. Er war quasi Theo gegen den Rest der Welt, wenn Theo denn ein genialer Schwertkämpfer, Dunkelelf und Hobbyphilosoph wäre. Nicht nur die tiefgehenden Weisheiten des gebeutelten Drizzit, seinem unnachgiebigen Drang zum Licht und dem starken Willen, die Schatten des Unterreichs hinter sich zu lassen, sorgten dafür, dass ich die Bücher geradezu verschlang. Hinzu kamen auch die ersten Rollenspielsessions und damit die Verbindung zu Dungeons & Dragons und vor allem Faerun und den Vergessenen Reichen.

R.A. Salvatore, geboren am 20. Januar 1959 in Massachusetts, ebnete mir den Weg in diese Ebene der High Magic Fantasy, seinen enormen Artefakten, wundersamen Zaubersprüchen, düsteren Kavernen, den tödlichen Drow und vor allem atemberaubenden, in Zeitlupe hautnah miterlebten Schwertkämpfen. Wenn Drizzt endlich auf seinen Erzfeind Artemis trifft sprühen die Funken. Ebenso wundersam ist zu vermerken, dass ein weiterer D&D Literatur-Gott namens Ed Greenwood ebenfalls 1959 das Licht des Oberreichs entdeckte. Seinen Gandalf namens Elminster sollte ich mir später auch noch zu Gemüte führen.

Drizzts Heldenreise ist, wie die von vielen, eine Steinige. Helden dieser Bücher sind dazu auserkoren Verluste zu ertragen und dafür müssen viele seiner genialen Freunde und Bekanntschaften über die Klinge springen. Oder in diese hinein.
Wer sich noch nie abseits der lichten Pfade Faeruns wiedergefunden hat sollte unbedingt mit Drizzt die Finsternis des Unterreichs betreten, ihr unerschrocken trotzen und hoffen, dass er lebend wieder die Oberfläche betritt ohne hinterrücks aus den Schatten gemeuchelt zu werden. Verschwendet zudem nicht eure Zeit damit, euch gegen Dolche zu wappnen, die euch in den Rücken treffen könnten. Euer Tod kommt dann üblicherweise von vorn.

Die Discworld Romane von Terry Pratchett (RIP) gehören hier eigentlich alle rein. Alle sage ich. Alle 41. Doppelt und dreifach, auch wenn ich scheinbar mit meiner Zuneigung und Offenheit Pratchetts Humor gegenüber weniger positive Rückmeldung von Freunden bekomme. Ebenso nicht von fremden Bahnpassagieren, die meine plötzlichen Lachkrämpfe erdulden mussten. Geschrieben hat er sie zwischen 1983 und 2015 und nur ein weiteres Buch hätte ihm zur Antwort aller Fragen gefehlt. 42!

Pratchett ist zum Glück eben nicht ein weiterer Tolkien und beschäftigt sich lieber mit Themen und Antworten, die wir so vielleicht nur während einer durchzechten Nacht am Rollenspieltisch zu fragen wagten. Seine Protagonisten haben so viele Phobien und Probleme, dass die Eigenen geradezu nichtig sind. Dabei gibt es aber so viele absurd-humoristische Einlagen, politische Seitenhiebe und philosophische Konstrukte, dass kein Auge trocken bleibt und kein Gehirn ungenutzt.

Warum gerade der Hogfather oder im deutschen Schweinsgalopp? Zum einen brauche ich auch zu Weihnachten etwas zu lesen, am Kamin, an dem die klammen Socken trocknen. Außerdem geht es hier darum, dass der personifizierte TOD den Weihnachtsmann miemt und dabei fast an seine Grenzen stößt. Des weiteren beherbergt das Buch eines meiner liebsten Zitate: „You need to believe in things that aren’t true. How else can they become?

Pratchett ist genial, da gibt es kein wenn und aber. Oder sollte ich sagen, er war einfach göttlich und echt zauberhaft? Es gibt viele Bücher, die sich im Laufe der Lesung als kleiner Zeitdieb entpuppen, aber bei Terry finden wir wahre Helden, Nachtwächter und jene kleinen, freien Männer die es werden wollen.
Voller Dampf voraus.


Der weltweit bekannte Film nach dem 1973 erschienen Buch von William Goldman ist jedem sicherlich ein Begriff und ebenso ein MUST WATCH. Wahre Liebe, Abenteuer, Persiflage, Humor, Riesen, Zwerge, tödliche Duelle (bei denen jeder aber noch Zeit für den Austausch von Freundlichkeiten hat), böse Prinzen, liebevolle, mordende Piraten, eine Prinzessin und so viele „Catch-Phrases“ , welche zum Glück auch dauernd wiederholt werden. My name is, my name is… Slim Montoya!

Das Buch hatte ich als Jungspund im Auto auf einer langen Reise gen Italien Österreich gelesen. Meine Tante kommentierte dies damals mit: „Was liest du denn da für einen Groschenroman-Schund?“ Sie hat das Auto nicht lebend verlassen.

Mich haben sowohl Buch als auch Film stets positiv begleitet und es ist mir immer wieder ein Genuss, auch wenn ich gestehe, den Film weitaus schneller zur Hand zu haben, weil er einfach so liebevoll und charmant umgesetzt wurde, kurzweilig ist und mich immer wieder amüsieren kann. Cary Elwes als Westley und Robin Wright als Buttercup hat der Film zu weitreichendem Erfolg verholfen, ihn sah man z.B. auch in Helden in Strumpfhosen von Mel Brooks. Außerdem hat er selbst ein wunderbares Buch geschrieben, was uns wieder zurück zum Ursprung bringt: „As You Wish: Inconceivable Tales from the Making of The Princess Bride

Wer „The Princess Bride“ noch nicht gelesen hat sei gesagt: „Schande!“

Ihr seiet zudem noch gewarnt, denn das Buch ist, was die Liebe der zwei Protagonisten Wesley und Butterblume angeht weitaus pessimistischer als der Film Es bleibt aber beim Happy End.
As you wish!


Kaum jemand wird aberkennen können, dass J.R.R.Tolkien Großartiges vollbracht hat.
Tolkien, welcher sich in bester Verfassung befindet wurde letzen Januar 125 Jahre alt und sagte mir, während er noch älteren Tobi in seine Pfeife steckte: „Hau ab, du bekommst meinen Ring nicht!“

Da aber „Der Hobbit“ und auch „Der Herr der Ringe“ eh auf nahezu jeder Liste stehen, muss hier nicht viel hinzugefügt werden. Daher ist er auch nur eine „Honorable Mention“ in dieser Liste. Wer allerdings wirklich bislang das Buch nicht gelesen, sondern nur die Filme gesehen hat, sollte dies unbedingt nachholen.
Es beherbergt neben einem extrem überstrapazierten Spannungsbogen aka „The Scouring of the Shire“ auch den wundersamen Bombadil, den so viele Fans vermisst haben. Beides für mich jedoch kein Grund die Bücher zu lesen.

Grund dagegen sind so absolut fantastische Gänsehaut-Momente die selbst Peter Jackson nicht einfangen konnte. Sei es Aragorns großer Moment in Rohan oder das Lachen Gandalfs, um Sarumans Zauber am Orthanc zu brechen. Derer Szenen gibt es viele, die alle entweder verfälscht oder gänzlich in unepischer Form abgewandelt in die Filme gekommen sind. Zum Teil sehr bedauerlich, wenn nicht gar verhöhnend erbärmlich. Zu nennen wäre da der absolut sinnlose Feuerball, den Saruman auf Gandalf den Weißen pfeffert, wohl wissend, dass dieser gegen Feuer immun ist.

Wer die wahre Geschichte lesen möchte, in der Gandalf ein weitaus mächtigerer Zauberer ist: lesen, lesen, lesen!

Welche Bücher sind euch ihm Gedächtnis geblieben und laden euch stets wieder dazu ein in ihnen zu schmökern?


Picture by Kishjar via Flickr.com under the following creative commons: Attribution-ShareAlike – von mir höchst persönlich „verändert“

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