5 Tipps gegen Versagensängste beim Schreiben

 

Vermutlich kennen die meisten (unveröffentlichten) Autoren dieses Gefühl, diese nagenden Selbstzweifel, die einen nicht nur dezent unglücklich machen, sondern zudem auch noch vom Schreiben abhalten.

Kann ich das überhaupt? Schreibe ich für die Tonne? Sollte ich statt zu schreiben nicht lieber Socken stricken? Dann profitiert wenigstens jemand von meiner Arbeit.

Kenne ich. Allerdings bin ich ohnehin ein Selbstzweifelknubbel – und damit ein verdammt schlechtes Vorbild. Niemand will solch ein nerviger Zweifler sein, der anderen mit seinen Ängsten auf der Nase herum tanzt und sowohl sich, als auch anderen die Zeit stiehlt!

Was also dagegen tun? Auf Leute herab gucken, denen es noch schlechter geht um sich selber erhabener zu fühlen? Bitte nicht. Außerdem gibt es doch viel schönere Möglichkeiten, dem inneren Frustknubbel den Kampf anzusagen!

Aus irgendeinem Grund schreibt man. Gewinnsucht und Erfolgswahn mal außen vor gelassen wird es bei den meisten Freude am Schreiben und an der Geschichte, sowie den Charakteren sein, die man erschaffen hat. Die Lust an der erfundenen Welt und dem Plot wird durch solche Versagensängste allerdings erdrückt und das hat sie nicht verdient.

Also: Sich darauf zu besinnen, warum man schreibt, was an der kreierten Welt wundervoll ist, kann wirklich Wunder bewirken. Versuchen, mit einem positiven Gefühl zurück ans Werk zu gehen. Mancheiner würde das vielleicht Verdrängung nennen – ganz so falsch ist es sicher nicht, denn man kann es schaffen, die Ängste zu verdrängen. Ähnlich wie bei einem falschen Lächeln, das man bei einem Tief aufsetzt und das einem zu einer besseren Laune verhelfen kann (Wirklich. Probiert es mal aus!), kann der Fokus auf die positiven Dinge des Projektes auch helfen, die negativen Gefühle zu unterdrücken.

Ich glaube, dass die Freude am Projekt und am Schreiben neben der Planung und Technik essentieller Bestandteil eines „guten Romanes“ sind. Umso wichtiger ist es, sich immer wieder daran zu erinnern, auch wenn es in manchen Situationen vielleicht schwer fällt.

Die wenigsten Menschen erreichen ihr Ziel nach nur einem Versuch. Meistens müssen ein paar, wenn nicht gar unzählige Hürden überwunden werden. Bedeutet das sofort, dass dieser jemand schlecht ist, in dem was er tut? Nein. Vielleicht ist es einfach nicht seine Zeit. Vielleicht muss er noch ein wenig lernen. Und vielleicht hat er auch einfach nur Pech oder kein Glück.

Die Angst, zu versagen, hält einen ab, etwas überhaupt zu versuchen. Ein Misserfolg ist allerdings weder Schande, noch Endpunkt einer Reise. Es ist eine Enttäuschung, doch nicht die Enttäuschung deines Lebens. Was kann schon passieren, wenn Manuskript A abgelehnt wird? Auch diese Frage nach der größtmöglichen Katastrophe kann hilfreich sein: Allein die realistische Formulierung kann helfen, aufzuzeigen, dass es so schlimm gar nicht ist.

Sich dessen bewusst zu werden, hilft manchmal. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und wenn, dann hat er es vermutlich nur mit gebrochenen Gliedmaßen überlebt, der Ärmste.

“Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren.” (Winston Churchill)

Ich mache mich selber stets kleiner, als ich wirklich bin. (Was schwierig ist, da ich nur 1,60 groß bin.) „Ich wäre gerne ein Autor. Irgendwann.Vielleicht. Wenn mich jemand gut genug finden würde.“ oder „Ich kann noch nicht sagen, ob ich mein Manuskript jemals einschicken werde, weil [insert beliebigen Selbstzweifel]“ sind nur zwei der Aussagen, die man regelmäßig von mir hört. Dadurch mache ich es nur noch schlimmer.

Nicht nur, dass andere von mir kleiner denken, nein, ich hämmere es mir mit jedem dieser Sätze selber ein. Ich will nicht „irgendwann vielleicht wenn ich mal gut bin“ Autor werden – ich schreibe bereits. Und kann durchaus zwei gerade Sätze schreiben, ohne drölf Rechtschreibfehler eingefügt zu haben.

Ich kann, also werde ich.

… oder eine beliebige andere Serie, die dich aufheitert. Ganz im Ernst. Das ist einer der einfachsten Tipps, doch definitiv auch einer, der zumindest akut hilft. Zum einen hebt es die Laune, zum anderen konzentriert man sich dadurch auch auf die gar fürchtbaren Probleme fiktiver Leute. Das kann nicht schaden.

Mir persönlich hilft Friends aber ohnehin in nahezu jeder Lebenslage! Generell bewusst geschaffene Rituale, von denen man weiß, dass sie einem im Notfall  zurück auf die Beine helfen.

Wann hat man genug Zeit, sich den Kopf über mögliche Katastrophenszenarien zu zerbrechen? Richtig. wenn man nichts tut. Indem man jedoch den Stift in die Hand nimmt und aktiv arbeitet, kann man die Sorgen wegschreiben. Statt immer wieder zurück zu blicken, sich Ausflüchte zu überlegen, jetzt gerade nicht zu schreiben („Ich bin zu schlecht / Ich werde es eh nie weit bringen“) die Flucht nach vorne wagen.

Nur, indem man durchhält, kann man etwas erreichen. Und sei es nur das „Ende“ unter einem Manuskript.

 

Ich werde mich dann gleich mal an den 5. Punkt machen. Viva la Schreiben. Oder so.


 

Picture by Davide D’Amico via Flickr.com under the following creative commons: Attribution-ShareAlike

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