Studie zeigt, welche Spielegenres Frauen bevorzugen – und welche nicht

Laut einer ESA-Studie des vergangenen Jahres sind rund 40% der US-amerikanischen Gamer weiblich. Diese Prozentzahl schwankt die Jahre hinweg immer leicht, was natürlich der Zufälligkeit der Befragten geschuldet ist. Eine Kritik, die dabei immer wieder aufkommt, war folgende: Die ESA würde sich zu sehr auf die Casual Gamer fokussieren, auf Social Media Spiele und auf Gamer, die eigentlich „gar keine seien“. Nick Yee, Mitbegründer der Game Analytics Company Quantic Foundry, hat nun die Ergebnisse einer umfrage veröffentlicht, die „Core Gamer“ vielleicht eher befriedigen wird.

Seine Umfrage richtete sich an jene Core Gamer, an Leute, die auf solch ein Gaming Motivation Profile klicken würden. 270,000 von ihnen folgten dem Ruf und 18,5% von ihnen waren weiblich. Das nur als grundsätzliche Information.

Wie die Relation Männer/Frauen innerhalb der gesamten Gamerschaft aussieht, wird man wohl nur erraten können. Es handelte sich um eine größtenteils offene Umfrage, Titel konnten also benannt und nicht angeklickt werden. Diese vorliegende Studie nun zeigt den Prozentsatz der Spielerinnen innerhalb der einzelnen Genres auf.

Die von Frauen am meisten bespielten Genres sind demnach Match 3-Titel wie Candy Crush, sowie Family/Farm Simulationen, bei denen die weibliche Spielerschaft jeweils bei 69% liegt. Casual Puzzle Games sowie „atmosphärische Erkundungsspiele“, die gleich dahinter rangieren, schaffen es nur noch auf rund 40%. Weit abgeschlagen zeigen sich Rennspiele (6%), taktische Shooter (4%), sowie Sportspiele mit mageren 2% Frauenanteil. Die komplette Grafik kann man sich hier ansehen.

Dabei zeigen sich natürlich auch Unterschiede innerhalb der Genres: Obwohl 36% der High Fantasy MMORPG-Spieler weiblich sind, beträgt der Anteil der WoW-Spielerinnen nur 26%. Über dem jeweiligen Genreschnitt dagegen liegt SW:TOR (Sci-Fi MMORPG) sowie Dragon Age: Inquisition(46%) (Western RPG mit 26%).

Bemerkenswert ist zudem, dass Yee zufolge das Studio BioWare mehr Frauen anziehe, der Anteil weiblicher Spieler dort also signifikant höher läge.

Die Studie soll nicht kritisieren oder irgendeine Genderdebatte entflammen, sondern Ansatzpunkte für Studios aufzeigen, ihre Spieler für das weibliche Publikum attraktiver zu gestalten. Was machen andere Designer anders? Immerhin scheint es nicht am Genre selbst zu liegen, da die Variationen innerhalb der Genres auch mal größer sind als genreübergreifend.

Hier kann man diskutieren, was die Faktoren sind, die Frauen zu diesen Spielen zieht. Der Wettkampfgedanke, der bei vielen Titeln zu hoch ist und mehr männliche Spieler motiviert oder die story- und charakterbasierten Kampagnen in Titeln wie Dragon Age:Inquisition? Vielleicht auch, dass bei Sportspielen fast ausschließlich männliche Teams oder Sportler gewählt werden können? Ähnliches scheint auch für Shooter zu gelten: Overwatch ist bei Frauen beliebter als etwa Battlefield.

Ich persönlich finde solche Studien schlichtweg interessant und es ist für Spieleschmieden und Gamer sicherlich etwas, das sich anzusehen lohnt.

Könnt ihr euch mit den Ergebnissen der Studie identifizieren?

Hier ist der Link zur Studie

Vielleicht interessiert dich auch ...

3 Kommentare bei “Studie zeigt, welche Spielegenres Frauen bevorzugen – und welche nicht

  1. Candy Crush & co. betrachte ich kaum als richtige Spiele. Mag auch daran liegen, dass sogar meine Eltern das spielen und sich demnach auch meine Mama als Gamerin schimpfen dürfte, was zwar lustig, aber dann doch etwa unpassend wäre. ^-^ Aber eigentlich schade, dass die Frauenquote bei strategischen Spielen u. kompetitiven Multiplayern so gering ausfällt. Ich persönlich würde die BF-Reihe als meine Lieblingsspielerei betiteln, in der Hinsicht kann ich mich mit der Statistik gar nicht identifzieren.
    Was ich aber sagen muss, ist, dass ich die Frauenquote von 6% bei Rennspielen und die von 2% bei Sportspielen verstehen kann. Diese Spiele sind sehr oft einfach zu stark auf Männer zu geschnitten und fokussiert, dass das Spielen mir persönlich einfach keinen Spaß macht. Mehr weibliche Teams oder Charaktere wären bestimmt eine Maßnahme, doch andererseits muss sich das auch erstmal wieder durchsetzen. Schließlich würde das für Spielentwickler erstmal nur eine Investition sein, auch Frauencharas zu designen, synchronisieren zu lassen etc. pp. für Genres, die überwiegend für Mänenr designt wurden und die vermutlich auch bei den männlichen Charakteren bleiben.

    • Eben, Overrwatch bspw. kann es ja auch. Das Marketing bei Sportspielen ist tatsächlich stark an männliche Spieler ausgerichtet. Ein Teufelskreis.

      • Immerhin kann man inzwischen bei Fifa endlich auch weibliche Teams wählen. Hat ja lange genug gedauert…
        Aber ausser Tennis fällt mir sonst kein anderer Sport ein, bei dem ich eine Frau spielen könnte… *grübel*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Website