DSA, wir müssen reden…

[Zur ersten Geek Quest/Blogparade „Der Brief“ wird es von uns heute noch zwei weitere, aktuelle Beiträge geben: Etwas Unfreundliches über Collectibles und eine „Ode an die Freude“ 😉 Doch hier erst einmal etwas, das für mich auch nach all den Monaten noch Gültigkeit für mich hat: ]

Liebes DSA.

Weißt du noch? Wir begegneten uns auf dem Schulhof, es war Liebe auf den ersten Blick. Du sahst bezaubernd aus in deinem schrillbunten Gewand. Es war längst aus der Mode, doch du hast einen Charme ausgestrahlt, dem ich mich kaum entziehen konnte. Wir verbrachten Nachmittage miteinander. Dort, auf der Bank unseres Schulhofes, hielten wir Würfel. Es fühlte sich gut, es fühlte sich richtig an. Dann wurden wir älter und unser Umgang miteinander erwachsener. Die erste gemeinsame Nacht verbrachten wir im Dunkel meines Zimmers. Wir hatten Kerzen angezündet. Eine magische Atmosphäre war uns wichtig. Es war aufregend und neu! So verstrichen die Jahre.

Eine Routine stellte sich ein. Längst wusste ich, wie du tickst und du schienst zu wissen, was ich brauche.  Waren wir uns uneins, hinterfragte ich es nicht mehr, sondern nahm es hin. Längst spürte ich kein aufgeregtes Kribbeln mehr, wenn ich im Comicladen durch deine neuen Seiten strich. Doch das war OK. Wir waren einander vertraut. Ich wusste genau, wie das beste Bier Thorwals heißt, wer der dritte Kaiser von links und wer für die Zeichnungen verantwortlich war. Dass wir eine offene Beziehung führten und ich mich auch woanders ausprobieren durfte, war für uns beide auch eine Erleichterung. Ich war zufrieden.

Bis jetzt.

Weißt du, wir haben uns beide weiterentwickelt. Du wurdest irgendwie professioneller und ernster, und ich.. naja. Ich nicht. Vielleicht hast also auch nur du dich entwickelt, während ich auf der Stelle blieb. Während du gewachsen bist, war ich zufrieden in meiner kleinen Welt. Doch du erdrücktest mich mit deinen Zahlen, deinen Sonderfertigkeiten; ach, mit allem. Warum brauchtest du diesen Schnickschnack? Waren meine unschuldigen, spärlichen Würfelwürfe dir nicht mehr gut genug? Wann haben wir nur aufgehört, uns auf Augenhöhe zu begegnen?

Verstehe mich nicht falsch! Es liegt nicht an dir, sondern an mir! Ich bin einfach nicht mehr bereit für eine Beziehung diesen Ausmaßes, nicht mehr bereit, in all das fancy Zeug zu investieren, das mich ohnehin nicht interessiert. Wir haben einfach zu unterschiedliche Vorstellungen vom Leben: Du brauchst es lang und breit und ich brauche es… kurz und dünn anders.

Wir haben uns einfach auseinandergelebt. Du bist nicht mehr das eine für mich. Wir streiten uns auch nur noch. Wenn ich dich noch einmal „Das kannst du nicht, dafür brauchst du Kampfsonderfertigkeit Nr. 6753c“ sagen höre, dann…! Und eine Schlankheitskur würde dir auch gut tun! Beide Partner sollten sich darum bemühen, für den anderen attraktiv zu bleiben! Auch wenn ich zugeben muss, dass du es zumindest versucht hast. Aber weißt du was.. lass uns Freunde bleiben. Ich bin ja nicht aus der Welt und wer weiß, vielleicht rufe ich dich auch nochmal an?

Sei nicht traurig. Ich war schließlich auch nie die Einzige für dich.

In verwelkender Liebe,
Guddy

 

PS: Melde dich bitte, wenn du unkomplizierter geworden bist.

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