Phoenix on tour: Video Game Music in Concert – Symphonic Selections

Unser unverhofftes Willkommensgeschenk in München kam in Form eines Gewinns daher: Zwei Karten für Video Music in Concert – Symphonic Selections im Münchner Prinzregententheater. Das Münchner Rundfunkorchester präsentierte unter der Leitung von Eckehard Stier diverse Soundtracks zu alten und neueren Videospielen wie Final Fantasy VI, Turrican II und Clash of Clans und zeigte sich dabei nicht nur äußerst notensicher, sondern auch mitreissend. Moderiert wurde dieser Sound of Gaming von Youtuber und Journalist Nino Kerl, der charmant durch den Abend führte.

Doch genug der schnöden Fakten! Konzentrieren wir uns auf das, worauf es wirklich ankommt: Auf das Gefühl! Ist ein Besuch eines solchen musikalischen Abends seine 16-42€ wert? Und kommt man auch als Laie klassischer Musik auf seine Kosten?


Ich persönlich falle leider in die besagte Kategorie „Laie klassischer Musik“ und so war es gestern auch mein erster Besuch bei einem Orchester überhaupt. Entsprechend unbedarft trudelten wir ein und fanden nach ein paar Irrungen und Wirrungen auch an unsere Plätze. Was für ein schönes Gebäude! Während neben mir Twitternamen ausgetauscht wurden und vor uns ein Junge mit Zeldajacke Platz nahm, fand sich auch, unter den trägen Klängen der Harfe, das Orchester ein. Blank geputzte Instrumente und Kontrabässe, hinter denen die eine Dame fast verschwand.

Es war still; fast andächtig ruhig, was auch Eckehard Stier später noch thematisieren würde und doch scheinbar so typisch für Videospielkonzerte ist, bei denen das Durchschnittsalter deutlich jünger liegt. Eine Spannung liegt in der Luft, die Stier beim ordinären Publikum selten erleben würde.

Und ja – die Klänge, um die es eigentlich geht, gehen durch das Ohr direkt ins Herz. Derart gekonnt musikalisch bezaubert zu werden findet man auf keiner CD und auf keinem Stream, sondern wohl wirklich nur live in einem Saal. Man hört jedes einzelne Instrument raus, ist fasziniert von dem Einklang, den diese vielen Instrumente bilden. Die sich ungeahnt plötzlich in das große Ganze fügen, wieder entschwinden und schließlich wieder sanft heranschleichen. Ein Kunstwerk wie die Milliarden von Pixel, die gemeinsam ein Videospiel ergeben.

Jedes Stück folgt einer eigenen Dramaturgie und wirkt umso intensiver, je mehr man mit eben diesem zugehörigen Spiel verbindet. Ich persönlich fand es zudem sehr unterhaltsam,die Musiker bei ihrer Arbeit zu beobachten, die doch so gar nicht wie Arbeit wirkte, derart schienen sie in ihrem Tun aufzugehen. Doch, der ganze Abend hat sich gelohnt und die Musik fand in dem Saal ihren wunderschönen Klang.

 

Falls sich einem die Gelegenheit bietet, einem solchen Orchester zu lauschen, würde ich jedem raten diese beim Schopf zu packen! Ob man nun ein Fan klassischer Musik ist oder nicht.

„Ich fand es imposant in Szene gesetzt und erstaunlich, wie sehr selbst alte Game Klassiker , wie z.B. Gianna Sisters, den Zuhörer durch ein solches Ensemble in den Bann schlagen können. Mit einer Träne und einem Lächeln frönte ich der Turrican 2 Melodie. Einzig das Fehlen so vieler anderer bombastischer, epochaler Melodien, störte, aber es war ja nunmal auch zeitlich begrenzt.“

Das vollständige Video vom Bayrischen Rundfunk, sowie einige Bilder findet ihr hier.

Die Werke und deren Komponisten
Jonne Valtonen Fanfare for the Common 8-bit Hero
Chris Huelsbeck Turrican II: Concerto for Laser and Enemies
Nobuo Uematsu Blue Dragon: Waterside
Ari Pulkkinen Angry Birds – Medley
Nobuo Uematsu Final Fantasy VI – Symphonic Poem
Jonne Valtonen Albion Online – Medley
Ari Pulkkinen Super Stardust – Medley
Martin Schiøler Clash of Clans
Chris Huelsbeck Great Giana Sisters – Suite

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Ein Kommentar bei “Phoenix on tour: Video Game Music in Concert – Symphonic Selections

  1. Würd ich auch sehr gerne einmal live erleben, nachdem ich jetzt schon zwei oder drei Mitschnitte aus dem Radio hab von ähnlichen Events. Bis dahin vertröste ich mich mit den Soundtracks auf CD, wobei da gerade Nintendo echt mehr bringen könnte.

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